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Der nationaldeutsche Jude · 1931-01-01 · Nr. 1 (Januar 1931) · p. Seite 4

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1931
Issue
Nr. 1 (Januar 1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Des fürften Bülow Stellung zum Judentum. o,c.HüHi»9, nür icbr viele Jcitgcnoiien sind die Denkwürdigkeit Fürsten Bi,low eine enttäuschende iteberräschung. Fu die ibn nädcr kannten und sich einer auch nur geringer gatuftg zur Psychologie erfreuen, bestätigen sie nur gefällte Urteile. Pas hat schon Prof. Herrr in einem 4 der im Rvvcinl erbest der »jeitichrist: „Pie Kriegsschuld io nenne ich iie der Kürze halber mit ihrem Unterts erschienen in, festgestellt. ' Fürst Bülow war. io gut er es auch v-rstand, lern Weien mit dem Schleier einer bestrickenden. Liebenswü ,u uinbüllen, recht leicht ,u durchschauen. Menschen, bi« in Ehnnicht vor hoben Titeln und Aemtern ersterben hinter diesem Schleier, gerade deshalb, weil die Liebensn^i keil io übertrieben war und ohne Unterschied jeden f geeignetes C hielt hielt, die 41 bucht merken Und werden. n des die. Belangst Slufsatz. rage" el — ver! i - mnzes rpigkeit nicht njutzten irdigr ihr mmt Denn das kann man. so kritisch.inan auch diesem Mann, dem man in diplomatischen Kreisen den sehr treffenden Spitznamen: „D er Aa I" gegeben hatte, gegenüberstehen mag — nicht leugnen: Er war ein Mann ohne jede Vorurteile, und der 4lntisemitismus hätte so schlecht zu der Weltaitschauimg, die er immer wieder auch in den intimsten besprächen oft mit Leidenschaft offenbarte, gepatzt, datz man sich schwer vor stellen kann, er habe im Banne dieser Bewegung gestanden. 4luch in seinen Denkwürdigkeiten, in denen er ja die Maske so schamlos able^te, dptz dieses Buch gerade denen, die ihn verehrten und liebten, wie ein moralischer Selbstmord ,er scheint, steht kein Wort, das solche Ueberzeugung Lüge» strafte. 4luch hier erscheint er — und darauf legt er ganz besonderes Gewicht — als eilt über den Parteien, über den Konfessionen und über' den Rassen stehender Mensch, der die Menschen nach -ihren persönlichen Vorzügen und Fehlern Sin Ve banclsjubilan. - 3anitätsiat Dr. 4llfred '■Denier, langjähriges Mitglied unseres gesck.üttsführenden Vorstandes und zeitweise erster Vorsitzender unseres Verbandes, bat am 23. De zeniber 1930 sein 6 0. Lebensjahr vollendet. Datz zu dieiem Tage alt und jung. berbeiströmte, um den jugendlichen Jubilar zu [feiern, kann niemand in Erstaunen ienen, der die Vielgestaltigkeit des Wirkungs- und ontvrc'icntrciies 4llired Peyicrs kennt, »«n der ärztlichen Standesbewegung hat er fast vom Beginn «einer beruf kichen Tätigkeit ab eine Rolle gespielt. Seit säst-'25 Jahren gellört er un unterbrochen der Aerztekanimer an. Die soziale Medizi» und die Gewerbe Hygiene traben in ihm eine» drr eitrigste» und erfolgreichsten Vor länrpier gefunden. Seihe Tätigkeit im 4Doblfahrtmeien kentjzeichnet die von - ib:n geichaffene .iArztwitwen Pflegschaft" des Grotz-Beminer Aerzte bundcs, an deren Spitze e: steht. 4luf seinem Spezialgebiet s-r iit Hals^, Ra>en. Dhrenarzt und ko tiullierender iracharzt am Städtischen Krankenhaus Weitend erledigt er! täglich ein 'Arbeitspensum, das die Kräfte eines Jüngereir voll in 'Anspruch nehmen würge. „'Nebenher" gehört er zu den Dr. Hlfrcd Pcyfer. führenden Mitgliedern der Berliner Jüdischen Reform-Gemeinde, war bis her liberaler Delegietter zum Preuhi schen Landesverband Jüdischer Ge meinden, in den er jetzt von neuem als Vertreter der „Deutschen Liste" einzieht. Und weiter „nebenher" pflegt er schaffend und aufnehmend fast jedes Wissens- und Kunstgebiel, schreibt fachwissenschastliche 'Arbeiten, Festspiele, Gedichte. Laienpredigten und 'Aufsätze, wirkt in