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Der nationaldeutsche Jude · 1926-11-01 · Nr. 11/12 (November/Dezember 1926) · p. Seite 19

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1926
Issue
Nr. 11/12 (November/Dezember 1926)
Date
1926-11-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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HU« - 19 - Derbandsnachrichlen. 1. Berlin. Als erste gröbere Veranstaltung in diesem Winter fand im Logenhause ein Vortragsabend mit Aussprache statt. Das Referat hielt unser Verbandsoorsitzenver Justizrat vr. Georg Siegmann über das Thema „Das deutsche Judentum am Scheidewege". Der Vortragende entwickelte in freier Rede den heutigen Stand der Judenfrage und kam zu dem Ergebnis, dastj der deutsche Jude von heute nicht länger „fortwursteln", könne, sonder» sich zwischen Nationaldeutschtum oder Nationaljudentum entscheiden müsse. Der Vortrag klang aus in die Worte: „Das deutsche Judentum steht am Scheidewege! Hie Zionismus und jüdische Volksgemeinschaft. hie nationaldcuisches Judentum innerhalb der deutschen Volksgemeinschaft. Nationaldeutsche Juden und Nichtjuden gehören zusammen in die Front gegen antideutsche Einflüsse von austen und i n n e n." In der lebhaften Aussprache, die dem mit Beifall aufgenommenen Vortrage folgte, ergriff eine Anzahl nich!- jüdischer Redner das Wort. u. a. Rechtsanwalt Zeit - schel und ltr.de la Porte sowie RedakteurHarnifch. Alle diese Redner wandten sich mit gröhter Schärfe gegen die Versuche der von uns sogenannten „Zwischenschicht , das Wesentliche der Judenfrage zu vertuschen und an Stelle einer entschiedenen Wahl zwischen Nationaldeutschtum und Nationaljudentum eine Kompromihlerei. ein laues und unzuverlässiges Halbdeutschtum zu sehen. Erscheinungen wie der (inzwischen verstorbenes Siegfried Jacobsohn und Literaten ähnlicher Einstellung wurden von den christlichen Rednern besonders angeführt. um hervorzuheben, wie das undeutsche Wirken eines einzelnen Juden weitere Kreise zieht und Tausende von neuen Antisemiten züchtet. Bemerkenswert war auch das Auftreten de^ Redakteurs der „Staatsbürger-Zeitung" Rudolf Lebius, der mit offenbarem Willen zu Verständnis und Verständigung die geistigen Grundlagen unserer Verbandsbestrebungen zu würdigen versuchte, dabei aber durch grobe Mibverständnisse und Unklarheit den Widerspruch und zum Teil die Heiterkeit der Versammlung hervorrief. Nachdem noch verschiedene Redner aus dem Kreise unserer Berbandsmitgliedcr gesprochen hatten und als Vertreter der z i o n i st i giebig zu strebungen chen Organisation Herr vr. Glaser aus- Worte gekommen war, fasste der Hauptredner in seinem Schluhwort noch einmal Zweck, und Ziel unserer Bc- „...I'dahin zusammen: Wir wollen an den deutschen Juden deutsclze Erziehungsarbeit leiste» und wollen mit den nationalgelinnten deutschen Nichtjudcn Hand in Hand arbeiten, um die bestehenden Vorurteile allmählich zu zerstreuen, damit die Zeit komme, in der niemand mehr von deutschen Juden, sondern jeder nur von jüdischen Deutsch e n r e d e. 2. Jungengruppe nationatdeutscher Juden. Fahrt e n - zettel und Heimabende: Fahrt: 19. Dezember (Sonntag). 9 Uhr morgens, von dem Stettiner Vorortbahnhof. ^.Fahrkarte Birkenwerder. Rückkehr gegen 5 Uhr abends. Führung Reinhard Wolff. Heimabende: 15. Dezember. 8 Uhr abends, bei Wolff, Charlottenburg. Dernburgstr. 46 (Leitung Jeimann). 29. Dezember, 7\'-> Uhr abends, bei Hartwig. Charlottenburg. Schillerstr. 62. (Fröhlicher Abend, Vorfeier für Sylvester.) im 3. Jugendgrupor Berlin. Ein Tanztee mit Gästen wird Januar stattfinden. Es ergehen besondere Einladungen. 4. Rednerkursus. Der Rednerkursus fällt im Dezember aus. Für Januar ergeht besondere Nachricht: 5. Lebensrettung. Durch die Zeitungen ging vor einiger Zeit die Nachricht, dah Herr Apotheker Kurt Lewy zu Berlin, Wichmannstr. 24, einen jungen Mann mit eigener Lebensgefahr vom Tode des Ertrinkens gerettet hat. Wir freuen uns, mitteilen zu können, dah der mutige Lebensretter seit Jahren unser M i t g l i e d ist. 6. Halle. Der Vorstand der Ortsgruppe fetzt sich jetzt zusammen wie folgt: V orsitzender: Rechtsanwalt Ludwig Meyerstein. Engerer Vor st and: Regierungs-Baurat Berg Hauer, , Facharzt Dr. EoldZtücker. Kaufmann Willy Lewin, Kaufmann Waldemar Müller. Kaufmann Alfred Rosenthal. ' Jugendgruppe: Fräulein canct, mecl. Judith de L e v i e. Beisitzer: Inspektor S. K j s s i n g e r, Kaufleute Julius Joseph, Curt Lewin. 2. Rautenberg. Alle Nachrichten find an den Schriftführer Herrn Waldemar Mü.ller, Bismarckstr. 