Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1926
- Issue
- Nr. 7/8 (Juli/August 1926)
- Date
- 1926-07-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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7 i feilt Wort ohne weil eres auch vor Gericht Geltung erhalten wird." Wir müffen schon sagen, daß wir diele praktische Nutzanwendung seiner kritischen Betrachtungen über nationaldeutsches Judentum sonderbar, höchst sonderbar finden. Denn selbst wenn ihm in diesen Betrachtungen Punkt für Punkt zugestimmt werden müßte, so wäre damit für die Beurteilung der Streitfrage, ob Herr Marx gegen Herrn Peyser, oder Herr Peyser gegen Herrn Marx unbegründete Vorwürfe erhoben habe, noch nicht das Mindeste entschieden. Hier handelt eS sich bekanntlich um die Beschuldigung der Fälschung zu Zwecken der Polemik. Fälschungen aber kann man ebensogut für eine notwendige und nützliche, wie für eine überflüssige und schädliche Sache begehen, lind wenn Herr Adam Röder den integren Charakter des Herrn l)r. Marx hervorhebt, so will er damit hoffentlich nicht etwa mittelbar gesagt haben, daß Herr vr. Peyser etwas anderes als ein gleichfalls durchaus integrer Charakter sei. Herrn Röder dürste ja, wenn wir nicht sehr irren. auS seiner eigenen Lebenserfahrung hinreichend bekannt sein, daß auch schon vor Herrn Marx manch ein integrer Charakter sich im Gerichtssaäl mit Anschuldigungen auseinandersetzen mußte, die mehr oder weniger peinlicher Natur waren, und daß die Entscheidung dabei trotzdem nicht lediglich und „ohne weiteres" von seinem Wort abhängig gemacht wurde. Der Richter muß sie. wie Herr Röder ebenfalls weiß, hören alle beide, und wenn er nicht gerade, was wir nicht hoffen wollen, zu den näheren Freunden des Herrn Marx gehört, so wird er besten Glaubwürdigkeit von vornherein um keinen Deut höher einschätzen, als diejenige des Herrn Dr. Peyser. der seine große Arbeitskralt in uneigennütziger Weise den im Verband nationaldcutscher Juden vereinigten Israeliten zur Verfügung stellt. Oder glaubt etwa Herr Rpder, daß es vor dem Karlsruher Gericht einen Unterschied machen wird, ob der eine integre Charakter für den Centralverein, der andere für unseren Verband gearbeitet hat? Oder glaubt er das nicht, und möchte eben deswegen durch seine auffällige Stimmungsmacherei ein bißchen Vorsorgen? Und ist dieser Gedanke, so muß nian dann weiter fragen, in seinem Kopfe entsprungen, oder vielleicht von anderer Seite in gleichfalls „völlig uneigennütziger Weise" ihm irgendwie nahegelegt worden? Wir können natürlich nicht seststellen, wir können nur Fragen aufwerfen, Fragen, die Herrn Adam Röder etwas peinlich sein müffen, die er aber selber verschuldet hat, durch die sonst in Deutschland ganz und gar nicht übliche Art, in einen schwebenden Prozeß zugunsten einer Partei eingreifen und die Unbefangenheit des Gerichts beeinträchtigen zu wollene Das berüchtigte „Gutachten" des C.