Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1936
- Issue
- Nr. 3/4 - März/April (3.1936)
- Date
- 1936-03-01
- Page
- Seite 40 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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giös-liberil ixler orlhodok offen läßt. Der Zionist ist in Palästina Vertreter westlicher Kultur. Das Judentum darf als Judentum (Jen Westen bejahen, wie sehr es einem) Verfallensein an den Westen Absage zu'leisten hat.) Wenn aber der Zionist der religiös-liberalen Richtung des Judentums nicht hilft, in Palästina zur Geltung tu kommen, ist der Weg nach Palästina inj Gefahr. eir Zuriickgeschlagenwerden auf den Osten zu sein. Zujriickgeschlagenwerden auf den Osten bedeutet Orientalisierung. bedeutet Geschichtslosigkeit. bedeutet Zunicksinken in überwundene (ieschichtszeiten. Ein Bündnis, zwischen dem religiös-liberalen Judentum und den* ^zionistischen Judentum wird das Judentum in Palästin^i westlich erhalten.-ohne daß es einer Eivantisienm^ verfällt. wird das Judentum religiös erlu lten. olme ddß es den Zusanunenhang mit dem Geist verliert. w^’rd dem Judentum eine (iemeinsehaftsforni eröffne«, die all unsere Sehnsucht nach jüdische - Gemeinschaft erfüllen kann, obwohl — oder gerade we il sie nicljt politische Gemeinschaftsform sein wird. Fii(r den Zionismus — nämlich für seine Ideologie imi» in dem Augenblick die Krise eintreten. er zum wenn i'Diasporaproblem —- nichts zu sagen hat. Wenn er nur [auf seine soziologisch richtige Analyse hin weist, mit' der er Katastrophen vorhergesehen hat. sc sagt er dem leidenden Menschen damit nichts. Dort, wo eine religiöse Stellungnahme ^rselmt wird. mein Leid und Gott, mein Schicksal und die göttliche Ordnung - kann sich der jüdische Frager nicht zufrieden geben, wenn ihm der Hinweis auf einen hegelisch starren Geschichtsprozeß als Antwort entgegenge lalten wird. Die hegelianische Rechtfertigung des Geschehenen als de> -einmal so Seienden ist eine Geschichts- . auffassung.. die mit der der Propheten nichts mehr zu tun hat. Der größte Jude, den das Westjudentum 1 ervorgebracht hat. war Franz Rosenzweig. Er war liberaler Jude. .Er hat es selbst gesagt. Sein Werk und sein Leben stehen vor uns, und jeder, der von ihm lernt, und der ihn begrei(t. wird genau so wie Rosenzweig peinlich davon berührt sein, wenn heute die »Frage, welcher jüdischen Partei er sich eingeordnet lu be, an ihn gestellt wird. Wenn wir von Franz Roseizweig lernen, so wird der Idgologienkampf zwischen d in einzelnen Parteien zu dem werden, was er als jüdischer Geisteskampf allein sein kann: Religionsge: präclv. Dann wird das, was heute ein an der Oberfläche haftendes und vom AllzumenschJichen allzu oft dir girrtes Geplänkel zwischen den verschiedenen jüdischen Gruppen ist, ein Schulkampf sein, der geführ; wird, wie ein Kampf zwischen jüdischem Lehrhai s und jüdischem Lehrhaus geführt werden kann. Israels Lehrhäuser haben Lehrer, die von einander verschieden sind, die sich aber in gegenseitiger Liebe und Ehrfurcht darin einig wissen," die Lehre zu verwalten. Wo die Lehre des Judentums Gemeinschaft stiftet, entsteht nicht Partei, sondern heilige Gemeinde. Der Große Brockhaus — fortgeführt bis 1935! Es ist das unbestrittene Verdienst des „Großen Brockhaus“, daß jeder seiner Bände den jüngsten Stand de Dinge bis zu seinem Redaktionsschhtß, spiegelt. In bewegter Zeit hatte der Verlag sein Wet;k begonnen, in einem bedeutsamen Abschnitt der