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Der Orden Bne Briss · 1935-07-01 · Nr. 7/8 - Juli/August (7.1935) · p. Seite 76

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1935
Issue
Nr. 7/8 - Juli/August (7.1935)
Date
1935-07-01
Page
Seite 76 (sequence 16)
Language
German
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I'. Heinrich Lernte: ..Jüdische Jugend im Aufbruch.” (J. Kauffinann '.Verlag. Frankfurt a. Main. 1935.) . Jed^r. der die Sarge um die jüdische Jugend als eine wichtige Logeuaufgabe ansieht, wird die Lemlesche Schrift begrüßen. Sie ist aus einem Vortrage entstanden, der vor den Frankfurter Logeft gehalten wurde. Sie ruft zur Nachdenklichkeit auf und freist auf ein Gebiet hin, auf welchem gerade’ ton den Löget) mancherlei zu leisten wäre, die zur Beseitigt hg der Notlage unseres Nachwuchses unmittelbar wenig tun können. i Der Verfasser läßt die vielfach erörterten materiellen und so/.i den Fragen d|er Jugendfürsorge absichtlich beiseite. Kr schildert die seelipche Verfassung der Jugend und die Rraftqut llen. aus denen sie sich für ijiren Lebenskampf zu stählen sticht. Er. weifet auf jlie Pflicht der Eltern hin, den Kindern jniit Vegstäntlnis zu begegnen und'ihnen wenigstens mit ilirei Erfahrungen zu dienen. Diese Hilfe sei nicht zu unterschätzen, wenn auch "die- Jugend aus sich heraus dem Leben brigegnen wolle und müsse. Freundschaft und Liebe, der ßun<| und die Frühehe seien die Mittel, mit deren Hilfe sie als Ersatz für die Bindungen der Vergangenheit den -tiitzen.dün Rückhalt juche. den ihr Elternhaus- und Familie, nicht mehr bieten kötine. Als Ersatz für den Verlust der äußeren Heimat, welcher der Mehrzahl drohe. Verweist er auf die Aufspürung der inneren, j F.r erfilickt diese mit Recht in der Geschichte, und zwar in; der lebendigen Beziehung zu den Gestalten der V ergaiig^nheit. M enfei auch nicht in allen Punkten seiner Geschichtsauffassung gefolgt werden kann, so ist doch zuzugeben, daßaus der Verbundenheit mit dem Schicksal und dem ^Erleben der \ orljahren eine Kraft erwächst, die auch denen Zukiinft-hoffnungen läßt, welche nicht in Erez Israel Wurzeln »rhlagen j w ojlen oder können. Ik enn, er allen denen, die nicht mit zionistischen Idealen fortziehen. die Zukunftshoffming abspricht. wird man ihm. freilich nicht beistimmen k ‘'!l I!' TT.! * Aucfi die Gefahr; die er darin s’ieht. daß fa,t alle jungen Men-che ) zu beruflicher I nselbständigkeit gezwungen sind. wie ich glaube.-J&icht: Es mag für den einzelnen, er iudiv idtiaji,tisch-bürgerlichen Sphäre des Eltern-" schmerzlich sein. Für die jüdische Gesamts -icherficH .wertvoll, wenn sich nach einet Zeit Blüte, die schon den Keim des \erfalls in sich’ trug, eine gleichmäßig ausgerichtete, geistig nicht überzüchtete Schicht bildet, aus dfr sich in späterer Zeit neuer Geist entfalten kann. ichtig ist freilich, wie Leinle betont, daß die Kinder njiclitniir auffe Notwendigste, das «ie zum Kampf fürs Brot hra ichen. beschränkt werden, sondern auch geistige und seelische-Reserven erhalten, die-ihnen nur eine über das ,-eau gehobene Bildung gehen kann. Wichtig ist erscheint in unserer Zeit als Binsenwahrheit, daß ugend zum Glauben führen müssen. Das Erlebener Religion ist der Jugenddurch ihr Schicksal bracht als der Jugend früherer Generationen. Desbeteht. ■ Icr au banse, k iiimi beit der i‘t Ailtagsni auch, da? wir die können der % erfa , ( ltaten na schira. (Auf! Laßt uns fingen!) Liederbuch ffir Unterricht, Bund und-Haus. Herausgegeben von Dr. J. *• c.obsen und E. Jospe, Verlag-A. J Benjamin, Leipzig u Hamburg. Das soeben erschienene Liederbuch Hawa na schi bringt jedem etwas, weil es vieles bringt. Hier ist es keile lt le Gelegenheiten, 1-, 2- und deutsche Voll s- 114 hat eine besonders bewegte ..Frohe“Gemeinschaft” bringen. Der lieh — der Tod. Bei den hebräischen Liedern leere Phrase, wenn man schreibt, daß eine Lücke ausgefü worden ist. Rund 25$ Lieder für a und 3 stimmig, hebräische, jiddischr - — und Kuristlieder, ernste und heiterej zu Spiel und Tanz, Scherz und Spott, Arheits- und Liel eslieder für große und kleine Kinder sind’hiei' in 3 grolie Gruppen züsammengefaßt: Gotti Natur, Mensch. Von lei :hten Kinderliedern angefangen schreiten sie fort bis zum schwierigen, kontrapunktisch interessanten 3 stimmigen Satz. Eine Anzahl traditioneller Melöd en. unseren Ohren vo)n Gottesdienst her vertraut.’ legegnet Man sagt: Bücher habet ihre Schicksale. Mit mehr Berechtigung kann man d<is "on mancher Synagogen-Melodie behaupten, von der man oft nicht wejiß. ..woher sie kam dpr Fahrt, noch wie ihr Nam" u id. Art”. Unsere mit Recht so beliebte Chanukalc Melodie Vergangenheit. Auch in diesem Liederbuch kommt sie zwei na! vor: Als Mo-aus-zur und i is deutsches Volkslied aus dem Jahre l.»45 mit dem Text: Sie gleicht wohl einem Rosenstcck. Bei, Martin Luther erschei it sie als Choral, dann bei unserem ( hanukah-Fest marsch mäßig, stolz und ritterlich. Diese im Rhythmus scharf ausgeprägte, marschartige Melodie ist sicher nicht eher jüdiscl en Seele entsprungen. Für unsere jüdischen Melo lien ist ec charakteristisch, d iß sie fast alle in der schwermütigen Moll-Tonart geschrieb tn sind, sogar Tanzlieder. Sei ist bei Gesang und Tanz klingt leise das jahrtausendealte Leid der Juden durch, und auch im lachenden Auge hängt l och eine Träne. Ist doch sogar die ..Hatikwah” (Hoffnung^ in Moll Da auzunehmeu ist, daß das vorliegende Werk halcLlin einer 2. Auflage erscheint. nöchte ich Änderungen vorschlagen: D is Schwerin dem Zug ein langer Mqnn“ — würde ich nicht in die Rubrik: len Verfassern einige itige Lied: ..Stelzt vw ideren Liedern fehlt sie wiedc lange Mann ist näin ört die italieniscl le mpo angegeben, ab *r ihaltig ist. naher gel halb fordi ■rt Leinle neue Bindung für die Jugend an Stelle der zerrissenen früheren Bände. Die Suche nach dieser Bindung heit t ihm in echt jüdischer Art Stiche nach Gott und der Schlü-sei. der dem Fragenden gereicht werden soll, die Frage nar :i dem Sinn. So ri ndet sich das Bild ah. das die Schrift von den geistigen find seelischen Nöten und Bedürfnissen unserer Tempo-Bezeichnung. Bei a um ganz. Bacli hat zwar nie ein Ten aus einein Grunde, der -liier nicht Stic i Manche für uns unverständliche Ji rgon-Ausdrücke mü 1ten, ins Hochdeutsche ’übei setzt werden. Nicht jeder Jude beherrscht .das ..Jiddische” Dagegen ist es ein besjnderer Voizug des Werkes, ds ß man mit den ^larin enthaltenen Liedera fast alle weltlichen und religiöse^ Feiern des- Jahres in Schule und Haus* aulgestalten kann, und daß eie Richtlinien, die von den Bfvorgescbriel: en sine!, eingehalte|i alles, was der Schüler und der hörden für diese Bücher wurden.* In einem Afeihang ist Musikliebhaber von der Theorie der Mt sik wissen muß, kur^t zusaminengefaßt: Die Lehie von den Takt- und' Tonarten, vom Bhythmus und den Tiingeschlechtitru. Am sogenannte* Qirintenzirkel lernt er den Zusamme lhang und die Verl Daran schließt sich noch eine wandtschaft der Tonarten Jugend ze chnet. ..Jüdische Jugend im. Aufbruch“ nennt sie Tabelle Hbet^ die Musikgeschichte bei •er. Es ist ein Aufbruch im wirklichen und im zum Schluß, in ganz kot übertragerteil SinneJ Sie ist night nur für die.-welche auf- Schüler etwas, von der Harmonielehre :u kosten. Wir wün leiten m ü4s alle diejenigen, welche daheistrheij und helfen möchten_und, wie das j-rkchen ifens lehren möge, auch helfen sollen F. W. sehen, daß der Titel des werde: Hawa-na schir Druck: Craphiiche Kunttaüstalt Arnold X evlandt C. m. b. H. Berlin SO 16; Rungestr. 19. Ü.A.II. 1CCCC, Verantwortlicher Sch ri ftl|:iter. Daniel B — Eigener Verlag drr Großloge L\ O- B. B, Berlin V 62, Kleiststraße 12 zentrierter l'orm. bekommt de Buches Wirtlichkeit und Leber Auf! Laßt den Juden an. um uns singen: Max Wachi mann (J.-F.-Loge). rnitein, BlnvWilmcradorf I

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