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Der nationaldeutsche Jude · 1928-04-01 · Nr. 1/4 (April 1928) · p. Seite 14

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1928
Issue
Nr. 1/4 (April 1928)
Date
1928-04-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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ir^ 14 *r oubentum in der Welt bildet eine Einheit, die g^scunte Judenheit (teilt das auserwählle Volk dar, das nach Ad stammung und Schicksal, nach eigenem Wunsche und nach dem Willen seiner Feinde immer noch ein Volk, > wenn auch ein einzigartiges, bildet. Jede jüdische Gemcinoe hat nicht nur ihr Eigenleben mit ihren Sonderinteresssn zu führen, mub sich vielmehr in die grobe Gesamtheit ei» stellen und an deren Leben leilnchmen." Or. sollen sch er ist einer von den Zionisteit, die uns die liebsten sind. Sein dculschsreindes Empfinden ist ehrlich und klar und sein Mut in grob genug. um diesem Empfinden einen ebenfalls llarcn^ Ausdruck zu geben. Moralisch steht ein Mann dieses Schlages turmhoch über . den „diplomatischen" Zionisten, die geradein den Gemeinde studen ihr zweideutiges Weicn treiben und >e nach Bedarf die jüdischnalionale oder die deutsche Walze einhänge». Aber die-Frage sei vcrstatlet: Kann man es einem Richtjudcn, der solche offenen Worte liest, verargen, wenn er >ich in ieinein anerzogencn „Antisemitismus" bestärkt fühlt,' d. h., wenn er nun auch von seinem Slandpunkt aus! betont: „Tas Judentum in der Welt bildet eine Einheit, »ach eigenem Wunsche immer noch ein Voll..?" Dah dieser Hollen sch er nicht „den Süden" darstellt, sondern nur den I ü h i sch n a l i o n a l e n, wissen ja die meisten Glicht' juden nicht. Sie sehen in „dem Süden" das Typenliild, wie es Müller Claudius treffend nennt, und besmligen 'den'en geradezu hellseherisches Wort, das unsere Le>er Seite 9 dieses Blattes finden: „Hundert natioi deutsche Süden tonnen nicht a u s I ö s ch e n, ein R a l i o n a I j u d c an Prägungsoerstärkung im lümlichen Bild des Süden vollzieht". Für uns sind so offene Worte eines Zionisteli sie wieder einmal zeigen, dqb der Zionisten- und der die gleiche ist, nur dab und ganzen, nicht gern sehen, z. B.' von ihnen verlangt. die nach ihrer sich nicht zu sonders wertvoll, weil «9 r u n d a n s ch a u u n g t i s e m i t e ii" genau Zionisten es im groben man sie beim Worte nimmt, dab sie als Angehörige einer Gemeinschaft, Ansicht „i m in e r noch ei» Bol t" ist, r aus n a I was oolls be die ,A n - die wenn Staatsämter n mögen. in ein c in. ande ren B ol l f dtängen Ein Verband nationaltürkijcher Juden. > Sn der neuen Türkei, die erst kürzlich durch Gesetz klargestellt hat, dab es in ihr Nicht verschiedene Nationen, sondern nur Türlen verschiedenen Glaubens gibt, hat sich ein! Bcr band gebildet, dessen Tendenzen ziemlich genau den unseren, auf die türkischen Verhältnisse übertragen, entsprechen! Ein sephardischer Sude, der »ich Tekin Alp Nennt, ist der Leiter der neuen Organisation. Er bereitet ein Buch üb^r die „T ü r k i s i c r u n g" der Sude» vor und veröffentlicht! schon jetzt als Teil Nieser Schrift die folgenden „Zehn Gebote d e s t ü r k i s ch c n S s r a e l i t e n". 1. Türkisierc deine Namen. Ein Türke mub einen türkischen Namen tragen. Sn den anderen Li ndern haben unsere Glaubensgenossen ebenso gehandelt. Es ist nichts Schlimmes dabei, wenn du dich Sbrahim nennst statt Avram, Mussa .statt Mochon oder Mopse, Selim statt Ehelomo oder Salomon. Gib deinen neugeborenen Kindern türkische Namen. 2. Sprich türkisch. Sprich öffentlich türkisch mit allen, die diese Sprache verstehen, und lab di§ türkische Sprache lief auf dein eigenes Wesen wirken.! 3. Bete in der Synagoge wenigstens zum Teil auf Türkisch. Das Gebet in türkischer Sprache wird dich Gott und zugleich dem Vaterland näher bringen. 4. Türkisiere deine Schulen. 1 5. Schick' deine Kinder in die amtlichen Schulen. Deine Glaubensgenossen in den anderen Ländern schicken ihre Kinder nicht kn Schulen von Resigionsgemeindon, die keine normalen Lehranstalten sind.; Diese Gemeindeschulen haben keine Daseinsberechtigung mehr, sobald die Zahl der staatlichen und städtischen Schulen ausreicht. Riach nach -Möglichkeit von den schifn bestehenden amtlichen Schulen Gebrauch. Wenn man deine Kinder nicht aufnehmen will, beschwere dich bei der höheren Instanz. Vergib nicht, dab dieses Land' ein Rechfs- und Gesetzstaat ist. 6. Nimm teil an den öffentlichen Ängelegenheiten des Landes. Zeige deine Teilnahme dafür bei jeder Gelegenheit und in jeder Form. Es gibt für dich Gelegenheit genug, wertvolle Dienste zu! leisten. Beachte gar nicht, dab der eine oder anbere dich als einen Fremden betrachtet. Tie Verfassung' erkennt dick als Türken an. also tritt auch als Türke auf. 7. Verkehre mit Türken. Strebe danach, fgeschäftlich und gesellschaftlich in ständiger Fühlung mit dem türkischen Element zu sein. Du brauchst die völlige Vermischung mit dem türkischen Milieu als Seelennahrung. ohne die du nicht leben kannst. Sei überzeugt, dab die türkischen Kreise dir trotz gewisser vorübergehender Symptome mit Herzlichkeit die Arme öffnen. 