Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Journal
- Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Volume
- 1922
- Issue
- 7 (September/Oktober/November1922)
- Date
- 1922-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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alteingejejjenen Berliner jüdischen Familie aus weltbürgerlicher Auffassung heraus die Existenz einer Zudensrage überhaupt. so stellte Regierungsrat Goslar auf der anderen Seite das Z-dealbilh des auserwählten Volkes auf, das in Zukunft noch einmal wie vor. 2000 Zähren von Palästina aus der Welt eine neue große Menschheitsidee . schenken weide. Beide mußten sich von ruhigen Beobachtern und Kennern deS in- und ausländischen Zudentums «ine gewisse idealistische Verkennung der Wirklichkeit vorwerfen lasten, während Dr. R. zugestanden werden muß, daß er mit voller Erkenntnis der vorhandenen Schwierigkeiten die einzige mögliche und für Zuden wie WirtSvölker erträgliche Lösung anstrebt.' Di« Grenzboten (National). II. II. 22. < Längerer Rufsatz .Zuden i n D e u t s ch l a n d' von Universitätsprofessor D r. Fritz Kern. Würdigung der Schwierigkeiten, die einer Lösung der Zudensrage in Deutschland von beiden Seiten her bereitet werden, und der .Entwickelungsmomente', die .auch in dieser Frage hervortreten'. Besprechung einer Reihe einschlägiger Schriften. Hervorhebung der Tätigkeit unseres Verbandes. ^,. . . Da ich schon früher in den Grenzboten zu den Bestrebungen dieses Verbandes Stellung genommen habe, möchte ich diesmal vor allem heroorheben, daß die Entwickelung des Verbandes vorerst mehr in die Tiefe, als in die Breite zu wirken scheint, daß sich eine Ausleftr vornehmer, deutschjühlender jüdischer Männer fest um den Führer der Bewegung, Dr. M. N. in Berlin, ge- - schart hat, daß sie. in heftigem Kamps mit den Gcgern innerhalb rbi« außerhalb des Zudentums ihre Ziele immer mehr klärt und kräftigt, daß sie neuerdings daran gegangen ist, Her jüüischnatioualen und zionistischen Zugendbewegung eine eigene enttgegenzüsetzen, um den jüdischen Kndern, die wie alle Zugend den Extremen züneigen, zwschen der Skylla antisemitischer Verfehmung und Verbitterung und der Charybdis jüdischnationaler Ueberhebung die nicht leichte Mitielstrahe zu echter, tapferer Deutschgesinnung zu weifen. Die Schar der Anhänger Dr. M. Ns. kann keine sehr große sein, einerseits weil die Ehre dem Verband anzugehörgn, nur geprüften Charakteren zuteil wird, und weil andererseits eine Reihe vornehm denkender, wertvoller Zuden zögert/in einer Zeit antisemitischer Hochspannung einem Verband beizutreten, der sich an die Seite des Deutschtums gegen ostjüdische Einwanderung, gegenZnte (Nationalismus und jüdischen Nationalismus wendet. Es liegt eine gewisse, mutige Paradoxie in dem Kamps des Verbandes, der sich weder vor Lächerlichmachen noch vor Verdächtigung der Beweggründe fürchtet Und — nach dem Charakter der Führer — zu fürchten braucht. Ein Lichtblick bleibt cs, daß gerade in unseren Tagen dieser Anfang einer inneren lieber Windung des jüdisch-deutschen Gegensatzes von bester jüdischer Seite' selbst gemacht wird, daß dem bloßen Verstandesüeutschen, der lauen Zwischenschicht vieler Assimilationsjudenund der betonten Undeutschheit vieler anderer jüdischer Staat sbürgerhier durch ein Deutschtum des Hetze s der Krieg erklärt und mit blanken Waffen b u r ch g e s o.ch t e.n wird.' Folgen Hinweise auf die Schriften von Naumann, Peyser und Zöhlinger. Riederdeutsch« Zeitung (National). 