Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Journal
- Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Volume
- 1924
- Issue
- 5 (November 1924)
- Date
- 1924-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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'1 »»^»»»»» des Verbandes nationaldmtscher Juden e. V. : Das Mitteilungsblatt erscheint monatlich.! ' Geschäftsstelle Bankkonto: Bezugspreis: Einzelnummer 10 Goldpfentzig. Den Verbandsmitgliedern geht das Blatt kostenlos zu. des Verbandes: Berlin W S5, Blumeshos 9 < Fernsprecher: Lützow 3869) c. H. Kretzschmar, Berlin W8. JSgerstr.9 / Postscheckkonto: Berlin Nr. 111231 _!-7^!- ' " Jahrgang IS24 , November! Nr. S Zum deutschen Wahltag. " l In Breslau hat in öffentlicher VersarrWilung, die nur zur Erörterung der Judenfrage bestimmt war, ein Partei-Agitator dem Vorsitzenden unseres Verbandes die Frage vorgelegt: Wie «»ätzten St« am 7. Dezember? Die Beantwortung dieser demagogischen Frage, die im Schlußwort erfolgen sollte, ist durch das organisierte Gebrüll Und Gekreisch einer zionistischen! Sprengkolonne, Hie meist aus ostjüdifcher Jugend bestand, verhindert worden. -Pie Antwort soll an dieser Stelle erfolgen: . Der natisnatbeutsche Jude wählt nicht nach jüdischen, sondern au»schtielbli<tz nach dents^chen Gesichtspunkten. Gr wählt die Partei, r^on deren Abgeordneten die «ach seiner Aeberzeugnng für da» deut sche Vaterland fruchtbarste Politik zu erwarten ist. Daß er nicht moskowitisch wählt oder seine Stimme denen gibt, die auf Entrechtung der Inden hinarbeiten, versteht sich von selbst. Aber auch die« geschieht nicht innerster Linie um seiner selbst willen, sondern deshalb, weil diese Areise mit ihrer engstirnigen programmlofigkeit nur die Aräfte des deutschen Volkes in Geschwätz und Vundgebungs- Unfug verzetteln, weil sie Deu schland in aussichtslose Abenteuer verstricken wollen, weil sie das deutsche Vaterland immer von neuem dem haß und Gespött der gayzen Welt preirgeben. , Veutschltrnd braucht Santzmlung aller nationalen Aräste, die entschlossen find, eine Politik der Würde und des Wirklichkeit»- finstres zu treiben. Welche Parteien diesem Ziel am nächsten kommen^, muß jeder Deutsche nach eigenem Gewissen entscheiden. Aber »<>n vaterländischer Gewiffenspflicht weiß nichts, wer vgn deutschen Juden verlangt, daß sie „als Indes» zu l en Wahlen nur eine jüdische Stellung einnehmen", > wie es im vorigen Wahlkampf der Leiter einer >in Deutschland erscheinenden Zeitung, heute Reichstagskandidat, in einer Zionisten-Versammsung g 'fordert hat. Uebestragt den Satz aus dem Alljüdischen ins Deutsche lind euer Weg wird klar vor euch liegen: ,! ' Als Deutsche können wir zu den Wahlen nur eine deutsche Stellung einnchmenr _ Der Vorstand des Verbandes nationaldentscher Juden e. V. Maktkampf uncl Juclenkrage. Von vr. Mar Naumann. Zuerst abgedruckt in der „Berliner Börsen - Zeitung" Nr. 528 am 8. November 1824. Als wir im Frühjahre den jetzt mit Recht so verstorbenen Reichstag wählten, war von Deutschland kaum die Rede, desto mehr von den Juden. Es schien, als hätte die Judenfrage alle anderen Probleme aufgesogen: Ganz so schlimm scheint es diesmal nicht kommen zu sollen. Die Erkenntnis, daß wir in Deutschland immerhin noch einige andere Sorgen haben, ersaßt allmählich auch Volkskreise! die noch im Mai die Judenfrage für die Frage äller Fragen hielten. Einige Monate parlamentarischer Betätigung haben genügt, um die erschreckende Gedankenarmut und den Mangel an Wirklichkeilssinn zu entschleiern. die. für die geräuschvolle Gruppe der Nur-Völkischen kennzeichnend sind und die weit hineinreichsn in die Kreise der Auch-Völtischen. wie man im nationalsozialistischen Sprachgebrauch sagt. Ein klares Bild dieser Entwickelung geben die beiden verschiedenen Wahlaufrufe der Deutschnationalen Partei. Der erste Aufruf, der unmittelbar nach der Reichstagsauflösuüg erschien, sprach noch ganz im Hitlerstil von dem Ziel der „Freiheit von Judenherrschaft und Franzosenherrschaft'. Aber schon wenige Tage später wurde dieser Ausruf in Mer Form