Mannheim
Compact Memory

Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V. · 1922-05-01 · 5 (Mai/Juni 1922) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
Volume
1922
Issue
5 (Mai/Juni 1922)
Date
1922-05-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/5438908-5438616-5438746--111-4871104
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

mann dies getan habe, könne nicht geleugnet >werden" Auf Grund der demnach zUt reffenden Zeitungsberichte ist HerrNgthnn von mir namens des Vorstandes unseres Verbandes aufgesordert worden, „in ganz bestimmter Form zu erkläret, wann, wo und wie ich den meiste tdeuschen Juden den Patriotismus abg,- sprachen haben sol l." Die Antowrt auf diese gewiß präzise Frage sollen die oben erwähnten acjt Zeilen des um mehr als das Zwanzigfiche länger, n Ergusses darstellen. Ihr Wortlaut ist:! „Der TeNtralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens steht statuten^entäß arf durchaus deutschem Standpunkt. Die Leiter d;s Centralvereins^ — und einer der Vorsitzenden ist d;r Unterzeichnete — müßten also statut, nwistrig ha rdeln, und diese größte Organisation d,utscher Jud« n müßte sich diese statutenwidrige Haltung gleich politischen Idioten gefallen lassen, wenn sie eine Li- " tung duldete, die nur fünfzigprozentig deutsch ist". Also man begreife: Diese xewpndeie Phrase soll die Antwort auf ineine re n tatsächliche Frage sein, wann,! wo urd wie ich den meisten deutschen Jüden d,n Patriotismus abgesprochen habe. Die Antwort soll sich daraus ergeben, duß ich gewissen, Persönlichkeiten, die zum Vorstand des T. V. gehör« n, > vorgerciorfen hätte, ihr Deutschtum sei n rr „fünfzig» :ozentig^, und daß die Mitglieder des k. V. sich diese Führung gefallen ließen. Ich beneide Herrn Nathan nicht um die Anhänger, die sich durch liefen Antwort- Ersatz befriedigt fühlen. Ich meiner eits stelle f,st: Herr Dr. Nathan hat sich um die Beantwortung meiner klaren Frage herumgedrückt, weil er!ie nicht beantworten kann» ohne selbst einzugesteher, daß er se ne Behauptung ohne jede tatsächliche Grund lüge aufgeste lt, also wissentlich die Unwahrheit gesprochen hat. Er weih und hat gewußt, als er feine Berfamm lungsrede hi lt, daß ich niemals den «eisten deutschen Juden den Patriotismus abgesprochen habe. So viel zu dem, was in den ach Zeilen niht gesagt ist. Aber ich will mit der Klcrbeit, die Herr Nathan vermissen läßt, auch zu dem S ellung nehmen, was in der sogenannten Antwort wirklich gesagt ist. Herr Nathan bezieht mein Gleichnis ron den Leinen, die dem Deutschtum nur fünfzig Prozent ihres Empfindens bieten, auf sich. Er hat nickt ganz unrecht. -Sein Bild hat mir vorgeschchebt. als ich in dem Aufsatz „Ganz-Deutsche oder Halb-Deutsch;?" den Unriß eines Pseudopolitikers zeichnete, von dem es he ßt: ..Schwätzer dieser Art sind es, die einem Teil der nationaldeutschen Juden eingeredet habrn. das deutsche Volk müsse sich mit einem Teil ihres Empfindens begnügen, der Rest gehöre fandun!