Haḳedem
- Journal
- Haḳedem
- Volume
- I (1907)
- Issue
- 3 (25.9.1907)
- Date
- 1907-09-25
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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r r Bad and Badewesen im Talmud. Von Samuel Kraasa (Wien). I. Waschungen. Waschungen, wie sie selbst im Leben eines primitiven Volkes Vorkommen, waren bei dem so sehr zivilisierten Volke der Juden nur noch häufiger und natürlicher. Bei dem warmen Klima Palästinas war es sowohl ein Gebot der Reinlichkeit als der Gesundheit, sich je häufiger zu waschen, nur verstand es das so religiös veranlagte Judentum, diese natürliche Observanz auch mit dem Nimbus der Religion zu umgeben. Schon aus (der Bibel kennt man die schöne Sitte, dem von weiter Reise einkehrenden Wanderer, der seine höchstens von losen HqIzsandalen geschützten Füsse auf dem heissen Sandboden gewiss recht ermüdet hat, Wasser zum Waschen der Füsse zu reichen, eine Sitte, die auch im talmudischen Zeitalter *) und noch heute im ganzen Orient fortlebt2).' Die alltägliche Waschung betraf zunächst pur Gesicht. Hände und Füsse3). Unter den Dienstleistungen, die eine Frau unter allen Umständen, auch wenn sie vier Mägde ins Haus gebracht hat, dem Manne leisten muss, figuriert, dass sie ihm Gesicht, Hände und Füsse waschen (רחץ) muss4). Auch der Nazir, der peinlich achtgeben musste ja kein Haar von seinem *) I. Timoth. 6,10. j.Berach. 2,7 f. 6b Z. 60. Derech ,Erez. R. c. 4• י) Wiener, Bibi. Realwörterbuch,3. Aufl., II, 31^. ״Reinigkeit“. *) Auch in Rom, solange dort die einfachen Sitten herrschten, wusch man alltäglich nur Hände [brachtet) und F11886 (cura), Seneca, ep. 86. *) b. Kethub. 61*, im Namen des babyl. Amora Ry Huna. 7