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Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V. · 1921-12-01 · 3 (Dezember 1921) · p. [Seite]

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Journal
Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
Volume
1921
Issue
3 (Dezember 1921)
Date
1921-12-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I - des Verbandes natwnaldmtscher Juden e. V. 1:- Da« Mitteilungsblatt erscheint.vorläufig Bezugspreis: Einzelnnmii ' Den Verbandsinitglitden Geschäftsstelle des Verbandes: Berlin Bankkonto: C. H. Kretzschmar, Brrlin W ,n z> rer » gl . Iäg W. »-angloser Pf-, das Blunsl straß« y «»t Folge, mindesten«! einmal monatlick, halbjährlich 2,;o M. Blatt kostenlos -ch eshof 9, (Fernsprtt^er: Lü^ow Z069) .Postscheckkonto: Berlin Nr. m rzr Jahrgang 1921 Uzender Nr. Nationaldentsch. Wer als erster'eine zusammengehörige, aber nvckj nickt zusamniengefugte Volkeinasse zu orgacksicrc» »nternim »r, für den ist es rin leichtes, den passendest Namen für as Gebilde, das er schaffe» will, zu finden. , (fr brauch mir die allgemeinen Merkmale, von denen er ausgeht, in kna >pe Begriffe zti fassen, und die/Aufgabe ist gelöst. Anders derjenige, der nach ihm die Ungleichartigke len festesten möchte, die. fick in» Verlaufe der Entwicklung innerhalb jener ersten allgememen Organisation Nrrausgebildct l>aben. Er läuft Gefahr, unklare Grenzlinien zu ziehen, md ist darauf angeunesen, sich bei der Namensgebung prähser Bezeichnungen zu chediencn, a >ch wenn sie im öffentlichen Leben bereits' einen bestimmten Klang angenommen Huben und um deswillen zu gleichen Zwecken schon andern) ntig benutzt norden sind. Dadurch setzt er sich der Möglichkeit von Mißverständnissen aus, von Böswilligkeiten ganz -zu schweigen. Gewiß ein schlvcres Hemmnis für ein neues Unterfangen. Aber wenn der Zwang der Sache es erfordert, muß er eben leiden — und durch Aufklärung nachzublsen' suchen, so viel er kann. Den Verband nationalkeutscher Juden in den Ruf »deutschnationaler'Bestrebungen zu "bringen, war-leicht genug l nter dem Hinivei» auf den Namen, den er sich gegeben /hat. Schwierigkeiten machte nur die Tatsache, daß sein Begründer sich politisch der Deutschen Volkspartei 'jgzählt. Also zog n»an fick auf die Behauptung ^zurück, der Verband jlei dazu bestimmt, als jüdische Schutzztruppe de^ Deutschen! Volkspartei Gefolgschaft zu leisten. Zn Wahrheit waren schon in den ersten vorbereitenden Stadien der Gründungszäligkeit Männer aus den allervcrschiedeasten politischen Richtungen, mit Einschluß d»r Mebrheitssozialdemokratie, am Werke, und man kann wohl getrost fcststellrn, daß sie fick anfänglich in keiner Beziehung einiger waren als in der Uebcrzeugung, daß der neue Verband politisch absolut! neutral zu halte» und :u führen sei. Dabei ist e» selbstverständlich auch weiter»,» verblieben.!!'- Wenn die Gründer des Verbandes trotzdeni das Ddmm nicht scheuten, das hfützplage vielfach^ mit .nationalen' Wortzusammensetzungen verbunden ist, Vertrauen auf dir gute Sache, der sie so taten sie es im dienen wollen und > die <§ine andere als die.gewählte Verbandsbezeichnung nicht zulä^t. National sein heißt sein!Volk und seine Heiinat über! alles lieben in der / Welt. Gewiß ist ,das Wort in den letzten Jahren mehr noch als schon vor dem Kriege schmählich mißbraucht worden, über deshalb darf es noch lange nicht wie die Pest gemieden werden/wo man seiner zur Abgrenzung bedarf. Und die deutschen Juden haben am allerwenigsten Veranlassung, ihn, ängstlich aus dem Wege zu gehen. Denn wie kein anderer Bestandteil des deutschen Volkes sind sie seit Jahren der Gefahr! ausgesctztz» ihren nationaldeutschen Empfindungen abspenstig gemacht zu werden. Wir wissen alle) welche Bedeutung her Zionismus in unseren Reihen ge- "wonnen, wie er namentlich sich unserer Jugend bemächtigt und ihr ganzes Sinnen, und Trachten auf außerdsutsche Ziel^ hingelcnkt hat. . Hier haben wir nicht gegen internationale . Teüdcnzrn zn kämpfen, sondern gegen eine künstliche Unterschiebung eines fremden nationalen Ideale unter das natürlich^ nationale Empfinde«, von hem nach unserer Ueberzeugung" jedqr in Deutschlund geborene und, erzogene Jude normalerwe se beseelt ist. IHM erst dann nationale Zuverlässigkeit zuz «gestehen, sofern er Mitglied unseres Verbandes geworden ist, jeden deutschen Juden also/der nicht zu uns gehört, sozusagen als .vaterlandslosen Gesellen' zu brandmarken, kann uns natürlich yicht in den Sinn kommen. ' Wir wissen sehr gut, wie cs um die inneren Empfindungen un ercr Stammesgenossen i!a Deutschland bestellt ist, wissen seh gut, daß die weitaus überwiegende Mehrzahl von ihnen natiionaldeutsch denkt und empfindet, und daß bei vielen nuf eine gewisse, von bestimmter Seile künstlich gezüchtete Scbeu vor mutigem und entschiedenem Bekennen ihrer Anschauungen vorlieg^ nickt ein Fraternisieren mit internationalen oder anllnationalen Tendenzen. Aber diese Scheu muß übrrw> «den werden, der Ernst der Zeit du'del keine Lauheit mehr, keihe Unklarheit, keine.bewußte oder, unbewußtb Zwiespältigkeit; schon um deswillen nicht, weil, die »»deutschen Kräfte di^ uns in den Abgrund gestürzt haben, an Entschlossenheit dr<s Auftretens, an Rücksichtslosigkeit der Kampfführung gar-. nichtS zu wünschen übrig lassen. Ihnen muß gerade mit d«»tt Rüstzeug des nationalen Gewissens überall, ,vo.dio, Pflicht ruft, kraftvoll cntgegengetreten werden — von uns! Juden genau ebenso w,e «von jenen nichtjüdischen Deutschen, i dreien nationale Gesiimung über alles geht. Wir haben also

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