12. 11. 22. ' Notiz: .Neu-Preußens zionistisch» H o.f f n u n - g e a'. Polemik gegen das Austreten des R e'g i e r,u n g s r a t s Goslar in unserer Versammlung am 8. 11. 22. der sich zu einem Zdealbild des auserwählten Volkes, das ist der Zukunft noch einmal wie vor 2000 Zähren von Palästina aus der Welt eine neue große Menschheitsidee schenken werde, verflieg. . . . Vorläufig wird der alte Messias von in.osaischen Skribenten wie Kerl immer noch als der gepfählte Ztzig' behandelt.' Zndisch« Rundschau (Zionistisch). 1>t. 11. 22. Polemik gegen unseren Verband wegen des Verlaufs der Versammlung vom 8. 11. 22. Hervorhebung der Disküssionsreden .unserer Gesinnungsgenosten' R.e g i e r'u n g s r a t Hans Goslar und Ministerialrat Dr. Hermann Badt.Herr Goslar erhob insbesondere auch schärfsten Protest gegen die von Dr. N. in seinem Referat (und nachher auch von seinen.Freunden) mehrfach ausdrücklich aufgestellte Behauptung daß alle Spenden deutscher Zuden für den KerenHajessodflch einfach als Landesverrat charakterisierten. Zhre Reden lösten schärfste Gegnerschaft der übrigen Redner des Verbandes aus. . i . Der Kampf, den Naumann und alle seine'Freunde am Mittwoch ln der allerschärfsten Form zu wiederholten Mulen gegen den Zionismus angekündigt haben, muß von uns ausgenommen werden und mit der entsprechenden Aufklärung geradtz der deutschen Oefsentllchkeit über den wirklichen Wert der Moral und her Argumente des Naumannfchen Verbandes, aber auch über > das, was wirklich Lionismus ist, beantwortet werden.' (Wir haben nicht .dem Zionismus' Kampf angekündigt, son- I dern nur seinen Äus^ Achsen, insbesondere der skrupellosen Werbung unter der Zrchend, dl« deutschen Kindern elir sst««. des Volkstum aufschumtzt, uM) dem psendo-zionipffchen Widersinn, daß Leute, die sich selbst für Ztonlsten halten, deutsche Staatsämler annehmen. Die Schrlftl.) Deutsch« Zeitung (Deutschvölkisch). IS. 11. 22. Längerer Artikel .Splitter' von Frh. von K^ey. tagh-Loringhoven. Polemik gegen «inen Artikel >k«r von dem Pressechef des Deutschen Auswärtigen Amts, einen Herrn Cohn, in einer norwegischen Zeitung veröffentlicht sein und Ausfälle gegen den deutschen Offizierstand enthalten haben soll, die von dem norwegischen Älatt selbst als einseitig und ungerecht bezeichnet seien. Anschließend Pylemik gegen den preußischen Pressechef Regierungsrat Goslar. ... Dabei bekannte er sich als Zionist, lehnte jede Derschmelzüng der Zuden mit dem deutschen Volke ab und forderte für sie die volle nationale Selbständigkeit. Wer auf deutsch völkischem Standpunkt steht, wird ihm gern beistimmen. Auch wir lehnen jede Verschmelzung zwischen Deutschen und Zuden ab und sind mit den zionistischen Zielen durchaus einverstanden. Bloß Ist es nicht ganz klar, wieso ein Zionist preußischer Regieryngsrak und Pressechefs des preußischen Znnenministeriums sein kann. Dieser Mangel an Folgerichtigkeit bei den Herren Zionisten Ist leider keine seltene Erscheinung. Denken wir an Herrn Cohn . . . O sck a-r, M. d. Nu