Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 6 (Juni 1929)
- Date
- 1929-06-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Hus dem Cagesftampf. 3ioniitfni*(r?f. Herr Prof. I)r. Türk, Boriitzender der Liberalen (Vraftion in der Repräsentanlenveriammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde, bat seinen 70. Geburtstag gcificrt. Ter Gemeindevorstand bat ihn in der "SUciic geehrt, das; dem Jubilar 50 Flaschen Palästina 'Jl>cin als Fcstgeichenk über wiesen wurden.' Ter Humor dieser „Ehrung" wird ersichtlich, wenn man sich vergegenwärtigt, das; die Berliner Jüdische Gemeinde vollständig unter zionistischer Herrschaft itxht und das; , Pros. I)r. Türk einer der wenigen Repräsentanten ist, die wenigstens gelegentlich ein energisches Wort der Abwehr finden, wenn die Skeuergeldcr deutscher Juden für 'Palästina-Interessen, Falaicha-NHssion und ähnliche Zwecke verwendet werden. Jahresversammlung des Bereins zur Abwehr des Antisemitismus. Ende April hielt -der Berein zur Abwehr des JJluliic mitismus E. B. < 3ib Berlin» in Torimund seine wahres Versammlung ab. In seinem Tätigkeitsbericht skizzierte der Geschäftsführer des Bereins ,iidc und Methodik der Ab wehrarbcil und deren Durchführung im abgelaurencn Ge ichüftsjahr. Hauptzielpunkl »et die laufende sachliche Wider legung der. von den 'Jlntiieniiten immer wieder oorgebrachten falschen Behauptungen und hetzerischen Ausstreuungen: dies nicht in einseitiger Schutzstellung für das Judentum, sondern im Dienste von Wahrheit und «üerechiigkeil, religiöser und sozialer Ethik. Reichsminister a. T. Gothein ichloh die Ber iammlung inil der Versicherung, das; der Abwechrvcrcin. wie in den bislrerigcn zwanzig wahren »einer Boritandschaft. io auch künftig, itreng auf politische und konfessionelle Neutralität halten werde, um von dieser breiten Platifcrm aus der Kulturschande des Anli'emikismu? cntgcgenzuwirkcn. liniere Stellung zum „Abwehroerein" i>'t unseren Leiern bekannt. Auch wir hallen die Bekämpfung von böswilligen Antisemiten und die Widerlegung von Tummhcit und Aber glauben für eine begrüszenswerte. wenn auch leider wenig Erfolg versprechende - lurgabe der deutschen Judenemanzipaiion. JJtnr sehen wir in »ieier Berteidigungsarbeit. nicht deit eigentlichen Weg und noa» weniger das letzte Jtd der Schaffung einer wahren Volksgemeinschaft, die nur von den deutschen Juden selber durch restloses nationales Autgehen im Deutschtum ge fördert werden kann. Neues von Prof. Theodor Lcssing. Cm der rechtspoliliichen Preise wird in den lebten Tagen ein Artikel Prof. Lenings glvstierl, der in einer tschechischen Tageszeitung über seine eigene Krregsdiensttätigkcit u. - a. schreibt: „Ale ich unmittelbar nach deni-Agsbruch des Welrkiieges. im , August 1914, mich als krregsfreiwilliger Przt dem Bezirkskommando stellte, da beflügelte mich nicht die Vaterlandsliebe und nicht die Mensclienliebe und überhaupt keine rühmenswerte Triebfeder, sondern ich halte den Wunsch. Uach Möglichkeit vor Vaterland-und Menschheit zu flüchten. : . . . Zulächst gelang es, von den Waffeniibungcn befreit zu werden. Nichtiger gesagt: es gelang, mich zu drücken. Ich verwendete immer neue Listen, um der Front zu entgehen. TaS erste Lazarett, darin ich während des Sommers 1914 mich für die Pflichten des Militärarztes vorbereitete, steht mir vor der Erinnerung-wie eine Operette . . . Gelang es. gleichzeitig als Hilfslehrer und als Hilfsarzt unrerzulommen, io konnte ich mich in dieser oder in jener Stelle und wenn möglich in beiden .unabkömmlich" machen und wurde von '. zwei Seiten .reklamiert". Diese Voraussicht erwies sich nachmals als richt'g ‘ Was wird etwa der Berein zur. Abwehr des Antisemitismus dem „F r i e de r i c u s" zu antwärten haben, der zu dieser Selbstprostitution bemerkt: „Ter Jude, der dies ge schrieben hat. i!t Lehrer an einer deutschen Hochschule. Er ge nieszt die besondere Förderung des für die Heranbildung und Erziehung der dänischen Jugend verantwortlichen Kultusminislers. Mehr braucht man über den Verfall Teutichlands nicht zu sagen!" Abermals antijüdifche Ausschreitungen an der Klagemauer. Während der jüdischen Gottesdienste an der Klagemauer zu Jerusalem am Freitag abend und am Sonnabend morgen wurden laut „I. T. A." die jüdischen Andächtigen von Molle miten mir Steinen beworfen, von denen gnehrere der betenden Juden getroffen und verletzt wurden. Ter° jüdische Aufsichtsdcamte «Schammes» wurde schwer verletzt.! Statistik der Juden in der Tschechoslowakei. Tni der j tschechoslowakischen Republik leben nach ärmst. i, Angaben 354 342 Personen jüdisäzer Konfession. Bon tu. sind 3! &664 tsckzechoslowakischer Staatszugehörigkeit. z Auslän)cr.! sJiad> den Mitteilungen des Ministeriums r nationale Verteidigung waren nach dem Stande vom l. . 