Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 11 (November 1930)
- Date
- 1930-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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& 9 .Einzelnummer 20 Pfennig. national-emsche Jude Mlkelluugsblak-esVerbaudesnaKonaldeutscherZudenLv. Das Mitteilungsblatt erscheint monatlich , G^chäfisstelle des Verbandes und Schriftleitung des Mitteilungsblattes: Berlin W35, Blumeshof 9, Tel.: Lützow 5333/34. Bankkonto: Marlin Schiff, Berlin WS, Zägerstr. 9. Postscheckkonto Berlin Ar. l f 123t Jahrgang J950 Nsvenrder r |T Nr. Aus dem Inhalt: Jugend und Nationalkozialisiuus vsn Joachim §ranf. — Ein Atnevikäner über Nationalismus von ^rliedvich von Gppeln-Lronikowski — Lion Feuchtwangers Erfolg als Literatur-Beispiel von illar Hau mann. — Da» Ausland über Palästina. Mollt Ihr ins Ghetto? ichen Tic Wahlen zu de, n jüdischen Gemcindekörperschäften am 30. November 1930 werden darüber entsck>eiden. ob die Juden in Preuszrn dem Ghetto wiederum einen Schritt nahcrkymmen. In der Wahlperiode, die jetzt abläuft, ist auf dem Wege zum Ghetto rüstig vorgeschritten worden. Die jüdischnationalen Parteien („Jüdische Volkspartei" und „Poale Zion", dhsozialistische Zionisten) erstreben, die deutschen Juden zum Volk im Volke zu machen. Sie widmen ihrer schlechten Sache eine Energie, die einer guten -Sache würdig und auch dest deutschfühlcnden Juden zu wünschen wäre. Nachdem ihr sinnloses und opferreiches Palästina-Unternehmen endgültig zerfallen ist. kündigen sie verstärkte Jnnenarbeit an. Das bedeutet: ' systematische ttnterwühlung des Deutschgcfühls der deutschen Jugend jüdischen Stammes. systematische Absonderung der Juden von ihren nichtjndischen '\ deutschen Volksgenossen in kindischen Schulen, jüdischen ) Klubs, jüdischen Wirtschaftsünternehmn« systematische Vertiefung des Gegensatzes zwii und Juden durch Verbreitung des Wab Jude^von anderer — gemeint ist: besserer^ der Nichtjude. ' Die Denkweise, auf der dieses Snstem beruhti ist genau die Denkweise der Nichtjuden. die man in diesen und^in den ihnen nahestehenden jüdischen Kreisen alsi A n t i s e m i t e mbezeichget.. Zionismus und Antisemitismus sind in der Grundlage wesensgleich. Der Weg der Juden, die sich dieser Denkweise oer»chreiben, führt über die Etappe der „nationalen Minderheit" ins Ghetto. Mitschuldig daran, dah auf diesem Wege io, weit vorgeschritten werden konnte, sind die unentwegt „religiös gerichteten Parteien der Gemeindckörpcrschaften. die zwarnicht zionistisch genannt sein wollen, aber durch rückgratlose Duldsamkeit. zum Teil sogar durch positive Zustimmung den iüdischnationalen Führern ermöglicht haben, sich zu Zwingherren der G ein ein deverwa klungen aufzuschwingen. trotzdem die Gefolglchakt der Zionisten, soweit sie nicht aus Ost>uden besteht. nur einen kleinen Bruchteil der deutschen Judenheil ausmacht. Mitschuldig, sind auch die bisher Indifferenten — bei der lebten Wahl nicht weniger als 5 7, Prozent Nichtjuden ns. dast „der Art sei, als keil erst, wenn ihre eigene «tationalen Gimpelfänge gangen sind. n Kinder den jüdischrn auf den Leim ge- Ein Teil der „religiösen" Gemeinde-Doktrinäre scheint jetzt allniählich die Gesahr zu wittern. Aber noch heute können sie sich nicht i dazu, aufraffcn. ganze Arbeit zu tun. Auf ihren W a h I od r s ch I ä g e n finden s i chchn o ch heute Anhänger der jüdischen Schule. Anhänger des Pa lti sti n a-U nte rnehm en s, sogar Anhänger der jüdischen Schiedsgerichte — für bürgerliche Streitigkeiten zwischen Juden! Es leicht nicht aus. „N i ch t z i o n i st" zu sein. Es' reicht auch nicht aus. „A st t i z i o n i st" zu sein, Das alles sind Ne«ä ti o nen und das Neg a ti ve ist ewig unfruchtbar. Positive deutsche Arbeit tut not und vor allem endlich die Erkenntnis, dag dieser Wahlkampfjkein religiöser, sondern ein nationalpolitischer sein mutz. - Deutsch oder Undeutsch — das ist hier die Frage. Darum, deutschfühlende Juden, seht Euch die K a n d i d a t e n - L i st e n der Euch angepriesenen Parteien genau daraufhin an, welche Drahtzieher dahinter sichen. In jeder Partei mit Ausnahme der „Jüdischen Volkspartei" und der „Ponse Zion" sind Personen, deren deutsche Gesinnung unzweifelhaft ist. Aber die Arbeit jeder Partei kann durch ein paar verkappte Jüdischnationale. die sich cingeschlichcn haben und deren Gefährlichkeit die eigenen Parteigenossen nicht begreifen oder nicht wahrhaben wollen, bis zur völligen Wir k u n g s - losigkeitgelähmtwerden. Ilnd hütet Euch vor „überparteilichen" £ r g a n i»* sationen. die mit Phrasen wie „Gesamt inte^ressen und Einheit des Judentums" und „Entgiftung des öffentlichen jüdischen Lebens" nur verschleiern, datz hier hinter dem Aushängeschild angesehener und bisher in : “ indifferenter nationalen Hin im Ergebnis al folgt werden. Deutschfühlende kann Euer Schicks Eurer Kinder se Die religiöse Rolle. Aber die sätze dürfen nicht klar erkannt und d u r werden. Wollt Ihr in dije Ghetto? Wer nicht das jüdischen Dingen Persönlichkeiten von jüdischtermännern rein alljüdische, o jüdischnationale Ziele oer- Juden: Der 3 0. November 1930 alstag, kann der Schicksalstag n.. r- . it Gegensätze spielen diesmal keine nationab-politischen GegLNvertuscht, sie müssen im Gegenteil ch offenen Kampf ausgetragei»^ deutsche Zukunft oder wollt Ihr ins Ghetto will, wählt deutsch!