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Der nationaldeutsche Jude · 1931-01-01 · Nr. 1 (Januar 1931) · p. Seite 6

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1931
Issue
Nr. 1 (Januar 1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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r~’T Vcrfc Ortsgruppe ich längere npchörte, ist ehrendes 1. Breslau. Ter frühere Borsitzende der Breslau, Herr Dr. Wilhelm P er. l s, der .Zeit dem Hauptvorftand unieres Verbandes c vcr'torbcn. Unser Verband wird ihm stets Audciikcn hewahren. 2. Berlin. Ter bereits für den Tezembär p. ö. in Ausiirii: genommene Vortragsabend-wird in dcr zweiten H ä l f t c Dcä'.ofliiuar slattfinden. Zkiähcre^ ■ wird noch durch besondere Einladungen bekanntgegeben. 3. Lugendgruppe. Ter nächste Lugendabend findet gegen Ende L a n u a r statt. Es ergehen besondere r nladungen. 4. Erfahrungen aus dem Wahlkampf. Aus unsere^>ln regung in uns eine Fülle von Rlalcrial zngegchi >en. sehr zahlreich »ind die Klagen über Unrcgelmäßig.teiltc u. die sich in einem großen Teil,der Wahllokale ereignet Dc ben. Das W>aI>Igeheimnis war oieliach in keiner Weite geuuhrk. Tic .Wahlzellen waren zum Teil nur durch 'Jlnbiir Li'ch-'-ecken oder dergleichen, die bereits zu Beginn Handlung ziilückgeichlagen nnd dann niciit wieder wurden, „martiert". Ln die sogenannten Wahl;' I von ^cn Wahllcitern bedenkenlos mehrere Per o zeili,' cingelanen, die sich gegenseitig bei' 'Aus Formulare „unterstützten". Tie Wahllisten wanm einem unbeichreiblichcn Zustande. Von zahlreich >> mir mehreren wahlberechtigten Mitgliedern war nur anclsnackrickten. gung von der Wahl geschlossen cu wurde» len gleich Ausssqllnirg der wieder in Familien der Haushaltungsvorstand eingetragen. Dafür ivaren vielfach < storbene und solche Personen, die längst aus dem Jude,-, ausgetreten sind, verzeichnet. Nach Wahlkarten oder sou» Ausweisen wurde üv einer Reihe von Wahllokalen Haupt nicht gefragt. Personen, die Ausweise mit offen unzutreffenden '»amen vorlegten — z. B. Männer mit »a die aus weibliche 'Rainen lauteten — wurden ohne weit zugelasscn. Ln eiiuhit Wahllokal, dessen. Leiter belannt sollen bei Auszählung der Wahlzettel , etuw 50 Umschläge Zetteln mehr gezählt worden sein, als nach der. Wal,. Wähler erschienen waren, Kurz: genau die gleichen Zun», wie bei dcr letzten Wahl, höchstens noch schlimmer. Gegen die Gültigkeit der Wahl soll von verschsec Teilen Protest erhoben worden sein. Unser Verband solcher hat sich den Protesten nicht angeschlossen, und aus Grund dcr Erwägung, daß ein neuer Wahlkampf w jcheinlich an dem. Ergebnis zurzeit nicht viel ändern. dag: wiederum ungeheure Lummen verschlingen würde, die in . Zeit so schwerer Wirlschastsnot besser verwendet werden tön Wir danken den Einsendern bestens für das überm ihr» Darauf setzte ich meine Theorie vom Abfli» -chünjgen Liidcnmanen auseinander. Er pflichl t: tag durch dicic Auswanderung das Los und dHe dcr bleibenden Luden sich be»»ern würden. Es Luden genug, die man durckiaus nicht gern ziehe» dE würden jedenfalls dableiben. Er glaube übe dtzh