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Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V. · 1922-07-01 · 6 (Juli/August 1922) · p. [Seite]

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Journal
Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
Volume
1922
Issue
6 (Juli/August 1922)
Date
1922-07-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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r ««len. Ln Sätze, au» den«, ein von echte» Empfinden dnrchgiühter Idealismus spricht, reih«» sich leere Phrase« von plattester Nüchternheit de» Tedankens und de» A »»drucks. Man schütt«lt Immer wieder den Kopf und — lieft doch weiter, denn Immer wieder setzt stch das Gefühl durch Laß hier ein gariz eigener Geist zu uns spricht, ein Mensch der aus einem Wirrsal von Mißverständnissen und Verirrungen heraus ein« Erkenntnis in stch entwickelt hat, di« ihn hoch hinaurhebt über die große Meng« derer, di« mehr wissen, besser schreiben und in Vielem klarer sehen als er selbst. Es ist die Erkenntnis, daß es nur ein Gebat gibt, das alle Zeiten überdauert, da« Gebet der Nächstenliebe, und daß unser Marsch zum Land« der Zukunft in die Irre führen muß. auf welchem Wege wir ihn auch antreten, wenn wir nicht den Schimmer, der von diesem Gebot ausgeht, zum Blickziel nehmen. Der Verfasser des Büchleins ist Zionist, einer von den wenigen Zionisten, denen nicht viel auf di« politisch« Selbständigkeit der jüdischen „Nationankommt, ober alle« auf die Erfüllung der Kulturmiision, die er für di« Menschen seines Blute« in Anspruch nimmt. Er begrüßt die Schaffung der von Lugland »erbrochenen »nationalen Heimstätte-, weil er hofft, daß ans dies« Weise der erste Schritt zur Erfüllung seine» Wunschtraum«« getan sei, daß ^Palästina das Zentrum der Weltlusiur" werde» müsse, von dein «ms das Judentum im Sinne des messtauischen Gedanken» die Welt vom Materialismus erlösen könu^. Er faßt da» Alle« teU« geistig, tcils grobfinnlich. Da, jüdische Doll ist für ihn das »on Gott ouserwahlte und Christus, den «v unter Beisetteschiebung aller kritischen Zweifel schlechthin als geschichtlich« Persönlichkeit wertet, ist für ihn der von den Propheten verheißene Messias, der König im Geiste aus David» Stamm, der gerade als Jude bestimmt war, dir Verheißung zu erfüllen und den neue« Bund , mit seinem Blute zu besiegeln. Die Leiden de« jüdischen Volte« ' iH der Zerstreuung find rhm die Fortsetzung der Leiden Christi undder politisch« Zionismus, dessen rein national«, Läufig ganz irreligiöse Form er ebenso ablehnt, wie de« „Klerikal«»«»«" der Wisrachiste», ist ihm stur ein Mittel gum Zweck, ein Schritt aus dem Wege zur geistigen Auferstehung de« anserwählten Volle» und zu dem Ziel, das er in einem von Palästina über die ganz« Welt ausstrahlcndcn Glauben, in der „Anbetung de» nnerforschltchen Schöpfers in der melsianischcn Nächstenliebe" findet. , Ahes für und nationaldeutsch« Inden hon diesen GedankenaänHen unannehmbar ist bedarf kaum der Erörterung. Wir peden der Anschauung, daß ein einzelnes Volk, ein Stamm, ein« bestimmte, gleichviel wie zusammengesetzte Menschengrnpp« von Lern unertorschlichen Schöpfer vor andere« Menschen zum Träger eilt er Heilsbotschaft brrusen sein könnte, mit völliger Fremdheit gegenüber. Un^er Gefühl der Verbundenheit gebärt dem deutschest Volk«. Laich für-diese» nehmen