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Die Bne Briss · 1936-09-01 · Nr. 9/10 - September/Oktober · p. [Seite]

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Journal
Die Bne Briss
Volume
1936
Issue
Nr. 9/10 - September/Oktober
Date
1936-09-01
Page
[Seite] (sequence 26)
Language
German
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lltiiMirhpxtPr in ^ahalal Phnt. .I^nif Wmharhr Diese diet jüdischen Arbeit yi Erez Jisrael gründe liegenden Mom n Arbeit yi ente wirkep sijch aus in der Stellung des Arbeiters im Land. Der Arbeiter gehört Iiier /um ..erSien Stand"", er ist ..gesellschaftsfähig", ja er eigentlich hildet und formt ..die Gesellschaft". Er beteiligt sich, wie an allen öffentlichen Aufgaben, auch stark an der Gestaltung des geistigen Aufbaues des I.nndev Zu lange ist die .ludenbeit als ..Volk des Buches durch die Welt gegangen, als daß wir jetzt etwa ein Interesse daran haben könnten, einen geistig stumpfen, von der körperlichen Arbeit völlig absorbierten und autgeriebenen Arbeitcrtyp auch nur 7u dulden. Es wäre völlig falsch, etwa in der Form der kibbu/ischen Gemeinschaftssiedlimg iiur ein wirtschaftliches oder sozialpolitisches Zweckgebilde zu sehen, hin wesentlicher Beweggrund zur Errichtung dieser Gemeinschaften liegt darin, daß hier in der Lebens- und (Arbeitsgemeinschaft auch für Schwerarbeiter die Möglichkeit besteht, sich geistig fortzubiL den. Der Einzelarbeiter (der „Boded"), der nach schwerem, in glühender Hitze vollbrachtem Tagewerk ermattet nach Hause kommt, kann nicht die geistige -Spannkraft aufbringen, selbst Einrichtungen für geistige Fortentwicklung zu schaffen: in der Gemeinschaft der Arbeitenden, im Kihbuz, wird dafür, Sorge getragen, daß jedem der C«jawerim nach der körperlichen Arbeit Gelegenheit zur Teilnahme an Kursen, Vorträgen und Aussprachen gegeben ist. Die kibbuzische Chcwra bildet hierdurch nicht nur ihren eigenen Chawer, sondern sie schafft für das Land die geistige Atmosphäre, die des jüdischen Volkes Eigentümlich keit bleiben soll, auch nachdem es zur physischen Ar beit zurückgekehrt ist. Type n voii sonders was anbelangt Ks gibt in Erez .Jisrael verschieden« Arbeitern auch in geistiger.Beziehung, bt ihre Einstellung zur jüdischen Tradition Die große Mehrheit der Arbeiterschaft stehlt der Religiösen Tradition ablehnend gegenüber. Wer in der Golah bereits die Mindung an das überlieferte Religionigesctz gelfis* hat. wird auch in Erez Jisrael seine Anschauungen nicht leicht ändern. Das heißt abt'r nichtdaß die große Masse der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas religionslos ist. Vielfach ist ein starkes Jüchen nach religiöser Form zu verspüren: die Dinge sind im Fluß, und es sieht zu hoffen, daß das ernste Ringen nach religiöser Ausdfiucksform und naeli Durchdringung des Lebens mit 'ethischem Gehalt gerade in Palästina, wo die Luft und der Moden gleichsam getränkt sind mit alten Erinnerungen unseres Volkes; eine Annäherung auch derjenigen an das überlieferte jüdische (iesetz zur Folge haben wird, die heuttj' weitab von ihm stehen. Diese Hoffnung darf man um so mehr haben, als es im Lande eine von Jahr zu Jahr stärker werdende Arbeiterschaft gibt, den Poel Hami.srachi. die das jüdische Religionsgesetz als verbindliche Norm für das gesamte jüdische Leben anerkennt und nach ihm ihr Leben und ihre Arbeit einrichtet. D^e misrachistischen Arbeiter, und in der letzteiji Zeit tritt zu ihnen auch die heute noch kleine, aber ebenfalls erstarkende (iruppe der agudistischen Arbeiter, erleben Aufbau und religiöses Gesetz als Einheit, erleben es um so intensiver, als sie von der Überzeugung getragen sind, daß das jüdische Gesetz nur in Erez Jisrael in seines Ganzheit gehalten werden kann, daß Bearbeitung des Landes eine von der Thora gebotene Mizwah darstellt, ja. daß als Volljude im Sinne des Gesetzes nur der in Erez Jisrael von seiner Hände Arbeit lebende Mensch anzusprechen ist. Ihm wird der Sabbat wieder zur Königin des Lebens, am Sabbat genießt er die Feierstunden seines Daseins, in der Mindung an das göttliche Gesetz erlebt der sich freiwillig ihm unterwerfende Jude die Befreiung'vom Joch des Alltags. L'nd alles das erwächst aus der Arbeit auf dem heiligen und heiligenden Moden I des jüdischen Landes. * Der religiöse Arbeiter Palästinas führt in seinem Leben eine starke Propaganda der Tat, in der Überzeugung, daß durch sein Meispiel eine Wirkung ausgeübt wird nicht nur auf seine Chiawerim in der allgemeinen Arbeiterschaft, sondern auf das ganze Land. Auch eine starke kibbuzische Belegung besteht unter der religiösen Arbeiterschaft, die ausgegangen ist von in Deutschland zur Landwirtschaft erzogenen misrachistischen Chaluzim, und die laufend neuen Zuzug erhält von der noch jetzt hier in Ausbildung stehenden religiösen Jugend. 102

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