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Der nationaldeutsche Jude · 1929-05-01 · Nr. 5 (Mai 1929) · p. Seite 8

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1929
Issue
Nr. 5 (Mai 1929)
Date
1929-05-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Hus dem Cageskampf. Kein Staats-Antisemitismus in Oesterreich. Für das jetzt beginnende Sommersemester find taut „I. T. A." unter 11 Dozenten der Wiener Univeiütät auch k jüdische Professoren der Medizin ernannt worden.! Bekanntlich erfolgen solche Ernennungen nur im Einverständnis mit der Dekanschaft, so datz das alte Märchen von dem | „Staats* Antisemitismus" in Oesterreich zum mindesten für dieKultusoerwaltung durch die Tatsachen erneut widerlegt erscheint. Die Juden in de» sozialistischen Parteien. Der Präsident der Deutschen Wirtichaftspartci, Professor Bredt. veröffentlicht im ^Neuen Wiener Iournäl" einen Artikel, der die Ueberschrift trägt „Will das österreichische Judentum /Wiens Selbstmord begehen?" und darlcgt, das; das österreichische Judentum dadurch, das; es dem Marrismus anhängt, den Selbstmord Wiens de n ig t. der gleichbedeutend ist mit dem wirtschaftliche > Selbst mord des Wiener Judentums. Dabei bemerkt Pro das; auch die Iudenheit in Deutschland dem Sozialismus anhängt. Er appelliert an das jüdische Bürgertum -in die nichliozialiitischen österreichischen politischen Parteier einzutrelen, die jüdische Mitglieder in ihrer Mitte duldet, gegen iic keinen Glaubenszwang ausüben und ihnen eire wohlwollende parteiliche Behandlung zuteil werden lassen. Zusammenschlutz nationalpolnischer Juden. Die polnische Telegraphen-Agentu.r teilt mit: In Warschau wurde ein „B e r b a cüd j ü d i s ch e r F r o n ts o l d a e.n und Kämpfer für die ll n a Hh_än g i g l e i t Polens" begründet. Die lüründuiigs-Versammlung wurde durch den Pc!e:vco^erst Hcnrn Goldmaiin geleitet, mehrere Redizcr wie'en auf die Notwendigkeit eines Zusammenschlusses der jüdichen teilnchmer und Kämpfer für die polnische Freiheit Aufgaben des neuen Verbandes werden in der ltnt aller nationalen Bestrebungen der Staatspolitik der Nalionaliiierung und Emanzipierung der polnisches erblickt. Die Verbaudsgründer find südliche höhere u»d Vcrwaltungsbeamtc, an deren Ablehnung interi jüdiichcr Tendenzen kein Zweifel bestehe^ kann chleu Bredt, Kriegs- Hin. Die ecstühung owie in Iuden Offiziere nationaler > Das „Jüdeln" tim Kabarett. Ein Kabarett am Kurfürstendamm in Berlin ihat ein ausgezeichnetes Programm, das vom Publicum beifallsfreudig auigcnommen wird. Mit einer kleinen Ausnahme: Eine bclannte und anerkannte Kabarett-Künstlerin pvrvdiert ■ die Germania auf dem Brandenburger Tor in eigenen, teils neuen Worten, neu und befremdend in der Variation: „Mit der anderen Hand — schüttelt sie i— den Villau)." Das sollte eine Pointe sein, ne fiel.iitz» Waster. Im Publikum eisiges Schweigen, ein Mutiger züchte. -j- Dieie Haltung des Publikums ist als Erfolg zu werten. Gs bleibt nur zu wünschen, datz eine kühle Ablehnung bei solchen Anlässen von Dauer ist. nachdem unier^erband vor Fahren als erster gegen derartige Entgleisungen, im Kabarett Stellung genommen hat. tyl. P- Das jüdische Adrehbuch für Grvtz-Berlin.! Demnächst erscheint in Berlin „Das jüdische Adretzbnch für Gros; Berlin". Der Verlag hält sei« Werk laut Ankündigung für ein „geistiges Zentrum des Berlinerl Judentums" und die Namenssammlung Berliner Iuden für eine „Kullürtat ersten Ranges". W j r halten es nur für überflüssig. Darüber hinaus aber auch für schädlich im Sinne der Befriedung innerdeutscher Gegensätze. ' Die Uebarflüssigkcit und Schädlichkeit dieser neuen Kulturtat wird nicht eben gemindert durch die weitere Verlagsankündigung. «atz das Wert „dazu diene, den aus dem Osten nach Berlin zugewandcrten Iüden das Zurechtfinden in der Reichshauptstadt zu erleichtern und ihnen die gemeinsame Wahrung der Ueberlicferung ihrer Heimat zu ermöglichen". In der'nationalen Tagespreise hat schliehlich die fernere Bemerkung des Verlages, dafz „durch das Buch der gesamten Wirtschaft Berlins die Möglichkeit geboten würde, die jüdischen Kreise als Abnehmer zu gewinnen", die Frage veranlaßt, ob diele Verbindung von Geistestat und Geschäft geeignet setz die antisemitische Ueberzeugung von gewissen jüdischen Eigentümlichkeiten zu entkräften! Geßen jüdischen Internationalismus. Eine amerikanische Jüdin hat für^ Juni eine „Internationale Jüdische