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Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V. · 1921-12-01 · 3 (Dezember 1921) · p. [Seite]

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Journal
Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
Volume
1921
Issue
3 (Dezember 1921)
Date
1921-12-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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» j wer dt« IrttuirgSnachrichre» verfolg«, dt« von d«m ständig wachsenden Haß der eingeseisenen Araber g«g«n di« von England »befchätztto' palästinensisch«!, Juden berichten, wird erkennen, daß gerad« j«tzt sich an einer anderen Stelle der östlichen Welt ähnlich« Greuel vorbereiten. In meiner Broschüre »Ben, nationaldearichen Juden' Hab« ich di« Armenier-Metzeleien und die Judenpogrome in Vergleich gestellt^ ich Hab« damals gesagt, daß beide Erscheinungsformen Menschlicher Grausamkeit in dem Herzen '»denakionaldeutschen Juden' gleich« Mirleidtempsindungen bullösen. Man hat mir diesen Der gleich in jüdischen Krcisen sehr verarat und ich Hab« mich inzwischen selbst überzeugt, daß mancher Jude, der unzweifelhaft nationai- / deutsch in meinem Sinne ist und der sich gleich mir aut deutschem Gefühl herau» im Interest« det deutschen PaterlandeS entschieden gegen die Einwanderung der Lstjuden wehrt, die Leiden, denen i dies« armen Menschen in iliren Wohnländern autgesetzl sind» doch stärker empsinder, alL die der Armenier, die durch kein Band d^s Erinnerung mit unS rerkirüstft sind. Und doch — wer in,diesem Buche liest, welch« Hvsie der L,uale>r die türkischen Armenier haben durchschreiten mästen, wieviele Tausende .von ihnen diesen Weg niemals vollendet haben, sondern in daß »NichrS' eingegaagen sind, dat ein« Depesch« de- Talaat Pascha alt dat Ziel ihrer Verbannung bezeichnet, der mag ein wenig Verständnis dafür gewinnen, daß für mich persönlich noch heute bei allem Bewußtsein meiner Stammeszugehörigkeit ein gequälter Armenier oder ein gequälter Ostjude da» Gleiche bedeuten: ein von Menschen gequälter Mensch. Mar Maumann. Vermischtes: . Da liegt der Hund begraben. » Durch eine Reih« von Zeitungen, die den Juden gern bei Gelegen- Mit einen Hieb versetzen, ging rvr kurzem die Nachricht, ein jüdischer Kaufmann in Berlin Hab« seinen Hund, der durch, Ueberfahren zu Tode' komme» sei, in den Formen «inet christlichen Begräbnissebestatten »d dat Grab mit einem »großen gelben Kreuz' schmücken lasten. Wir rben Veranlassung gencmme», den Fall — gewistermaffen alt-Stichobe — nachzuprüfen. Der Tatbestand ist natürlich nicht halb so stimm, wie ihn -die tendenziös gefärbten Zeitungsnotizen dargestellt iben. Die Einzelheiten de» »Begräbnisse»' sind nicht von dem jüdixn Geschäftsinhaber selbst geregelt worden, sondern von einem unserlsch« »arischen' Angestellten. Da» »große, leuchtend gelbe Kreuz' ist , einem wenige Zentimeter hohen Kreuzzeichen zusammengeschrumpft, Ä in die Grabtasel in Verbindung mit deyr^Aert eingeschnitten war. mmerhin steht fest, daß bei der Beerdigung det Hunde», di« auf dem -oft det Geschäftshauses in Gegenwart de» FirmeninhaberS und zahlreicher «gestellter statnand, die BcgräbniStcilnehmer drei Hände «oll Erde in i« Grube geworfen haben und daß di« Grabtafel «in Kreuz, wenn auch längst nicht in der auffällig«» Fora,, wie e« behauptet wurd«, g«rag > hat. Wir m«ia«n, daß et nicht erstaunlich erscheinen kan«, «»«an »oo alchtjüdischen Hausbewohnern und Nachbarn an diesem Gebaren Anstoß genommen wurde. Gerad« , der religio» empfindend« Jude muß gegenüber solche« Vorkommnissen zu der völlig gleiche« Auffassung kommen, wie der religiös empfindende Christ. Aber darüber hinan« muß jeder anständige Mensch, gleichviel welcher Abstammung er ist und wie er persönlich zu GlaobenSfragen steht, sich dagegen auflehnen, daß in der hier beliebten Weis« mit Dingen «in rvürdelose» Spiel getrieben wird, die Anderen heilig sind. 