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Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V. · 1922-05-01 · 5 (Mai/Juni 1922) · p. Seite 5

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Journal
Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
Volume
1922
Issue
5 (Mai/Juni 1922)
Date
1922-05-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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die Stelle des Volkstums, in das er einwurzeln wil, als maßgebend eine Gemeinsamkeit mit eton is Fremdem!chieben laßt, — solange und soweit die» geschieht, it die Deutschwerdung des Juden schlechterdings ausgeschlossen. Darum scheint es mir so unendlich wesentlich, daß entschlossen, rückhaltlos, unter Abb:echen allir Brücken der Abmarsch von der alljüdischen Sölidaritct vollzogen wird, den der Verband nati« naldeutsch« r Juden vollzogen hat. So geht es! Schwier ig, langsan i, unter Reibungen und Rückschlägen — aber es geht. So. wie es die Herren vom Zentralverein und vom Frontbund wollen: indem man hinter «in Gestöber herrlich deutscher Beteuerungen die Hauptsache, die al jüdische Solidarität, verschwinden läßt, ohie sie irgend anzutasten, ohne sie jemals als Leitmot v für alles Handeln aus dem Auge zu verlieren — so geht es nicht! So kann man insbesondere auch den Antisem - tismus nicht aus der Welt schaffen, die Feindschaft, die — daß sollte schließlich kein Zentralvereir ler leugnen können — gegenüber 50 '/.igen und weniges prözentiachi Deutschen grundsätzlich nur berechtigt ist. Vermischtes. „Sie wittern Morgenluft. Die so betitelte Notiz in unserer April einen Druckfehler. Herr Earl Beer ist nicht ftandsmitglied". Es muh „Beroandsmii i Nr Kleine Feststellungen 1. ) In den „M ittei langen des Synd V." vom 14. S. 22 auf Seite 5 schreibt Herr Dr. s rade jetzt, da von führenden Persönlichreiten de» Verbandes geäußert wird man habe garnicht der Gründung gedacht uno jede politische Auschi beabsichtigt äewesen. ..." An diesem Sa wahres Wort. Niemals ist eine ähnlichen Inhalt» von einer führ sönlichkeit unsere» Verbandes get 2. ) Zn demselben Artikel erwähnt Dr. H eines Herrn .Johannes Friedrichs, „Pfarrer Brodt-Werdrr" das Vorwitz Unsere li Also schrieb Nathan Von Dr. Max Naumann mmer enthalt unser „Boi glied" heitzetz. c. ikus des Holländer: „Äesiaümann'fchsn m die n g inkung e ilt kei tußerur nden Pe n worde die Broschitze zu der en t gefchrleb n Lieb arum schrieb i ch". Mit diesen st »lzen Word schließt Herr Dr. Paul Nathan einen zwei Spalten d:r C. V.-Zeitung füllenden Erguß, den er, „Ein«! Antwort an Herrn Dr. Max Naumann" betitelt sicher nicht gern. Die präzise Beantwortust stellter Fragen gehört nicht zu seinen zumal wenn die Frage in Schrift oder Dich ihr Wortlaut sich also nicht ganz leicht ui und wenn die Antwort in derselben muß. Immerhin: er schrieb. Und dai in der angenehmen Lage, in Ruhe zu prii Dr. Nathan sich unter einer Antwort bester gesagt, was seine Leser sich darunter sollen. Von den 163 Zeilen, die Herr Rathe n Antwort" nennt, enthalten wohlgezählte 8 was er selbst offenbar als eigentliche „Antch hm rm um en. 8 Ze (kr schri'b g präzise xejabereien, ck festem ist, fndechten läs t, erfolg m find wir was Herr HorfHellt od<r, vorstell »n ine „kui Zl ilen d«! ort" v, hat. Dr. H. bezeichnet ,Friedrichs' als ein»» „anscheinend rechtssteherden Eyriften". Wenig«. Zeile» weiter zittert er — l üesmal richtig — folgenden Satz de« „rechtsstehenden" Herin: „Zch bin