Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 10 (Oktober 1929)
- Date
- 1929-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Hus cterji Cageskampf. Arnold Zweig und der Staatsanwalt. Der Schriftleiter des „Deutschen A d e l s b l ait t es" iit ju 600 Mark (f>elbitrafe verurteilt worden, weil jcr den Schriftsteller A rnold Z w e i g , Verfasser des „Sergeant ist risch a" mit dem Ausdruck „asiatischer Schmutzfin^" und anderen Schimpfwörtern beleidigt bat. Wir sind sehr weit von jeder Sympathie für dest Per urteilten und leinen literarischen Anhang entfern^. Der eigentliche Perfaiser des beleidigenden Artikels in;ü feige gewesen, für sein Geschreibsel einzutreten. . Und der Re-akteur, gegen den sich das Gerichtsverfahren richtete. Kat nicht für nötig gehalten, lein Bedauern über die widerlickzen Schimpfereien -des Verfassers aurzuiprechen. Cr hat nck nur mit geschwollenen Redensarten über „Belange des d mischen Blutes" und mit ähnlichen Phrasen verteidigt. Das solche X'cute ausgiebig beitraft werden, iit recht und billig. Sie kom vromitticren nur den dringend gebotenen Kampf gegen ein durch und durch undeutschcs Schriftwerk, gegen das sich das Empfinden eines groben Teils des deutschen Bolk s mit Recht .auslehnt, «gerade weil dieser Kampf notwen >ig iit. müssen wir. die wir den „Sergeant Grischa" trotz aber Ge ichicklichkeit der „künstlerischen" Macke mit Cntschiedenkeit ablehnen, darauf halten, das? mit sauberen Waffen g> kämpft wird. ■ ■ t Auffällig iit nur, das? in diesem Halle die Staats inwalt schafl es für erforderlich gehalten bat. von Amts wc>en die Anklage zu erbeben. Wenn ionit ein Schriftsteller beleidigt wird, verweist man ihn im allgemeinen farmularmänig auf den Weg der Privatklage, und der Beschimpfte iit darauf angewiesen, auf eigene Koiten vor dem übcrlastetin und übermüdeten Einzelrichter sein Recht zu suchen, .meist ii rinein Termin, s der gleichzeitig zur Erledigung einer <v»il c, von Hinterbausgezänk benimmt iit. Herr Arnold.Zweig hat den Borzug. da>? iick die hohe Anklagebehörde sölbi seiner annimmt und d.i>: seine Sache in grobem Stil mib zroszem Zeitaufwand vor dem gros?en Schöffengericht, erörtert wurde. geben der Hoffnung Ausdruck, das? der amtliche Ehren, schütz, der hier einem Zionisten -zuteil geworden iit, in Zukunft auch Anwendung finden wird, wenn wieder;inmal ein n a t i o n a I d c u t sch e r Schriftsteller beschimpft werden sollte, und sollte e; selbst ein nationaldeuticher Iu io sein. Die Freigebigen. Die R e v r ü s e n t a n 1 e n v e r s a m m I u n g der Berliner j ü d i > ch e n e m e i n d e hat eine auszerort entliche Sitzung kinberiifen.- um zu den Borgüngen in. Palästina Slclln'ia zu nehmen. Die von allen Parteien gemeinsam ein« geb-echte Entichliesning drückt das selbstverständliche Mit geiübl für die Spier der Unruhen aus mit dem Zuictz „i ni . B e w u! i e i n der S ch i ck s a! s g e m e i n i ch a f t'. Sitz Aii'chluüedaran in beschlossen worden, aus (6 e m e i n dein ilte In 25 ‘)00 'Reichsmark für die Betroffenen zu spende». A:>ch wir beklagen die Svier einer Palästina Politik, für die in erster Linie die ^Zionisten. neben ihn'en aber auch alle Suoen verantwortlich und. die es nicht gewagt haben, den noni'tUchen Bestrebungen rechtzeitig entgegenzutreten. Ver webrung müssen wir nur gegen die Behauptung e nlegcn, dtis; eine ..Schicksalsgemeinschaft" zwilchen uns und den Be trofienen bestehe. Wer Deutschland v e r l ä s? (, um tu Paläilina seine Zukunft zu s n ch em. hat sich b e w n h t aus der deutschen S ch i ck s^ l s geilt e i n I ch a s t gel ö it, und eine andere Schickialsgciw lnschaft lommt für uns als Deutsche nicht in Frage. Schärfsten Protest aber fordert es heraus, das? aus den Geldmitteln einer deutschen K u l t u s g e m c i n d o Spenden, noch >azu io erhebliche Spenden, nach Palästina geleitet werden. Wenn auch mit Rücklicht auf die vom menschlichen Standpunkte tief bedauerlichen Talumstände der Fall nicht.ganz so krus? licat, wie seinerzeit bei der Vergeudung des Gemeindegelles für Falaicha-Miision und Unterstützung der sogenanntei .Uni verUtät in Ieruialem. muh doch endlich einmal den Herren Repräsentanten ernstlich klar gemacht werden, daß die Gemeindeinittel nicht für ausländische Zwecke da sind, sondern nur im <6 e m e i n d e b e z i r k s e l b it H-e rwenduug finden dürfen. Wohltätigleit beginnt zu Hause, und zu Hause, sind wir bisher noch in