tri, viele Anhänger aus Mittel und Wo uiilbciäme: nur aus dem. Osten, und etwa nab aftliW Gedrückleüen. denen dann einige Ldx Führer vorangeb.cn würden. Auch er benäligle mir. was schon Eulcnb das; der »aber keineswegs ein Antiieniit »ei. u^> verschrien babe. Er ici nur gegen, die deitruktivetz Bräter folgt eine Besprechung, mit Bülow Füiiien Hohenlohe. Es i»t von dem Llande det lungen mir dem Sultan die Rede. .Hier-heiht es >lsl Bülow, der in der Loiaecke nebkn dem Faut l.! es mit gcipit lem Viund und absichtlich teer drch Z'.ngcu ge eiien, warf ein: „Mir ist nichts bckann vön.Marschall ldem deutschen Botschafter» darübx .Händen gehabt." r| der über mir bei, Litualion zäbe auch ieße. Aber ipt nicht, theulschland die wirk listen als g ge'agt: man ihn Juden ... und dem Berhand L. 161»: > il Hohezi i blickenden Ich habe niriits iii »ri> lief; mich nicht dekonzerlieren und sagte: ILch habe Berick'ie, das; die Ltimmung eine günstige i»t. Lch habe d.ui Lullan unlängst telegraphiert und er hat njir.geanl woriel." . .! .Hohcnlobe stellte noch einige skeptische Fragciil über die Anzal" der tlhanderbereiteitz und die Mittel. Lch wies auf dch> verschiedenen Fonds hin, die sich im Ern t alle vereinigen würden. Einer dielcr Fonds' betrage zehn Millionen Piuno.- Bülow, der als poupee: rose apx yeux de ibrcelainc zugchört batte, meinte nun: „Tas ist vieltUnd mit halber Neigung zu .Hohenlohe: „Das Leid.wird'» vielleicht »nachcn. Damit wird man an die Lache 'ran i ö t wn Wenig ermutigend i»t das Verhalten Bülow; bei der Audienz, die .Herzl bei Kaüer: Wilhelm I-I. jn Komlintinopet gelegentlich der Orieutreve des Kaisers hätte 4II. 3. 192 bis 193): ' Bülow merkte, bau irii ausfiel, und fing mt heraus. Er sagte, daß die Luden ircuenens uydan ' das Haus Hohenzollcrn seiend dem sie doch viel zu hätten. Ter Groszvater, der Vater des Kaisers Majestät »elbit hätten »ich den Luden immer gnädi und jetzt sähe man die Luden bei allen ^ppöiitioi jogar bei den anlimonarchüchen. Linger!" murmelte der Kaiser. der Büloch iliminender Miene gehört hatte.- Bülow deutet Kaiser sei gekränkt. ' r Lck, führte aus. daß wir»den lsmiturzpancien hje Luden wegnäh men. Ter Kaiser bemerkte, er glaube, die Lude»^ für die Kolonisierung Palästinas einlrclcn. wenn »je das; er iie unter seinen! Schutz behalte, Hatz sie al»o Deutschland nicht verlassen. Bülow ergänzte: „Und sie würden hoffentls dankbar sein!" Aber er machte mich darauf au das; die reichen Luden nicht für meine Gedanken sc. -die großen Zeitungen sind nicht dafür, nainent eigene Zeitung lNeue Freie Presse in Wien) n cn bemerken wir, datz wahrscheinlich e u 1 s ch c n ü i ft e" erheblich hätte' gröszerl werde» tünnchi, wenn seinerzeit von unserem Hi,ui auf die Zliotwendigke t der Ilistenprüfung mehr Gebrauri- Material. Lm übii, . Ltimmeiizahl der macht worden wäre. sollten doch trachtet, eine oder die andere große Zei„ , für die Lache zu giwinnen." - 7,ch »agic: „rr izeltenz, das ist eine bloszc Geld». Lch bedanre als Lrizriilsteller. das sagen zu müssen." 