Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Journal
- Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Volume
- 1924
- Issue
- Sondernummer (1A) (April 1924)
- Date
- 1924-04-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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starkem seelischem Druck »pro äowo dem setzt an unseren Vorsitzenden sich viele-, waS mehr all angreifbar und daspricht in diesem Zusänw geaen ihn. auseiner Laut nicht geistigen Freiheit auf Teilgebieten d m der Mentalität der kreise. in naiv ist seine Befürchtung, daß « Mitglieder au- Konjunkturpolitiken, offenbar nicht, daß enichtwen!, nationaldeutscher Jude zu sein, daß man schön, ein recht ge festigter Charakter sein muh, um unter dem Trommelfeuer von Dreck, davon recht- und links, von hinten und vorn auf uns ntederpraffest, nicht die Nerven zu verlieren. Und er nennt auch wieder in der NuSdrückSweise, die seinen Kreisen nun einmal geläufig ist. »jüdischen Seist'', waS doch nur der Seist bestimmter Schichten der Iudeuheit und gleichzeitig — leider — der Seist nicht weniger waschechter .Arier" ist. Aber die geschrieben ist. -Auch in richteten Schreiben findet Sr kann nun einmal. >e wohl eher für als er steckt bei aller im ganzen noch völlig^ er wurzelt. Seradezu Teil unserer Verbandsehe« könnte. Er weih all.Konjunktur" ist. ein Quintessenz scheint mir doch zu sein, daß tr eehrlich meint mit der Volksgemeinschaft nationaldeutscher Juden und Nichtjuden, und daß er nicht daran denkt, unS deutschgefinnt« Juden nur all Sprengpulver au-zunutzen, um uudaun mit bereit gehaltenem Fußtritt in die .jüdische Einheitsfront" zurückzulagen. vielleicht hat er bei Erstattung seine- Berichtsich der Versuchung micht erwehren können, «in wenig zu klug, zu nüchtern abwägend, zu „politisch" zu erscheinen. Auch für solch« menschlichen Schwächen dürfen wir wohl Verständnis haben, viele von denen, die ihn und zur Gesellschaft auch uns heute verlästern, machen enicht ander», wenn auch meist geschickter. Und sie rühmen ibr eigene- Verhallen als „Politik", während "sie dagleich« de» dem wahren «der vermeintlichen Gegner einfach Gemeinheit nennen. Mitglied: Schließlich find Politik und Gemeinheit keine Gegensätze. Man sagt ja. daß die Politik den Ebarakter verdirbt. Borst»dSmitßUed: Immerhin«S find noch nicht die schlechtesten Menschen, an denen «in Eharakter zu verderben ist. Dokumente rum „Pall Unken". Du» a» chenn Major Anker oerichtete Einladungsschreiben hatte folgenden Wortlaut: -Herrn Major Kurt Anker Lichterfelde. Sehr geehrter Herr Major! In der von Ihnen herausgeaebenen Zeitschrift wurden gelegentlich die Bestrebung«.» «Niere« Verbandes nationaldeutscher Juden in zuftimmendem Sinne erwähnt. Gestatten Sie mir, Itzwn in der Anlage eine Einladung au unser«? am 28. d. Mts. ftattfindmden Versammlung zu übermitteln, die Gelegenheit gehen wird, unsere Ziele näher danulegen Mid uns mit Anhängern sowie Gegnern unserer Bestrebungen aus-usprechen. Ich würde es begrübe», wem Sie der Einladung Folg« lellten und gegebenenfalls in der Aussprache das Wort ergreifen würden. " Mit vorzüglicher Hochachtung - 0r. Naumann,! Vorsitzender des Verbandes nationaldeutscher Juden «. V. Herr Major Anker antwortete bereits am folgenden Tag« mit folgendem Schreiben: Herrn Vr. Mar Naumann Tharlottenburg, l , Sehr geehrter Herr Doktor! Ihrer liebenswürdig»» Einladung, an der Versammlung Ihre» Verbandes nationaldeutscher Juden am 28. Ianuar teüzunehmen und gegrbenenfalls in der Aussprache auch - meinerseits dar Won zu ergreifen, werde ich sehr gern Und verbindlichst dankend Folg« leisten. Mit vorzüglicher Hochachtung Ihr sehr ergebener Anker» Major a. D. « In der Zeit zwischen der Versammlung und dein Erscheinen de» Artikel» im „Montag Morgen" <26. Januar bi» 31. Mürz) bestand zwischen Herrn Major Anker und uns keinerlei Verbindung. Am S. Februar 1924 erschien in der „Deutsch«» Zeitung" «ine Zuschrift des Herrn Major Anker, die wir bereit» in der vorigen Nummer des Mitteilungsblattes unter „Echo der Presse^' kn Auszug wiedergegeben haben und im folgend« dem Wortlaute nach wiedergebcn: Ter Vorstand des „Verbandes