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Der nationaldeutsche Jude · 1927-09-01 · Nr. 7/9 (September 1927) · p. Seite 3

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1927
Issue
Nr. 7/9 (September 1927)
Date
1927-09-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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3 "H— r-r T Nicht Ethos, nicht Leidenschaft, nicht Haß. nicht Klage scheiden in letzter Instanz, sondern: daS biologische Kraftmaß Für den. der auf dem Standpunkt O. v. Schillings il.;it, ist deshalb auch der Kampf um das deutsche Wesen, .von - 11 kaum noch die Rede ist", sinnlos. Die Natur hat ihr; .u'il gesprochen. WaS so schnell und leicht vernichtet ist aus . ner Schwäche, die die Weltgeschichte nie zuvor gesehen, das : das Wesensmerkmal des biologisch Unbrauchbaren an sich. ilcr Kampf kommt — zu spät. . So ist also daS Ergebnis jener Stimme des Verstandes, i der Jude gleichsam Sympton und Maßstab unserer Schwäche Er zeigt unS, daß wir nichts mehr zu erwarten haben in . r beschichte der Welt, und daß niemand mehr von uns , >-»d etwaS erwarten sollte. Wir haben zu Ende gelebt. 4. Nun aber stehen wir vor dem merkwürdigen Schauspiel, , dieselben Mafien, die unaufhörlich aus O. v. S ck i l l i n g s Gründungen heraus ihre kühl abweisenden Stimmen des rstandes gegen das Judentum erheben, gleichzeitig in der i.mittelbaren Gefühlsanschauung sich als Gründer einer großen, rken, bis inS Innerste schöpferisch bewegten Nation wiffen, . u' 'elbst von dem sorgfältig und planmäßig konstruierten Nicht-?ck des Versailler Diktates ihr Haupt erhoben hat und die, allen zivilisierten Völkern der Erde bewundert, zurück- •tcbrt ist aus ihren Platz upter den großen, maßgebenden ationen. Die Tatsachen rechtfertigen den Stolz des deutsche» National- ,'ühls — aber sie stehen im Widerspruch zu der verwerflichen .;ni> gefährlichen Verdächtigung des deutschen Geistes, die die ulisemitische Forderung O. v. Sch i l l i n g s begründen soll, „d die also garnicht sich als eine objektive, kühle Stimme des erstandes bewährt, sondern als die Stimme des Hasses, der on Hassenden so blind macht, daß er sich an der Würde seines 'iolkstums vergeht, ohne es zu wifien — und ohne eS zu ,'i'llcn. Man kann es nicht oft genug in die deutschen Herzen! iheinrufen: Nicht derJude — dieserAntisemitis- :;t i,» bedroht euch. Er droht, euch zu zerspalten. Er ersetzt die biologische Kraftquelle eures gesunden Nationalgefühls.?er Antisemitismus mit seiner Klageseligkeit um das liiugeschwundene deutsche Wesen zerbröckelt.erschüttert, cxdüstert und entmutigt euer Selbstgefühl. - r setzt Angst. Rassenangst an die Stelle des Trotzes, des K ra f t g e f ü h l s. Er setzt daS.Schwache mb Ilnschöpferische an die Stelle des Starken, Mutigen und schöpferischen. Um euch geht es. Deutsche! Seid zu stolz, seid euch selbst u gut, als daß ihr dies greinende, verängstigende Gespenst es Antisemitismus länger in gesundem Geist beherbergt. Der Antisemitismus dieser' Zeit baut sich geradezu auf alionalen Minderwertigkeitsgefühlen auf. DaS ist daS Gro- ■ ivte an ihm. Und das Gräßliche — und das ist die deutsche Gefahr des Antisemitismus. Er betrügt den Deutschen um ie besten Kräfte seines Deutschseins. Alle Gewalt eures ,'ationalgefühlS, Deutsche, soll sich gegen diese Entartungs- .'ahr auflehnen und kanipsbereit machen. b. Noch an einer anderen Stelle stürzt die angebliche Stimme es Verstandes O. v. Schilling in einen grundsätzlichen >>rtum. „Der Zionismus-, heißt eS in dem angeführten lrtikel. „bejaht die jüdische Nation und stellt in ihrem Namen ilerlci völkische Forderungen auf, während der nationaleutsche Jude alles daran setzt, daS richtige Bild zu verbuchen. Durchaus nicht immer aus besonderer Verlogenheit »d Arglist, sondern häufig genug aus eigener Selbsta u s ch u n g. Nichts ist aber für unS schlimmer und gefahr- :cher, als diesen Trugschluß mitzumachen." Einen Trugschluß? WaS hier alS Trugschluß bezeichnet >ürd. ist daS deutsche Nationalgefühl des Juden.. «in Trug- Schluß ist das Ergebnis eines Denkprozeffes — das Gefühl bcr ist ein auS keinem Denkprozeß herzuleitendes, ein zuveilen mit Hilfe eines DenkprozeffeS analysierbares, nie aber lus ihm sich ergebendes Element der Seele. ES ist ein Erebnis, eine Urgewalt, ein durch den Verstand und das Denken nie zu bezwingende«, nie zu gebärendes und nie zu verlöschendes aktives Aufströmen der Seele. Das Gefühl kann 'ich nicht irren. DaS „Ich fühle" ist mit keinem Mittel