Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Journal
- Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Volume
- 1922
- Issue
- 2 (Februar 1922)
- Date
- 1922-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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können. A»ch nicht den politischen Führern wie Profess »je Weizmann. die durch die ganze Welt reif»«» um in jü>e Land« alle Kräfte zusammenzufasseu, dt« von jüdischnati nale« Empfinden zu positiver Arbeit gelentt werde Aber alle diese wahren Zionisten empfinden sich auch a H versprengte Teile de» jüdischen Volk«, als Gäste au^ ftemdem Boden. Sie ziehen tatsächlich die „^letzten Kons quenzen"", indem sie nicht «itreden, wo »rutsche Mensche die nicht nur deutsche Staatsbürger find, ihr Haus, ordne Aber Herr. Goslar ist preußischer R gierungsrat url Pressechef de» Ministerpräsidenten. ,Sein Wort ist bestich mend für vieles, was in Deutschland zeschieht. Ich schätze Herrn Goslar als ehrliche» Mann, und itl meine es ernst damit. Er ist auch eil Mann, der m - anerkennenswerter Klarheit sieht, wo jüdischnationale!! Empfinden sich von jedem anderen scheidet. Sollte <i bei gewissenhafter Eelbstprüfung nicht zu dem Echlus, kommen, daß es wirklich nicht angeht, als Fremder ir fremdem Hause bestimmend mitzuspre«! »en? Sollte e: wenn er aus seinem Empfinden die „„letzten Kons quenzen"" zieht, nicht zu dem Ergebnisse kommen, dos ein Mann, der sich Zionist nennt, liel»er Lastträger i, Jerusalem sein sollte, als Regierung »rat in Berlin?' (Wir haben diesen Schlußabsatz deshalb wörtlich wieder gegeben, weil gewiss« Blätter schon wie »er beginnen, ihn mit entsprechenden Weglassungen anzuführen und ap „Denunziation" zu bezeichnen. Die Sckriftl). Die Zeit (Deutsche Volkspartei) 23. 1. 22. Ausführlicher, sehr wohlwollender Beicht über unset Akademikerversammlung. Wiedergabe >«s Referat» (Di Peyser), aus dem besonder« die „absolute politische Ne»! -tralität" unseres Verbandes und die sijarfe Abkehr von allen jüdischnationalen Bestrebungen hei vorgehoben wirhf Der (schwarz«) T«g (Parteilos; national) 2l. 1. 22 Längerer Bericht über unsere Akaden ikerversainmlunü Hervorhebung, daß auch der Deutsche Hochschulring „g« > willt ist, mit deutschdenkenden und natt »nalen Juden z»s lammenzuarbeiten und ihre Bestrebungen zu unterstützen Ausführliche Wiedergabe des Peyser'schen Referats. „FM heute sei nur festgestellt, daß, wenn es dem Verband g« lingt, das von ihm aufgestellte Programm durchzuführeiz, sicherlich die akademische Jugend sich zu leinen Probleme, nicht ablehnend verhalten und gern gewi llt sein wird, nH ihm am Wiederaufbau Deutschlands und an der E ziehung des Volkes zu einem bewußten Deutschtum mi zuarbeiten." Schlesische Zeitung (Deutschnational) 25. 1. 2L, Wiedergabe der Schlußsätze aus dem üben angeführtes Naumann'schen Artikel im roten Tag. „Zu dieser falt unglaublichen Tatsache, datz ein ausges irochener Zionin. der Palästina als seine Heimat betrachtet, einen so maßgebenden amtlichen Posten in Preuße» bekleiden kann . . . nimmt jetzt . ,M. N. im „„Tag"" Stellung. (Folgt der Auszug). Das ist nur allzu richtig I" Dentsch« Allgemeine Zeitung (Deutsche Volks dartei) 29. 1. 2s. Kurzer, wohlwollender Bericht über unsere Akademiker- Versammlung. (Abgeschlossen Sl. l. L). Vermischtes. Erziehuag zum Deutschw n Einem Bericht des Jsr. Familienbl. üh be» Landesverbandes Sachsen (im Verbände „neutralen" jüdischen Jugendvereine Deutsch!^ wir folgende Sätze: .Der Referent forderte einen klaren Ablehnung des im Verbände jetzt über« tums, Abwenden von der zu großen und schätzung der jugendlichen Momente und Grundlagen des Judentums, um auf er ein« Tägmi der sogenannt« nds) enlMhmei Kurs und strik i rgenden Phraseiti zu starken Ei Rückkehr zu dl Basis nich dil ser e» jüdisch« Jungen Ziehen. Da» Referat fa. Die Leute, dt« unsere Kinder ». höchst erstaunt, wenn man Ihnen vor», Juden künstlich zu Fremden machen, <r>>. erstaunt, wenn wirklich deutschfühlende Juden > der ^Neutralität", die auf verschämtes Nationaljuve,. auslauft, mit Entschiedenheit «brücken, weil st« ihre Kino., unbeschadet ihres Abstammungs-Bewußtsein» und ihres religiösen Empfindens — zu junge» Deutschen erziehen wollen. Die J«de»sch»le. Da» mit Recht so beliebte ^Israelitische Familienblatt", dessen Schriftleiter