12, zu richten. Am 8. Dezember hielt unser Verbandsoorsitzender I u st i z - rat vr. Siegmann in Halle einen Vortrag über das gleiche Thema, wie vorher in Berlin. Seine Ausführungen rburden mit lebhaftem Beifall ausgenommen und Aussprache von Herm ,Sanitätsrat vr. O h e i m e r, dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemein allen wesentlichen Punkten zustimmend begrübt. Blätter haben wohlwollende Berichte veröffentlicht , 7. Breslau. Zum Vorsitzenden der Ortsgru^ I>r. Rudolf Cohn, Frobenstr. 3, gewählt in der pende. in i Mehrere 8. Danzig. In einer Mitgliederversammlung mit die von Oberlehrer Friedländer geleitet sprach Vr. Semi Meyer über „Alte und Ideal e". Die Notwendigkeit, gerade in den vom Mutterlande abgetrennten Gebieten deutsche Kulti deutsche Art zu pflegen, kam sowohl in dem Vörtrcg. in der anschliestenden Aussprache zum starken Au^drup. pe ist oorden. Gästen, wurde, n e u e deutschen r und wie In seinem Schluhwort wies -der Vortragende darauf hin. dah die nationaldeutschcn Juden gerade jetzt sich unlöslicher als je mit dem Deutschtum verbuhden fühlen, dag sic ihre Kinder im Deutschtum erziehen und die Verständigungsarbeit solange fortschcn werden, bjs der Weckruf des Verbandes von allen, ausgenommen wird,' für die et bestimmt ist. “ ] Musikalische Darbietungen oeschlos en den wohlgelüngenen Abend. 9. Wie». Wir bedaucrü, in der vorliegenden , wegen Raummangels nicht ausführlicher über die eifrig« unseres Wiener S ch w c st e r v e r b a n d c s bericht können. Für die nächste Nummer des Mitteilung^ glauben wir eingehendere Mitteilungen Zusagen zu düfi Das Sekretariat d!es Verbandes befind jetzt Wien VII, Kirchcnlgasse 18. Tür 12, H 36 — 8 — 40. Kanzleistundc« 11—12 Und 3—6 Uh Samstag. Für, den Anfang des nächsten Jahres ist ein , Vortragsabend in Aussicht genommen, zu dem Berlin standsmitalieder unseres Verbandes auf Einladu Wiener Schwcsterverbandes erscheinen werden. Der bekannte Zionist Professor vr. Franz O h c i m c r hielt in Wien den gleichen Vortrag, iibci Berliner Wiederholung in diesem Blatt ausführlich ist. Nach den Mitteilungen unserer Wiener Fremisd nach den sehr ausführlichen Nachrichten der Wiener ist "-anzunehmen, dah Professor Oppenheimer sich » sehr wesentlich schärfer ausgedrückt und seinen Pessist bezüglich der künftigen Entwickelung des Palästina ~ viel deutlicher bekundet hat. als später in Berliy. 1 richt, den uns unser Wiener Schwestervcrband übci Vortrag sandte und den wir als zeitlich überholt nicht mehr zum Abdruck bringen können, führt zeichnende Ueberschrift: „Die Wiener Zioniste dem Zusammenbruch" und de» Untertitel f e s s o r vr. Oppenheimer sagt endli Wahrheit ü b e r P a l ä st i n a". Bezeichnend war dah Oppenheimer seinen Berliner Vortrag mit sehr lichen Darlegungen einlcitete, die offenbar dazu bestimm den Eindruck seines pessimistischen Wiener Vortrages abzuschwächcn, wie es »die Ehrlichkeit des Vortragender zulieh.; Charakteristisch für die! Wiener Verhältnisse einige Mitglieder un festes Verbandes, di sehr ruhige und sachliche Zwischenrufe machten, von den aufgeregten und offenbar zudem über den des Vortrages enttäuschten Zionisten umringt ynd mit lichkeiten bedroht wurden. Nummer Arbeit en zu ssblattes fen. et sich olephon auher < rösterer VoriHl des ppen - dessen icrichtet e und tungen Wien c> it, dast einige sofort Inhalt T ä t - 10. Frankfurt «. M. Der Vorsitzende unsere«! Ortsgruppe. 2 u st i z r a t vr. Joseph, ist verstorben: Die Stelle Todesanzeige der Ortsgruppe erscheint an anderer ,. dieses Blattes. Eine Gedächtnisfeier, die sehr stimm« ngsvoll verlief, wurde vom Frankfurter Verein für Luftfalrt und vom Frankfurter Automobil-Klub, denen beiden de: Ver, storbene in hervorragender Stellung angehörte, veronstaltet Eine Reihe von Rednern würdigte die Verdienste dis Verstorbenen um die national« . Sache, det er auf dfn verschiedensten Gebieten diente. In den Zeitungsberichten " die Teilnahme einer Abordyung unseres Verbandes gehoben. Die Geschäftsführung de S. W. Hetz. Goethestr r Ortsgruppe hat zunächst Herr 2, übernommen. 11. Borstand. In den stand ist das bisherige MitgK Direktor vr. Julius genommen. ikngeren (geschäftsführende t ied des weiteren Vorstcnst e r t h e r. durch Zuwc Der Bor'tl SB Schriften^» des Verbandes natioualdeulfcher Zrrd Zu beziehen durch die | Geschäftsstelle Berlin, W 35, Blumeshof r...i.... »SINUS Werkes er Bediesen leidez >ie bcn . v o r ,P r o - d i e ja auch, csusführwaren, so weit irgend ist auch hervor- ) Vors. Herr hl aufand. en. 9.

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