Weltgeschichte, in dem Altes wankte und zugrunde ging, Neues erstand und sich durcl -* setzte. Nun ist der Verlag daran gegangen, in einem Ergänz u n g s b a n d (Der Große Brockhaus. Ergänzungiband A—Z). über all das zu berichjen, was sich seit Erscheinen der zwanzig Bände im Staats-, Volks- und Wirtschaftslebeai. iyi Auf und Ab der Geschichte Europas lind der übrigen Welt, in Forschung, Technik und Kund ereignet hat. I)er Zeitpunkt des Erscheinens dieses Ergiinzuiigsbandes scheint besonders glücklich gewählt: m: n kann damit rechnen, dall damit, das Werk für lange a if der Höhe der Zeit gehalten wird. Es ist in dem Band ein fesselndes Gegenwartslexikon entstanden, das für jed, Besitzer des Hauptwerkes unentbehrlich ist. Abraham Heller: ..Die Lage der .luden in Rußland v >n der Märzrevolution 1917 bis zur Gegenwar i Breslau 1935. -Verlag M. & H. Marcjis.- | Das Buch von Heller ist eine vortreffliche Arbeit Es gibt uns ein klares Bild über die /Geschichte der Juden in der t kraine seit der Märzrpvolution 1917 jbis zur Stabilisierung der Sowjetmacht schichte und Lage der Juden in. der : .großer Sachkenntnis und Gründlichkeit sämtliche Quellen für diese, Periode d seit 1907—1932 in verschiedenen Sprachen deutsch, französisch, jiddisch und hebräisch i|nd über die Ge- Sowjetunion. dit hat. der Verfasser urciigearbeitet, die .russisch, erschienen sind. Dabei sind ganz objektiv sowoljd die Quellenbenutzt worden, die in Rußland, als auch die Quellen, die in Westeuropa und Palästina erschienen s|nd. Man gewinnt eine besonders deutliche Anschauung dadurch, daß Heller durch 34 Tabellen eine klare L’ebersjicht über die bestehenden Verhältnisse gibt. Jeder, der sich für die Geschichte und Lage der Juden in Rußländ seit der Rlevolution 1917 interessiert, wird in diesem Buche viel £toff finden und dem Verfasser sehr dankbar sein. i t I Bericht des Jüdisch-theolog. Seminars Breslau f. das Jahr 1935 mit einer Wissenschaftlichen Beilage: Altjüdische Alegorislik von Prof. IJr. J, Heinremann. : l)r. Max Wisehnitzer: Die Juden in der Welt. Gegenwart ~ und Geschichte des Judentums in allen Länjdern. Verlag Erich ReilL Berlin 8 >i\T — 413 Seiten. Ein Geschichts- 11110 Infornintionsjnich zugleich, das mit viel Geschicklichkeit aufgebaut ist. Es wird dem [Leser nicht nur eine interessante Lektüre bfcten, sonderif ihm auch als Nachschlagewerk großen Nutzen bringen. Drei Jahre Zionistische Belegung in Djeutschland. der ,,Jüd. Rundschau“ Berlin. Dieser »ausführliche Bericht an den XXV. Deleglertentag 1935 in Berlin unterrichtet jiiber die Zionist. Vereinigung in Deutschland, das Palästina-Amt |in Berlin, über den Keren llajrssod und Keren Kajemeth Lejisrael, über Makknbi-Kreis in Deutschland, über den Verband Jü 1 Frauen für Palästina-Arbeit, den Heehaluz, den ('.haluzim ' Dntiim, die Jugendbewegung, die Arbeitsgemeinschaftfür Kinder- und Jugend-AlijalL j Abendgebete für Sabbath- und,Festtage,1 herausgeg. von der Liberalen Synagoge Norden in Berlin (Hermann Falkenberg). ‘ Die bunte Schüssel. Ein jüd. Kinderbuch zum Lesen und Malen, Verlag Erwin Löwe, Beiilin. Zum 15. Sehwat: «Wenn Ihr ins Land kommt“. Jugend-- r bücherdi des K. K. L. Hechaluz-Verlag, Berlin). ferlag den lischer Brith Drude: Craphiidie KunHusult Arnold Weylandt C.m.b.H.Berlin SO 16, Eigener Verlag der Rungeitr. 19. löge U. O- CioAlt D. A. I.91C0. VerantwortlichnrSdiri/ileiter; Daniel Bernstein, Bin/ B. B., Berlin W 6£, KleiatstraAe 12 Vilmeredorf