Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 6 (Juni 1931)
- Date
- 1931-06-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Briefwecbfel mit einem [DttitfcbvöUrifcben* WWWWWWW (Fortsetzung aus der Mai-Nummer.) I. lOr. Wilhelm Stapel an Or. Mar Naumann. 14. Ma 1931. Sehr geehrter^ Herr l)r. Naumann! Gestatten Sie mir zu Ihrem Brief vom ÜO. Avril folgende Bemerkungen: . - . 1. Sie versehen mich in der Ueberschrift mit dem Etikett „deutschvölkisch". Cb das, was Sie und Ihre Leser sich unter diesem Worte vorstellen, auf mich zutrifft, kann ich nicht beurteilen. Es ist mir freilich unwichtig, wie man mich etikettiert. Aber ich lege auf die Feststellung Wert, dah ich Ihnen nur als das Individuum Wilhelm Stapel, nicht als Vertreter einer Richtung, einer Gruppe, .einer Partei geschrieben habe. 2. Die Tatsache, dag manche Juden nicht Juden »ern mögen, die Tatsache, dah sich manche Juden vom Jüdischen wegzuassimilieren bestreben, und die Tatsache, dah sic» manche, Juden für Nalionatdeutsche erklären, hebt die weitfre Tatsache nicht auf, dah es ein jüdisches Volk mit einem, ,wie Sie es. nennen. „Grundtypus" gibt. Es ist ferner Tatsache, dah viele Juden »ich selbst als ein Volk fühlen und bezeichnen. Dah Deutsche und Juden zwei Völker von verschiedenem „Typ" sind, ist also eine auf beiden Seiten weithin anerkannte Naturtatsache. Warum soll just ich sie nicht anerkennen? 3. Wenn Sie nun' Ihrerseits meinen.- dgh Sie kein jüdisches Volkstum aufzugeben haben, wenn Sie bMaupten, deutsch geboren zu sein, warum nennen Sie sich einen „nationaldeutschen Juden" und nicht Zeinen Deutschen? Warum nennen Sie Ihre Zeitschrift nicht „Der Deutsche", sondern „Der nationaldeutsche Jude"? - 4. Sie nennen sich einen „deutschgeborenen Juden . Warutn nicht einen jüdisch geborenen Deutschen? > Warum wählen Sie ,'Iude" als Hauptwort und „deutschgebojren" als Attribut? 5. Setzen wir. Sie seien in der Tat „in das deutsche Volkstum hineingeborcn" <und nicht nur. in den deutschen Staat und in die deutsche Kultur), welche Garantie geben Sie uns, dah Ihr Sohn oder Ihr Enkel oder Ihr Urenkel nicht eines Tages erklärt, er sei aber Jude? Selbstverständlich bin ich gern bereit. Mich mit Ihnen auch mündlich über diele Dinge zu unterhalten. Aber es steht noch' nicht fe»t, wann ich wieder nach Berlin, komme: Mit vorzüglicher Hochachtung' [ Ihr sehr ergebener Wilhelm, St i p e l. II. l)r. Mar Naumann an k)r. W il h e l m-S t i v e l. J 24. Mai 1931. Sehr geehrter Herr Or. Stapel!','- Ich danke Ihnen für Ihren Brief vom 14. Mbi 1931 und beantworte Ihre Fragen punktweise entsprechend der von Ihnen gewählten Gliederung: 1. Die Ueberschrift „Briefwechsel mit einem Deutschvölkischen" ist in der TcU.von.mir gewählt, weil sich mit dem Worte ..deutschvölkisch" -nicht nur bei den Lesern unseres Blattes, sondern auch in weiteren Kreisen ein bestimmter Begriff, insbesondere wais die Auffassung der Judenfrage betrifft, verbindet. Ich hätte die Ueberschrift wählen sollen: „Briefwechsel eines Deutschvölkischen jüdischer Abstammung mit einem Deutschoölkischen nichtjüdischer Abstammung." Aber das wäre sprachlich unschön und nach dem üblichen Sprachgebrauch auch weniger deutlich gewesen. 2. Ich habe nicht das Geringste dagegen, dah Sie das Bestehen eines „jüdischen Volkes" anerkennen: ich selbst erkenne es. wie ich in meinem Schreiben vom 30. April 1931 klar ausgesprochen habe, ebenfalls an. Ich bestreite nur, dah alle Juden zu diesem Rest eines früheren Volkstums gehören. und wehre mich dagegen, dah man die Wegentwicklung von diesem Volkstum, die — mit Ihrem Ausdrucke bezeichnet — eine „Naturtatsache" ist, als „Assimilierung", also als etwas Künstliches hinstellt. 3. Ich nenne mich einen ..nationaldeutschen Juden", wo ich innerhalb der Iudenheit Erziehungsarbeit und gegenüber Nichtjuden Aufklärungs- und Verständigungsarbeit leiste. Gegenüber einem Ausländer und in Deutschland überall dort, wo nicht gerade von der Judenfrage die Rede ist. bin ich nur Deutscher und nenne mich auch nur so. Damit haben j Sie auch den Grund dafür, dah unsere Zeitschrift „Der ' nationaldeutsche Jude" heiht und nicht „Der Deutsche". — ganz abgesehen davon, dah die letztere Bezeichnung schon von einer bekannten Zeitung geführt wird. Würden wir unsere Zeitschrift nur „Der Deutsche" nennen, so würde kein Mensch schon aus dem Titel entnehmen können, dah es sich um den Ausdruck einer nationaldeutschen Bewegung innerhalb der Iudenheit handelt. 