Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 4/6 (Juni 1927)
- Date
- 1927-06-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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10 Geschichte der Juden in Nordhausen. Bon Or. Hein rid) 3tcrn. Selbstverlag des Berfaücrs'. Nordhauien 1927. Tic 3d>rift iit anlätzlich der Tausendjahrfeier der Ttadt Nordhauien erschienen. Tie Hai mehr als lokale Bedeuning. Tie in ihr micdergcgebcncn Urkunden gewähren Einblicke in die Geschichte der deutschen Juden und darüber hinaus in die deutsche Zlulturgeichichte. Borstiglichc Ausstattung. Beid er Bildcrichmuck. Ten. Ta - dcutschr Volk als Rechtsbegriff im Rejchs-Staatsrecht der Gegenwart. Bon Or- Hans Stc.rmaiui «Frei inrili. «vtrlt. Tüinmlers Verlag, 'Berlin und Bonn 1927. Ein in crilcr Linie wohl für den Juristen bestimmtes, aber für jeden Gebildeten verständliches Werk, das in klarer Glicderuna den Bolksbegriff entwickelt. Für uns nationaldcutüchc Juden Und besonders die auf -Teile 227 ff. enthallc.ieu Ausführungen beiuerkei'.swer!. Ter Berfasser polemisiert gegen das Buch von. 111 c I F r h r. von Frevtagh L o ri u gh o v c u „T i c Weimarer, B c rfa ssun g in '.ehre und W i r k I i ch k e i t". Auf Teile 229 heitzt cs: ..Tn die'er Mrirff der Berias'unq wird erkannt, das; der — im ildrigen sehr unk'are Begriff der Rasse nicht als alleiniges völkerdiidendes Element in Betracht kommt,' und datz es ii l>c r der T taa tsa ugcl, ii rig keit noch eine 'B o I i s; u g e h ö r i g k e i t gibt, deren Gcmeinichaftsbewutzt- > durch den 'Ttaar vermittelt wird. ' .Dasist mein Ti aal' kann der deutsche Jude voin T e ü Ischen '.>! e i ä> gerade io gut sagen, wie der Dentich- >i ä ni m i g e. und solange er das sagt und vor rt 11 c ra u ch fühlt, gehört er zum deutschen Boise a I d e r G e »i c i u > ch a f t derjenigen,, denen das R e i >1 i h r T l a a t i st." . M. P. T>ahrbuch 1927. Berlag Dtlo Franke Deutsch:.' $• i!ie. Berlin. Ein gut ausgeitattetes Buch.'das den 'Willen zum Tciitichtum und die äuüere und innere Wehrhaftigkeit des den 'scheu 'Bolle» fördern will. Aufsätze über Geschichte,. Kunit. Landschgfi und T.'vrk, daneben .Kricgscrlcbnijsc. Reiseschildprungeu. Gebilde und Tinnsprüche. im Werte nicht ganz gleichluäüig. aber durchweg im dOeiitc deutscher Bolksgcmeinschaft uime oarlcivoliki'chc Einengung. Gern entbehrt hätten wir das Boeüegedicht des guten Adolf Bartels, wenn er uns auch diesmal nicht )qls Judenriechcr kommt. A. N. '4' sscholie.^ Bli'U., zur sdwlic.^ Jüdische B a u e r n s i c d l u n g i ii d eu! i ch e r Hei m a l. Hcrausgcgcben vom Reichsb u u d iüdjicher Frontsoldaten. Berlag: „Ter T.I'ild". 'Berlin. Tie lleiuc T.tiri'l verfolgt den lobenswerten Zweck, die deulicheu Buden der Landwirtschaft zuzuführen. Tie Tckfmic - rigieiicn di.'ies Unlernchdiens werden von den Herausgebern ielbn nicht verkannt, aber anscheinend doch unterschätzt. Die Hauri'-I::ierigieit liegt darin, dah es dein einz'el-'n.en Juden infolge der g rade unter der Landbevölkerung herrschenden 'BoruriTle nicht leicht wird, als Einzeliiedler oder landwirt- ‘d aftli ’ or Angeilellicr »ein Fortkommen jii finden. Als Aushilisiniltcl wird, bezcichneuderweiie von einem Zioniitcn, die Gründung einer jüdischen T i e d l u n:gs g c > e l l i ch a f t .empfohlen, 'Rach dem Prospekt, der dem Tchriftchen beigeaedev >'t. >ollen zunächit „auf eigenem, grotzen Gute, unter Leitung erfahrener Fachleute, auscr- I. s e n e jüdische Landwirte und Gärtner auf Grund de» 'lieichs'icdlungsgesetzes zur T ch o l I e gebracht werden". Das heijzt auf deutsch: es soll eine ges;li 1 offene I II d c n s i e d l u n g entstehen. Tie Gefahr, die in einem derartigen Unternehmen liegt, bedarf nicht erst der T arlegunq. Eine Ticdluna. die nur von Juden betrieben und bewohnt wird. muh. wie die 'Verhältnisse heute noch liegen, den Widerstand der näheren Umwelt heraussordern und das iüdiich: Zusammengehörigkeitsgefühl der Siedler zu einem Grade steigern, der auf Zionismus ohne Zion hinaüsläuff. Mit die'er Art die Juden „zurück zur schölle", zu '«ihren. wird den jüdischen Ticdlern selbst, .soweit sie nicht 'chon vorher jüdiichnational cmpsinden, keine Wohltat erwiesen and lediglich eine Berichärfung, nicht eine Abmilderung der «Gegensätze herbeigeführt. Toll däs Ziel erreicht weiden. >o kani^es nur auf dem Wege geschehen, dah geeignete Juden als- E i ii z e l >' i e d l c r in einer vorwiegend nichtiüdi'dien Umgebung sehhaft gemacht werden. Inwieweit dies gelingt und vor allem auf die Dauer qelingt, ojrd im