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Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V. · 1922-04-01 · 4 (April 1922) · p. Seite 12

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Journal
Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
Volume
1922
Issue
4 (April 1922)
Date
1922-04-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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doch Falstaff? „Der bessere Teil der Tapferkeit ist Vorsicht". Und schließlich war ja auch Falstaff ein „Frontsoldat." Wieviel Hunde mag es wohl geben, die d!umm genug sind, sich durch solche Wurft-Atrappen hinter dem antispmi tischen Ofen hervorlocken zu lassen? Co wird es wirklich nichts, meine Herren Frontsoldaten! Cie haben einem an sich guten Gedanken jede Wir» kungskraft genommen, indem Sie — gegen alle Regeln der Kriegskunst — versucht haben, ihn mit unzulänglichen Mitteln zu verwirklichen. Ihr Versammlungsgedanke war gut, — war ja doch die ganze Versammlung bis in die lächerlichsten Aeußerlichkeiten hinein nur ein Abklatsch unserer Herren Hausversammlung "vom 5. Dezember 1321, die in det Presse ein so laut hallendes Echo sank. Sie werden uns einwenden, ähnliche Versammlungen halbe schon längst vor dem Bestehen unseres Verbandes der Centralverein veranstaltete Gewiß, es gibt nichts Neues unter der Sonne. " Aber ebenso! gewiß bleibt das Sprichwort wahr, daß es nicht dasselbe ist, westn zwei dasselbe tun. Ihrer Versammlung mußte der durchgreifende Erfolg, der Erfolg, der auch „Antisemiten" aufhorchen macht, versagt bleiben, wie er dtm Centralverein stets versagt geblieben ist und weiter versagt bleiben wird. Denn zwischen Ihnen und dem Centralverein einerseits und unserem Verbände ändererseits besteht ein Unterschied, der sich durch alle Regiekünste nicht verwischen läßt. Der Verband nationaldeutscher Juden, besteht nur aus Menschen, die innerlich ganzund gar zusammengehören, die Mann für Mann im Gefühl deutsch sind bis auf die Knochen untz die genau wi,!en: die Lösung der Judenfrage 'läßt sich nicht errechnen und nicht erschwatzen, sie l ä ß t si ch nur erarbeiten. Was diese Arbeit bedeutet^sagt unser Programm.. Sie umfaßt, neben»der Verstandigungsarbeit nach außen vor allem die Erziehungsarbeit nach innen und die Entwickelungsarbeit an der Jugend. Solche Arbeit läßt sich nicht leisten, -wenn man . von behutsamen Vormündern gezwungen wird, mit Glacehandschuhenzuzufassen. Wo Holz gehauen wird, fallen Spihne. Und darum erkennen auch Nichtjuden, die bisher nicht frei von Vorurteilen waren, daß unser Weg ein neuer Weg, daß er der einzige gangbare Weg ist. Wirredennichtnurinwdhlgesetzten Worten von unserem Deutschtum, sonder n w i r machen auch Ern st mit ihm, indem wir undeutsches Wesen und jede Gefährdung des deutschen Vaterlandes schonungslos bekämpfen, auch wo die Ge- 'fahr von Juden kommt. Können Sie, meine Herren vom Reichsbund jüdischer Einheitsfront-Soldaten. von sich das Gleiche behaupten? Was nützt es. wenn von Ihren wirklich deutsch führendest Mitgliedern das eine oder andere sein entschiedenes Deutschtum betont, wie es in „Ihrer" Versammlung geschehen ist? Was kanst.es nützen, wenn Sie nicht einmal wagen, Ihre eigenen Mitglieder, für die im großen Saale des Herrenhauses reichlich Raum. gewesen wäre, vollzählig ein z lila den, weil