'Wer selbst Achtung für seine stammetmäßige und religiös« Eigenart verlangt, muß dieselbe Achtung Anderen «rngegeabringen und auf die Empfindungen seiner Umwelt Rücksicht nehmn. Wer dies« Ehrenpflicht verletzt, trägt dazu bei, di« Gegensätze zu verschärfen, zu deren Verminderung doch jeder anständige und b«sonnen« Mensch beitragen sollte. M. N. > ' ' Reigen redivtnus. Sin Nachwort zum Nachwort. Seit dem 2;. November wird der Reigen wieder im Kleinen Schauspielhaus zu Berlin aufgcführt. Die Direktion schreibt der »B.Z. am Mittag', daß sie nur aus »kunstliebend« und verständnisvoll« Theaterbesucher' rechnen und daß sie di« Wiederaufführung »dem Autor sowie sichefelbst schuldig zu sein' glaub«. Voraussichtlich werden di« Einnahmen nach dtr Bombenreklapzp de» Strafprozesse« so erheblich« sein, daß die Direktion davon nicht nur dasjenige begleichen kann, wai sie »sich selbst', sondern buch dat, wa» sie etwa Anderen schuldig ist. Im Uebrigen können wir nur nochmal» mit Genugtuung feststellen, daß die geschäftstüchtigen Direktoren beide weder Juden, noch »Judenstämmling«' sind. M. N. > Iwischenschichts-Humor. Da» Israelitisch« Familienblatt zu Hamburg tritt den Beweis für unsere Behauptung an, daß et in seinem ernstgemeinten redaktionellen Teil genau so komisch wirken kann, wie dt« von ihm gebrachten »Witze' ernst zu stimmen vermögen. In Nr. 46 de» Blättchen» findet sich «in gegen unseren Verband gerichteter Leitartikel unter der Ueberschrift »Eliat Cohn in neuer Auflage'. Der Ton de» Artikels entspricht etwa dem de» MieSbachcr Anzeigers, abgesehen natürlich von der Dialektfärbung. Unser Verband wird darin mit einem Eliat Cohn verglichen, der vor vielen Jahren im Sold« Sröckert stand, mir Stöcker in dessen Versammlungen umherzog und alt erster Diskussionsredner die Schmähungen det »verehttcn Herrn Hofpredigert' gegen di« Judeü alt durchaus zutreffend zu bestätigen pflegt«. Der Vergleich ist allerdings für jeden, der un« selbst, den Inhalt unserer Bestrebungen und unser Auftreten in der Öffentlichkeit kennt, geradezu schlagend. Leider können wir dem humorvollen Verfasser de» Artikel» nicht unseren persönlichen Dank auisprechen, da der mutig« Herr vergessen hat, seinen Namen zu nennen. Vorsicht ist die Mutter der WeiShtir. Hätte der Herr, der in dieser überzeugenden Form Geschichte treibt, seinen Namen bekannt gegeben, s» wären vielleicht gewisse Zusammenhänge offenkundig geworden, die — vom Standpunkte de» FamilienblatteS — besser uaerortert bleiben. Dr. Mar Naumann. Soeben erickiettv" un«i von lecker Ouckkanckluntz. »orvle von cker0e»cblikt»»t«lle »u berleken: Der oalioaaiäeutrrlse jurle in «1er äenlrc^ren Dmvveit. vettrtltze rur KUiruntz cker ckeutrckren jucken trotz« 1 .» "" klax Piouinann. Lrrles-Zonrierbekt: Von» moroircden uori nlcdtrnoraiscken )n«1en. Lveiter 5on6erkeit: Von Lionirten nn«1 Iüä!»cdnatton»icn. ln Vorbereitung Dritte» 5on6erkekt: Von ecbten nnri noecdten ^ntiserniten. Da» auf 7 Kdoeimitte berecknete Verb «roebelot ln »onckerbekten, ckte »pllter ol» Kapitel ln cko» OeZaenttVerb «tntzeretkt rvercken, l»e rur Leit aubervrckenillcbe Oeckeutunz cker juckenkratz« rnackt ckleoe Voraurtzab« votvenckttz. 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