ja überheblich« Menschen— »eltbeglückende Kuituraufgate. eine vom Schöpsungswillen der Aakur verliehene Milsion ,n Anspruch, und wir lehnen auch dies« Irrung ao. Wir erkennen die Berechtigung des jüdisch-nationalen Empfinden» an für den, der es wirMch.im Herzen spürt, und wir gehen damit zugunsten der Zionisten.weiter, als der Verfasser es tut. Aber wir verlangen auch Re,pell vor unserer «tgrnen Art und wir »»enden uns kopfschüttelnd zur Seite, wenn de« Verfasser, ganz wie andere mir nationolarrichtete Zionisten, uns mit dem Rechen zum großen Hausen ziehen will, als wäre «» ganz selbstverständlich, daß Juden zst Juden gehören. Die töricht« Btzeichnung „Ajfimilanten" trifft uns nicht. Wir müßten Ajfimilanten sein, wenn wir uns dem Zionismus anpass«» wollten. Da» sind Gefiihlsdinge, über die man nicht streiten kann, »ud der Verfasser wird »ns kaum verftehrn, wie uns all« di« nicht verfielen, die bei aller vermeintlichen'Vergeistigung schließlich doch unbewußt am Körperlichen haften. „Gefühl ist Alles". Das völlig verständnislos« Urteil, das der Verfasser über Spinoza fällt und das ganz eigenartig mit dem zusammenstimmt, was Mr über diesen Philosophen gelegentlich von .deurschvöltischer" Seite gehört haben, zeigt, wo sich unsere Wege trennen. Und dennoch — in einem Punkte stemmen wir mit dem Verfasser Lbereig und wir möchten glauben, daß dieser Punkt der qttWheidende sei.' Es ist die Erkenntnis, daß'die christlich« Lehre > twnhrer ursprünglichen, reinen Form nichts anderes ist, als die MÜch« Lehre in der reinen, vom Foim-Iwefen gelösten Er- Mglgung des Prophetismus, und daß dieser Lehre, in deren MWtelvuntt der Glaub« an dir Einheit und Einzigkeit de» gotischen Wesens, der Glaub« on die jeden Gegenstrtz überwindend« Kraft der Nächstenliebe steht, die Zukunft gehört. Wahre» Irüventnm «udwahresTHristentum sind wejens« gleich. Wer daran glanbt. .daß die Welt trotz aller Rückfälle «, dir »ierheit de» Urmenschen allmählich besser wird, muß dieser »ahreuReligion znftrebmr. Zn welch« Sprache, welche Formeln Md »«lche Sirrpbilterfich dieses Streben Neidet, ist belanglose» VltzMrf BtziwM ist e» auch im Lichte der Ewigkeit, aus bewMobe» welchen Bolk»tnm» der Etzebend« steht. „Die All- »acht wird z» einem liebevollen Vater de» Weltalls, der Seift »«, Messt-» der geistig« König >er Ettx. und die Menschen »erde» »rüder ftin Wu« UntoHsted der Religio«, Rasse und Mationolität." So 'Namen de» Propheten Eli «ahrhast pravhPische» War Retz de» auch der »erfass« «ktzsttuf Wdktz chchti Dann werde» «ffR, G«»H»«1cher Ilasl von verschiedener „Nuti»«a litä t", »«» Religion aus dem Wrge^uuAReich« der Nä< liebe zusammenftndr«. - . Max Naumanu. fellsch»ft 1««. Der iymi-»L> de» Dr. Naunchnn und der von -wei worden ist, wird rden die Mitglieder ltner Mitglied»«, di« Geschäftsstelle tig verWpüt. f" 1 1. Denlsch« Gesellschaft 1«ck. in dieser Gesellschaft am 8. S. 22. halte» Mitgliedern de» Central-Verotn» hiuierbchb«, i« kerbst d. I. Kattfinda». Ein geladen der Deutschen Gesellschaft »nb pnser« Gr Sonstig« Gesuch« um Einkadrmxen können gerichtet werden. Eintrittskurten werden »chstzeitig verfgpüt. L. Bersammlung in >k«M»O»»r, 2t. S.