der^ 2ogik widerlegbar. & ist Kern und Motor, der wohl mit den Regeln der Zweckmäßigkeit, ja selbst mit biologisch-ökonomischen Grundgesetzen im Widerspruch stehen kann — aber daS ändert 11 nichts an seinem Wesen und seiner Stärke. Sein Wesen un i seine Stärke find nur durch daS Leben selber wandelbar. Wenn ein Jude sich alS Deutscher fühlt, so kann da! willkommen oder unwillkommen sein, es kann dem einen verständlich. dem andem unbegreiflich sein — aber das Gefühl kann nicht widerlegt und nicht fortdiskutiert werden. Es ist eine Tatsache, eine wesenformende Macht: es wird, es muß i , dem Juden Kern und Motor seines Lebens. Denkens. Sehnen S und Sehens werden, weil eben jedes Gefühl diese motorische! Kräfte in sich schließt. Das Nationalgefühl, mehr als alle andern Gefühle, enthält nicht nur. sondern: bedeutet einen ganz zentrale!« Energiekomplex. Denn das Nationalgefühl ist in seinem Irnersten ein Begehren, ein Eingeschloffensein und der Will: zum Eingeschlofieusein in Sinn und Schicksal, Sein un > Werden der Nation, und in das Deuten ihres Geistes und da S Gedeutetwerden aus ihrer Kultur. Der Kreis dieses Ein. geschloffenseins bedeutet die Grenzen der Nation, die an keine l Raum gebunden sind und die von der juristischen Staatszugehörigkeit nie bestimmt oder verrückt werden können. 1 In diesem Sinne ist der Zionist auf Gnmd bei: motorische l Kraft seines jüdischen Nationalgefühls gleichsam herausgetrager. herausbewegt aus dem Kreis der deutschen Nation, ganz uvabhängig von allen seinen sonstigen Beziehungen zur Natior, die oberflächenhaft bleiben gegenüber dem formenden nn > Menscheneinheiten schaffenden Grunderlebnis des Natioya!- gcfühls. Und in -diesem Sinne ist derJude, der i l seinem Nationalgefühl sich als Deutscher erlebt, jenem Kreis der deutschen Nation jenseits von Verstand und Wille verhaftet. Er ist Deutsch er, ganz unabhängig von allen rassischen und geschichtlichen Erörterungen. Das Deutschsein ist von allem Rassischen völlig unabhängig. Es ist durch nichts anderes zu begründen als durc> das deutsche Nationalgefühl, das in der Seele wirkt, von de: Seele zum Kulturganzen der Natipn hinüber- und herüberwirkt und den Menschen zum deutschen Menschen macht, v Gegen diese Urtatsache und Urkraft des Nationalgefühl , ist> keine logische Instanz zuständig. Denken kann Tatsachen und Kräfte betrachten — aber es kann sie nicht schaffen un i nicht aufhalten. Raffe und Nation haben so wenig mit einander zu tur, daß der ausgewanderte Sohn eines Franken, deffcn Nationalgefühl ganz heiß zum Deutschtum ging, ebenso energisch sic» als Amerikaner fühlen kann, und dies „amerikanische National - gefühl" ist eine webende Kraft i» seiner Seele, die ihn s > innig mit dem Wesen des amerikanischen Denkens und de: ethischen und kulturellen Dynamik Amerikas verflicht, daß e: bis ins Typische der Geste, ja bis zur Haltung der Lippen Amerikaner zu werden vermag. Freilich: wir stehen erst am Anfang der Psychologie de! Nationalgefühls und seiner ungeheuren seelenformenden Energie:. Wir dürfen von ihrer Ausgestaltung die erheblichste i Wandlungen volkstümlicher Vorstellungen erwarten. Sovicl aber ist gesicherter Erkenntnisbesiy: Ein Gefühl kann nie „Selbsttäuschung" sein. Die Seele hat er. oder sie hat es nicht. Es kann unklar, ringend, verschwommen sein, ja eS kann kaum die Schwelle des BewußtseinS erreicht haben — aber wenn es zu dem Bewußtseinsinhalt: „Ich fühle" gekommenlist, so ist dies nicht ein Satz, auch nickt nur ein seelischer Besitz, sondern eine elementare Naturgewal. Das deutsche Nationalgefühl des Juden it eine solche elementare Naturgeivalt, vermöge deren ec Deutscher i st. Sie macht sein Deutschsein aus — wie sie unse: aller Deutschsein ausmacht. -n— Zionistische Verschämtheit. In einem „deutschvölkischen" Verlage ist eine Broschüre erschienen, die sich ..Zionistenspiegel" nennt. Sie bringt einige Auszüge aus zionistischen Schriften und als „Gegenspiegel" — natürlich ohne unsere Zustimmung und ohne Quellenangabe — ein paar herausgerissene Absätze aus Artikeln, die in unserem Mitteilungsblatt erschienen sind. D e „Iüdilche Zeitung für Ostdeutschland" bemerk hierzu — natürlich nur zu unseren, nicht etwa zu den zu» Mischen Lesestacken: „Eine tiefe Scham überkommt uns b u btr Scham'bei zionistischen Artikelschleibern ist stets erfreulic». Wir sind stolz darauf, diese ebenso edle wie mutmatzl, h vorübergehende Regung ausgelöst zu haben.

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