> kulturfremden Stammesgenossen. Sie haben es glücklich erreicht,, saß heute die eigentliche Zwischenschicht, diese verhältnismäßig kleine Schicht . . bedenklich vergrößert ersch aut durch die Zahl der Mitläufer, die m Gefühl Ganz- Deutsche sind, aber sich von dem richtigen Wege dnrch falsche „Politik" haben abdrängen l rsten." Ob der Eentralverein, wie Herr Nathan behc uptet, die gr Zßte Organisation deutscher Juden ist, we ß ich nicht. Ich bezweifle es stark. Die zionistische Organisation dürste meiner Ansicht nach mindestens ebenso groß sein. Aber, gleichviel. Jedenfalls umfaßt der Eentralverein weniger als ein Fünftel der deutschen Juden. Und von diesen Mitgliedern des Vereins ist, wie in unseren Schriften stets betont wurde, ein sehr;rheblicher Bi uchteil nationaldeutfch in unserem Sinne, nur läßt sich;ben von diesem bestimmte Deutsch gefühl^ wirk er vom krumm;» L e st t e n, ruchteil wiederum ein Bruchteil dure a. ersonen des Hauptvorstandes, derer höchstens „fünfzigprozentig" ist, immer eraden Wege des Deutschtums auf hei der „Politik"' locken. Auch diese r e also nur den Bruchteil, eh BrujchteilS da.rstellen und k e inesls „die meisten deutschen Juden', llt es demnach nicht an Patriotismus, tdorn nur an Einsicht, ganz abgesehen davor «, die kur stvoll zugeschnitteneOrgani- ' ion de«, Central Vereins es dem einfachen Mi tglied, selbst dem einzelnes Ortsgruppen-Vorstand völlig unmöglich macht, sei'ne nationaldeutsche Gesinnung liegen die „r e g i e r e n d e n" Z wisch tn sch i ch t l e r und verkappten Jüdischnationalen zur Geltung zu bringen. Was bedeute! gegenüber'diesen Tatsachen, die jeden Kerner der Verhältnisse geläufig find, die Satzungrbest lmmüng von der „unbeirrten j Pflege deutscher Ersinrung?" icht a u f di e Wo rteder Satzung kommt es an, sondern darauf, ob die Handlunkckn den Worten entsprechen. Un!» die Handlungen richten sich! nach den Personen, die zu handeln allein in der Lage. find. Wäre der Tentralverein das, was er nachlseiner Satzung sein sollte, so hätte e^det Gründung des Verbandes national deutscher Juden nicht bedurft. Lediglich deshalb, weil im Vorstand des Centralvereins eine Reihe >von Person ichkeiten wirkt, die vom „Geiste" des Herrn Tr. Na Han erfüllt find, oder doch ihr Schifflein von seinem Winde treiben lasten, nur deshalb, well von innen h;r dieen Führern nicht wirksam begegnet werden kann, nui deshalb war es nötig, eine Organisation zu schaffen, die außerhal, des Centralvereins wirklich ^unbeirrt" dey geraden deutschen Weg geht und sich vön keine m Nathan oder Nathanfreunde aus-der Bahn drang m läßt. Besinnt sich einmal der deutschfühlendeTeilderCentra^vereists-Mitglieder auf sich selbst, nimmt er sich des Wort d'es Herrn Nathan von dfn „p>- li tischen Idioten" zu Herzen und fe«>t er d^e updeutschen und halbdeutsch« n Vnrstandömitglieder, die Ostjude >- Schützer und Zionisten-.Freunde, die Phlastincifonds-Zeichner und Mjauschrltz-Ersinder nebst den ihnen dientren Verwaltung-» -.Opp o r t Uniste t, thorsam einschwenkenden Orpsgrupn-Korp oralen und jüvischnationrl rfckrbt;n Mitgliedern fwrt^ dann derTag gekommen, an dem derVer, nd nationaldeutscher Juden über-s w b a g pe v e ist bä.., , flüssig iss Ich hoffe, daß ich diesen Tag nstch erlöste B^er liefei t den „Antisemit^" Material? Die Mittel, mit denen uns unser« jüdischen Gegner bekämpfen, fiyd dem Wechsel der Mo« unterivorfep. In den ersten Monaten unserer VerbandStängkeit agitierte inan ha rptsächlich nit den Behauptungen, wir seiend „religio'sfeindliche odec politisch reaktionär". Pies« Vehauptun;en find inzwischen so gritndlich als Schwindel entlarvt Worten, daß nur noch bei lpsonders gering begabten Herrsch« ten mit ihnen Eindruck zu machen ist. Aber die ^erfindungsreichen Herren find um „Neueste Moden" nicht verlecen. Zur Zeit „trlgt man" die Behauptung, daß wit „den A,tiseiniten Matirial lieferten". Die Mittel, mit^ denen rian

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.