der Freimaurerei und als jugendlicher „Alter Herr" in seinem Akademischen Ver band,' ist überall dabei und stets die verkörperte Tatkraft und Lebendig feit, stets voll Humor und guter Laune. Niemand, der es nicht jetzt erfahren hätte, könnte glauben, datz dieser Mann wirklich 60 Jahre alt ist. Was 'Alfred Peyser für unseren Verband bedeutet, ist jedem be kannt, der unsere Vortragsabende besucht und unser Mitteilungsblatt liest. Die letzte Probe seiner zündenden und dabei stets formvollendeten Bered samkeit erhielten wir in der Wahl kundgebung für die „Deutsche Liste". Wir hoffen, unseren Jubilar noch recht lange zu unseren tätigen und führenden Mitarbeitern zählen zu dürfen. jw: «r Ir, seinen Denkwür^gkelten, die ja nach' dem mft Haus Ullstein geschlossenen Vertrag erst «ach seinem erscheinen sollten, bedurfte er dieses Schleiers nicht mehr, - die Absicht, die »ich hinter ihm verborgen hatte und die gan^ bestimmte »fiele gerichtet-war, nun des praktischen Hw entbehrte uni dessen Willen allein solche Umhüllung persönlichen und schriftlichen Verkehr gebraucht 'worden Die Abiicht, den io geschaffenen Ruf eines guten, lje würdigen und liebenswerten, gerechten-und oerständnitv Menschen iich über das Leben hinaus zu bewahren, kan > bei der. Niederschrift oder vielmehr beim Diktat seines geisH Vermächtnisses nicht gehabt haben. Denn die'en Ruf hat i gründlich zerstört, datz in der öffentlichen Meinung kaum Stimme oetnehmbar geworden ist, die ihn noch heute No urteilt, wie er bei Lebzeiten gern erscheinen wollte. Bei einem so beschaffenen Mann ist es nun autzerorde schwer, vielleicht unmöglich, festzustellen. ob die innere U zeugung iich mit der zu Lebzeiten geäutzerten Meinung! r kommen decke. Und darum lätzt sich ijicht beweisen, ab vierte Reichskanzler innerlich zu den Problemen, die mit Judenfrage Zusammenhängen, wirklich so stand, wie män nach seinen 'Aeutzerungen, nach seinen vielfachen freundkch lichen Beziehungen zu jüdischen Mitbürgern annehmen mü Ich glaube nun zwar, datz gerade in Bezug auf! Frage eine solche Uebereinstimmung zwischen der zur S . getragenen Meinung und der inneren Ueberzeugung bestend dem Tod weil auf ckes im war. bensi llen er gen so eine ben lich eperollder der es tft- Zte. tiefe <«au bewettet, und dem es gleichgültig ist, welcher Rasse und welchem * Glauben sie angehören. Eine zusammenhängende Darstellung seines Verhältnisses zur Judenfrage findet sich freilich nirgends in den beiden bisher erschienenen Bänden des hinterlassenen Werkes. Ja das ganze Problem wird nirgends auch nur mit einem Wotte gestreift. Man sieht nur. datz er den Deutschen und 'Ausländern jüdischen Glaubens, mit denen ihn Leben und Amt in Be Ziehung brachte, ohne jede Voreingenommenheit gegcnübertrat, datz er viele von ihnen sehr hoch schätzte, und datz er keinem von ihnen in diesem cm abfälligen Urteilen über Menschen so überreichen Buche Schlechtes nachgesagt hat. So entwirft er;. B. von Ludwig Bamberger, dem feinsinnigen Verteidiger der Goldwährung und 'Abgeordneten der freisinnigen Vereinigung, die ihn gerade während der ersten Jahre seiner Kanzlerschaft besonders heftig bekämpfte, die folgende höchst treffende Charakteristik: „Bald nach meiner Ernennung zum Staatssekretär war ich im Tiergarten Ludwig Bamberger begegnet- Mainzer von Geburt, war er in seiner Jugend ein Sturmgeselle gewesen, der am 17. September 1848 in Frankfurt a. M.. am Tage vor dem Putsch bei dem General von 'Auerswald und Fürst Felii Lichnowsky ermordet wurden, das Volk in flammenden Motten aufgefordett hatte, endlich „Fraktur" zu reden. Er nahm später am Pfälzer Aufstand teil,, floh dann nach Frankreich und kam in Paris durch lukrative l V

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