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Die Bne Briss · 1937-01-01 · Nr. 1/2 - Januar/Februar · p. [Seite]

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Journal
Die Bne Briss
Volume
1937
Issue
Nr. 1/2 - Januar/Februar
Date
1937-01-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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wir uns der Erörterung einiger Gedanken zu, die uns beschäftigen, wenn wir uns "vor die Aufgabe hingestellt sehen, unsere Jugend lebenstüchtig zu machen. / ■ :\ '■' ' * Ganz"von selbst taucht dann vor uns das vom Schein des Unheimlichen umkleidete Wort ,,A u s - w"ä ndcrun g" auf. Nicht der eine und nicht der andere unter den uns anvertrauten Schülern wird in kurzer Zeit in die Fremde liehen, sondern alle, die heute noch in der * L Klasse vor uns sitzen, die noch die Luft Deutschlands atmen, die sich uns in deutscher Sprache mitteilen.- .und .zu denen w'ir in deutscher Sprache reden. Ihrer Alter wartet ein schweres mühereiches Leben, und uns Lehrern ist es auferlegt, zu. unserm Teil daran mitzuhelfen, daß sie alle tüchtig werden zum Führen der Pflugschar, zum Schwingen des Hammers* und des Heils., zur Eroberung unwirtlichen und harten Bodens, zum Ertragen ungewohnter Temperaturen und tückischer Sumpfkrankheiten und zur Besiegung vielfälliger Widerstände, von deren Beschaffenheit nur vage Vorstellungen vorhanden sind. Aus dieser Sicht heraus fördern wir in der Volksschule mehr als sonst die turnerische und sportliche Betätigung, gewähren wir allen Einrichtungen zur Pflege der Handfertigkeit unsere Unterstützung und suchen wir den Plänen zui Aufbauklassen für die Berufsvorlehre zur Verwirklichung zu verhelfen. Mit besonderem Nachdruck abiir bemühen wir uns. die Knaben" und I' 1 Mädchen geistig zur Auswanderung vorzubereiten durch Einführung' des F r e m d s p r a c h e n u nt e r - i " 1 * rieh t s ii hei der A u s w a n d e r u ri g s kn n d e. Wir t ehrer wissen nicht, in welclu) Länder unsere Seh der einmal übersiedeln werden, und die Kinder wissen es häufig selber nicht. Es ist deshalb schwer, die Frage zu beantworten, welche Fremdsprache gelehrt werden solle. Uns scheint,es, es sei ■zweckmäßig, den Unterricht in Hebräisch und in Englisch ab ordentliche Lehrfächer in die Schularbeit einzufügen, im übrigen es den Eltern und Kindern anhiehnzästi jlen, andere Sprachen in privaten Kursen zu erlernen. Die Versuchung liegt nahe; dem Hebräi-.ch-Unlerri«tht ein* bevorzugte Stellung einzuräumen. . weif er nicht nur einem praktischen Zweck dient. sondern weil er den Zugang zur Kultur des eine - Wiedergeburt erlebenden jüdischen Volkes in Erez ■Tisrael freilegen hilft. Allein, so sehr wir wünschen, daß es so 'ein könnte, so sehr sind wir uns der Grenzen des Möglichen bewußt. In der Volksschule ist kein Baun für zwei Fremdsprachen, und deshalb ^nuß den Elf tu die Entscheidung darüber eingeräumt werden, an welchem Unterricht ihre Kinder teilnehmen sollen, ob am englischen oder am hebrä- , ischen 8 Die A u s w a n d e r u n g s k u p. d e ist ein K nd unserer Zeit, dazu ein Gebiet, das aus verständlich en Gründen der Arbeit gerade unserer jüdischen Volksschule zugewachsen ist. Es wartet freilich noch suf eine gründliche methodische Durchdringung. (Ire natürlichsten und ertragreichsten Anknüpfungspunkte lindet die Auswanderungskunde iiji der Geograph estunde: doch liefern auch geschichtliche und biologische. Sachverhalte ihr wichtige Bausteine. L rat Baeck hat in einer Bede auf die Horizontwcitung hingewiesen, die unsere Kinder erfahren haben. Sie le jlen. so meinte er, mit ihrem Gedanken nicht mein im engen Bereich der Heimat allein, sondern in dt r Weite der Well schlechthin. Diese tiefe Wahrhc t führt uns zu der Erwägung hin, ob es nicht ai gebracht sei, im geographischen Unterricht die Bi handlung der europäischen Länder zugunstc i Baiästinas und der überseeischen Welt einzuschränken. Es kann keine Meinungsverschiedenheit dar über herrschen, daß die P a I ä s t i n a k n n d e auf gründlichste gepflegt werden muß. Ganzabgeschei davon, daß sich eine erhebliche Anzahl von Knabei und Mädchen einmal wird einfügen dürfen in; tlit große und ans Heiligste unseres .ludescins rührend« Bewegung der nationalen Wiedergeburt, sollen auch die jungen Menschen, die in andere Himmelsstriche versetzt werden, seelisch aufs innigste verknüpft bleiben mit dem Kern ihres Volkes, soll Tage ihres Lebens das Bewußtsein verlassen, jenein Volke anzugehören, das nach tausendjähriger uijruh- und leidvoller Wanderschaft sich Aufgerafft hat] auf eigener Scholle seinem Auftrag zu dienen. In diusem Sinne ist Palästinakunde mehr als ein Teilstück der Auswanderungskunde, ist sie ein Gesinnungsfach von höchstem Bange. Das schließt nicht aus, sie einzuordnen auch in den umfassenden Komplex der jAuswanderungskunde; denn auch das tägliche. LebeJn in Palästina mit seinen vielen Anliegen verlangt ein nicht geringes M;\ß von Kenntnisseh. die den Kindern schon hier beigebracht werden können, und die man ihnen nicht vorenthalten sollte, weil ihrer genug der Schwierigkeiten warten, wenn sie den Fuß auf Palästinas Boden, setzen. Soweit rein ins Prakt^eingerichtete Überlegungen in Frage stehen, ist die Vertrautheit, mit der Länderkunde f üjr Ubersee not wen diger als die mit Palästina. Denn drüben in Amerika und in Afrjka oder Svo immer fehlt vielfach die volkhaft zusammengefaßte jüdische Gemeinschaft, die die Neuankömmlinge seelisch und wirtschaftlich zu tragen vermöchte. Keinem Kinde in Deutschland ist Erez Jisrael eine terra incognila; dagegen verschlägt der Zufall Tausende von jüdischen Menschen in Gebiete, die' ihnerr nicht einmal dem Namen nach bekannt sind. Deshalb muß die Volksschule die Materialien durcharbeiten, die ihr heute mehr denn je von der Publizistik zufließen, und die weit mehr auf-die i i <

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