Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 4 (April 1930)
- Date
- 1930-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Einzelnummer 20 Pfennig. &et * Das Mitteilungsblatt erscheint mouatl Geschäftsstelle des Verbandes und Schriftleitnng des Mitteilungsblat Lei.: Liitzow 5333134. Bankkonto: Martin Schiff, Berlin Ws, Jägerstr. <= ch tes: Berlin WZ5, Blumeshof 9, . Postscheckkonto Berlin Ar. 111231 Jahrgang J950 rr-.4 ■! ' . Jüdische Problematik Zionisten von Ger hart Vie Tot Aus dem Inhalt: von Friedrich von Gppeln-Brot Herrmann INostar. — Värendien en an die Lebendigen von Dr. A rikowski. — Brief an einen ste von Friedrich Hussong. — lfred peyser. 4 0 ~yr~ 4 40 j' " Die Cotcn an die Lebendigen! 6ln« Laienpredigt, am Volhstraucrtag beim Gottesdien ft der 'JüditAtn Reform gemeinde zu Berlin gehalten von Dr. Hlfred peyfer. Heber Nacht bat die Natur, »ns allen überraschend, unsere!> rüblingssreude mit dem r eihen Leichentuch einer Schneerecke verhüllt, gerade als wollte iic dieser Stunde, in der wir jo viel zerstörter Hoffnungen »edenken. durch ein gewaltiges -innbild die Prägung verleihen. Wer dem nachsinnt.! er wird auch an dem Gei »nlen nicht vorübergehen : »neu. dah die urewigen Gebe immer wieder der menschhen Mühe spotten, sei es in. dah Frost wohlbehütete aalen gefährdet» sei es.! ab Krieg, den io viele für! lensckemoerk halten, blühende - ugenb fällt. Wer von echtem : ligiösem Gefühl erfüllt ist, der r irb ehrfürchtig den groben '. lmthmus des Werdens und! ergehens bewundern. Ein I umpfer Fatalist aber wird er i'icht werden, sondern der Zuversicht leben, datz. wenn auch nicht ertennbar, beweisbar. analnsierbar. dem Geiste und dem Willen des Menschen irgendeine Mitwirkung in bu’fem groben, teils grausamen, teils erhebenden Geschehen xu* gestanden ist. So wirken die Lebendigen, die ihre Aufgabe recht verstehet,-aus ihre Zeit und auf den Kulturkreis, dem >re zugehören, so wirken aber auch di« Tötens die nur für die Volkstrauertag. Zeichnung von Theo Gebiiisch. •Afbuui seichte Betrachtung des Ober-! flächlichen völlig aus dem Welt- ' geschehen verschwunden sind. Das Wort^aus Ezechiel, das wir heute im Gottesdienste gehört haben. kann für diese Gedankengänge ausgedeutet werden. (Sott führt den Propheten „auf ein weit Feld, das voller Totenbeine liegt, und sie waren sehr verdorret", und der Herr spricht: „Du Menschenkind, meinst Du. dah diese Beine wieder lebendig werden?" — Und dami umhüllt sie der Herr mit Fleisch und Haut und gibt ihnen Odem.— Auch der 118. Psalm, den wir gleichfalls heute hörten, will kein Sterben anerkennen, denn der Psalmist singt: „Ich sterbe nicht, ich lebe und künde die Taten des Ewigen." Der Gedanke» dab die kriegerischen Taten des Volkes in Waffen künftigen Generationen lebendig bleiben würden. war es, der die Besten;u unübertroffenen Leistungen im Weltkriege anspornte. Am Siege zweifelte bis fast an das Ende kaum einer von ihnen. Aber Sorge schlich sich ein, wenn man daran dachte, dab ja schon manchmal Unwürdige zu NutznieberN blutiger Siege geworden waren, wenn man sich etwa der Gründerzeit und sonstiger schlimmer Erscheinungen