1924j in der tsäzechoslowakischen Armee 43 jüd. nuar I t tt r» t J | llt VVI ... ■ I»»> Offizier e. von denen sich jedoch nur dre, zur „jüdischen 4! __ . ... ai nalität' bekbnnten. afu bemerkt eine Prager 'Wochemchrrft: d r e i z u v i! ioniftische Propaganda im deutschen Rundfunk. Anfdng Mai veranstaltete der Westdeutsche Rundfunk eil ,.l» ebr i i i q» europäischen" Abend. Tas Programm ei hielt n ‘ben hebräisch liturgischen Gesängen laut T. 'A - auch m »derite hebräische, profane Lieder bzw. Uebersetzung- . ins Re> hebväiiche. Tem Abend ging eine zionistisch gefärbt Einführ mg .voraus, zum Schirrst folgte ostjüdische Musik. Mii Stplz berichtete hierüber die zionistische Presse. M - Recht, denn: das allseitige Entgegenkommen der deutschen Rundfu rkleitungen -bei der Propagierung jüdisch - nationaler Tenden en — erst kürzlich hielt auch im Berliner Rund funk ein Zionist einen Borlrag über das Judentum in ein sprechend teitdenzröser Fassung — ist sicherlich ein Erfolg der zionislisckzcn Propaganda. Wir behalten uns bei der groszeu Bedeutung, die dein Rundfunk für die Bolkserzichung zu koinmt, :vor,> das Problem der Stellungnahme des deutschen Rundfunks zkir Judenfrage noch besonders zu erörtern. Schon heute aber müssen wir die verantwortlichen Leiter des Rund funks daraut aufmerksam machen, das; durch Aufstellung der artiger Programme, wie die erwähnten, eine Auffassung von Juden »nd Judentum in das deutsche Bolk getragen wird, welche die deutsche Bolksgemeinschaft zu schädigen in der Lage iit. Dje einseitige Zulassung derartiger „Unterhaltungs abende": entspricht überdies nicht der neutralen Stellung zu innerpolllischon Fragen, auf welche die deutschen Rundfunk gescllschäften jbcbbrblidj verpflichtet sind. Wie di« „jütische Befriedung" in Rumänien aussehen soll. jüd s d: In der Sphäre der gcführtetr mann geführ: 'Nunmehr w beiden Lagerst Organisation strecken soll. Richtlinien nationale Juden ängehö tischen Partei Schichten von Gruppe jnn. Tie „Un „Centraljüdische Befri ‘ den Ver ins^ „Einigungs" unscren Zioni dein Teimel letzten Zeit spitzte sich innerhalb der jüdischen Hampf zwischen den vom jüdischen Parlamentsklub 'ch-nationalen Schichten und der von Fr. Fildcr en Union rumänischer Juden immer mehr zu. c§rden laut „I. T. A." von Persönlichkeiten aus Bersuche unternommen, eine einheitliche jüdische zu schaffen, die »ich über ganz Rumänien er Als Basis der Einigung sollen die folgenden cnen: 1. Tie Judcii Rumäniens bilden eine Minderheit. 2. Ter Organisation dürfen nicht Ken. die Mitglieder einer rumänischen poli sind. 3. Tie Erekutive schlicht Vertreter aller der Union bis zu der radikalen z i o n i st i s ch e n on rumänischer Juden" entspricht etwa unserem 8 e r e i n". für welchen ja bekanntlich die „inner ‘düng" gleichfalls eine Aufgabe ist. die er mit zielen verbinden zu können glaubt. Tas famose Programm der rumänischen Juden sollte auch tenfregnden im „C. V." zu denken geben. „Wer kleinen Finger gibt — -"! den Jüdische Ablehnung oftjüdischer Geschäftigkeit — in Amerika Laut. j,Z. T. A." wollen zwei rührige „Theaterdirektoren". Moritz Gest aus Wilna und sein Schwiegervater Davit Belasco Ün New Port, das deutsch-christliche Freiburger P a s s i o n s sv i e l im Hippodrom l!> zur Aufführung bringen. Dagegen wandte sich erfreulicherweise der Vorsitzende des 'American Jewish Committee in einem öffentlichen Protest, der wahrscheinlich, das amtliche Verbot der Aufführung zur Folge haben dürfte. 'Nach den vorliegenden Nachrichten würde das von den eingewurzelten Amerikanern jüdischen Glaubens nur begrüstt rserdem. — Wenn wir in Deutschland gegen ähnliche Geschäfts; keit und Geschmacklosigkeit öffentlich Protest erheben < siehe der Artikel „Grischa-Kunit"). so würde uns reaktionäre Vergewcütigung der Kunst oorgeworfen werden mit dem Be deuten, aast es sich im übrigen um „innerjüdische Angelegen Herten" hpndele, die in der Oeffentlichkeit zu erwähnen streng verboten sei. 1 Schriftleitung und verantwortlich: Heinz Ludwig, Berlin-Wilmersdorf; Verlag Druck von Rob. Rohde G. m. b. H., Berlin W. 35. — Für Herausgabe und Schrr deutscher Jude», Wien II, Praterstratze Verband nationaldeutscher Juden E. V„ Berlin W. 35. — tlertung in Oesterreich verantwortlich: Verband national- 34, Zimmer 82.