Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1935
- Issue
- Nr. 9/10 - September/Oktober
- Date
- 1935-09-01
- Page
- Seite 80 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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vv inende. Menschen noch das Hecht und die Kraft zufn Gehet besitzen. ob beten für die Ehrlichen unter uns noch möglich oder »veralteter,' sinnlos gewordener Hrauch ist. Die vv isM’iischaftliche' Theorie, die noch heute den größten Teil unserer allgemeinen Bildung unterhaut, schließt <las Beten aus. \ iele Menschen suchen sich dieser Erkenntnis zu entziehen, indem sie % issen scharf von (Hauben trennen. Sie meinen oder sagen sogar, daß alle Erkenntnis, die auf dem ,\\ issen heruht. unsere Beziehungen zu den ewigen Dingen und zu Gott nicht berührt. Denn gerade Gott und die Ew igkeit sei dem W issen und der vernünftigen Erkenntnis unzugänglich und einem anderen Bereich, dem (Hauben. Vorbehalten. Die / \\ ii klichkeit hat uns iLivon überzeugt. daß es sich hier, um eine Irrlehre handelt. Seil lautrer Zeit, seit, dem Beirinn der Henaissance. etwa seit dem Jahr lliOO. wächst unverkennbar die 1 b(M-zeugungskr^ft des Wissens und schwindet ebenso um erkennbar die KrSft des Glaubens. W ir dürfen uns durch die Glafibensinbrunst des Barock und andere spätere Ffr-cheinungin nicht täuschen'lassen, die ein leidenschaftliches, unduldsames, grausames Sicliau!bäumen der Seele gegen das Schwinden ries schlichten (Hauheiis waren. Noch irti mittelalterlichen Sprachgebrauch hatte das Wort (Haulie eine »anz andere Bedeutung als heute. Glaube war damals eine vernünftige, verstandesmäßige Oiiollede- W issens. das (Hauben an einwandfreie Zeugen und bezeugte Offenbarung. nicht aber mystischer Glaube au Din tre. ilie der natürlichen Erkenntnis verschlossen sind, mag die Fähitrkeit zu (Hauben ■ auch not-li so sehr als eine (Hiade (rottes freiten, was von der Kraft des erkennenden Geistes doch schließlich auch »eiten muLi, gerade wie von jeder anderen (iahe, jedem Talent, jeder künstlerischen Begnadung. Das gilt sogar von der echten Mystik des Mittelalters. Alter seitdem das mechanische W elthild sich im sechzehnten, siebzehnten, achtzehnten 'und am -tärly-ten im neunzehnten Jahrhundert durch- ' setzte, seitdem im wisseiischaftlichen Bewußtsein die gevvor|lene W eit an die Stelle der geschaffenen trat, seitdem in der wb-eu'chaftlichen Erkenntnis alle Dinge grundsätzlich durch die .Naturgesetze erklärbar scheinen niußten. -eitdem blieb für (»ott und die ewigen Dinge nur jene andere my-ti-che Welt des (Haubcns übrig, die sich fiir ilie wahre ( herzeugung des Mensehi'ii als schwächer erwies al« die Welt des natürgesetzlich abgeleiteten Wissens. Prüfstein der Erfahrung wurde d i e L h e r e i n s t i m m 11 n g mit dem. K a u s a I - ge ■ et z. Erscheinungen..die sich dieser Probe entzogen, ai-o alle historischen und alle inneren Erfahrungen, verloren an Gültigkeit. und damit schwand trotz aller Bemühungen.'aller (»ewaltsamkeiteii und aller Verrenkungen des Geistes der unmittelbare Gla'iihe an (iott. der nichts anderes ist als ein W issen von Gott* und so schwand der Gegenstand, an den jedes wirkliche Gebet gebunden ist. Damit schwand auch der Glaube an das Gehet, der wieder nichts anderes rtc der Kraft des (»ehetes. Es f il such einer Reinigung des Gott des persönlichen Begriffes vpjn und der Erde, vom Herril ü trat ein unpersönlicher Weljgei‘t. der die W das ifchieksal des Menschen lenl eigenen Gesotz niuU. nicht jwii heit will. Mit der Freiheit/ve st, als das Wissen von geschichtlich i er \ ersb jgriffes, d. h. an Stelle ichöpfer des Iliininels ler 1 adieu und Tod, eh und seinem F reit. wie er nach er aus eigen sr lor er die P,e Mensch ein T über den Mens söitlichil. aber heil. Ffr Mensch keit. Von diesem Gott war d dieser Gott war nicht mehr I er konnte sivh nicht mehr au der Miciisehcn und dm sich nicht mehr an ihn vvendln. Damit verlor djas Gebet seiue^Kraft aus der l berzeuuuijg. Es verfiel. Zu dieser Auflösung do.J fhjhctcs mußte es komilicn. seitilem man den Begriff derj Freiheit im Naturg ■schellen aufgegehen und die naturgeSelzlichen. berechenbaren Er. scheinuugcu. zunächst die Bewegungen der (»e tirne, in einem großartigen Irrtum fjir der sichtbare Misdrtick d< Weltheschauer vergab dann ls lie Erscheinung Freiheit hihi Entgegengesetzte sil selbst, anders als'das System hatte, seinen eigenen l.clu nsvfeg nach rechts ipud nach links zu wählen. Er vergaß, und ^die Pflanzen nicht weniger zur Welt gehören als Sonne, Mond und Sterne, ln: schaft haben wiV an gef an reu gesetz und Freiheit einander stofen Gang der W issenzii verstehen, dt ß Naturdicht ausscbließeu, sondern daB noch im freiest eil Mens« hon der grollte Zwangsläufigkeit der Natur; steil Naturgesetz ,die Freiheit So entsteht auch im wissepisc W lieh wieder Kaum für ei - . Möglichkeit, ihn als den |ier-i nlichen Schöpfer zu killen, anzubeten und in dje zu bitten, wozu das Herz unk wohl, daf.1 die göttliche F rei! cji zu versagen, und daß wir aij daf.1 Gott die W eit und i n-< -kür. sonderit nach seinen i. ei :t neu Gesetz lenkt das (besetz nicht Hilier Gotlj, Gesetz steht. W asser fliid.lt F'reiheit des .Menschen kfinn werden. In di;r lang e n /eil, verfiel, hallen se[Ilister in der Not steil Not so -gebetgläubi g die Zeiten. Ebenso haben sie in an (iott nicht unterdrücken furcht vor dem großen Mensch sein kann, wieder aufgegangen. Wir laß der Mensch. liellj die . Der oltgcschehons sei ur (“ins. das sein -iij W ellelhst. F'.r vergaß, daß er der Gestirne die ilie Tiere jetze unterworfen nicht restlos' erloschen ist. aftlichen Weltbild allmäliijsseu von Gott uipl für die der Welt mir etwas Wissen wir r Not des Lebens drängt. Dalici it bleibt, zu gewi lireii und ler Natur ahlesen können, Schicksäl nicht i sondern Gott zu Tal. aller sclioi; eil Berg hinan fgepumpt Gott gebetet, höchstem Glück vonnen. Uns isi B^tqr, der ein sehr nicht weniger als den Denker, den großen Künstle:-. Fis ist sogar so gekeun men. daß wir liejrte die demütigste Verelirur gro.Jen Gelehrten, den großen i u die d e r d a freiest Teil der im starrach W ill- Nur daß i^ber dem über die in die großen Beter aller den Dank (lie Filirschljchtcr ehren ihn G e h e t “ n G e i - der liöcli- % g für den 30