-Lo«l. Echo der Eingelade« waren anßer Mitgliedern nur soch« Person»», von denen angenommen werden durfte, daß sie «» nnsere» Anschounngen überrinstimmen. Der Vorsitzen he der Ort»- grnppe des L«»tral»L«rein». der Vicht zu de» Eia» geladenen gehörte, »ersuchte die Betei>V,auug d«L C. B. -Mitglieder zu hintertreib e«v ickdo« er Prrsammlnngstaxe ein Flugblatt verschickte, da» äen Mitaliel de» E. V. wörtlich erttärt«: „Ihr werdet der Versa« lang fernd letbenl" und wieder einmal di« »»«obre Behauptung anfstellte, nnser Verband s«t „reaktionär". Trotz dieser Machenschaften war ein Teil der C. B.-Mitglleder verständig genug, sich durch Besuch der Versammlung persönlich zu unterrichte». darunter auch der zweit« Vorsitzende der Ortsgruppe de» T. v„ ber sich an dpr Diokussio» beteiligte, seinem Erstauimn über die Ritteilnngen de» Referent«« bezüglich der in Reaensburg ganz unbekannten Treibereien dckr Herren Holländer, Nathan etc. Awsdrnck gab und erklärte, er deabfichtkat« entsprechend der Anregung de» Res«reute» in VerliU um Aufllarnng vorstellig -n werden. Di« Versammlung brach»» einen schätzensoeerte» Züwach» an Mitglieder« »nd führt» -ost Gründung einer Ortsgruppe. S. Berfnmwlu«» i» Mituche», 28.6.22 vgl. Echo bei Di« versammlnug brachte einen stattlichen Zuwach» au gliedern. Besonder» interessant war da» Auftreten zweie« Vertreter de» Eentral-Verein». Wahre^^ - Vorsitzende de« Lander verbau des Bauern de» Dr. Baron, in , dnrchan» deutsche« Sinne Wrach , zu erkennen gab, daß er nur au» taktischen Grunde« sich unserem verband nicht anschließe, sprach der Syndikus der Ort«« grupp« München de» L. v„ Dr. Levinger, 1« «inem .Ei«^ der trotz Betonung deutscher Gesinnung sehr stark« Anklöug» a» -- die Empsindu«g»«eise der Jüdischuationalou erkennen ließ. Di« miteinander ganz unvereinbar« Stellungnahme dieser beiden in Bauern leitenden Persönlichkeiten de» L B. war ein schlug»»» der Bewei» dafür, wie verschieden« Elemeut» in diesem Verein z'usammrngelovpelt sind. Dem entsprach auch da» Verhalten der Bersammuina. Während Dr. Baron achtungsvoll angehört wurde und Beifall »all«, u«rd« di« erheblich länger« Diskussionsrede Dr. Levinger» mit offener Ablehnung, mehrfach mit Heiterkeit ausgenommen. Ein Herr, der sich unmittelbar nach der Versammlung zur Aufnahme meldete ftin Richters erklärt« ausdrücklich, daß gerade die Rede de» Herrn Dr. Levinger ihn von der Notwendigkeit der Gründung unseres Verbände» überzeugt hätte. ' «. Inuggrnpp« uationoldentscher Jude«. Unser« Mitglieder werden gebeten, ihre jugendlichen Angehörigen und BHauut«» auf die Iunggruppe aufmerksam zu machen »nd zu oettmlasse», daß sie sich bezüglich der Bestrebungen dieser Grupp«, über die «atür», lich schon jetzt von anderer Seite die üblichen Schwindeleien 1»- Umlauf gesetzt werden, persönlich unterrichten. Auskünfte erteilt! . der stellvertretende Borsrtzend« Heinz Zeimann/ BbrliG^ Lothringers» r. 7VII. " 5. Rendeuck de, botzeng. Unser« Satzung in der Fassung Beschlüsse vom S. L 22 ist im Druck fertiggeftellt. »El« kann der Geschäftsstelle gegen Boreinsendnna von 2 M. iu Bri bezogen werden. Aus Wunsch erfolgt die Zusendung gegen nahm« von < M. einschließlich Porto. 6. Offener Brief «n R«,ier»,Wrat Goola«. Der s» Aufsa^ Dr. Ronmann», abgedrnckt in Heft 8 scheu Blätter" vom IS. 8.2A kann -eae» Porto» von 1 M. tn Briefmarke» vougmr »< werden, soweit noch ExempWe »DtzKmiu find. SchrifUeÜmr Wr. «er »mn»«,». TharlMtmbmp — Do»« ' »»»»Ntz«

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