Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 3 (März 1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Karteben ]VKeßmck-6efpracbe. on dem Aufsatz „11 arlchen Miehnick-Dertian er", der vor den Jüdischen Gemein dewahken erschien «Nr. 10 1930 dieses Blattes), haben wir die Frage erörtert, wie die — angeblich „nichtzionüljschen" — Doktrinäre sich verhalten würden und dürften, wenn es endlich gelingen sollte, die iüdüchnationale Gemcindemehrheit zu brechen. Wir sehen wörtlich hierher, was wir'damals schrieben: In diesem W a h l k a m p f . 11 n b in der G c - m e i n d c a r b e i t, die ihm folgen wird, müssen die Jüdischnarionalen als das "behandelt werden, was sie lind, alsdje Feinde unseres Deutschtums, nicht als freundliche „Kollegen", mit denen 'man 'nur gewisse M e i n u n g s v e r s ch i e d c n h c i t c n h a t. Damit wird der veriönlichen Ehre der Pianisten . in keiner Weise zu nahe getreten. Man kgnn mit ihnen über Nüiiik reden oder über Psychoanalyse oder über die neuesten Fortschritte des Flugwesens, oder man kann nicht mit .ihnen über das. Deutschtum, reden, von dem sie nichts verstehen und das sie nichts an geht, wie uns ihre j ü d i ich na t i o n a l-c n _ nichts angelten. ...... Bleiben nationalen nach der Neuwahl' innerhalb törver-chaften in der Minderheit, die ih Zalilcnverhältnis zur Gesamtheit der deutsch spricht . io bciteht für die Zukunft r geringste Anlas;, mit ' dielen Leuten endlos« zu führen. Ni a n lasse sie reden, so G e l ch ä f t s o r d n u n g erlaubt, und ü b e r' ich r Gerede zur Tagesord ..... M ö g e n sie sich ihr Ghetto nach ihrem eigenen Geschmack e r r i sse mögen nicht verlangen, datz Kinder in ihr Ghetto ein pferchen Der Wahlkampf hat eine „liberale" Äehrheit ergeben: es wäre jetzt möglich, mit den Jüdischnationalen gnt deutsch zu. reden. Statt deiien werden von d r ' indischen Volkshochschu le" sogenanntp a n t e r e s s e n die Jüdischdier Gemeindeicm wirklichen ... _ji n Juden ent- Zukunft njicht mehr der Diskussionen cheit es die gehe dann y u n g übe r. e l b it ganz chten, aber vir unsere lassen.>• freien kontra diktoriiche Abende" veranstaltet, in denen „Liberale" gegen bekannte Jüdischnaliouale anlretcu, un die „A ii f - gaben einer jüdischen G r o tz g e m e i n di e". kzie Frage der „jüdischen Schul e" und die Unterschiede zwischen „deutsch-jüdischer und nationaljüdischer Anschauung (!)" zu erörtern. Ganz abgesehen davon, das, dieie tüchtigen „Liberalen" das jüdischnationale Wesen für eine „Anschauung" halten, während es eine im Gefühl de; betreffenden oder richtiger betroffenen Menschen verankerte Artsremdheit ist, ganz abgesehen auch von der wunderschöne:! Bindcsfrichform „deutsch-jüdisch", die mit unübertreffbarer Klar heit das Wesen der Zwischenschicht kennzeichnet. — was in aller Welt erhoffen sich diese Leute davon, wenn sie sich mit den Herren l e e. 11 oIlenscher und Blumenfeld aus dasselbe Podium stellen und die vermeintlichen Verschieden hcitcn der beiderseitigen „Anschauungen" bereden? Datz die genannten Zionisten als Dialektiker den Liberalen weit übelegen sind, das; also die etwa vorhandenen Hörer, sowul sie nicht nur Clique und Claque sind, sich immer, noch eher von den Zionisten, als von den Liberalen beschwatzen lassen würden. Ht ein llapitel für sich. Wesentlich ist. datz bei derartigcn Gesprächen, auch wenn sie mit noch so viel sogenanntem Geiit geführt werden, zugunsten der vermeintlichen Liberalen nichts anderes herauskommen kann, als der Eindruck, datz die Unter schiede zwischen den beiderseitigen „Ansckzauungen" gar nicht so groh und keineswegs unüberbrückbar seien. Als Kwl probe zitieren wir die geflügelten Worte, die der beileiis bewährte liberale „Führer" Rechtsanwalt Heinrich Stern dem Zionisten 11 l e e erwidert hat, als dieier es als Aufgabe der. Jüdischen Gemeinde bezeichnete, „volljüdische Menschen heranzubilden, die sich mit der Kette der Geschlechter vor ihnen und der jüdischen Gemeinschaft in der ganzen Welt verbunden fühlen". Herr Stern sagte darauf: „Gerade weil wir Vorfahren sein wollen, müssen wir trachten, dem jüdischen Kind jüdische Eindrücke zu vermitteln, solange es noch fähig i it. s i e a u s z u n e h m «n. Wichtig i st Gemeinschaftsgefühl als solches; ob es aus nationalen oder religiösen.Impulsen entsteht, ist ,nebeüsächli ch." Nur so weiter, meine Herren! Noch «in paar solche Karlcheik Mietzyick-Eespräche und ihre Verbreitung durch die jüdische Preise, — und die Jüdischnationalen werden händereibend feststcllen, datz sie den verlorenen Wahlkampf doch noch gewonnen haben. unierii chrütlichen Volksgenossen und.ihrer Kul Zuwachsen.