4. Hier gilt das gleiche, was oben zu 3. gesagt ist. 5. Eine Garantie dafür, dah irgendeiner meiner Nachkommen nicht eines Tages den jüdischnationalen oder internationalen Schreiern nachläuft, kann ich Ihnen ebensowenig geben, wie Sie mir garantieren können, dah nicht Ihr Sohn oder Enkel, kommunistischer Internationalist. deutschfeindlicher Hetzfilmfabrikant oder dergl. wird. Um solche Abirrung vom geraden Wege der Entwicklung zu verhindern, können wir beide nur das gleiche tun: eine — nach menschlichem Beurteilungsvermögen — richtige Lebensgefährtin wählen, unsere Kinder in einer deutschen Atmosphäre erziehen und ihnen den deutschen Geist, zumal das Gefühl der unverbrüchlichen Zusammengehörigkeit mit dem deutschen Volk und Vaterland einimpfen. Alles in allem — ich habe mich über Ihren Brief recht gefreut, denn er zeigt mir doch, dah Sie dem Gedanken der Verständigung , zwischen Deutschoölkischen, nichtjüdischen und jüdischen Stammes zugänglich sind. Ich hoffe, dah unser Briefwechsel in einer persönlichen Aussprache seine Fortsetzung findet. Mit vorzüglicher Hochachtung Ihr sehr ergebener Naumann. Aschima und die als Kriegsgöttin bekannte Anat. Dieser fremde Kult erregte jedoch das Aergernis der ägyptischen Ehnumpriester, die den persischen General in Elefanyne aufstachelten. den Tempel zu zerstören. Er benutzte dazu eine Dienstreise des in Memphis residierenden Statthalters an den persischen Hof (410 v. Ehr.), aber nach dessen Rückkehr wurden er und seine Mitschuldigen hingerichtet. Die Juden bemühten sich nun um den Wiederaufbau ihres Tempels. Zu diesem Zweck wandten sie »ich an den Statthalter! Bag oas von Juda und an die Juden von Jerusalem, aber dies Schreiben blieb unbeantwortet, denn in Jerusalem war inzwischen die Orthodorie zur vollen Herrschaft gelangt und ein' Tempel auherhalb Jerusalems, vollends einer mit drei Gottheiten, war für sie ein Gräuel heidnischer Abgötterei. Im Jahre 407 wandten die Juden von Elefantine sich daher nochmals an Bagoas, und diesmal unter Zusicherung des' im Cnent bis heute üblichen Bakschisch, den der Ueberbringer des'Schreibens ihm geben sollte. Diesmal hatten sie mehr Glück. T)as über diese Unterhandlung aufgenomniene Protokoll ist Erhalten: es enthielt die gewünschte Genehmigung, allerdings hhne die Erlaubnis zur Darbringung von Brandopfern, die chohl mit Rücksicht auf die religiöse Empfindlichkeit der Äegyptür unterblieb. Cb der Tempel wieder aufgebaut worden ist, wissen wir freilich nicht. Im Jahre 405 erfolgte ein neuer ägyptischer Aufstand gegen die Perser, und die Urkunden brechen kurz darauf ab. Sie enthalten auher diesem Schriftwechsel noch andere Erlasse der persischen Regierung und Eingaben der jüdischen Gemeinde an sie. aber auch Pnoaturkunden, u. a. einen Ehevertrag. Die ersteren gleichen denen des Esrabuches und enthalten zum Teil die gleichen Namen, bilden also eine neue Bestätigung der Bibel. Schliehlich zeugen auch Scherben von Weinkrügen mit phönikischen Inschriften für den weitreichenden Handelsverkehr von Elefantine. In dem zunehmenden Völkergemisch der Spätzeit. dessen mannigfache Typen uns jetzt aus den prachtvollen griechischi römischen Mumienporträts im Berliner Alten Museum entgegenblicken, mögen auch die Juden von Elefantine schliehlich aufgegangen sein, wenn sie nicht Anschluh in Alerandria gefunden haben, das zur gröhten Iudenstadt des Altertums emporumchs. Statt jüdischer Söldner im Dienst der Pharaonen und der persischen Grohkönige finden wit in Aegypten seit dem 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung germanische Hilfstruppen der Römer, und in Elefantin« sah im 2. Jahrhundert ein Smischen Statthalter, zu dessen Hausstand eine germanische Seherim die Semnonin Walburg, gehörte, deren Name sich auf einer Tonscherbe in griechischen Lettern erhalten hat. Ihre Stammesgenossen sahen damals in der Mark Brandenburg. Für die Schriftleitung verantwortlich: Or. Walter Laasjer, Berlin; Verlag: Verband nationaldeutscher Juden <k. B„ Berlin 88 85. — Druck von Rob. Rohde Nchflg., Berlin W. 38. — Für Herausgabe und Schriftleitung in Oesterreich verantwortlich: Verband nationaldeutscher Inden. t8ien II. Vraterftrahe 84. Zimmer 22.