Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 3 (März 1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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f r & Einzelnummer 20. Pfennig. naüon-loeutsche Iuöe Mitteilungsblatt des Verbandes nattoualdeutscherZudeuLL Dar Mitteilungsblatt erscheint monatlich Geschäftsstelle des Verbandes und Schriftleitung des Mitteiluugsblai Lel.: Lutzow 5ZZZ/Z4. Baukkouto: Martt« Schiff, Berlin WS, (Zägerstr.c. 1es: Berlin WZ5, Blumeshof 9. . PostfcheckKonto Berlin Rr. 111231 Jahrgang 1921 März N». 2 Aus dem Inhalt: Signora Franken stein in Berlin ww. von Heinz A. £i LanbeLvertei-ignng von Oberst a. v. v. Gertzen. — „ Studienrat Djr. wachsner. — Aarlchen Mi tdwig (Rom). — Jirde^i und Sräuche der Fremden" von etznick-Gefpräche. § 21S — unfl dk Juden. Wieder einmal sind jüdische Hände geschäftig und un- Windstille des © geschickt zugleich — am Werte, der nie verlöschenden Glut Meinungen ein. so des Judenhasses neuen Brennstoff zuzutragen. Ajs Material Angeschuldigte. B dienen diesmal, seltsam genug, vergilbte Blätter des deutschen Richter, Abgeordn Strafgesetzbuchs. Ein offenes Wort kann vielleicht dem ge gerissen. Jeder v> jährlichen Wesen noch Einhalt tun.^ die Fähigkeit des i In Stuttgart schwebt ein Strafverfahren gegen den Arzt der Ueberreiztheit und Schriftsteller l)r. Wolf und die Aerztin llr. Kienl e. ein verständiger A Beise sind bezichtigt, keimende Leben pflichtwidrig vernichtet Was hat dies zu haben. Der Arzt hat Zeugnisse ausgestellt, die Aerztin Sehr viel. T hat auf Grund der Zeugnisse die Eingriffe ooraenommen. Die Fall in der deuts Strafbarkeit der Handlungen wird von der Anklagebehörde durch unangebracht darin gefunden, dah nicht zwingende medizinische Gründe, frage zst einer Gei sondern nur „soziale Indikationen" Vorgelegen haben in jedem Falle si, sollen. — zu deutsch: der Arzt und die Aerztin sollen den zuscmmengetragene betroffenen Frauen gegen das Gesetz geholfen haben. Gegen Judenhasses empoi l)r. Wolf wird besonders angeführt, dah er in einem von mittelbar Beteiligt ihm verfahten Bühnenstück sich offen in die Reihe derer genoch so lockere B stellt hat. die den 8 218 des Strafgesetzbuchs bekämpfen. die sich erfahrungs- Die Schuldfrage in juristischem Sinne kann hier nicht mah auszeichnen, erörtert werden. Rur das Strafverfahren selbst kann hierüber sind dem Bernehm Klarheit schaffen, und dieses Berfahren wird voraussichtlich den erwähnten jüdi viele Atonale dauern, da mehr als 350 Eingriffsfälle vorseine Tätigkeit al liegeil sollen. Roch weniger kann hier zu dem Kampfe gegen Gattin emes Jud« 8 218 Stellung genommen werden. Die Meinungsoerschiedensehen wuh »st pöl beiten hinsichtlich dieser Frage ziehen sich durch alle Parteien bereits genügt hat »nd Bevöllerungsgruppen, die deutschen Juden nicht aus-» das «tichwvrt für genommen. In der Theorie mögen bestimmte Parteien und. In der Presse dies Gruppen programmähig für oder wider gebunden sein, in jede Einzelheit des der Praris wird fast stets nach persönlichen Gesichtspunkten breitgetreten. oeb« gehandelt, und die Heimlichkeit und Heuchelei machen das Geiinnungs-Tunke Peinliche noch peinlicher. Auch die^ primitive Drei Groschen- Theater und Ber> Formel, dah die Schwere des Gesetzes nur die Armen und das Jntkrene auf. Elenden treffe, ist kein brauchbarer Schlüssel für das komplituelle. bie im Bo zierte Schloh dieses Problems. „ sich fortseht, ist der Eingriffe in ein schwebendes Strafverfahren sind l-eandere und grober sonnenen Menschen verwehrt, zumal wenn das Berfahren für die Angeschuldi noch in den Anfängen und der Tatbestand ungeklärt ist. Für den > 218 np all Aufrechterhaltung oder Abschaffung einer gesetzlichen Besinnabstempeln wird, mung zu kämpfen, steht jedem wahlberechtigten Deutschen zu. die Gerechtigkeit vo Bedenken sind nur zu erheben, wenn ein ungeklärter Justrzfall Die Leidtragenden zum Anlah genommen wird, die Maschine der Gesetzgebung die Angeschuldigten anzukurbeln. Es besteht die Gefahr, dab durch den Ver- . mit anderweitigem sammlungs- und Erörterungssturm nicht nur die Organe der und nicht Zuletzt Gesetzgebung beeindruckt werden, sondern auch die zur Ent- ""^^ser Streit < lcheidung über den Justizfall berufenen Richter. Geschieht dies. Wir wollten d so sind die Angeschuldigten im besonderen und das .ganze Zudecken, ehe As Volk im allgemeinen die Leidtragenden. Bricht emmal in die diesmal noch nicht J rrichtssaäls der Wirbelsturm der Partei wird jeder einzelne Bolksaenosse, werden * erteidigir, Polizeibeamte, Staatsanwälte, etc und Minister in den Wirbel hineinrsteift sich auf Gesinnungen und verliert achlicheni Erwägens. In solcher Atmosphäre änn weher ein objektiver Richterspruch noch kt der Gesetzgebung gedeihen, alles mit Yen Juden zu tun? j er Fall Wolf Kienle wäre nicht der erste chen Geschichte der letzten Jahre, in dem Rührigkeit interessierter Kreise eine Justiz innungssrage umgefülscht worden ist. Und >d aus!dein von übergeschäftigchi Händen i Maltrial plötzlich die Flammen des geschlagen, auch dann, wenst die un-?n selbst nicht Juden waren. Irgendeine -Ziehung zu bestimmten jüdischen Kressen,!emäh durch Rlangel an Takt und Augenenügt. l>r. Wolf und Frau ltr. Kienle en nach »Nichts iden, aber Beziehungen zu chen Kreisen beistehen, für den Piann durch; Bühnenschrifi steiler, für die Frgu als n. Und für eden. der sehen kckD/Pnd lig unverkennb rr, das; diese Beziehimhen en, um gewiss« n journalistischen Klüngeln den Sprechchoi der Entrüstung zu geben, cr Kreise wird täglich zwei- oder dreimal noch völlig ungeklärten Justizoerfahrens r:Biss«n wird pikant angerichtet und mit übergossen. Kleine Notizen. Interviews, rmmlungsredest stacheln immer von neuem Und immer sind es jüdische Jntellekdergrunde stehm. Wenn dieses Treiben Augenblick oomusbestimmbar, in dem der e Teil des deutschen Volkes den Kämpf >ten im besonderen und den Kampf gegen «emeinen gls „Judenmache" ansehen und Und ivon diesem Augenblicke ab wird c der Parteigesinnung die Waffen strecken. - wir sagten es schon — werden zunächst selbst sein, dann das deutsche Volk, das Konfliktstoff hinreichend ausgestattet ist. - die deutschen Juden, auf deren Rücken lusgetvagen werden wird, zs Unsere tun, um einmal den Brunnen Kind; hineingestürzt ist. ' Bielleicht ist es zu späit. Kl. dl.!