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Der nationaldeutsche Jude · 1927-05-01 · Nr. 3 a (Sondernummer) (Mai 1927) · p. [Seite]

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1927
Issue
Nr. 3 a (Sondernummer) (Mai 1927)
Date
1927-05-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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T das besonders die Jugend unfähig machen mutz, sich gefühlsmäßig voll in das deutsche Volkstum ^inzugliedern. Mit andern Dortent der Zionismus in seiner heutigen # otui. u njd in d-er Form. wie er in Zukunft allein ^nödlich lein wird, führt aus geradem Wege ins Ghetto zurück. Wenn die Herren B r o d n i tz und Holländer versuchen, ihre Gefolgschaft, zu einem Milgchen auf hiesem Wege zu verleiten, tun sie genau das. was ihnen in unserem Aufruf vorgehaltcn wurde: sie schaffen ein .freiwilliges Ghetto größten Maßstabes". Und ffe werden nicht einmal in der Weise auf ihre Kosten kommen, daß sie in diesem Ghetto persönlich irgend eine Rolle spielen werden, denn ihre Rolle'tvird ausgespielt sein, sobald es ihnen gelungen ist, die deutschen Juden dorthin zu führen, wo ihrer Ansicht nach die .Befriedung" zu finden ist. Ist diese Arbeit getan, io können die Eentralvereins-Mohren gehen und die Herren Blumcnfeld, Klee und Genoffcn werden, das Weitere itz ihre bewährten Hände nehmen. Tie sogenanstten Deuischvöliknchen aber werden sich halbtot lachen, weil ihnen von jüdischer! Seite ein so schlagender Beweis für die jüdisch-nationale Einheitlichkeit der Juden geliefert oder, wie es in unserem Aufruf heißt, .ihr schon etwas brüchiger Antisemitismus neu organisiert" ivorden ist. Ter Verband n a t i o n a l d e wt sch e r Judfn ist vor wenigen Wochen in das siebente Jahr seines Bestehens eingetreten. Wir haben zu jeder Zeit unserer Verbands-Arbeit erklärt, daß wir den Augenblick ersehnen, in dem wir den Verband auflösen könneu, sofern der (5 e n t r a l v ö r e i n deutscher Staatsbürger jüdischeir Glaubens inzwischen die Aufgaben des Verbändes nationaldeutscher Juden übernommen und damit seine eigenen wahren Aufgaben wieder übernommen hat. Solange aber derartige Dinge möglich sind, wie die oben gekennzeichneten, ist e s d r i n g c n d nötig, daß unser Verband bestehen bleibt. Tie Mitglieder des Eentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, soweit sie gleichzeitig dieutschfühlende Juden sind, werden uns eines Tages dankbar' dafür lein, daß wir trotz der Beschimpfungen des Herrn vr^Holl ä n d e r nicht vorzeitig aufgehört haben, gegen die Schaffung cjner .Centralvereinigung de r G h e t t o f r e ujn b c“ arbeiten. Berbandsnachrichlen. Tiefe Nummer des Mitteilungsblattes erscheint als Sonder- Nummer vorwiegend zu dem Zwecke, um die Einladungzur Hauptversammlung in der satzungsmäßigen Form bekanntzugeben. Tie Nummer wird wnächst an unseres Verbandsmitglieder versandt. Eine Anzahl von Propaaanda- Eremplaren, die insbesondere zur Verbreitung in Kreisen der Ecntralvereinsmitglieder bestimmt sind, steht bei der Geschäftsstelle zur Verfügung. Wir sehen Anforderungen gern entgegen.! Tie nächste ordentliche Nummer des Mitteilungsblattes erscheint als Nummer 4, 5 und 6 in der ersten Hälfte des Juni dieses Jahres. Ter Vorstjand. _ Vücherschau. „Die weltgeschichtliche Bedeutung des Judentums und »eine Zukunft", von Or. Ernst Jo erg es. Verlag Karl Eurtius, Berlin 1927. j Ter Name des Verfassers ist unseren Lesern bekannt. Ernst Ioerges, der im März 1926 durch einen plötzlichen Tod abberufen wurde, war in den letzten Jahren; seines Lebens ein aufrichtiger Freund unserer Bewegung, in der er den einzigen Weg zu einer für Alle befriedigenden Lösung der Iudenfrage sah. Tie jetzt herausgegebene Schrift lag im wesentlichen fertig vor, ehe er unseren Verband und unsere Bestrebungen kennen lernte. Ter Verfasser hat im' Laufe der Jahre manches hineingearbeitet, was als Frucht! seiner Berührung nrit uns angesehen werden muß. Die letzte Hand an sein Buch zu legen war ihm nicht mehr vergönnh Die Leser unseres Mitteilungsblattes, denen die in dem Iahte 1925 von Ioerges bei uns veröffentlichten Aufsätze bekamst sind, werden den Unterschied zwischen den in diesen Aufsätzen zum Ausdruck gelangenden berichtigten Auffassungen und den Anschauungen. wie sie in der jetzt vorliegenden, aus dem Nachlasse herausgegebenen Schnft erkennbar sind, deutlich wahrnehmen. Wir begrüßen das Buch trotzdem als den Versuch eines ehrlichen Menschen, mit Ruhe und Sachlichkeit und mit tiefstem wissenschaftlichen Ernst zu einem Problem Stellung zu nehmen, das