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Der nationaldeutsche Jude · 1931-04-01 · Nr. 4 (April 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1931
Issue
Nr. 4 (April 1931)
Date
1931-04-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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« * Einzelnummer 20 Pfennig. national- Mtkeiluugsblatl -esVerbandes natignaldeutscher^uden Lv Das Mittei^kngsblakt erscheint monqMch Sefchäftsstelle des Verbandes und Schriftleitung des Mitteilungsblatts: Berlin W35, Blumeshof 4. Tel.: Liitzow 5333/34. Bankkonto: Martin Schiff, Berlin WS, Zägerstr. 4.) Postscheckkonto Berlin Ar. >11231 Jahrgang J95J April Uv. H r Aus dem Inh Line archäologische Bestätigung -er Bibel von - Menschheit «nb Nation von Nleye.r-öchönbrn toniainnen. — „Die grotze Sache". Oppeln-Brqnikowsfi. Zionistische Schönheit»- Der Kernpunkt. Von Max Naumann. Vorbemerkung. In der „Deutschen Rundscha u!' erscheint zurzeit eine Aufsatz-Folge über die Judenfrage. Den einleitenden Artikel „Kun st oetrie b und Judenfrage" von Vatzl Fechter haben wir in unserer Januar-Nummer abgedrhckt. Der nachstehende Aufsatz ist im April-Hldft der „Deutschen Rundschau" zuerst erschienen: die darin angeführte Auslassung von Jakob Wassermann findet sich im Februar-Heft der gleichen Zeitschrift. Die Schriftleitung. , Ausgangspunkt der bearühenswerten und aufschluhreichetz Erörterung, die von der rutschen Rundschau" vernnlaht ist, war der Vortrag, den l)r. Paul Fechter auf Einladung des Verbandes 'nationaldeutscher Juden gehalten hat; und zwar über das von mir selbst gestellte Thema „K u n st b e t r i e b und Judenfrage". Der gezeichnete Verband, zu dessen Gründern > ich gehöre, ist die Rampforganisation, der Stotztrupp derjenigen deutschen Juden, lne kein anderes Vaterland als Deutschland, kein anderes Volk ils das deutsch« Volk kennen und kennen «vollen, die Deutschlands Zukunft und ihre eigene deutsche Zukunft mit ganzem merzen bejahen, die. wie es in der Verbandssatzung heiht, nicht anders als deutsch fühlen und denken lönnen. Das soll nicht Reklame für unseren Verband sein, sondern Aufzeigung der ucfgebenden Wesensunterschiede zwischen Luden und Juden. Von den natioyaldeutschen Juden unterscheiden wir die Jüdischnationalen, die im jüdischen Volkstum stecken geblieben sind (Untergruppe: die -fwirklich oder angeblich auswanderungsbereiten — Zionl st en), und die „Zwischenschicht", deren Wesenheit aus nationaldeutschen und jüdischnationalen Bestandteilen — in verschiedenartigen Prozentsätzen — gemischt ist, die deshalb unklar zwischen Rational deutschtu m und Nationalin den tum einherschwankt. Wir wissen natürlich, dah diese Dreischlchten-Emteilung nur ein grobgeschnittenes Arbeitsst iema ist, bei dessen Zuschneidung die überall bestehenden Ueb« rgangsformen nichts berücksichtigt werden konnten. Wir wisse r auch, dag unser» Verband selbst nur einen stets und ohne Vorbehalt kampp bereiten Bruchteil der nationaldeutschen I »den organisatorisch erfassen kann, nicht die vielen Organis »tionsscheuen. Verbitterten. Enttäuschten, durch Wirtschafts, ot Bedruckten und durch unvermeidbare Rücksichten Beengten, die gleicher Gesinnung und Gefühlsrichtung find — g nw abgesehen von denen, die in der Dumpfheit des Alltags nicht die notwendige ng des eigenen Empfindens Ver- Sdmmlung zur Prüflisch und Zlärur gewinnen. Diese Erörterung soll der Verständigung dienen, ständigen können sich nur Menschen, die guten Willens sind, die nicht aus der eigenen Beschränktheit ein Snstcm des Richtwollens gemacht haben. Solche N i ch t w i I l i g e gibt es auf beiden Ufern, auf nichtjüdischer Seite die unbelehrbar ..deutschvölkischen" Älutsfanatiker, bei den Juden gewisse wesensperwandte Jüdischnationale. Es sind auf beiden Seiten nicht sehr viele, aber sie sind zum Teil sehr einfluhreich und agitatiostsgewandt. Die Theorie ist auf beiden Seiten genau die gleiche. Ich habe diese Anschauung einmal den „Viehzüchterstandpuntt" genannt, den Standpunkt der fortschrittsscheuen Züchter/ die jahraus; jahrein das gleiche Rindvieh zu Markte bringen, ohne jeden Sinn und Willen für Entwickelungs- und Vcredelungsmöglichkeiten. Mit diesen Leuten zu disputieren ist zwecklos. Man muh sie kaltstellen, ihre Gefährlichkeit stach Kräften verringern und sie aussterben lassen. Es bleiben. die Verständigungsfähigen und — zum Teil Kon heute —' Verständigungsbereiten. An sie wandte sich r. Fechter.^zu ihnen spreche auch ich. Voraussetzung jeder Verständigung ist klare Erkenntnis der Lage. Die Erkenntnis lehrt, dah die Judenfrage nicht efn Gegebenes, Unwandelbares ist, nicht ein Problem, das auf dem Papier oder dem Rechenbrett gelöst werden kann, dah vielmehr auch dieses Probleni — wie fast alle — dem Gesetze der Entwickelung unterliegt. Die Entwickelung geht auf jüdischer Seite vom jüdischen Volkstum über die Zwischenschicht zum nationaldeutsche» Judentum. Wer die Verständigung will, muh diese Entwickelung fördern, er muh aus nichtjüdischer Seite hauptsächlich Aufklärungsarbeit, auf jüdischer Seite Erziehungsarbeit leisten. In den früher hier abgedruckten Aufsätzen und Briefen ist die Frage aufgeworfen: wer hät mit der Verständigungsarbeit anzufangen? Ich glaube, nicht „würdelos" zu fein. weNn ich als Jude mit Entschiedenheit antworte: die Juden. Denn — das ist meine ehrliche Ueberzeugung auf Grund eingehender Beschäftigung mit der Geschichte der Juden — es kann kein Zufall sein, dah der sogenannte Antisemitismus feit Tausenden von Jahren unter den verschiedenartigsten politischen, sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen, überall wo Juden in der „Diaspora^' lebten, genau, der gleiche gewesen ist. vom alten Aegypten angefangen, über die Perser des biblischen Buches Esther, über die Röme§ um Horaz» Juvenal und Caligula, über das Mittelalter b,s in unsere Tage. Der letzte, tiefste Grund des Antisemitisstius ist nicht, dah die Juden dem „Wirtsvolte" stets nur unverschmelzbar sein könnten: die zahllosen, von den Wirtsvölkern restlos aufgesogenen Absplitterungen ergeben das Gegenteil. Aber ein Teil der Juden

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