Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 2 (Februar 1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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I Tom gegenseitigen i*elig über» tsaren als die den n dieses Juoen Prinzips i itl. Tie »ologien rag auf vielleicht ch nicht us bevj:iiehende ^>uoen es noch ruch bei nur i", das treibt. ündnis3 Lionch uyen Man hat versucht, die antisemitische Bewegung haupr, und besonders bei uns in Deulichland, zu eri eine neucoriiche Aeugerung der mannuujen äugend, allzu mächtigen Pater hast, aus moralt,cyen Grün» Vages ilch aoer Nicht bewutzt wird und ihn aus der verichiebl, indem dieser als Vertreter des PatelZiaprralismus, Tradttionsjlarrheit) in Erscheinung tn sehr iruchroare Anlilyeie Pater — öotjn, die aus Mypi ^wte aus der Drainenltleralur bis aus den heurigen uns eliidiingt, liege sich in einem anderen Sinne noch weiier ausdauen. Ich will es Mn, inoem inehr den neuroriich sozialen -peil des Änlileinilis4i trachte, londern jenes von altersgrauen Zeilen her v:! Unverständnis in der religioien Haltung zwilchen de i und ihren Wirrsoöltern, wobei zu vemerten ist, dag in unieren Zeiten wie dort einen Änniemitisinus uns auoen einen Antichrtstianismns giot. Wir vra zu denien an das nicht >ellen gevrauchle WoN „mb uns Teul>ch,ühlenoen die flammenoe Rote ins Genat Woher ltaminl die>es gegenseitige religiöse Unoer> » Heine hat es in dem berühmten Streit zwiiäzen und Ravoi ironisch poerisiert. Ter religioje Meirich des Mittelalters und auch der Christ der Gegenwart i>t in seinem Verhältnis zu G ju& Jungfrau Uliaria nicht dylanziert. Im Gegen bringt sich diese Gestalten möglichit nahe - in Pil > und der UUarienrult aNete manchnial säst zum Minneoi n Auch protestantische ütcDet des 17. und 18. Jahr! llingen manchnial wie weltliche Liebeslieder, obgleict Ie>us gerichtet sind. Wetter ist zu hemerten: Ter spricht laut das Paterunser, also ein durchaus p ieitsnahes Crsaisen der höheren Mächte durch vermt Beziehungen, die zuweilen sogar. beinahe familiär e Ter' Jude hingegen steht in jemem Beryaltnis soweit distanziert, dag er ihn mehr als,Rönig der denn als Pater einpsindel. Als Rönig herrscht über eine Gesamtheit, und diese wiederum ist ihm gewissermatzen, sondern wörtlich leibeigen. Teshalv w die Bejchneidung die Ausnahme des männlichen H das Gollesvoik vollzogen. Statt des mehr gem in manchen Zeiten und Darstellungen sogar gemütlicht Haltens des Cinzelchristen zu -seinem Gott-Pater, der i einst Men>ch gewesenen Jesus ihm noch näher gebracht hohen wir beim Juden die Unnahbarkeit des lö Gottes, der iin ganzen mehr verehrt, als wirklich wird. Tiejer Gott i>t 'wohl dem Volk, nicht aber ix zelnen Pater, Rönig, Erlöser. Der Einzelne als gilt jo wenig, dag er das Gebet nur leise verrichten Selbst wenn der Hausvater von seiner ganzen n mündige» Familie umgeben ist, darf das Tychgeb laut ge>agl werden, denn gleich dem noch nicht, einge Zlnaben i>t die Frau in bezug auf das Gebet i Zeremonien als ungleichwertig ausge>ä>altel. Drei Mänii eine Geincimchafl von zehn Männern muh vorhandfi um gewiije Ritualien zu erfüllen, die insgejantt Mann zugejchnilten sind. In der Art der Gottesv als religiös Betende Hellen die Juden also