n d Al. d. R., den russischen Million« iroskar, der sich auch frank und frei als Zionist bekennt. Wie kommt et dazu, den deutschen Gesetzgeber zu spielen? Oder an ein neues Licht, den Ministerialrat Badt, den die Sozialdemokraten an die Spitze der oberschlesischen Kandidatenliste für den Landtag gesetzt haben und der gleichfalls Zionist sein soll. Was denken sich die Herren eigentlich dabei? Warten sie bloß, bis es in ,, Palästina genüjend Parlamentsmandate, Ministerialrats- und Pressechef-Posten gibt, um einie Ueberfledlung lohnend zu machen, und regieren sie bloß inzwischen, um sich die Zeit zu vertteiben, das deutsche Volk? Oder ist ihr Zionismus Theorie, deutsches Gehalt und deutsche Diäten hingegen Praxis? Wie dem auch fei, regiert werden wir jedenfalls von den Herren. Und da wir es uns gefallen lasten, ist das auch ganz in der Ordnung. l Deutsche Zeitung (Deutschvölkisch). 18. 11. 22. Leilweiser Abdruck des unsere Bestrebungen betreffenden Artikels aus den Grenzbotjey (vgl. oben). Der Reichsbot« (Deutschnational). 10. 11. 22. Polemik gegen das Auftreten der Herren Regierungsrat Goslar und Ministerialrat Dr. Badt in unserer Versammlung vom 8. 11: 22.Welche Gewähr ist dafür geboten, daß diese Herren ihre Machtbefugnisse, Kenntnisse und Einblicke, die sie als Staatsbeamte haoen und erhalten, nicht bei jeder Gelegenheit für fremdvölkische Znteressen ausbeuten? . . .'! Schlesisch« Zeitung (Deutschnational): 21, 11. 22. , Längerer Bericht über eine Versammlung der Ortsgruppe Breslau. Ausführliche Wiedergabe der Grundgedanken aus - dem Vortrag unseres Vorstandsmitglieds SanitätsratS Dr. Peyser. 1 Burschenschaftlick« Wege. (Zeitschrift des Allgemeinen deutschen Burschenbundes.j Zuni 22 (verspätest eingegangen). .Zur Zudenfrage'. Polemik gegen Rabbiner Dr. Goldmann, der in den K-C.-Blättern den A. D. B. angegriffen hat. Hinweis darauf, daß Goldmann die Gelegenheit benutzt hat, auch uns anzugreifen.Dieser Vertmnd und besonders sein Gründer werden von den K. L.-Blättern aufs Heftigste bekämpft, denn sobald an etwas Ztldlschem Kritik geübt wird, macht der Haß der K. C.-Blätter freilich auch vor dem Zuden nicht Halit: und zwar bildet den Stein des Anstoßes vor allem die Tatsache, daß sich Dr. N. und seine Anhänger in der Ostjudenfrage bewußt der Austastung der Mehrheit der gebildeten Deutschen anschlleßen. . . . Wer aber glaubt, daß der deutsch-vaberländisch gesinnte Schriftleiter der K. C.-Bläkter gegen die Schädigung der deutscheit^Volksgesundheik Schulter au Schulkdr mit Dr. N. Front machen werde, irrt. Der Herr tut vielmehr Dr. N. und seinen Verband mit den Worten ab: .Zch fürchte, die einzige .deutsche Tat' könnte darin bestehen, daß man einige arme Oftjuden verhungern läßt!' ... Del Herr Schriftleiter der K. C.-Blätter aber>mag bleiben, was er, ohne es zu wollen und zu wissen, längst ist: ein erfolgreicher Förderer des Antisemikismus.' Saale-Zeitung (Demokratisch). ' 21. 11. 22. Ausführucher Bericht über dir Versammlung in Halle vom 10. 11. 22, den Vortrag des Derbandsvorsihenden und die Gründung einer Ortsgruppe Halle. Allgemeine Zeitung, Hall« (Deutsche Volkspartei). 21. 11. 22. Wie vorstehend. Hallisch« Nachrichten (Unparteiisch),. 21. 11. 22. Wie vorstehend. (Abgeschlossen 30. 11. 22.)