weiciillicken davon abbängen. in welchem Mähe derkoeln ' ende Jude für iolche Umqcbung geeignet ist. Geeignet wird aber nur iein, wer sich in seinem deutslfen Empfinden nicht von der Umwelb u-nters meidet und dabei als Persönlichkeit so gefestigt iit, dah er nicht bei den erben Unzuträglichkeiten, die unausbleiblich sind, den Tpäten wegwint und, über Antisemitismus jammernd, wieder zur Ttadt.flüchtet. Uns scheint, dah die an sich durchaus gesunden Bestrebungen des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten das Problem an der falschen Stelle anschneiden. Die besonderen Tchwierigkeiten. die sich heute noch den vielen, zu lörpcrlichcr Tätigkeit bereiten Juden gerade in der Landwirtschaft cntgegcnstellen, sind nicht, herauszulöjen aus dem groben ttompler von allgemeinen Schwierigkeiten, den wir die Juden frage nennen. Die Entgiftung der Judcufraze ist aber nur möglich, wenn der nichtjüdische Deutsch' ö-grenh dah der dcutschfühlende Jude für deutsches Gemeinschaftsl e b e n i n höherem Matze qceignet ist, als der jüdischnational empfindende Jude, mag der letztere auch ein noch so tüchtiger Landwirt sein. Die Bestrebungen des Rcichsbundes jüdischer Frontsoldaten sollten sich also zunächst nach der Richtung der Erziehung zum Deutschtum verbreitern und vertiefen. Dies wird aber dem Reichsbund kaum möglich sein, so lange er Zionisten als Mitglieder aufnimmt und ihnen sogar matzgebend«. Stellungen cinräuml. Die wohlgemeinten Bestrebungen des Bundes, deutsche Juden zur schölle zu bringen, werden erst aussichtsreich lein, wenn er seine eigenen Mitglieder zum Deutschtum bringt. M. P. Alfred Holzbock, der in den letzten Maitagen, kurz vor Vollendung seines 70. Lebensjahres, von schwerer Krankheit für immer erlöst worden ist, gehörte zu den überzeugtesten Anhängern unserer Bestrebungen. Wenn seine starke Inanspruchnahme im Ticnste der Ocffentlichkeit ihin auch nicht gestattete, sich aktiv an der Arbeit des „Verbandes nationaldetitschcr Inden" zu beteiligen, so nahm er doch jede Gelegenheit wahr, sich über den Stand unserer Bewegung unterrichten zu lassen und zu den Fragen, die uns so sehr beschäftigen, seine Meinung zu sagen. Sein journalistisches Arbeitsgebiet brachte ihn mit jüdischen Angelegenheiten so gut wie garnicht in Verbindung; er mag ihnen auch in seiner ersten LebenShälste nur geringes Interesse gewid- Inet haben: Je älter er aber wurde, und je ärger die Erwartungen auf endliche Ueberwindung der konfessionellen Gegensätze in uzisercm Vaterlande durch die Gemeinsamkeit des Kampfes gegen eine Welt von Feiitden enttäuscht wurde», desto stärker empfand auch er die Notwendigkeit. durch rückhaltlose Hingabe an das Deutsch, tum für die unbedingte nationale Gesinnung der deutschen Juden Zeugnis abzulegcn. Ten ehrenden Nachrufen, in: denen die Verdienste dieses Mannes der Feder von seinen engeren Berufskollegen in Wort und Schrift gewürdigt wurden, können wir nationaldeutsthe Juden das Zeugnis hinzufügen, datz Alfred Holzbock, in welche Kreise auch innner seine journalistische Arbeit ihn führte, niemals daran gedacht hat. sein Judentum zu verleugnen, daß er aber auch überall, wo es galt, seine unauflösliche Verbundenheit mit dein ins Unglück gestürzten deutschen Volke zu bekunden, mit Worten und mit Taten sich als ein deutscher Mann bewährt hat. S. B. Verbandsnachrichleu. 1. Hauptoersamni ung. Unsere Hauptversammlung fand am 23. Riai 1927 im „Rhcingold" statt. Sie «var gut besucht. Infolge eines Mihverständnilses waren auch einige Nichtmitglieder erschienen, denen die Sondernummer unseres Mitteilungsblattes «Nr. 3 a) zu Auftlärungszwecken mit Rücksicht auf den Artikel „Ehe.tofreunde und nationaldeutsche Juden" übersandt worden war,, und die aus der Einladung zur Hauptversammlung, die an der Spitze des Blattes enthalten war. den irrigen Schluh gezogen hatten, datz die Versammlung auch Nichtmitgliedern zugänglich wäre. Entsprechend unserer Satzung mutzten wir zu unserem Bedauern diesen Damen und Herren eröffnen, datz es sich um die einzige Veranstaltung unseres Vereinsjah.es handelte, zu der wir Gäste nicht zulassen dürfen. 2m nächsten Jahre werden wir jedes Mitzoerständnis dadurch ausschliehen, dah wir dies in der Einladung-ganz ausdrücklich hervorheben. Einen'Zwischenfall rief diesmal das eigenartige Verhalten eines ttultusbeamten der Berliner Jüdischen Gemeinde hervor. Der sehr aufgeregte Herr weigerte sich ausdrücklich, den Versammlungsraum zu verlassen, verlangte zuerst sein Garderobengeld zurück, das ihm natürlich bereitwillig erstattet wurde, wollte aber