Deutschland, trotz der. Herren Di. Klee, Uv. -Csccrr Eohn und ihrer Mitläufer. Wenn in Palästina Geld gebraucht wird, wende man sich an die Herren Bank direktvren. Professoren, Ehcfredakteure usw. der Jexvisli -\< cncv, des Pro Palästina-Komitees und ähnlicher Körper sck-afteii. die bisher so beflissen waren, deutsches Geld für den „Aufbau" des englischen Mandatslandes nach Asien zu leiten: diese Herren haben meist die nötigen Mittel und gerade sie sind wirklich mit den bedauernswerten Opfern des Aufstandes „schick'alsverbunden". denn sie tragen einen großen Teil der .Sckmld >d schuld dar? ans'ichtslosei tonnten. n. das, durch Aufrechterhaltung des sinn- und Palästina Unternehmens die Unruhen entstehen Das Weltghetto. Sn einer Reihe grotzer Tageszeitungen veröffentlicht der bekannte demokratische Politiker Professor Uv. Hell ’ p a ä) eine Kritik des Zionismus, der wir folgende beachtliche Ausführungen entnehmen: „Indein die J e w i s h Agency nunmehr aus Zio nisten und Richtzionisten paritätisch in allen ihren Instanzen zusammengesetzt wird, unterstellt diese ihre neue Verfassung die Zustimmung der ganzen Iudenheit zur zionistischen Uridee. der nationalen Idee und Realität des Judentums und die Mitwirkung der ganzen Iudenheit an der symbolischen Verwirklichung dieser völkisch-jüdischen Wahrheit in Gestalt der nationalstaatlichen Wiedervereinigung zunüchs, eines Teiles des Weltjudentnms auf dem alten Boden Israels, ja der völkischen Heimat Palästinas. W e n n sich von dieserklnterstellung nicht g r o s? e Teile des Iu d ent u m s klarab kehren, jo wird auch bei uns jedes politische Lager in eine unsäglich schwierige Lage geraten, das den ausschließlich religiösen Charakter des Iudentums und die Deutsch heit der Juden als Vorausl e tz u ir g der Zurückweisung aller antisemi 1 i - i ch e n Losungen setzt. Man weih, wie laut gerade beute diese Losungen wieder ausqegeben werden: seit einem Ri e n s ch e n a I t e r hat Deutschland keine so starke antisemitische Welle mehr erlebt. Dobei handelt cs sich weniger umiden ordinären, lärmendem und demonstrierenden Antisemitismus, als um die stillere doktrinäre Form, welche die Juden als „fremdstämmige", als „Bolksandere" von jeder Gleichstellung im deutschen Gemeinwesen auszuschlicszen strebt. Diesem Antisemir iS IN u S t r e i b t es 'Wasser auf seine Mühlen, wenn nunmehr die ganze Iudenheit für die lebendige völkische Idee und Realität des Iudentums und ihre lebendige Versinnbildlichung in Palästina in Anspruch genommen wird. «Sperrungen von uns vorgenommen. Die Schrifll.) Diese Worte sollten sich gewisse jüdische Kreis« gerade deshalb zu Herzen nehmen, weil sie von einem demokratischen Führer ausgehen, der des „Antisemitismus" gewis; nicht verdächtig ist. H e l l p a ch schlieszt seinen Aufsatz mit den Worten: „Die Sorge ist nicht abzuwcisen, das? die Führer von Zürich, hne es zu ahnen, ihre weltjüdischen Scharen ganz anderswohin führen, als in die nationale Heimstätte: nämlich in ein neues W e I t g h e t t o." Das entspricht wörtlich dem. was wir an dieser Stelle oftmals ausgesprochen haben. Vielleicht hört> man auf den n a t i v ii a l k e u t s ch e n C h r i st e n . nachdem man solange auf die n a t i o n a I d e »1 s ch e n I u d e n nicht hören wollte. „Jüdischer Sport und Antiseniitisnius." Bekanntlich wollen gewisse jüdischnationale Sportvereine . durch die Tatsache, das; sie ebenso gut wie amerikanische Neger; und andere nichtjüdische Sportler fußballern und boien können, . den Antisemitismus bekämpfen. Wir haben im „National l deutschen I u d e n" die Notwendigkeit für deutsche , Inden, sich mir paritätischen Vereinen anzuschließen und keine „jüdische Sportinternationale" aufkommen zu lassen, bekannt lich mehrfach betont. Selbst die antisemitische „Deutsche Zeitung" gibt uns diesmal recht, indem sie unter der Ueberschrift: „Die richtige Verfassungsfeier" eine Einladung zu einem „jüdischen Sportmeeting" am 11. August glossiert, welches, wie die „Deutsche Zeitung" sagt, „hübsch unter sich" die beiten jüdischen Mannschaften aus Paris, Prag. Wien und Berlin vereinigen sollte. Schriftleitung und verantwortlich: Margo Wolfs, Berlin W62; Verlag: Verband nationaldeutscher Juden E. V., Berlin W 35. — Druck von Rob. Rohde G. m. b H., Berlin W. 35. — Für Herausgabe und Schriftleitung in Oesterreich verantwortlich: Verband nationaldeutscher Juden, Pien 11, Praterstraße 34, Zimmer 22.