Mannheim
Compact Memory

Der nationaldeutsche Jude · 1930-01-01 · Nr. 1 (Januar 1930) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1930
Issue
Nr. 1 (Januar 1930)
Date
1930-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/6682492-5438679-5438854--456-4871651
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

5L f teer <Einzelnummer 20 Pfennig.! naüonlü-eutsthe Luöe Mitteilungsblatt desVerbandesnationaldeutscherZudenkv! Das Milleilungsblalt erscheint monatlich -! ,! Geschäftsstelle des Verbandes und Lchriftleitung des Mitteilungsblattes: Berlin W35, Blumeshof S, Lol.: Lützow 5333/34. Bankkonto:;Martin Schist, Berlin! Ws, Jägerstr. y. Postscheckkonto Berlin Rr. 111231 Jahrgang J930 Jannar Nv. l 21 u 5 dem Inhalt: Sagen der Juden und deutscher Geist von Wilhelm von S d? o arbeit von Paul Fechter und LNax Naumann.!— Jcrksb Wassern z. — Verständiglrngsann von Alargo Molff. Vet'stan cligun gsarbeit. Oie fremclbeit. bine „Stimme vojm »ncleren dter^ Von Paul f I 'r. M a r N a u m a n n hat hier lü.zlich das Problem der jüdischen Literpten als Judenfeinde erörtert. Cr hat damit an eines der und Hindernisse des Zusammenkommens gerührt und hat ji! rleich dahinter für einen Moment zi. Hungen zwischen Juden und Deutschen sichtbar gemacht. di für mein Gefühl durchaus einmal e cd t e r. in diesen Blättern wichtigsten Probleme eine Leite der Benäher beleuchtet, in Problems die simple ge Nichtwissen vom Jahrhunderte» sitzen i!' :i hemmenden Wirkungen auf ein oei nünftiges Zusammen!'' t und Zusammenwirken erkannt und nach Möglichleit bei ligt werden musz. Ich meine mit dieser Leite des ' meitige Fremdheit, das beiderscit 'l ii und lieben der andern. Seit i» Deutschland Christen und Juden nebeneinander. Wo sie u lich familienweise dauernd nebeneino »der herleben, wissen meist auch umeinander, kennen s ch Und nehmen sich > wie das nun einmal im Leben ü!>erhaupt und überall » leiidig ist. Die alteingesessenen jüdische» Familien in d, tleinen Städten Westfalens, am 4 Hein, in Süddeutschla , deren Mitglieder in sehr vielen fällen schon erheblich in.» wie Westfalen, Rheinländer oder Süddeutsche als wie Ii fii aussehen, weil die Kraft der Erde des Bodens, die Ge- »>'i liamleit der Nahrung die Unterschiede des Bluts in den I rhunderten des Nebeneinander berei s verwischt hat. diese ji>- sichen Familien kennen den Nachbarn nicht nur vom flüch- >iii Grub auf der Strahe oder in bei Kneipe. Sie wisse» v.'i ihm, wie er von ihnen: sie Haber gemeinsame Erinnern gen und gemeinsame Beziehungen. Sie. sind Bürger, ein und desselben Gemeinwesens. Bürger von verschiedener Art. veiichiedenen Gebräuchen, verschiedenen Vorstellungen von Gott und der Welt, aber mit ebenso vielen gemeinsamen Vorstriluugen, gemeinsamen Gewohnheiten, gemeinsamen Cmp aus den Gefühle, handelt eben im belanganderen;>nal dieses Bild. In Uferlin sitzt -die jüdische' Welt zum sgrohen Teil, vor allem ivweit sie der Literatur ijmgehört, ^durchaus. unter sich, gibt sich fast nie die Mühe, eigenen Bezirken herauszntommen und Menschen, Belhültnisse auf der Gegei seitc kennen zu lernen. C> sich dabei nicht nur um öeute, die abseits vor» ^Cafe-Haus sitzen und dort ihre mehr oder weniger vollen Bücher schreiben, sondern das gilt ebenso von beweglichere»,Kreisen, gil sogar von denen, die eines der lebenswichtigsten, die Bert ältnisse des Lebens am im iiten be jlin'.menden Instrumente bedienen, nämlich von den der Presse. Cs iit noch heute so. das; in wirklich näherem menschlichem Bertchr nur wenige vereinzelte: Cremr lare auf! beiden Seiten zusaminenst iheu. Die jüdiicheit Kreis i bleiben Jnutcr sich, treiben dort ihre geistige Inzucht und ge aten, ob Hie wollen oder nicht, in eine Isoliertheit, die nur zu leiP |ein wenig vom Glanz der Auserwähllheit belouvnl und die deutschen Kreise, die christlichen, machen es eben o. Oder wenigstens beinahe ebens >. Denn diese haben, dank, dem üblichen deutschen Interest e für alles Richtdeutiche. m allge meine» immer noch mehi Geneigtheit, sich ihrerseits in die Weltbetrachtung und die Uuffassungsweisen der jüdUcien Seite zu vertiefen, als diofe zeigt, das gleiche von sich aus zu unternehmen. Das klingt beim ersten Hinhören alles sehr banal und primitiv. Sieht man ab<r einmal näher zu. io erkennt ina». das; hier tatsächlich immer noch einer der grundlegenden Fehler tvou beiden Seiten), ei» er der Ouellpunktc der Dauernden gegenseitige» Mitzoerstänt nisse ist. Cs ist oft erschütternd zu sehe», wie wenig wirklich« Vorstellungen von dem Verhältnis des deutschen christlichen Nachbarn zu Volt, Staat. Dichtung. Neligion auch wohlwollerde, kluge und sonst durchaus deutsch anderleben ist hier noch einander geworden. Cbei so stehen auf der anderen t'indungen gegenüber dem Dasein und leinen Problemen. eutpftubenbe jüdische Menschen haben. Arzs dem V^bencinh Kommt man aus solch einem Bezirk i, dir gröberen Städte anderleben ist hier noch sticht einmal der Anfang emes Mit- und vor allem nach Berlin lder Osten if: wieder ein Problem für sich: vor dem Kriege z. B. wäre» btfe Verhältnisse in nianchen westpreubischen Städten zum Teil ähnlich wir in ben westfälischen und rheinischen), so o irschlebt sich auf ein» zühlige, denen noch die einfachsten Kenntnisse der setzungen fehlen, von deifen aus die Partner ihre im Reich sehen müssen. Seite Un- Voraus- Situation

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.