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Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V. · 1922-05-01 · 5 (Mai/Juni 1922) · p. Seite 14

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Journal
Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
Volume
1922
Issue
5 (Mai/Juni 1922)
Date
1922-05-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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krank Darum isr kein Jude glücklich." ") Nickt minder richtig oder falsch' «ls dieser Eedankengang wäre die Behauptung darum sei die Landschaft grün, weil diese Farbe dem menschlichen'Auge wohl tue. Blühers teleologische Anschauung, vre an den krassesten Darwinismus des vergangenen Jahrhundert« erinnert, ist bas Wesen seiner „Geschichte äls Schichalsschau.' Er selbst spricht von der „inneren Teleologie des Judentums», di« dafür gesorgt habe, daß zur' rechten Zeit ein nationaler Fonds da sei, der die haltlos gewordene Judenschaft, aufnahm: der Zionismus." Zn der bald nach Kriegsende erschienenen Schrift „Deutsches Reich, Judentum und Sozialismus" kennt Bl. sehr wohl die Dreiteilung des heutigen Judentums: Zionisten, die ganz deutsch gewordenen Juden und die klebrigen, die „Zwischenschichtl.'r". Heate gibt es für ihn nur das Judentum schlechtweg und in il.:r einen besonderen Dolksstamm, die Zionisten. Sein« Meinungsäußerung kann nur durch den Zionismus, dessen eifrig« politische Propaganda und Tätigkeit herbeigeführt sein, Liefern den extrem völkischen Antisemiten die Jüdischnationalen doch Material genug. Sie können Bliiher ihren Dank .abstatten'! für die „philosophische Grundlegung" ihrer Bewegung. Sein! Antisemitismus, angeblich „sine ira et studio" nimmt die Zios nisten von allen Borwürfen ausdrücklich aus, die er gegen das! Judentum erhebt: destruktive Geschichtswirkung. Verhinderung I des Deutschen Reiches, korruptioe Eedankengänge. vor allem , die sozialistische Theorie, Fälschung aller Begriffe der Geschichte! und Staatskunst, Vorwürfe, die in der groben Verallgemeinerung keineswegs zutresfen können. „Der Zionismus stammt vom jüdischen Adel: er ist heute die Schutzmacht der Juden-i schaff er die Erde für Juda. Er bringt die neue Geschichte, das neue Reich. Juda wartet auf die Stunde der Rückbe-! rufung nach Zion." Zuversichtlichere Worte können auch von. Jüdischnationalen nicht geprägt werden, keine, die bester dem „Eeelenfang dex Jugend" dienen. Es wird auch nicht viel Zeit vergehen, und seine Gedankengänge finden sich in Schriften der Zionisten. Kein Wunder, dass Bl. ihr Lob kündet, fügt sich Nicht unpassend sei hier eine Parodie auf Blühers oft I merkwürdige Ideologie (ich erinnere-an seine berüchtigte In- > versionstheorie) erwähnt, „Cui bono? Hans Bliiher 1921" kn , der „Freideutschen Jugend" August 1920. Es heißt da unter! anderem: „Schövferisches Denken ist das typische Verdriingungsprodukl der geistigen Unfruchtbarkeit" und „Ich danke dir, Gott, dag du mich verlassen hast." der Zionismus doch so trefflich einem „Lchirksal-svstem" ein Selbst schicksalsbedingt hebt er die Mimikry auf. Zu ihm ströme dann die Masse der Juden, getrieben von der „secessio judaica". ' » Unbedingt richtig ist der Grundgedanke der Schrift. Eine „secesfio iudaica" ist tatsächlich im Gange. Ihre Zeichen find unschwer aufzuzeigen: das Wachsen der zionistischen Bewegung, des „Volkes im Volke", von .Antisemiten^ vorläufig mit Zustimmung unterstützt, — sie wissen gut, warum. Der laute Wunsch nach jüdischen Schulen, (vgl. Aufruf des „jüd. Schulvereins" in der Avril-Nummer des Mitteilungsblatts) der sichere Weg der „Regbettoifierung". Den Jüdischnationalen führen vor allem jugendliche Kreise Verstärkungen zu, die sich nur noch nicht zu offenem, vollkommenen Anschluß haben entschließen können. Rein jüdischnationale Gesinnung herrscht in den sogenannten „neutralen Zugendvereinen". Sie wollen nicht jüdische Jungens, sondern junge Juden erziehen, auf den Grundlagen des Judentums". (Vgl. Februar-Nummer des Mitteilungsblatts). Unter dem Schlagwort „Vertiefung des Judentums" als Religion maskiert entfremden sie die jüdische Jugend dem deutschen Vaterland, entziehen ihm nötige Kräfte, betreiben sie wahrhaftig eine „secessio judaica". Zu diesen „Vierfünftelzioniften" gesellt fichTvin großer Teil her .Zwischenschichtler", die nur „Deutsche von Fall zu Fall find, Deutsche auf Widerruf, weil ihr Empfinden ein unklares Gemisch von Deutschtum und Judentum ist . Äbgelöst vom deutschen Vaterland haben sich auch die radikalen Internationalisten. Das alles sind Tatsachen, die der „Verb. nat. deutscher Juden", besonders sein Gründer, vom ersten Tage immer und immer, wieder hervorgehoben und betont hat. Grade auf Grund dieser „secessio" hin ertönt Max Naumanns „ceterum censeo: Heraus aus der jüdischen Einheitsfront", denn sie ist künstlich, esgibt nichts Verschiedenartigeres, als das deutsche Judentum. Wenn Bliiher sagt: „Man kann nicht zugleich Jude sein und Deutscher. IDie deutsche Idee hebt sich unvermischbar ab. und der Deutsche hat keine Wahl", der vationaldeutsche Jude stimmt ihm unbedingt zu. Auch er hat keine Wahl, er ist untrennbar mit dem Deutschtum verbunden, das Deutschtum ist sein Lebensinhalt. Kennt Bliiher den nationaldeutschen " "uhe kann leidenschaftlich Deutschland lieben einsetzen — et tamen Jüdaeus est." ist der große unheilvolle Fehler Blühers. es Juden gibt, die Deutschland mit Leiden- ,unglücklichen", fügt er hinzu, „et tamen Juden? ..Ein Ir afu und sein Leben dafür An dieser Stelle Wohl gibt er zu, daß schaft lieben, einer I^Iroto Apparate kelcktecker / ^litcrortcope kersrotire liefert io größter ^usvakl uncl bester Qualität von Qoerr, 2cih, Ica, contessa-Zettel etc. PW-IMW!!. KM I?otr«t»mer 8tr. 1ZS, sn 6er lünkstr. W 1'auentLienstrahe 12, an 6er kircDe äcirlohplatr 4, (^ntiqusriat) Oas Antiquariat kauft unö tausckt Oute?k0to-Oeßen5tsn6e etc. 8pOI'tI»SKL8 LerUi» RosentliaLei' Z4 sin Usckescd«!» Alartt liefert sportLerecdte ftusrüstu»Les Mr * t iructerm Segeln verMport ^uvlrall 14

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