Frauentagung" nach Hamburg einberufen, nachdem sie schon vor Jahren eine ähnlrchr Zusammen kunft in Wien arrangiert hatte. Nicht mit Unrecht scheint die Dame mit dem besonderen Interesse der Zwischenschicht lerischen deutschem Jüdinnen für derartige internationale Verbrüderungen zu rechnen. Der Verband nationaldeutscher ' Iuden Mnrd selbstverständlich keine Vertreterin zu dieser Tagung senden, dal wir für das deutsche Judentum praktisch die Notwendigkeit solcher Zusammenschlüsse autzerhalb der rein religivs-karilativen Aufgaben nicht einsehen, und darüber hinaus im Sinne d^s nationaldeutschen Judentums derartige Bekundungen eines jüdischen Internationalismus prinzipiell ablchnen. Die-vor einigen Monaten in Paris begründete ,r Inter nationale Liga zur Bekämpfung der Pogrome", die 609 „prominente" Persönlichkeiten als Mitglieder zählt und deren Ehrenpräsident Albert Einstein ist, führt von jetzt ab den Namen ..Internationale Liga zur Bekämpfung des Antisemitismus". —l Von unserem Verband gehören dieser Liga keine „prominenten" Mitglieder an. Die Gründe sind die oben genannten. Für unser Desinteressement an der „Liga" kommt noch hinzu, datz die Wahl des Ehrenpräsidenten ein bestimmtes Programm zu verbürgen scheint, das für uns prinzipiell nicht in Frage kommt. Himmlische Grütze. Auf Grund zweimaliger Hinweise der „Jüdischen Telegraphen Agentur" bringen mehrere deutsche und jüdische Blätter die hochpolitische Nachricht, datz beim Ueberfliegen Palästinas durch das Zeppelinluftichiff Dr. Eckener an den Bürgermeister von Tel Aviv „G u t P u r i m" gefunkt habe und das; der Bürgermeister daraufhin dem Luftschiff ein „Herzliches Schalom" sandte. Diese „von oben her//erfolgte definitive Anerkennung staats nehmen buch wir Palästinas als jüdischen Nationalpflichtschuldigst zur Kenntnis. „Polemik, wie sie nicht sein soll." Herr Heinz Pol, Mitarbeiter der „Welt bühne" und Nedalteur der „Vo fischen Zeitung", sendet uns die nachstehende Zuschrift, die ei als „Berichtigung" bezeichnet: Wir bringen die Erklärung, obwohl sie natürlich nichts weniger als eine Berichtigung im Si me des Pressege ehes ist, weil iic uns in mehrfacher Hinsicht bl merkenswert erscheint. , „Im April-Heft des Mitteilungsblattes „Der national deutsche Jude" war unter der Spitzmarke „Polemik, wie sie nicht sein soll", behauptet worden, datz ich gegen einen im letzten Heft des ^Mitteilungsblattes erschienenen Artikel „G rischa - Kun st" von Dr. Mar Naumann in der „Weltbühne" polemisiert habe. Es ist unrichtig, datz ich in der Weltbühne" gegen einm im Mitteilungsblatt erschienenen Artikel Dr. Naumanns polemisiert habe. Richtig ist vielmehr, datz sich meine Polemik gegen einen Artikel Dr. Naumanns. betitelt 1 „Grischc -Kunst" richtete, der — und zwar vor allem deshalb, weil er — in einem Organ der Deutschnationalen Volkspartei, nämlich der „Berliner Börsenzeitung", mit einer zustimmenden Aeutzerung der Redaktion der „Berliner Börsenzeitung" veröffentlicht worden ist." — Hierzu bemerken wi:, datz der Aufsatz „Erischa-Kunst" in der „Berliner Börienz itung" und in unserem Mitteilungsblatt erschien. Im Mitteilungsblatt ist durch eine Vorbemerkung ausdrücklich tarauf hingewiesen worden, datz der Artikel kurz vorher in der „Berliner Börsenzeitung" erschienen war. Die „Berliner Börsenzeitung" ist, wie Herr Heinz Pol natürlich gerau weitz, kein „deutschnationales Blatt/, sondern eine parteilose Zeitung nationaler Tendenz. In dem Begleitbrief, mit dem Herr Pol uns seine „Berichtigung" übeisendet, findet sich folgender charakteristische Sah: „Der Hallptteil meiner Polemik galt gerade der Tatsache, datz Heri Dr. Naumann innerjüdische Angelegenheiten ir dieser deulschnaliona'en Zeitung behandelt/, Wir können demgemäh abschlietzend feststellen, datz für dielen Mitarbeiter di r „Weltbühne" und der „Vosiischen Zeitung" eine Serie von Schimpfwörtern eine „Polemik", und die kritische Würdigt ng deutscher Literatur, wenn sie sich gegen einen jüdischen Au or richtet, eine „innerjüdische Angelegenheit" ist. Schriülotung und verantwoi tlich: Heinz Ludwig. Beclin-KSiünersdork; Verlag Bei band Nation^ Druck von Rob. Stohde G. m. b. H. Berlin 58.35. — Für Herausgabe und Schrif'leituog in Oesterc deutscher Juden. Wien ll, Praterstratze 34. Zimmer 22. chdeuticher Juden E. B.. Berlin W 35. — eich verantwonlich: Verband nationall

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