-V. war schon schlimm genug, jetzt ist es durch diese Voreiligkeit des Herrn Röder womöglich noch überboten worden. Dem deutschen Judentum, das er gleichzeitig freundschaftlich vermahnt, sich nicht in politische Lager zu zerspalten und sich zum Gaudium der Antisemiten gegenseitig mit Schmutz zu bewerfen, hat dieser Freund des Herrn Marx mit seiner durch nichts begründeten Einmischung jedenfalls einen sehr schlechten Dienst erwiesen. S. B. Der jüdische Lgpus. Auf der Gesolei in Düsseldorf hat der Berliner SanitSlsrat l)r. Cr.elIitzer. dessen Arbeiten auf dem Gebiete der Familienforschung bekannt sind, sehr interessante Typentafeln ausgestellt. In Vorträgen und Veröffentlichungen unseres Verbandes sind häufig die unleugbaren Einflüsse der Umwelt auf den äußeren Habitus des Menschen betont und ist bedauert worden, daß erakte wissenschaftliche Forschungen auf diesem Gebiete fehlen. Die C r e l I i tz e r'schen Tafeln stellen einen bedeutsamen ersten Schritt auf diesem vernachlässigten Gebiet dar und beruhen noch dazu auf einer sehr originellen und objektiven Methode. Czellitzer. der so freundlich war, uns seine Erläuterungen zur Verfügung zu stellen, schreibt hierzu: Was man gewöhnlich unter „jüdischem Typus" versteht, ist keineswegs auf die Juden beschränkt. Dieser Typus findet sich nach S t t a tz „bei einzelnen Individuen und Familien unter alle» Rassen der Erde. Er ist weder ein Stammesnoch ein Rassencharakter, sondern eine durch starke, Jahrhunderte dauernde Inzucht erblich gewordene Anhäufung von individuellen Abweichungen . . . . Die Juden ähneln in ihrer äußeren Erscheinung dem anthropologischen Typus ihrer Umgebung. Das ist nicht zu emären durch Vermischung (Mischehe), sondern durch d,e Wirkungen, die Klima, Ernährung. Lebensweise. Denkweise. Sitte und Mode auf die Körper» form ausüben. Daher finden' wir in Polen und Rußland lehr viel ..slawische" Typen, in Italien. Südfrankreich „r o - manische", in Rordafnka „arabische. tn Deutschland, England. Skandinavien „germanische" unter ihnen. to totalmar 1 Die Juden zerfallen in zwei, nach Herkunft, Gebetsritus, Aussprache des Hebräischen und Wohnland verschied -ne. une große Gruppen: die Sephardim, Rachkom nen den, scheu bzw. der aus Spanien vertriebenen Juden die in Rordafrika, auf dem Baltan und in der »Levante le >en und nur etwa ein Zehntel aller Juden ausmachen — — und die Aschkenasim, zu denen die große Masse aller Juden gehört. die in Rußland. Polen, Deutschland und Ameril a leben. Rur vereinzelt in den Küstenstädten der Nordsee finden sich in Holland, England und Deutschland Sephardim. Aich diese sind übrigens keine einheitliche Rasse, -wenn auch b:i ihnen schwarzäugige, dunkelhaarige, kleine Menschen mit schmilen Gesichtern und schmalem Schädel die Mehrzakchbilden. Sie spielen . für eine Betrachtung der deutschen Juden keine wesentliche Rolle! Wie sieht nun der aschkenasische Jude aus? Um für diese Frage «ine nicht durch willkürliche. 'Auswahl diktierte Antwort zu findeii, ist hier zum ersten Male »er Versuch gemacht worden, aujs Paßbildern junger O st - j u d e n. die auf dem Wege nach Uebersee Deutschlanl passierten, eine Reihe von Tafeln zu gewinnen. Sie zeiien uns diese Menschen in der natürlichen Folge, wie sie duuhkamen, ohne daß die in anthropologischen Bildwerken übliche Auslese , nach „charakteristischen" Typen stattgefunden hätte, die meistens nur charakteristisch ist für den Anthropologen, der ausli-st! Der erste Blick zeigt, daß mindestens bei den Männern, derjenige Typus, den Schmähschriften und