gerader» Männerbünde dar. In der Tochter-Religion des Christentt ms erinnert an diesen von Männern für Männer geschafteRen Rultus das oft zitierte Wort „mutier taceat in ecclesiyj" pnd die fromme >ll oder teil, er »werken, njt aus. underls sie an Einzelne >i rionlicherjchlichle :i scheinen, itl Gott Ztönige, :r aber nicht >cd Rii d > 85en MÜ^erftLnclnis. Von Dr. imd. f eltx Mayer. nur durch des in ltsthaften, m Berin de»l wird,' iglichen geliebt n Ein- Petender darf, ljich unnicht egneleir die 1er bzw. it sein, ' den e tehrung i no cuf Tatsache, dah alle sogenannten heiligen Handlungen nur durch männliche Geistliche zu geschehen haben. Während der Deutsche im Rationalen zu Männerbünden neigt, die wir von Bur>chenschasten bis zu Reglervereinen und Herrenpartien genugsam »tennen, ist er als .religiöser Christ mehr individuell zu Gott eingestellt. Die Juden hin gegen vermochten sich national nur selten in dieser Weise zu verbinden, zeigten aoer die Stärke des Rlännerverbandes aui dem Gebiete der Religionsübung. Hein Wunder, datz bei solchen Perschiedenheilen von frühen Zeiten bis jetzt ein gegen jeitiges religiöses Perjtändnis zwischen den Juoen und ihren Wirrsvöllern nicht recht au,lomnien wollte. Der Christ fühlte sich religiös — sofern die Rieche nicht für ihn eintrat — als Einzelner schwach gegenüber dem Riassenphänomen der Juden, die er als eine stets und über alle Landesgrenzrn hin heimlich einander unterstützende Sekte ansah. Seine A»gi> schlug leicht in Peneidigungsjtellung, in Hatz um. Cr proiizierle seine eigenen feindlichen Gesühle auf den Gegner, dich.ete ihm z. B. Blutdurst an. Der Jude in seiner religiösen Maniierbundeinsteliuiig. die eine Gottesge/olgschait, nicht au. eine Ration bedeutete, sah seinerseits wiederum stolz hetau auf die christliche Ümgebung, hielt sie in oberflächliche.» Urteil leicht für götzendienerisch, denn er ahnte nicht die Innigkeit und das starke persönliche Erleben des religiösen Bcci»ci>en, das sich in Symbolen kundgibt. Die Elstase, die in die mystische Pereinigung mit Gott mündet, bliev dem jüdischen Menschen meist fern, und erst die chassidische Pewegung hat jenes persönliche Erleben Gottes und die Ekstase auch weiteren Schichten vermittelt. Das Befremde! sein des Christen gegenüber jüdischer Religionsausübung und das Herabsehen des Juden auf christliche Gebräuche hat i» früheren Zeiten wie jetzt gewitz auch zur Entstehung des Anti semilismus mit beigetragen. Analytisch gesehen hat das Christentum einen Schritt vorwärts getan, indem das religiöse Pater-Sohn-Berhältnis sich zu einein herzlichen gestaltete. Das Judentum hat die Furchl vor dem königlichen Pater hingegen noch nicht überwunden und ist trotz scheinbar höchster esublimierung Gottes in seiner Be Ziehung zu Gott nie recht frei gewordeii. Sa. wenn man einen geläufigen Ausdruck, ohne blasphemisch zu sein, in diesem Zusammenhang anwenden dürfte: Es besteht beim Juden eine fast masochistische Einstellung zu Gott. Damm die vielen, selbst das Alltägliche und Banale umgebenden Riten, die Häufungen von Lobpreisungen im Gebet, die Speisegesetze, deren Uebertretung Strafe nach sich ziehen soll. Mies. und nicht zuletzt die von mancher Seite noch jetzt gewünschte ghettohaste