^ Gemeinsame Berufsarbeit, gemeinsah gleichen Sportverein müssen hier die Arbeit Schule ergänzen. Jegliche Absonderung als g o l t e s d i c n it l i ch e n Zwecken gef r e it l o i e Eindeutschung der In de n. Es gibt nur e i»x deutsche Kultur, von Kultur innerhalb der deutschen zu redeit, ist ein der jüdische Kultus mutz sich der Ländeskultu: m»i; alle orientalischen Nückstände abwerfen, Sinne v o l t s l ü m I i ch zu werden. Einige zeigen, wie das möglich üt. Boi So okt ein jüdisches Gotteshaus gebaut werden die Entwürfe in ihrer Mehrheit' die niel> Kuppel auiweisen. nur ausnahmsweise erschein: der ichlanle gotische Turm, der die Mehrzahl Kirchen ziert, nur ganz selten einmal wird e nach gotischem Plan wirklich gebaut^ Man. dem für liniere Snnagogen charakteristischen ori so allerlei denken. Gcwis; haben auf der brer die Kuppel krönt, viele Menschen Platz. Tie nach Art des Orientalen vor dem, den sie v in den Staub werfen. Der Gott' aber, der lies;, der Gott des Deutschen, der wollte keine Kif patzt der hohe Turin, an dem sich der Geis kann zu den lichten Höhen, die er doch nie -besser in die deutsche Landschaft, ganz, gleich, solche Deutschen beten.'die in Christus ihren He oder solche, die in ihm. nur den jüdischen' Refo^r Wir wollen ganz gcwkh keine jüdische 11 i r ch eine deutsche Synagoge. Denn der sicki ii bemühende deutsche Fauit iteht uns innerlich der unterwürfig duldende Orientale Hiob. Und. was in dieser deutscherz Synagogevor sich geht, muh auch rückhaltlos für üch beanspruchen, was an jüdischer Poesie und Musik im christlichen Gottesdienst vorhanden ist. Gemeint sind jene präFligen Kirchcirlieder. die, frei von allem dogmatischen Beigeschmack, jeden frommen Menschen erbauen. „Lobe den Herren...", „Run danket alle Gott...“, „So nimm denn meine Hände..." und sehr viel andere. ur zuiammen ,ie Freude im gemeinsamer zu asn d e r e n ä h r d et die einer jüdischen Uniinn. Auch einfügen, er in; im beiten ispiele dürften werden soll, rige maurische unter ihnen der deutschen tze Synagoge kann sich bei chitalüchen Stil en Basis, die nnen sich dort irehren sollen, Eilen wachsen echte. Darum emporrichten irreichen wird, ob unter ihm stand verehren, mer erblicken. bauen, nein nmer strebend weit näher, als Das iit Greift von uiüerm Geiste. Und mit der Kirchenmusik steht es nicht viel anders. Mozarts „Ave verum corpus" iit nicht katholisch, der Schlutzchor der Matthäuspasiion üt nicht evangelisch, beide sind weit mehr, als christlich, sie sind übermenschlich schön, fromm im höchsten Sinne. Was kümmert es uns, zu welcher Kirche' sich Dichter und Komponisten bekannten! wenn hoch ihre Werke unsere Seele ansprechen, wohingegen vieles, was vergangene Geschlechter unserer ekgenen Vorfahren geschaffen haben, uns heute kalt lätzt. Roch vieles liehe sich auszeigen, das geeignet ist, den Kultus des deutschen Juden so umzugestalten, das er einen ent schieden deutschen Stil erhält. Erst dann wird eine Etappe auf dem Wege zum messianischen. Zeitalter erreicht sei», wenn ein deutsches Judentum dem deutschen Christentum ebenbürtig an die Seite treten kann. Dann wird zugleich vielen politischen Gegensätzen, die heute noch die Einheit Deutschlands gefährden, der Boden entzogen. Die Ansätze zu einer solchen Entwicklung sind vorhanden, nur fehlt es gegenwärtig bei uns an geistigen, oder besser gesagt: ckciitlicheu Führern, die unbekümmert um alle Nachteile, die ihnen etwa aus der heutigen Machtverteilung in den jüdischen Gemeinden Deutschlands erwachsen könnten, ihren Weg gelr-m. Wir wollen von Rabbinern und Lehrern geführt werden, denen der Liberalismus nicht ein Weniger bedeutet, als die Drthodorie, sondern ein Mehr, ein Mehr an Verständnis für den Geist der Religion unserer Propheten, ein Mehr in Verständnis für die Empfindungen der deutschen Seele. Selb :- oerständlich werden diese Herren nicht in stolzer Zurückgezog" heit auf den Lorbeeren unserer Vorfahren ausruhen können. Sie werden sich höllisch umtun müssen im deutschen Volt, nicht nur soweiz es sich zum Judentum bekennt. Sie werden, ohne ausdringlich zu werden. Fühlung finden müssen zu iln.n _ christlichen Kollegen, damit von beiden Seiten aus gemeim-ni , bedacht werden kann, was zur Erhaltung der Religiosität unter den Volksgenossen getan werden kann. Dennder Feind der Unmoral droht uns allen in gleicher Weise, wir können ein gut Stück Weges gemeinsam gegen ihn ziel„ :. „jeder bei seiner Fahne, und doch alle gelagert, dem StiN-- zelt gegenüber". Erst dann tut ein deutsches Judentum seine Pflicht gegenüber seinem Gott, seinem Volk und der gesamten Menschheit. Für die Schriftleitung verantwortlich: Or. Walter Druck von Rob. Rohde Rchflg., Berlin W. 35. — deutscher Laaser, Berlin; Verlag: Berband uationaldeutscher Juden E. B., Berlin W 3ü. — Für Herausgabe und Schristleitung in Oesterreich -verantwortlich: Berband natior l- Juden. Wie« II, Praterftratze St. Zimmer 22.