Witzblätter als „jü-' disch" bezeichnen, nur in einem Bruchteil vorkommt, der zwischen 20 und 30"-» anzusehen ist. Reben diesen Leuten findet man sowohl die schmalen „nordischen" Köpfe wie die breiten „ostischen". \ Dieselbe mangelnde Einheitlichkeit finden wir, u enn wir die Frage ihres Haares und ihrer Augen betrachten: von den Abgebildeten hatten: I 58°» braune oder schwarze, also dunkle Aug«>n, 42°,» blaue, graue oder sonst helle Augen. Die Haarfarbe war dunkel bei 67°,», hell oder dunkelblond bei 30,5°», rot |bei 2.5°». Besonders wichtig sind in ihrer Häufigkeit die Kqmlnnationen:^ „blaue Äugen—Blondhaar" bei 8°», „dunkles Haar — dunkle Augen" 59°», während der Rest auf Mismlypen entfällt. Diese Proz ntzahlen passen gut zu den Angaben Fishbergs. Auch ihre Körpergröße liegt innerhalb der von von diesem und ande en Forschern gegebenen geringen Maße (durchschnittlich 161,5 :m>. Es ist hinzuweisen auf die an!anderer Stelle demonstrier!«: Verlängerung der Gestalt unter günstig«» Bedingungen. z. B. in Rew-Vorf auf 167,9 cm. in> Westen Londons auf 171,4 cm^ Sehr viele Gesichter zeigen in ihrer Art zu blicke l. in der Form der Lippen unb der/Nasenflügel (nicht des Raser rückens!) einen gewissen geistigen Ausdruck, den man mit Wort n schwer beschreiben kann. F i s h b e r g spricht von einem „Ghettogesicht" und sagt, diesig „sei nicht die Zusamimnfaffung des Resultats aus Teints Statur. Körpergröße. Rchenform, Backenknoihen. Lippen uns Kinn, sondern ein reiy s s ch e s Gesicht, wie das des Schauspielers, des Geistlichen usw.". Dabei sind diese Träger geistiger Gesichter in ihfei sozialen Stellung keine ausgelesene Oberschicht, sondern zu 80t» und Handwerker, zu 14"» Händler oder Kaufleute, freie Bemfe wie Lehrer. Studenten u. dgl. Rach der gleichen Methode sind aus Paßbildern 60l s Porträts gegeben. Höchstens 16 von diesen, also 26°». zeigen eigentlich jüdischen Typus. Auch der rein germanisch: Ty in Gesichtsschnitt, Haar- und Augenfarbe ist selten, 5°». Das Haar war dunkel bei 62°»: rot bei 1.6«/». llond bei 8°»: die Augen d,unkel: 60°», hell 40°».' Gerade di: Hälfte, 50° «, zeigte die Kombination „Dunkelhaar—Dunk laugen". Rur 5°.» diejenige: „Blau—blond". — Der Rest von §5°» sind Mischtypen. -:-“ '•{ Ahnen. Eine Plauderei vpn Dr. Bruno Rosen Ein Läckeln des Oberregierungsrats ließ mich ver Während er sein Einglais unter die erhöhte Brais sah ich ihn stirnrunzelntf an. Rach einer Weile langsam: „Verzeihung, Verehrtiester, aber Sie sprechen da sammenhang mit Ereignissen der deutschen Vergangen h unsern' Ahnen. Meine./-ja! Aber bie Ihren? » Hesekiel. Daniel oder, wenn 'Sie das vorziehen, di, Makkabäer... jawoll! Durchaus achtungswerte Leu dagegen zu sagen! Aber Barbarossa, der große Kurs: olle Friedrich — die machte ich boch lieber als un servatreckt anfordem. Ober sind Sie etwa anderer „Mein lieber Herr! Oberregierungsrat . . ." Er lieb das Einglas! fallen. „Mensch", sagte er, „nu werden Sie bloß n offiziell! Man kann sich doch über solche Dinge in - mütlichkeit unterhalten. Ich bin sogar mächtig neugi- Arbeiter nur 6°b grauen» berg. tummeni e schob, ägte er im Zweit von Jeremias, braven nischt ürst, der s e r Re- Ansicht?"!'ch gleich «liier Gewae :<ng. ■ta. ton riUta