Abspermng, geschieht aus der Furcht heraus, das; wir aufhören könnten, das Polk Gottes zu sein. Religionen sind nicht unwandelbar, und so ist es wohl möglich, dah der distanzierte Gottheitsbegriff der Juden und der vermenschlichte Gott der Christen zu späterer Zeit eine beiden Richtungen tragbare Fassung annimmt. Zunächst aber mutz das Perständnis auf beiden Seiten dazu dienen, de» Hatz zu überbrücken. Was wir von der anderen Seite er warten oder vermissen, lesen wir oft genug in jüdischen Zeit schritten. Es ziemt sich aber auch für uns Juden strenge Selbstkritik. Diesem nicht nur nützlichen, sondem hohen Ziele sollten meine Bemerkungen dienen, die — obwohl sie von einem .Psychoanalytiker stammen — das Handwerkzeug der tiefenpsychologischen Methode mit Absicht verbergen. EKetlofi'eüäigKeit. Ii alg best Tie 2. T. A. meldet, dag Bestrebungen im Ganje das „jüdische Genossenschaftswesen" in land auszubauen. An der Spitze scheint der 5] Eemeindezionist Rareskizu stehen, bekannt durch fein reiches Wirken als bisheriger Porsleher der Berliner Gemeinde und als Ronzrjsions-„Schul,e" des Zentrr letzten Reichstagswohlkamdf. Tie Gründung jüdischer nossenschaften soll in Königsberg» Tüsseldorf, Frankfurt Chemnitz, Zwickau. Mannheim und Breslau — von dem schon durch eine jüdische Volksbank Berlin — in Aussicht genommen oder schon vollzdgckn Die Wirtschafts-Antisemiten sollten Herrn Raresk Deputation senden, um ihm den tiefgefühlten Dank zielbewutzte Förderung ihrer eigenen Bestrebungen sprechen. Aus Breslau wird weiterhin berichtet, dah der band jüdischer Studentenoerein», in Bi Ortsgruppe Breslau" einen Aufruf erlassen dem zur „Schaffung einer von den Hochs anerkannten Jüdischen Studentenor s a t i o n" aufgefordett wird. Hier — wie bei den Und. i >eutsch- Perliner. segensdischen ms im Gea. M.. esehen ückten sein, eine ür die auszu- E, n Set» rlin, in ulen ani - ofsen- K»t, schäften — handelt es sich natürlich um rein jüdisch, nationale Unternehmungen, die darauf abztelen, die Stellung der Juden als „Polk im Volke" zu festigen und schlietzlich auch die deutschfühlenden Juden zum Änschluh au die Ghettofreunde zu zwingen. Wir behalten uns vor, auf diese Bestrebungen noch auführlich einzugehen. TerbanclsnacKricKten. 1. Berlin. Wir weisen auf den am 6. Februar d. 3~ abends 8 Uhr, im Restaurant „Rheingold", Potsdamer Str. 3 lMuschelsaal), stattfindenden Vortragsabend hin. Herr Geh. Regierungsrat Georg Cleinow spricht über das Thema: „Das nationale Problem des Ostens und die Juden". Im Änschlutz aä den Vortrag findet Aussprache statt. Durch Mitglieder eingeführte Gäste sind willkommen. 2. Mitteilungsblatt. ^Wir bitten wiederholt, alle Zuschriften, die für die Schriftleitung oder die Erpedition des Mitteilungsblattes bestimmt sind, nicht an den verantwortlichen Schriftleiter, sondern ausschlietzlich an die Geschäftsstelle unseres Verbandes zu richten. Der Vorstand. Für vie Schrittleitung verantwortlich: Dr. Waller Laase Druck von Rob. Rohde Rchflg., Berlin W. 35. — Für Hei deutscher Juden. Wii :, Berlin; Verlag: Verband nationaldeuticher Inden E. B„ Berlin W ich. — anSgab« und Schriftleitung in Oesterreich verantwortlich: verband uational- Ken n, Praterstratz« 34. Zimmer XL