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Der nationaldeutsche Jude · 1931-06-01 · Nr. 6 (Juni 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1931
Issue
Nr. 6 (Juni 1931)
Date
1931-06-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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* Einzelnum«« 20 Pfennig. naüonawmklchik Aröe Mitteilungsblatt -es verbauiles vattonaldeutscher Wen E.V Dar Mitteilungsblatt erfcheiut monattich Geschäftsstelle des Berbaudes und Schriftteitimg des Mitteilungsblattes: Berlin W35, Blumeshof 9. Sei.: LStzow 5333/34. Bankkonto: Martin Schiff, Berlin Ws, Jägerftr. 9. Postscheckkonto Berlin Nr. 111231 Jahrgang 193t Juni Nr. 6 Aus dem Inhalt Briefwechsel Mit einem DentschvJUischen (Fortsetzung) ohne Palästina von Hans Adam. — Jrvifchenfeld Hans Neusachs. — lteffing» „Inden" von i — Nationaljudentnin f «nd der Neger von Max Naumann. l>ie deckte unct der Antisemitismus Gin« Stimme vom anderen dfer. Der Anhänger des politischen Rechtsgedanlens kann die Entwicklung dieses Gedankens in Deutschland seit dem Umsturz nur mit schwermütigem Kopfsihütteln betrachten. Welch eine — bitterernste — Komödie der Irrungen, der Fehler und verpatzten Gelegenheiten. I Im November 1918 glaubt die Linke, datz nun endlich ihre Stunde gekommen sei: sie kommt gar nicht auf den Gedanken, datz es auch die Stunde >der Franzosen ist, oder — sie schiert sich den Teufel darum. Als ob Deutschland auf einer seligen Insel liege, unbedroht und ungekräntt. benutzt sie die ihr zugefallene RLacht. uin die insterpolitischen Herrlichkeiten, die sie in Bereitschaft hält — Parlamentarismus. Radikaldemokratie, äliariismus usw. — einzuführen und verfassungsmätzig oder machtpolitisch zu „verankern". Dem deutschen Volke, das soeben mit Entsetzen die Waffenstils, standsbedingungen gelesen hat, wird die erstaunliche Mitteilung gemacht, datz es „auf der ganzen Linie gesiegt" habe und datz die Früchte dieses Sieges, nämlich „Friede, Freiheit, Brot" mm nicht auf sich warten lassen würden. Zehn Jahre lang tut man so. als ob das Dittat von .Versailles eine prattisch bedeutungslose Stilübung gewesen, als ob eigent-- lich gar -nichts passiert sei. Plan wirst sich zwar einmal in die Brust und erklärt, „erst Brot, dann Reparationen", betont aber im übrigen besonders gern, datz „ganz Europa den Krieg verloren habe", d. h. also, datz es uns im Grunde gar nicht schlechter gehe, als unsern „ehemaligen Gegnern", datz nur „die weltwirtschaftlichen iVerhältnme" an allem Schuld seien (und wer ist an den ,,Verhältnissen" Schuld?), ';, datz es uns mit der neuen Allheilrur der Radikaldenrokrafie, f . e uns unsere polittschen Coues seit 1918 unentwegt verordnen. eigentlich „von Tag zu Tag besser gehen" müsse. Diese Trugvorstellung wird mit dem fürchterliches von nicht zu Ende gedachten Schlagwotten, von halben Wahrheiten und ganzen Lügen lebenden U n e r n st. der das Kennzeichen dieses erfreulichen Zettalters ist, ein Jahrzehnt aufrecht erhalten.' und zwar mit Hilfe einer riesenhaften, hemmungslosen Pumpwirtschast, die sich in Reichs Ländern und Gemeinden in der gleichen Weise austobt. Und nun heute die grobe Pleite und der grobe Katzenjammerl •) Die parteip olitischen Ansichten) die in diesem Arükel zum Ausdrucke kommen, sind, wie wieder einmal bemerkt sein mag. lediglich die persönlichen Ansichten des Verfassers. Das gleiche gilt von eitlen nicht von unserem Vorstand oder von der Schristleitung herrührenden Aufsätzen. Die Schristleitung. & Ton Dr. <3. Blume. Man sollte mein it, datz gegenüber einem so handgreiflichen Persagen des „neuer Systems" die Rechte, die in Opposition teht, es nicht schwer hätte, sich durchzusetzen und die Hand auf das Steuer des Staates zu legen. In einem politisch reiferen Lande wäre das ohne Zweifel längst geschehen. Wirum nicht bei uns? Waruni bildet sich hier nicht eme mächtige, moderne, geschlossene konservative Partei, wie etwa ü England, an der im innerpolitischen Kampf einfach nicht vorbeizukommen wäre? Warum hat sie sich nicht in all den Jahren unseres Mitzoergnügens, trotz immer erneutem Versagen der Linken, gebildet? Warum wird sie heute in der Oeffentlichkeit gefühlsmätzig nur noch als Anhängsel des nationalspzialistischen Radikalismus bewertet? ' Ich hatte vor einiger Zeit Gelegenheit, wieder einmal eine deutschnationale Versammlung mitzumachen. die erste seit vielen Jahren, und ich kam begierig und durchaus guten Willens, ein kräftig Wörtlein über unsere Politik, die mir^ gar nicht gefiel, zu k ören. Ich vernahm — neben manchen, s Treffenden — eine , »iederholte ehrfurchtsvoll ersterbende Er-' wähnung „Seiner lMjestät, unseres Kaisers und Herrn" (es war kurz vor de,, i 27. Januar), und ich vernahm immer erneute Donnerwotte gegen „die Juden". Und ich verlfetz die Versammlung achselruckend und resigniert,mit der Feststellung: nichts gelerit und nichts vergessen! r Beim heiligen B «marck, kann man denn mit einer Einstellung. wie' sie bei de: Zufallsprobe dieser Versammlung sofort wieder mit «lief Der tllchkeit zutage trat, heute, morgen und übermorgen in Deutschland Politik machen, d. h. erfolgreiche Pol tik machen? Es ist doch gerade für den, der im heutigen Deutschland mit derselben Notwendigkeit „rechts steht", mit ler er atmen muh, schlechterdings zum Verzweifeln! Dieser grobe, zukunftsträchtige, ,m Verhältnis zu den ollen Kamelle , von 1789 und 1848, über die die Gedankenwelt unserer „Machthaber" (und unserer „Geistigen") noch immer nicht hina,sgelangt ist. revolutionäre deutsche Rechtsgedanke, der de« Träger unseres Staates und unserer Gesittung, werden mi ß. wenn das deutsche Volk überhaupt noch auf eine Zukunft,! die sich lohnt, hoffen soll, wird immer wieder verfälscht, en träftet, um seine politische Stotzkrast gebracht durch völlig unpolttische Gefühlswallungen, die nnt ihm und seiner gesck lichtlichen Aufgabe nicht das geringste zu tun haben. Von der Fra^e des monarchischen Gedankens sei hier abgesehen. Aber ^mit voller Sicherheit kann man folgendes vorausfagent so lang; die deutsche Rechte nicht den antisemitischen Gedai lken aus ihrem Programm streicht, so

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