Sie Widerspruch aus> Ihren eigenen Reihen befürchten miüssen? Wie können Sieernstlich annehmen, daß Ihr Wort auch bei Nichtjuden Wiederhall finden würde. wenn Sie als Wortführer einen Nathan auf die Rednerbühne schicken? Mit dieser überlebten Taktik der Beschwichtigung und Vertuschung der Gegensätze, mit diewm Herumredenum den Kern der Sache werden Sie dem Heer der „Antisemiten" nicht einen Mann abnehmen. Als Soldaten sollten Sie wissen, dag nur dann eine Truppe schlagkräftig ist. wenn sie einem starken, einheitlichen Willen gehorcht, einem Willen, der nicht von außen kommt, sondern von innen, einem Führerwtllen, der nur der Ausdruck des Geistes der Truppe ist. Unsere nicht jüdischen Volksgenossen sin» es müde, mit Recht mjtde, sich Potemkin» sche Dörfer aufbauest zu lassen, hinter denen sich die „jüdislche Einheitsfront" formiert. Gewiß, Sie senken nur an Abwehr, nicht an Angriff, wenn Sie diese Front wünschen. Aber machen Cie sich nicht klar, daß die Nichtjuden, mit denen Sie sich verständigen wollen, befürchten werden, die Abwehr könne eines Tages in Angriff übergehen? Wirksame Verständigungsarbeit werden Sie nur dann leisten können, wenn keines Ihrer Mitglieder etwas anderes sein will, als es ist, wenn jeder sich auf dir Seite derer stellt, zu denen er gehört, Deutsche zu Deutschen, FremdezuFremden. Wenn Ihre wirklich deutschfühlenden Mitglieder das werden, was Ihre Berliner Ortsgruppe noch heute oder schon heute dem Namen, aber auch nur dem Namen nach ist. ein „vaterländischer Bund". Wenn sie sich freimachen von der .rage äu nomst-e-, von der Vormundschaft und dem Geldbeutel der Nathan und seiner Freunde, wenn sie sich freimachen von den zionistischen Mitläufern, die Sie bei „Aussprachen mit Nichtjuden" nicht einladen können. > Ceterum censeo: Heraus aus der jüdischen Einheitsfront! M. N. Der wahrheitliebende Dr. theilhaber. Der Zionist Dr. Theilhaber, gegen dessen verallgemeinernde Angriffe auf has aktive Offizierskorps wir uns im Oktober 1921 gewandt haben (vgl. unser Mitteilungsblatt vom Oktober 1921), veröffentlicht jetzt, nach 6 Monaten, seine Ewiderung in Form eines Schimpfartikels in der Jüdischen Rundschau, der nicht nur durch die Ausdrucksweise bemerkenswert ist, sondern auch durch die Art, inj der Herr Dr. Theilhaber mit der Wahrheit umsprintzt. Die bereits fertiagestellte Erwiderung, die in dieser Nummer des Mitteilungsblattes zum Abdruck kommen sollte, mußte im letzten Augenblick zurückgelassen werden, um für den Artikel vom „Reichsbund jüdischer Einheitsfront-Soldaten" Raum zu schaffen. Herr Dr. Theilhaber unb seine Freunde werden unsere Erwiderung in der Mai- Nummer des Mitteilungsblattes lesen. Sie werden sich bis dahin gedulden können, nachdem sie sich mit ihrer eigenen Erwiderung ein halbes Jahr geduldet haben. Die Schriftleitung. L Oie Lckrikten von llajumsnst: A? ll „Voll! llMMdeil Uli NllMlMlMl! Wu" s - 2j „Von riulÄu Ul! MMMuiu" - D (Orsobienen bei rler Oeutxcken VerlsxLxesellscksIt I N lür Politik unä Qesckickte w. b. ll., Lerlia) U sinrk ciurcb äie - - ve»cnSkt88tells «I?» Verdsoclo«, verlln V 3S,?! vlumesstot 9 ru berieken. (Preis kür jeäes llekt: 8 ist.! 0 rurüxlick Porto). U «2 2tee»»r«rri. «Oieifnerrcr: v>«r Leelome-Druckerei ch>e»»> Wo«»». NrrUo L2,'Sirat«»«eSrr

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