Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1925
- Issue
- Nr. 1 (Januar 1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Der nMonMeutscheWe Mitteilungsblatt! des Verbandes nationaldeutscher Juden e. B. Das Mitteilungsblatt erscheint monatlich. Bezugspreis: Einzelnummer 10 Goldpfennig. Den Verbandsmitgliedern geht da« Blatt kostenlos zu. Geschäftsstelle des Verbandes: Berlin W 35, Blumeshos S (Fernsprecher: Bankkonto: L. H. Aretzschmar, Berlin W8, Jägerstr. 9 / Postscheckkonto: Bi Lützow 3069) Rr. 111231 Weite Jahrgang 1925 (Januar Nr. i Deutschfühlende Juden im Alpenverein! Ihr werdet jetzt täglich überschüttet mit Schriften, Gegenschriften und Zeitungsmeldungen durchweg aufteizenden Inhalts. Die deutsche ^ache de» Alpenvereiu» ist zur Parteisache geworden. Die Ueberrjeizthett beider Parteien kommt schon dadurch! zum Ausdruck, daß sie sich gegenseitig „deutschoölkisch" und ,^jüdischv3lkisch" betiteln. höret auch von u!ns ein! Wort, di« wir nicht im parteifinne.deütschvölkisch und gewiß nicht jüdischvölkisch find. Der verband nationaldeutscher Juden verurteilt auf da» Schärfste den Ausschluß der Sektion Donau» land. Gs kann Hein Zweifel darüber bestehen, daß Dieser Ausschluß von gewissen Sektionen lediglich aus Gründen der Iudenfeindschast betrieben worden ist und daß die nachträglich herangezogenen „Verfehlungen" der Sektton Donauland nur den Vorwand haben abgeben müssen. Der Ausschluß ist erfolgt» well man den judenfeindlichen Sektionen gegenüber eine auch durch da» Interesse de» Gesamtverein» nicht gerechtfertigte Nachgiebigkett gezeigt hat. Gin großer Teil der anderen Sekttonen, die ebenfalls für den Ausschluß Donaulands gestimmt haben,. ist selbst nicht judenfeindlich, hat fich aber in bedauerlicher Energielosigkeit von den judenfeindlichen Sekttonen ins Schlepptau nehmen lassen. Keiner, der nicht! selbst j ein verbissener Antisemit ist, kann darüber im Zweifel sein, daß dieses Unrecht später wieder gutgemacht werden muß. Aber ebenso kann niemand, der fich einen Rest von Besonnenhett bewahrt hat, darüber hinwegsehen, daß diese Wiedergutmachung erst erfolgen wttd, wenn eine gewisse Beruhigung der Gemüter eingetreten ist. Wer fich heute an Aftionen beteiligt, die prakttsch einen sofortigen Erfolg nicht versprechen, jedoch unbedingt die Gegensätze verschärfen, hilft nicht denen, die dar Unrecht beseittgen, sondern denen, die es verewigen wollen. Wir wissen sehr wohl, daß ein Teil derer, die solche überstürzten und prakttsch schädlichen rlkttonen betreiben, persönlich nicht »jüdischvölkisch" ist. Aber man sollte endlich erkennen, daß diest vermeinttichen Führer einer Gruppe pon Alpenvereins-Mttgliedern, seien sie Juden oder Nichtjuden, und vor allem ihre zahlreichen Mitläufer unwissenüich die Geschäfte zionistischer Elemente be»,, sorge^, deren letzte Ziele wirklich »jüdischvölkisch" find. Den zionistischen Drahtziehern kommt es auch hier, wie so oft auf anderen Gebieten, hauptsächlich darauf an, den einmal entstandenen Konflikt zwischen Juden und Nichtjuden nicht zur Ruhe kommen zu lasten, sondern den Spatt so lange zu verbrettern, bis er zur un» überbrückbaren Kluft geworden ist. Vas provokatorische Auftreten des preußischen Regiebung^zionisten Ministerialrat Dr» Badt in der Hauptversammlung! des Alpenvereins zu München hat bereits vielen deutschfühlenüen Juden die Augen geöffnet. Möge auch bei den übrigen bald die Besonnenheit einkehren! Wir wssten, daß im Alpenverein maßgebende nichhüdstche Persönlichkeiten, denen selbst jeder Judenhaß fernliegt, gerade jetzt daran arbeiten, die hinderniste zu beseittgen, die einem dauerhaften Frieden im Wege stehen. Diese in aller Sttlle begonnenen Arbeiten werden gestört und zur Wirkungslofigkett verurteitt, wenn sich Mitglieder des Alpenvereins zu weiteren, ebenso prakttsch zwecklosen wie im Ergebnis aufreizenden Akttonen verleiten lassen. Wir warnen nachdrücklichst vor der Betelligung an solchen Aktionen und empfehlen größte vorficht auch dort, wo die zionistischen Drahtzieher vorfichtig im Hintergründe bleiben, vor allem warnen wir nachdrücklichst davor, jetzt au» dem Alpenverein auszutreten, wer austritt, schaltet fich selbst aus Und beraubt fich der Möglichkett, für den Sieg der Vernunft und der Gerechttgkett mttzuarbetten. Der Dorftiand.