Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 10/12 (Dezember 1927)
- Date
- 1927-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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«*■!. III p 1 '* ■ .'I B«b»H»t«is stk Oettern!« 40 «»sch,» i-i ■■ ■m Das LLtteUnnAsblalt erscheint 1^ tfintflnimwtfr 20 -cht-a»BlaL! Geschäftsstelle des Verbandes: Berlin W35, Blumeshof 9, Lelefou: Lützow 5333/348- Bankkonto: Martin Schiff, Berlin W-. Iägerstr.9. Postscherkkouto BerUu Rr. 11123t SS Jahrgang 1927 Dezember Ar. 10/12 2|u5 bcTTt Inhalt4 Naumann: von* ««»igen Juden. — £ja ns N ein - --- c sachs: Irvifchenfeld in* j>l«*n«tariun*. — Walter KalJc: Shylock» Gebe. — Professor Dr. Hans Friedenthal: Familie und Rasse. — Er,ist Berg: Hilaire Belloe — Antisemit oder Warner? — Bücherschau. Vom ewigen Juden. Ernsthaftes zu einem spaßhaften Buche. Von Max Naumann. DaS Buch heißt: Schalet, Beiträge zur Philosophie des „58 enn f d) o n I". Sein Verfasser istSammy <Äronemann, in der Haupttätigkeit ein Berliner Rechtsanwalt. im Nebenamt Gelegenheitsarbeiter in zionistischer Literatur und Politik. Nicht eigentlich ein praktischer Zionist, — er hat Palästina leider nur als Ruhesitz für sein Sllter in Slussicht genommen. Vorerst erlebt er die Kämpfe veS Zionismus als Elappenkrieger, wie er die deutschen Kämpfe des Weltkrieges in der „ostjüdischen Etappe" erlebt hat. Seine Damaligen äuße-en und inneren Erlebnisse hat er durch ein Buch „Hawdoloh und Zavfen st reich" zur Kenntnis der Mitwelt gebractit. Tas Gefühlsverhältnis zum deutschen Volte, das in dieser Schrift zum Ausdruck kommt, erinnert an die Anschauungsweise des braven Soldaten S ch w e j k, dem der Tscheche und ehemalige Muß »Oesterreicher Haket ein äußerlich höchst amüsierliches, bei näherer Betrachtung für den deutschfühlenden Beschauer im Tiefsten erregendes Denkmal gesetzt hat. Auch in der Form, sich nach außen zu geben, stehen die Bücher des i Tschcchischnationalen HaSek und deS Jüdischnationalen Gronemann sich nahe. Beide tragen am Leibe die schlechtsitzende Uniform desi„WirtS"-Bolkes, auf dem Kopfe die Narrenkappe und im Herzen das Gefühl einer abgrundtiefen, erschreckenden Fremdheit. Und alles dies gilt, wie für „Hawdoloh und Zapfenstreich" und den „Braven Soldaten S ch w e j k". auch für „Schalet", das neue Buch deS deutschen Staatsbürgers Sammy Grone mann. Es gibt sich äußerlich als ein Schnurrenbuch, vollgestopft mit jüdischen und pseudojüdischen Witzen, zum großen Teil uralter Jahrgänge, mit^ Geschichtchew und Anekdötchen, teilweise einigermaßen spaßhaften, zum chideren Teil inehr lehrhaften Inhalts, mit der Schilderung eigenartiger Käuze aller Kattungen. offener und verkappter Judenfeinde, verständnisloser Pyilo- und verständnisvoller Antisemiten, was ja wohl im Grunde das Gleiche ist, und vor 'allem vollgestopft mit Juden, Juden und nochmals Juden, edlen und gaunerhaften, klugen und dummen, verschämten und unverschämten. Tin Mischgericht ler IUI wie das von Heine besungene Schalet, von dem das Buch seisien Namen herleitet, und übergoffen mit der dicken, fettigen ynd gewürzigen Tunke, deren Geschmack ein an deutsche Kost wöhnter Gaumen im ersten Augenblicke als pikanten Reiz empfinden mag, die aber, wenn man ein paar Löffel verschlackt hat. eine leichte Uebelkeit hervorruft. Die literarischen Eigenschaften des Buches können in Kürze behandelt werden. Als Schriftsteller hat Gr o n e m a schon Besseres geleistet. Insbesondere die Sprache ist längst nicht so gepflegt, wie in seinen früheren Büchern/ Tie Anordnung des S>offes ist scheinbar chaotisch, in Wahrheit-nicht ohne System. Mit unverkennbarer Absicht ist eine Reihe bewähiüer Svätze vorangksstellt. damit der Leser schon zweckmäßig anjgewärint ist, wenn er zu den späteren Kapiteln gelangt, in denen big jüdischnationale Tendenz immer deutlicher hervortritt. Denn dieses Buch ist geschrieben zum Zwecke der jüdischnationalen Propaganda. Trotzdem wird es natürlich von den Zwischenschichtlern aller Spielarten mit Wollust genossen werden, es sei denn, daß etwa zufällig die Redaktion der Ceiitralvereins- Zeitung ihren, deutschen Tag hat und den großen Bannfluch schleudert. Aber solche Warnung ist kaum zu erwarten, dtnn daS Buch ist im Ganzen so geschickt auf die Liebhaber peS Einerseits-AndererseitS zugeschnilten, daß es gegen alle Vereins- Politik wäre, eine so große Zahl pünktlicher Beitragsleister zu verstimmen. So wird also das Buch des entschiedenen Weihnachts - Reformers Gronem-ann unter vielen Weihnachtsbäumen „gut jüdischer" Familien prangen und eS wird Harm Zwischenfeld und seinen Freunden das gleiche Behagen, bereiten. mit dem sich diese Leute, satt in ihre Seffel zurückgelehnt, die Bittemisse des Hinkemann und den Reoolutians- Wutki des Herrn Piscator munden laffen. Gott, das Buch ist doch so amüsant! Natürlich, wenn man de» Zuckerguß des goldnen Humorobgelutscht hat, muß man schließlich auch deck , völkischen Kern! verschlucken. Aber solche Kleinigkeit stört doch^».. nicht. Man zuckt die Achseln und spricht mit Sainmy, hem Philosophen: „Wenn schon!" j