der Ansicht, der Antisemttism»»... sieht in demZudentum nur dev politischen Prügelknaben zur Verwirklichunk reaktionärer Ziele." In einem Znlerat auf der Rückseil« de, gleichen Blatte», das.die ,Jriedrich»"1che Broschüre gleichzeitik mit der Eisfel »lchen Schmähschrift anpreist, figuriert „Fried richs" wieder, diesmal ohne!,anscheinend", als rin Politikei „von recht»'. > S.) Der bezeichnet« Herr „Friedrichs" i findbär. Der »erlag darf keine Anga sein« Person machen. Ein an ihn durch Bermittlunj de» Berlages gerichteter Brief ist trotz beigefügten Rückporto» unbeantwortet geblieben. Der Dorwortschrriber „Pfarrei Brodt-Werder" ist in Werder unbekannt und m i Hilfe de» kinwohnermrldeamts nicht zu er Mitteln. Die jüdisch« Einhettsfrortt an der Universität. Ein auswärtiges Mitglied, Student an einer süddeutsche» Universität schreibt uns: ... . . Uebrtgrn» interessiert es Eie sicher, daß zur Astawab (d. h. Wahl zum Etudenten-Ausschuß), die heute stattfand die Fraktion jüdischer Studenten eine gemeinsam Liste aufgestellt hatte, K. E - er also sriedlichmi Züdischnattonalen zusa summen. Da» spricht d> sehr für die srcesfio (Anspielung auf da» Blüherlche Bu Secessio Zudaica), wenn die K. T-er ihre Stimmen nicht eine der acht anderen Listen geben konnten. Es kamen sü sie in Betracht: 1. Deutscher Studentenbund, der di« politische» > und Rasfentämpfe ablehnt und vor allem wirtschaftlich« Ziel verfolgt, 2. die Afta-Mfttelgrupp«. S. Nationälfreiheitlich Studenten. Eifrig wurden die Studentenausweise den allzu Bequemen abgefordert (persönliches Erscheinen ist leid«! nicht als nötig erachtet worden), um so miüglichst viel Stimmen der jüdischen Einheitsliste zuzu führen." > G Unser Verband hat im K. T. schon heute recht schätzenswertes» Anhang, der sicherlich noch größer wäre, wenn der Palästina- Aufruf-Zeichner Rabbiner Goldmann und der Tentraloeretne - Syndikus Holländer, die beide dem Geschäftsflihrenden Athsschu des K. T. angehören, nicht schon vor Monaten einen Befchlu durchgesetzt hätten, der allen K. T -Mitgliedern „Zurmkhaltung »»»"gegenüber empfiehlt upd allgemein al» verfchlererte« Bei ° trittsverbot aufgefaßt worden ist. Diedeutschfühlenden Mitglieder de» K. T. werden an ihren oben a« ken »zeichneten Berbandsbrüdern keine allz große Freude haben. MR. Frmnde. standeck wissen will. Wer ihn kennt, kann darüber nicht staunen. Seine Rede ist niemals: Ja. ja -- Nein: nein. Was er spricht und schreibt, ist meist voi dem,! was darüber ist. In den 155 Zeilen, die hier „darüber" find», fehlt nichts von seinen bewährte , KaMpfmittelchen. Weder das mehrfach an den unmöj lichsten Stellen angewendete Wort „politisch" — war wärq für Herrn Nathan nicht Politik?!—, noch die g,- legeittlich eingestreuten Kraftausdrücke,! die sittliche En - rllstung vbrtäuschen sollen und doch nur zeigen, daz auch! die Erziehung eines Mannes! in vorgerückte >, Iahten noch unvollendet sein kann. Vor allem ab^r fehlen nicht! die für ihn typischen Versuche, die Au merksamkeit! von dem einzig wichtigen Punkte abzr> lenken und dabei den eigentlichen Gegenstand der E örtetung utzmerklich verschwinden z» lasten. Dies, r Trick ist ja j nicht ganz neu. Er ist Gemeingut all, r Taschenspieler seit ältester Zeit und wirkt unfehlba:, wenn er geschickt angewandt wird. Rjur leider: He r Dr. Nathan macht es nicht mehr geschickt. Selbst sein Stammpublikum merkt heute schon mynchmal, daß sein

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