'cbÖiSh bei diesem Einwurs war übri; . wollte dem Raijer andeuten, daß Li Bülows unoerleniibar. Er Der Vorstand Macht hinter mir tehe. Bülow sagte alles dagegen, Ausnahme des Wörtchens Rein, das er offenbar i:i wagt, weil die vollmtas rcgis La ist. Bülow sagt: ja!" -- „La. aber!" - „La. wenn nur!..."' 'Ja: maskierte Rein..... Tie wahre Stelling Bülows zu den Plänen Herzls t . llar hervor, als Hchzl mit einigen Anhängern von ■ öiaiscr in Lerusalem r,offiziell" empfangen wird. Herzl >; eine vorher zur Zem ir cingereichte Ansprache v»rlesen. Uai»'cr antwortet mit nichtsiagenden. die Zionisten lies :i. Tann heißt es wörtlich tll. 224 Ji des Raisers) offizielle Antwort vor»., die Hand, entließ uns aber.noch, ui 1-' Bülow ins Gespräch: „Herrn v. Bui t«! Bülow. der meine ganze Anivi dem .Zeigefinger begleitend milgelc 'Wir sprachen über die Reise. , fite: „Wir haben gerade die hei', dem Tag, wo mir uns gesehen hau Äii Rckmleh haben wir die Tempera im Lchattcn, 41 Grad in der Loki» z:s „Wie Le. Majestät der Raiiev »re Hiebe ar gegen i erdankcn und Le. gezeigt, Parteien, mit zuan. der würden wüßten. igentlich dafür nerk»am, seif i. ^.Auch ch Lhre >t. Sie >iai»'cr antwortet mit täuschenden Wcndunge» 'Nachdem seine wctr, reichte er mir sondeni zog mich mi: Icnneu Lic ja'/" Tb ich ihn kan» im Brouillon mit hatte, lächelte süß. Ter Raiser sa^. Zeit bekommen. An war es am ärgsten, gemessen. 31 Grad .. Bülow sagte si ß:, __ ,... sagcn^dic Gnade hc tte, ist Wasser die Hauptsache." . - „Las können vir dem Lande bringen. Es . Rrilltarden kosten, al »er auch Milliarden einbringen." „Ra, Geld haben Sie ja genug," rief der Kaiser jo: und beklopfte sich, mit der Reitpeitsche den Stiefel. „R, Geld wie wir alle." Bülow ukoitzdait, datis ce sens: „La, das Geld, ' uns »o viele Schwierigteiten macht,'hahen Sie reichlich.' ,..,^kber diefinanzieile Lage des Idamaligen) Zionismus ' Bülow allerdings später ganz andere Ansichten geäußert Hab Herzl berichtet eil, 23k) über eine Unterredung, die Hu! der Korre»pondent der Kölnischen Zeitung, mit Bülow hat: Huhn fragte B ilow, was er und resp. „der gnädi Herr" über die zioiiistijche Bewegung denke. Bülow - daraus gesagt' Habens: „Unser gnädiger Herr ist, wie Sie wissen, gleich.Fe. und flamme für ei re Sache. So war es auch diesmo. und in einem ^Raj e, daß ihm nicht entgegnet wcrd. konnte. Aber ^ie vissen auch, daß unser gnädiger H ebenio »chnell wieder auskühlt. So war es auch diesmo. ltr. Herzl hat ja einen sehr guten Eindruck auf mich gema.! aber ich glaube nicht an die Sache. Die Leute haben lcjeld. Tie reichen Luden wollen nicht mittun. Und ii’-r den polimchen Lausejüden ist nischt zu machen."... Demnach kann woll die Stellung Bülows zum politiickic Zsonisnrus dahin zusan»mengefaßt werden: Er war Gegner dc-, Zionismus, weil er dessen Erfolglosigkeit voraussah. Inner lich war er an den Zionisten genau so viel und so wen». interessiert, wie an de i nichtzionistischen Juden und — a Sänften, Mohammeda lern und anderen Menschen jede: Religion und Rasse. Lhn interessierte im Grunde nur eio. einziger Mensch, und d»r hieß von Bülow. —sen.

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