nationaldeutscher Juden" hatte mich zu dieser Versammlung «ingekaden und ersucht. Meine Auffassung zur Jude »frage in der Aussprache nmdgugeben. Nach der von ehrlichster lleberzeugung und geradezu fanatischem Deutsche mpfmden durchdrimgenen Rede des Herrn vr. Mar Naumann wurde mir da» Wort erteilt. Ich erklärte zunächst» daß ich in allen nationalen Fragen, solange Ich jetzt politisch tätig bin. auf dem äußersten rechten Flügett kämpf«. Wein man mich trotzdem heute zu dieser jüdischen Versammlung «in. «laden habe, so sei da» wohl geschehen, weil ich mehrfach in Dort und Schrift in dem Punkte „Iudenfrage nicht die schroffe» Ansichten vieler sonst mir sehr nahestehender Rechts- LerhWtze teste. Ich wärt ln dieser meiner Ueberzeugung auch schon k, ttnen gewissen Kampf mit ihnen geraten. D as bedestta aber nicht — uftd um den Versammelt« Lubeiwwürdigkeiren zu sagen, sei ich nicht gekommen —.daß ich di« Jude »frag« an sich etwa ableugne. Der jetzt sehr stark entwickelte Äntisemttirmn» habe feine sehr begrerfllchen Gründe. Es sei doch Tatsache, daß z. B. m unserer Presse usw. gerade Juden vorherrschend internattonal« Auffassungen zum Schaden unserer Vaterlandes verbreitet hätten. Daß Teil« unserer jüdischen Mitbürger treu deutsch dächten, wüßte ich. das zeige mir ganz besonder» wieder die > heutig« Rede von Herrn vr. Naumann. Und solche wirklich deutschen Juden fänden bei allen nationalen Deutschen, die mein« Weltanschauung teilten, affen« Türen. lVon „offen« Armen'' Hab« ich nicht gesprochen!) » Aber über «in» müßt« sich di« natkmaldeutschen Juden klar fein: Bekenntniswort« zu deutschem EmpHrden genügen nicht! Nenn wir sie in unser« deutsche Kampffront aufnehmen sollen, ist da» nur möglich, wenn diese deutsch« Juden bereit sind, moralisch, ideell, materiell und eine» Tages im wahrscheinlich «inst nötigen blutigen Freiheitskampf aumit ihrem Leben für Schwarzweißrot «inzuftehen! So und nicht ander» Hab« ich gejprochen. Daß mein« Wort« sckarf national waren, bewiesen die wütenden Ausfälle des nach mir sprechenden zionistischen Redners und de» Herrn Oskar Tohn gerade gegen mich. Die uneing^ schränkte Zustiminung der nattonaldeutschen Juden uno der glatte Hrnauswurf des Herrn Oskar Tohn aus dem Saale dagegen bestärkten mich in meiner Auffassung, daß es im vaterländischen Sinne urrklug und auch ungerecht ist, die nationale Bewegung in jüdischen Kreisen schroff abzulehnen. Daß die deuifchvölkischen Kreise meine Auffassung nicht teilen, weiß ich. Ich sehe aber trotzdem keinen Grund, daß diese kreis« und nationale Männer meiner Anschauung sich deswegen gegenseitig bekämpfen. Das muß aber «intreten, wenn, wie schon öfter, mein« Reden und j Schriften in dieser Sack« ohne werteres von deutschvölkijcher Sette scharf und verletzend angegriff« wrroen. Ich darf wohl von mir behanpten, in den letzten fünf Jahren meinen Arh«itsa nt«il an der Wiedererweckung des nationalen Lebens kr Deutschkmd, vor allem beim sogenannt« Proletariat, zu haben. Wenn Sie. geehrte Schristlettung, und die Ihn« nahestehenden kreise trotzdem um eines Punkt« willen di« nationale Bundes genossepschaft mjt mir und meinen Freund« oblehn«,, so. bedauern wrr das sehr, trösten uns aber tritt dem Gedarrten, daß der natürliche Gang unserer vaterländischen Zukunft uns doch eines Tages, auf jeden Fall bestimmt am Endziel, wieder zusammenführt. Sie würden mich zu Dank verpflichten, wenn Sie vorstehende Zeilen in/Ihrem geschützten Blatte veröffentlichten. ' Mit vorzüglicher Hochachtung t Anker. Major a. D. > Am 31. März 1924 erschien im ,,M ontag M o rg « n" der bekannt« Arttkel „Wozu die deutschwationalen Juden gut sind". Der Artikel enthielt den unten im Wortlaute wiedergegebenen. von Herrn Major Anker der Bundesleitung de« „Srahlhelm" erstattet« Bericht unter Weglassung der beiden letzten Absätze, jedoch mit redaktionellen Zusätzen, kr den« uns unterstellt wurde, daß wir parteipolitischen Anschluß an die Deutschnationale Partei sucht«. Der Bericht Hottet in der unverkürzten Fassung, wie er in der L. P.-Zeitung vom 3. Avril 1924. anscheinend auk Grund unmittelbarer Information, wiedergegeben ist. wörtlich: