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Der nationaldeutsche Jude · 1927-01-01 · Nr. 1-3 (Januar/Februar/März 1927) · p. Seite 16

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1927
Issue
Nr. 1-3 (Januar/Februar/März 1927)
Date
1927-01-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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16 -« toll, in die „anderen" Kreise hineinzugehen und den vermeintlichen Gegner, der vielleicht im Grunde gar kein Gegner ist, wirklich kennen zu lernen, kann nur begrübt werden. Wir wollen hoffen, dah gerade von den Parteigenossen des Verfassers seine Mahnung beherzigt wird. Vielleicht ergibt sich dann auch eine vernünftigere Umstellung zu den Juden, von denen ja viele Deutschnationale glauben, dah sie nicht! erst mit ihnen in Berührung zu treten brauchten, da ihnen die ccherflächliche Bekanntschaft mit irgend einem jüdischen Pferdehändler völlig genügt, um „di/: janze Rasse" zu durchschauen. Verbandsnachrichlen, 1. Berlin. Am 1. Februar d. I. fand ein 'Jüj i t - gliederabend mit Gästen statt, an dem Herr Redak teur Johannes W. Harnisch den einleitenden Vortrag hielt. Das Thema lautete: „Die Wurzeln des Antisemitismus". Der Redner legte in freiem Bor trag vom Standpunkte des den Antisemitismus grundsätzlich ablehnenden Nichtjuden dar. wie durch das Verhalten majicher jüdischer Kreise Mihverständnisse heroorgerufen and bestehende Fehlmeinungen bestärkt werden. Er bezeichnete es als die vornehmste Pflicht der nationaldeutich fühlenden JudeG die Mihstände, die sich in dieser Hinsicht zeigten, s e l b st zu unterdrücken und, bei der grohen Zahl der Mitläufers die heute noch der Antisemitismus hat, die Meinung nichts auflommen zu lassen, das; „die Juden" unter allen Umstqnden Zusammenhalten und selbst solche Stammesgenossen in: der Oeffentlichkeit decken, deren dem deutschen Vaterlande fchädliches Verhalten ihnen selbst nicht zweifelhaft kein kann. Der insbesondere durch seine Wärme und Offenheit wohliuend berührende Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. In der Aussprache kamen neben Verbandsmitglitdern auch einige Gälte zu Wort. Am 8. Februar dieses Jahres fand im Logeifhaus ,u Eharlotlcnburg eine Kundgebung mit Aussprache statt, die von Vorstandsmitgliedern unseres Verbandes gemeinsam mit führendenPersönlichkeiten anderer jüdischer O rganisatioaen, insbesondere der Vereinigung für das liberale Judentum, einberufen war. Der grohe Saal war dicht gefüllt. Die Leitung der Versammlung lag in den Händen unseres Vorstandsmitgliedes Rechtsanwalt Walter Simon. Hauptredner waren der Prediger der Berliner jüdischen Reformgemeinde Herr Dr. Karl Roienthal und der evangelische Pfarrer und Prioatdozent der Th'eologie Herr luc. Dr. Haack ('Breslau). Beide Redner wandten sich.mit eindringlichen Worten gegen die Gründung des Pro Palästfna - Komitees, sie legten dar, wie verfehlt die bei der Gründung des Komitees vertretene Ansicht ist,- dah es sich um ein hü/nanitäres oder der deutschen Wirtschaft nünliches Werk handele, und kamen zu dem Ergebnis, dah auch dieses Komitee nur eine neue Form der das ganze deutsche Volk, nicht nur die deutschen Juden, schwer schädigenden jüdrschnationalen Propaganda ist. In beiden Referaten kam das Bedauern'darüber zum -Ausdruck, dah angesehene Nichtjuden sich unwissentlich für die dem Deutschtum fremden und schädlichen Ziele des Zionismus haben ausnutzen lassen, stürmischer Beifall lohnte die rednerisch und gedanklich gleich (ausgezeichneten Ausführungen der beiden Hauptredners Die 'nichtjüdilchen Mitglieder des Pro Palästina-Komitees» die sämtlich eingeladen waren, hatten es zum gröhten Teil vorgegogen, der Einladung nicht Folge zu leisten: die anwesenden hüllten sich in schweigen. Ein ausdrücklich eingeladener zionistischer Redner zog seine Wortmeldung zurück, So kamen in der Aussprache, an der sich die Herren l)r. Mar Mayer, canct. mg. Unser, Dr. M. ©a Hi net, Dr. Mar Naumann und das Vorstandsmitglied des Centraloereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens Dr. Bruno Weil beteiligten, nur Stimmen der Zustimmung zu Gehör. Besonders bemerkenswert waren die sehr scharf gegen die zionistischen Treibereien gerichteten Ausführungen des Herrn Dr. Weil, und zwar gerade, weil der Centralverein selbst bekanntlichjeder klaren Stellungnahme zu dem Pro PakSstina-Komitee aus dem Wege gegangen ist, offenbar deshalb, weil einige seiner eigenen Vorstandsmitglieder dem Komitee angehören und andere, wie allgemein bekannt ist. mit dem Zionismus stark sympathisieren. Unter diesen Umständen wirkte die entschiedene Haltung des Herrn Dr. Weil, dessen Ausführungen sich sachlich gegen ' das V eoch alten seiner eigenen Vorstands-! k o I l e g e n richteten, besonders überraschend und erfreulich. : Am Schlüsse der Versammlung wurde nach kurzen Schluhj warten der Referenten mit überwältigender Mehrheit bie! nachstehende Entschliehung angenommen: „Die heute im Logenhaus versammelten, von deutsch-; fühlenden Juden verschiedener politischer^ und religiöser Rich4i«,gen zusammenberufenen Deutschen erheben schärfsten Einspruch gegen die hemmungslose Agitation des Zionismus, die geeignet ist, weite Kreis« der deutschen Juden, insbesondere die leicht beeinfluhbare Jugend, dem deutschen Vaterlande zu entfremden und schwere Zerwürfnisse in viele Familien zu tragen. Die Werbung für den Aufbau des englischen Mandatslandes Palästina, das niemals auch nur eine erträgliche Heimstätte deutschgeborener Juden, viel weniger noch e,n selbständiger Judenstaat werden kann, muh nach Ueberzeugung der Versammlung die Wirkung haben, im deutschen Vaterlande selbst ein bewuht undeutsches Empfinden zu züchten, das die Einheit des deutschen Volkes und die Gleichberechtigung aller deutschen Volksgenossen aufs Schwerste gefährdet. Diese Gefährdung ist keine „innerjüdisch e", sie ist eine deutsche Angelegenheit. Die Versammlung bedauert, dah Männer und Frauen, deren deutsches Nationalgefühl über jeden Zweifel erhaben ist, sich in völliger Verkennung der tatsächlichen Verhätnisse haben bewegen lassen, dem Pro Palästina-Komitee beizutreten. Sie werden jetzt von den Zionisten als „Freunde des Zionismus" bezeichnet und als Aushängeschild benutzt. Die Gründung des Pro Palästina-Komitees ist von zionistischer Seite deshalb betrieben worden, um jüdischnationale Bestrebungen zu fördern, die auherhalb der jüdisch-völkischen und der antis-emitisch-deutschvölkischen Kreise von jedemguten Deutschen, gleichviel welcher Pa rteirichtung. mit Entschiedenheit abgelehnt werden müssen." — — Am 14. Februar veranstaltete unsere Jugendgruppe einen T a n z t e e, der sehr angeregt verlief. Am 15. März fand ein Vortragsabend statt. Unser Vorstandsmitglied Herr Rechtsanwalt Walter Simon sprach .über das Thema: „Deutsche Volksgemeinschaft oder freiwilliges Ghetto?" Der Referent legte unter Anführung einer Reihe tatsächlicher Vorgänge, die an anderen Stellen dieses Blattes ausführlich behandelt sind, die ungeheuren Gefahren dar, die aus dem verblendeten Verhalten gewisser jüdischer Kreise sich ergeben. Der 'ehr klar disponierte und eindrucksvolle Vortrag klang in das Bekenntnis aus: „Kein neues Ghetto, gleichviel unter welchem Vorwand, sondern deutsche Volksgemeinschaft aller Juden und Nichtjuden, die national empfinden!" Der Vortrag wurde mit starkem Beifall ausgenommen. In der Diskussion wurden noch einige Einzelfälle zur Sprache gebracht, die zur Illustrierung der ernsten Lage beitrugen. Unser Vorsitzender. Herr I u st i z r a t Dr. Lieg mann, wandte sich mit besonderem Nachdruck gegen das verständnislose Verhalten gewisser Führerpersönlichkeilen des Centralvereins. 2. Halle.' Ueber den Vortrag des Herrn Justiz rat Dr. Siegmann, der in der vorigen Nummer des Mitteilungsblattes erwähnt wurde, erschienen in mehreren Zeitungen eingehende und zustimmende Berichte. 3. Breslau. Am 17. Januar sprach auf Einladung der Ortsgruppe Breslau Herr Dr. Mar Naumann über das Thema: „Pro Palästina oderfürDeutschland?" Der grobe Saal des Hotels „Vier Jahreszeiten" war dicht gefüllt. Der Redner, dessen Ausführungen sich mit den an anderer Stelle dieses Blattes wiedergegebenen Darlegungen gegen die Gefahren der Pro Palästina-Aktion deckten, fand lebhaften Beifall. Von den anwesenden Zionisten ergriff hemerkenswerterweise keiner das Wort. Dagegen wurden die Ausführungen des Hauptredners von einer Reihe nichtjüdischer Gäste sowie von dem Vorstandsmitglied unserer Ortsgruppe Breslau. Herrn S a n i t S t s r a t Dr. Alerander, begrübt und unterstrichen. 4. Rednerkursus. Der nächste Kursusabend findet am Donnerstag, den 7. April d. I., abends 8 Uhr. bei Unser (Berlin Nürnberger Str. 66) statt. Es ergehen besondere Einladungen. 5. Lebensrettung. Wir berichteten in einer unserer früheren Nummern, dah unser Mitglied Herr Apotheker Kurt Lewy einen jungen Mann mit eigener Lebensgefahr vom Tode des Ertrinkens gerettet hat. Dem mutigen Lebensretter ist jetzt die Rettungsmedaille verliehen worden. 6. Jungengruppe nationaldeutscher Juden. Fahrten und Heimabende. Fahrten: 10. April. > *9 Uhr morgens, vor dem Schlesischen Bahnhof. Haupteingang. Fahrkarte Strausberg. Rückkehr gegen 6 Uhr. Führung: H. Zeimann. 1. Mat. 8 Uhr morgens, auf dem Bahnhof Charlottenburg. Fahrkarte Potsdam. Rückkehr gegen 6 Uhr. Führung: K. Hartwich. Heimabende: 6. April, V-6 Uhr abends, bei Ernst Jacoby, N.. Schwedter Str. 267. Leitung: H. Samter. 20. April, V28 Uhr abends, bei Kurt Hartwich. Charlottenburg. Schillerst!. 62. Leitung: R. Wolff.? Der Vorstand.

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