ihn als deutschfühlenden und vaterlandsliebenden Nichtjuden m'cht minder bewegte, als es uns nationaldeutsche Juden bewegt. Eine ausführliche Besprechung behalten wir uns vor. M. N. Neuer Wahlprolefi iu Berlin. Wir beziehen unS auf die Notiz .Wahlprotest, in Berlin" in Nr. 1 bis 3 untere» Mitteilungsblattes, Seite 12. Inzwischen ist die traurige Komödie um einen weiteren Aufzug vermehrt worden. Der zionistische Wahlleiter, Herr KareSki. hat eine Sitzung einberufen, die nach feiner Ansicht als Sitzung der .Vereinigten Wahlausschüsse" die endgültige Prüfung deS Wahlergebnisses unter Berücksichtigung der früheren Protestpunkte vornehmen sollte. Die Einberufung dieser Sitzung und die Handhabung deS Prüfungsgeschäftes in der Sitzung selbst hat einer Gruppe unserer Mitglieder Veranlassung gegeben, einen neuen Einspruch bei dem Herrn Polizeipräsidenten zu erheben. Wir geben im Folgenden den Schlußabsatz der umfangreichen Einspruchschrift wieder: Die oben gerügten Verstöße gegen ein ordnungsmäßiges Wahl- und Ermittelungsverfahrcn müssen meiner Ansicht nach in jedem Falle dazu führen, daß die Borgänge in der Sitzung vom 10. April 1927 als ordnungs mäßige Ermittelung außer Betracht bleiben und diese ordnungsmäßige Ermittelung von neuem nunmehr wirklich ordnungsmäßig vorgenommen wird. Eine solche wirklich ordnungsmäßige Ermittelllng wird aber nieiiter lieberzeugung nach gar nicht möglich sein, denn die Lrdnnngswidrigkeiten beruhen ja gerade darauf, daß bei der Wahl vom 16. Mai 1926, bei der Prüfung bzw. .Fest, stellung" der Ergebnisse in den einzelnen Bezirken und bei der darauf folgenden .Ermittelung" des Wahlergebnisses seitens der sogenannten» vereinigten Wahlausschüsse i n ein-er Weise verfahren worden ist. die sich heute schlechthin nicht wieder gut machen läßt, zi»inal die Stiminzettel zum großen Teil, in einem Fasle sogar das Protokoll, nicht mehrvorhanden sind ilnd sich wahrscheinlich niemals in ehr mit Sicherheit wird fett ft eilen lassen, wie d i e Personen, die a m 16. M ai 1926 alS Mitglieder der einzeln e n W a h l a u s s ch ü ff c f u n g i e rt! h a b en, zu ihrer Tätigkeit gekommen sind.! Gerade deshalb erscheint mir ein Versuch, die seinerzeit begangenen tatsächlich irreparablen Verstöße doch noch zu reparieren, völlig aussichtsl os. Eia solcher Versuch muß, so oft er wiederholt wird, imtner wieder scheitern und führt in letzter Linie ntur zueinerweiteren Verzögerung der - jetzt schon feit fast einem Jahr verzögerten Angelegenheit. Die Geschäfte der Jüdischen Gemeinde zu Berlin können seit einem Jahre nicht m da ein präsenjk ehr ordstu n'gmäßig geführt werden, e ordirjun gSmätzig gewählte Reanten-Verfammlung nicht vorhanden ist. Werden noch weiterhin fruchtlose Versuche unternommen, die s. Zt. in unglaublich fahrlässiger Weise gehandhabte Wahl nach - träglicks „ cinzurenken", so kann das Ergebnr^ nur sein,!daß der ZU st and derUngewißhe.it darüber, wer eigentlich die Gemeindegeschäfte zu führen hat, bis auf weiteres fortdauert. Zur Vermeidung jedes Mißverständnisses erkläre ich schon jetzt mit aller Bestimmtheit, daß ich und meine Vollmachtgeber sich mit irgendwelchen Versuchen, einem unmöglichen Wahlvorgang nachträglich den Anschein der O rd n u n g s m ä tzi g kei t zu verleihen, unter keinen Umständen abfinden.daß wir vielmehr die völlige Aufhebung der Wahl und die Anordnung einer Neuwahl mit allen zu - lässigen Rechtsbehelfen bis zur höchsten. Instanz betreiben »verden. Ich bitte daher ganz ergebenst, in eine ernste Prüfung darüber einzutreten, os nicht schon unter diesem Gesichtspunkt die sofortige Ungültigkeitserklärung als das im Interesse aller Beteiligten zweckmäßigere und allein aussichtsvolle Verfahren erscheint. Wie wir hören, hat inzwischen der Vorstand der Berliner Jüdischen Gemeinde, wie nicht anders zu erwarten war. dem Polizeipräsidenten erklärt, daß er den Einspruch nicht für begründet halte. Wir nehmen an. daß diese Aeußerung des teils zionistischen, teils stark .ruhebedürftigen" Vorstandes den Herrn Polizeipräsidenten ebenso wenig beeinflussen wird, wie daß Geschrei der Zionisten in den am 5. d. M. veranstalteten, vorwiegend von Ostjuden besuchten Protestversammlungen. Verlag: Verband nalionaldeütscher Juden e. B . Berlin W 35. BlumeShof S. Verantwortlicher Schriftleiter: Or. Manfred Blochert, Bln.-Ebarlotreuburg. — Für Herausgabe und Echlciflleituug in Oesterreich verantwortlich t Verband natioualdeutfcher Juden Wien VH, Hirchengafie 18. — Druck: Rob. Rohde A.«.f " ~ --

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