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Der nationaldeutsche Jude · 1931-09-01 · Nr. 9 (September 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1931
Issue
Nr. 9 (September 1931)
Date
1931-09-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Einzelnummer 20 Pfeuatg f*1 sr I YL.' E i ■ Mtteilungsblatl des Verbandes uatioualdeutscher Zuden E.v. Dar Mitteilungsblatt erscheint monatlich Geschäftsstelle des Berbaude« und Schristleitung des Mitteilungsblattes: Berlin WZ5, Blumeshof.9. Tel.: Lützow 5333134. Bankkonto: Martin Schist, Berlin WS, Zagerstr. 9. Postscheckkonto Berlin Ar. I11231 Jahrgang J9«H Stfitmbtv Ar. 9 Aus dem Inhalt: '; r 4 Schule unb j>etUit von <L. Heinrich. — Vraacht Oesterreich einen Verband natioiraldentfcher Juden? — Jnnerjüdifcher Briefkasten. j Zehn Jahre Kampf. die das I^UIC «II VVUUHI M-V V . IIUI I V IIUI VVII . I u;. v « VV führt. Das Blatt war damals vier Seiten stark. Es enthielt auf den beiden ersten Seiten „Das Programm der nationaldeutschen Juden", das in den heule noch gültigen Leitsätzen gipfelte: Verständigungsarbeit nach außen. Erziehungsarbeit nach innen/ Entwicklungsarbeit an der Jugend. Ferner brachte das Blatt die!Wiedergabe eines, Aufrufs des „Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten", dessen Eigenschaft als Querverbindung zwischen Jüdischnationalen und CentralvereinlerN damals noch nicht so klar wie heut« erkennbar war, daneben eine Abwehr gegen falsche Zitate, mit denen uns damalige Führer des Centtalvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens mitzliebig zu machen suchten, und schließlich einen kurzen Aufsatz „ E i n st e in«Ru m m e I , der in engster Zusammenfassung und mit! tteffsicheren Worten das Gebühren gewisser zwischenschichtlicher Kreise geißelte. Es ist charakteristisch für die Entwickelung der Judenfrage, daß gerade dieser Artikel. dessen späteren Reuabdtuck wir uns Vorbehalten, heute nach zehn Iahten fast aktueller itz. als damals. 2m Jahre 1921 war der Einstein-9wmmel tn lüdisch-zwischenschuhtlichen und jüdisch-nationalen Kreisen erst in den Anfängen. Heute ist die Verhimmelung Einsteins.auf Gebieten, die mit seiner wissenschaftlichen Tätigkeit' nichts zu tun haben, straff organisiert, und Einstein selbst, der im Jahre 1921 noch als das „Opfer" seiner ttitiklosen Verehrer erscheinen konnte, ist bewußt in die politische Arena herunteirgestiegen. Er nützt jede Gelegenheit, die ihm wegen seiner ^wissenschaftlichen Leistungen» als „deutscher" Gelehrter im In- und Ausland« geboten witd, um feine jüdischnationalen und pazifistischen Phrasen, die in keiner Werse von den Phrasen anderer Zionisten und Pazifisten unterscheidbar sind, an den wehrlosen Rundfunkhörer, Bankettgast oder Zeitungsleser zu bringen. Nicht unseren Amtes ist es. zu würdigen, was un Mitteilungsblatt in den zehn Jahren seines Bestehens leist konnte. Nur die «ine Feststellung sei verltattet, datz wir diesen zehn Jahren, ungeachtet aller Anfeindungen, Ver Höhnungen, Verkennungen und Verdrehungen keinen Schritt von dem durch unser deutsches Empfinden votgezeichneten Wege abgewichen sind. Wenn wir heute rückschauend die zehn Jahre überblicken, dürfen wir den Spruch zitieren, den einer unserer tättgsten Mitarbeiter für sein Buchzeichen» — es sind auf ihn, neben deutschen Büchern ein Tintenfaß mit Feder, ein Heim und ein Schwert zu sehen — gewählt hat: Dem Leben «in Sinnbild sucht ein Jeder. Das meine sind Buch und Schwert und Feder. am und weisen sind mir wert, wider Schelme führ' ich das Schwert. Bleibt es mir vlank von Rost und Schmutz, Leb' ich vielleicht meinem Land zu Nutz. M. N er cn in „Onfere Leut«". So lautete die Ueberschrift des Spitzenaufsatzes unserer August-Nummer, der von dm „neuen Nationalisten. insbesonder« von. den Büchern Friedrich Hiekscher's und Franz Schauwecker's handelte.. Zu unserer Ueberraschung hören wtt. datz emzekne nichstudlsche Leser den Titel mißverstanden, ihn für eine sprach«che (ditaleifung angesehen haben. Wären wir auch nur auf den Gedanken gekommen, daß ein solches Mißverständnis möglich sei. so hätten wir di« mit Bedacht gewählte Ueberschrift wenigstens, m Anführungssttiche gesetzt. „Unsere L-ut«''.. das ist. d,e Wortfolge, mit denen noch heute gewisse. lndsiche Kreise. Gefuhlsgenofsen des Herrn Siegmund Zwischenfekd, die Gesamtheit der Juden bezeichnen, mit denen sie sich in emem über dre SS? warumwtt ßernbe diese ttüd-humoristisch klingende Wortfolg« als Ueberschrift «wÄtt haben. Sie sollte m größter Kürze ksnnzeichnen. wohin wir nattonakdmtschen Juden gehören und wohin wir nicht gehöre». Um aber i«des Mstß» vAtändnis »endgültig emszuschaltch,.. wollen wir hwr d« Be° deutunAch« Wort« noch einmal zusammenfassen. wie es schon in unserer.Satzung und in den ersten Schritten unseres 2 erbau des geschehen ist. Nicht die Gemeinsamkeit der lbstamnnmg ist das Entscheidende, so wenig wir sie keugirn oder gar als demütigend empfinden. Der französische, der englische Jude ist uns ein Fremder — wie der französi'che oder englische Christ. Und die religiöse, richtiger: die kultische Richtung ist ausschließlich Gewissenssache des Einzelnen, der B mit Fremden der gleichen Anschauung in gewisser j mt verbunden fühlen mag — wie auch der putsche Cl rist mit den fremdländischen - Christen —. der aber, wenn er nationakdeutsch ist aus dieser Verbundenheit niemals ein ms ganze Wesen durchdringendes alljüdisches Gemeinschaftsgefühl abkeiten kann. „Unsere Leute" sind die-, deren das Deutschtum mehr ist. als papierei es Staatsbürgertum oder zufällige Rei'egemeinschaft im gleichen Boot, denen es vielmchr, um Friedrich Hiekscher's Wott« aryuwenden. eine Gemeinschaft der „Seelentümer" ist, ein« innere, angeborene. zwingende und beherrschende Verbundenheit Mit dem deutschen Volk« für heute und ür immer. Sa war unsere Ueberschrift gemeint. Sie war nicht em Lapsus, sie wgr der Ausdruck dessen, was bei' der Gründling unseres.Verbandes unser Programm war und für a Zukuvft unser Programm sein wird ■ “i Ile

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