trotz der Lektüre ihre» eigenen Blattes so gar kein Verständnis für die treibenden Kräfte des „Antisemitismus" haben. schreibt wörtlich folgendes: „M angelnde Objektivitätvor dem Reichsgericht. Im Kapp-Prozeß .... hat, wie die „Berliner , Volkszeitung" zu berichten weiß, der Vorsitzende, Eenatspräfident von Pelargus, bei der Vernehmung des Generals von Oven, der für den Wirrwarr in der Reichskanzlei während der Käpp-Tage nicht gleich die richtigen Worte fand, mit der Bemerkung ausgeholfen: „Sie wollen wohl/fagen, wie in einer Judenschule." Wenn sich diese Darstellung als wahr erweist, sa müßten wir gegen dies« Aeutzerung. die einem Zeugen geradezu in den Mund gelegt wurde, auf das Schärffte Protest einlegen. Der Ausdruck „Wie in einer Judenschule" mag in gewissen Kreisen als Bezeichnung für eine lärmend« Versammlung gebräuchlich sein; Herr von Pelcjrgu» aber, der den Vorsitz im Kapp-Prozeß sonst mit großer lleberlegenheit führte und Wiirttrmberger ist, müßte wissen, daß es in unseren jüdischen Synagogen ebenso ruhig und würdevoll zugeht, wie in anderen Gotteshäusern. In jedem Falle bedeutet diese Bemerkung einen bedauerlichen Mangel an Objektivität? Diese Notiz ist wieder einmal in zweifacher Hinsicht nicht ohne Reiz. Das Hamburger Blättchen entnimmt seine Darstellung, wie es selbst behauptet, der Berliner Volkszeitung. In dieser Zeitung lauten die betreffenden Sätze wörtlich wie folgt: „„Der Vorsitzende unterbricht ihn: „Ein früherer Zeug« hat gesagt, es sei dort zugegangen wie in einer Judenschüle." v. Oven: „Mir lag das Wort auf der Zunge, ich wollte diesen Ausdruck aber nicht gern gebrauchen."" Daraus macht das Israelitische Familienblatt: „Sie «ollen wohl sagen, wie in einer Judenschule." Es hat also den Tatbestand rin bischen — sagen wir einmal: verändert, um ihn seinen auf „Antisemitismus^ hungrigen Lesern etwas schmackhafter zu machen und daran seine sinnreichen Bemerkungen, wie traurig auch hier wieder einmal den Juden mitgespielt worden sei, knüpfen zu können. Wichtiger aber als diese mißglückte "— den Lesern des Blattes gegenüber vielleicht geglückte „Anführung", die stark an die Zitierweise gewisser dem Familienblatt nicht fernstehender Persönlichkeiten erinnert, ist d,e Würdigung des Ausdrucks Judenschule. Die Volkszeitung selbst, auf die sich das Hamburger Blättchen beruft und die gewiß des „Antisemitismus" nicht verdächtig ist, sagt darüber viel Verständigeres. Sie schildert den Ursprung des Ausdrucks, indem sie darstellt^ wie es in „Schulen", d. h. Bet- und „Lern" - Hauser der altgläubigen Juden, insbesondere der Ostjuden zugeht. ....Man betet» dort zwar nach einem uralten Ritual, aber der Einzelne gibt seinem Gebete eine durch sein Temperament bestimmte individuelle Note. . . . Das stille Gebet wird zum Murmeln, das Murmeln zum Singsang, der SinFnng zürn- Jammern oder zum Jauchzen, Freude und Kümmernis zum ekstatischen Schrei. Lin Expressionismus religiöser Inbrunst — aber draußen hört man nur ein mißtönendes Stimmengewirr — das „Tohuwabdhu der Judenschule."" Wer einmal in einem derartigen Bethause war oder auch nur vor dessen Tür gestanden hat. wird diese Schilderung nur bestätigen können. Es gehört ein gewissü Mut dazu, daß gerade das Israelitische Familienblatt seinen Lesern, die es doch wirklich meist besser wissen, einen derartigen Unsinn vorzusetzen wagt, wie es in der oben wiedergegebenen Notiz geschieht. Aber wenn es sich darum handelt, gegen den „Antisemitismus" zu Feld« zu ziehen, die an sich schon vielen Juden eigene falsche Empfindlichkeit weiter zu züchten und jede Anwendung des Worte» .Jude" als Beleidigung de r Juden hinzustellen, dürfen diese Leute fa erfahrungsgemäß damit rechnen, daß der Gedanke einer ruhigen und vernünftigen Selbstprufung bei ihren Getreuen gar nicht erst aufkommt. Derartige Bezeichnungen, wie der sachlich nicht einmal falsche Ausdruck „Judenschule", werden von Nichtjuden sehr häufig angewsndet, ohne daß der Betreffende auch nur auf den Gedanken kommt, einen Juden zu verletzen. Wer. wie der Zeuge v. Oven, Bedenken trögt, einen solchen Ausdruck anzuwenden, muß schon durch die Erfahrung gewitzigt sein; er muß wissen, daß es Juden gibt, die so wenig durch Vernunft gefestigtes Selbstgefühl haben, daß sie sich schon beleidigt und verfolgt fühlen, wenn in irgend