8. Befreie dich vom Kastengeist. Wen» der Kastengeist dich heute beherrscht, so ist dies nicht deine Schuld, jo.ndern die Schuld einer traurigen Vergangenheit, die alle. Kinder dieses Landes unglücklich machte. Die türkische Nevolution ist entschlossen, mit dieser Vergangen heit völlig zu brechen. Löse auch du dich von der Vergangenheit und geh so schnell wie niöglich auf im Gemein schaflsgefühl des Landes. ' .9. Erfülle auf wirtschaftlichem Gebiet die dir bestimmte Pflicht. Jeder Bürger erfüllt seine Pflicht gegenüber seinem Land nach seinen geistigen und maleriellen Fähigkeiten und nach seiner Sonverbegabung. Tu findest deine Hauptaufgabe auf dem wirtschaftlichen Gebiet. Aber nicht kleine, leichte Geschäfte dienen der nalionalen Wirlschaft, sondern kommerzielle und industrielle Uiilernehmungen, welche die Produktion und den Neichkum des Landes steigern. Dank deiner Beziehungen zu Europa und Amerika bist du imstande, für die Erschlietzung der Neichtumsquellen des Landes zu wirken. Du kannst durch ernste Arbeit dem heutigen Türkenlum Ansehen im Ausland verschaffen. Aber betrachte dich selbst als ewiges Kind dieses Landes und richte dein Leben danach ein. 10. Kenne dein Recht. Die Verfassung gibt dir die Bezeichnung „Türke". Dies ist ein Recht, ein Privileg, das man nur nutzen kann, wenn man sich wirklick als Türke fühlt. Kenne dein Recht und dulde nicht, dab es von irgendwem mibachtet wird. Wahre mit der Kraft des Gesetzes und mit eifersüchtiger Energie die Neckte, auf die du als Türke Anspruch hast. Wir wünschen dem jungen Verbände und seinem mutigen Vorkämpfer den' besten Erfolg und vor allem die Energie, die nötig ist. um sich von seinem geraden Weg nicht ab drängen zu lassen. Ter Berichterstatter der „V o ssi scheu Z e i t u ii g" fügt der Wiedergabe der „Zehn Gebot e" die folgenden Worte an: „Die spaniolischen (d. h. sephardischjüdischcn) Kreise bewahren einstweilen unter dem Eindruck der verstimmenden Vorkommnisse der letzten Monate vielfach grobe' Zurückhaltung gegenüber dem Assimilierungsgedanken. Von türkischer Seite werden die Vorkämpfer der Assiniilierung fast durchweg beglückwünscht und ermutigt . . ." Tie „verstimmenden Vorkommnisse der letzten Monate" dürften noch in der Erinnerung sein. Ein verabschiedeter türkischer Dfsizicr hatte ein junges jüdisches Mädchen, das die Heiratsanträge des Mohammedaners abgewiesen hatte, auf offener Strabe niedergeschossen. Bei der Beerdigung des Mädchens wurden auf dem Friedhof von jüdischer Seite Schmährufe gegen die Mohammedaner im allgemeinen, nicht etwa nur gegen den Mötder als Einzelperson laut. Die Folge war, dah eine judenfeindliche Welle über das ganze Land ging und dab ichlietzlich sogar die Behörde eingriff, indem / sie mit einem oederstrick die Freizügigkeit der Juden be- / schränkt^. Inzwischen ist diese übereilte Mastregel nach kurzer Zeit wieder aufgehoben worden und die Beziehungen zwischen Mohammedanern und Süden haben sich wieder gebessert. Diese Vorgänge, hervorgerufen durch ein unglaublich sinnlos« Verhalten einiger Juden, die genau so töricht verallgemeinerten. wie es sonst angeblich nur die „Antisemiten" tun, sind die „verstimmenden Vorkommnisse", auf die nach dem Berichterstatter der „Vosfischen Zeitung" die spaniolischen Juden ihre „grobe Zurückhaltung gegenüber dem Assimilierungsgedanken" gründen. Wir hoffen im Interesse der türkischen Juden, dab es dem mutigen Tekin Alp gelingen wird, diese Zurückhaltung zu überwinden, und wir hoffen für, ihn selbst, dab er sich vor jeder Verwässerung seiner Ideen zu schützen wisse, damit seine Bestrebungen nicht in äuherer „Assimilierung" stecken bleiben und sein Verband nicht nur ein Verein türkischer Staatsbürger jüdischen Glaubens werde. Gefährliche Freundschaft. Dem „I u n gcke u tschen" entnehmen wir die folgenden Sätze, dir in einem Aufsatz von Coudenhove-Kalerghi „Praktischer!J d e a l i s m u s", geschrieben 1925, enthalten sein sollen.- „Der kommende Mensch derZukunft wird Mischling sein. Für Paneuropa wünsche ich mir eine eurasisch-negroide Zukunftsrasse, um eine Vielfalt der Persönlichkeiten herbeizuführen. Die Führer sollen die Juden stellen, denn eine gütige Vorsehung hat Europa mit den Juden eine neue Adelsrasse von Geistesgnaden geschenkt." Gegenüber solchen Worten können die vernünftigen Juden wirklich nur ausrufen: Gott schütze uns vor unseren Freunden!

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