Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1935
- Issue
- Nr. 7/8 - Juli/August (7.1935)
- Date
- 1935-07-01
- Page
- Seite 66 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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ein Fortschreiten auf diesem neuen Gebiete sozialer Arbeit von allen Seiten gewünscht, wurde. ■ Um' weite Kreise der jüdischen Bevölkerung für dieses neue Werk der Menschenliebe zu gewinnen, wurde int Jahre-1893 in Frankfurt a. M. auf Anregung der Löge ein Krankenpflegeverein gegründet, für den die Loge sielten Schwestern ausbilden ließ. Der \ erein, der mit der I.oge in inniger Fühlung bliebe entwickelte sich er- .freulicli, fand immer mehr Interesse in den -jüdischen Kreis-m und wurde vorbildlich für das ganze Deutsche Reich. Das Beispiel der Frankfurt-Loge fand Nachahmung in Berlin, Breslau. Hamburg, Köln, Mannheim, München. Nürnberg, Beuthcn und Stuttgart. In maßgebenden Lögenkreisen wurde unabhängig jvön dieser Entwicklung der Wunsch rege, daß die Großloge die Krankenschwestemsache mit ihrem Ansehen und ihrem Einfluß fördere. Zufolge eines dahingehenden Antrages des Br. Liebhold. Heidelberg, auf Zentralisation des jüdischen Krankenpflegewesens hat die Großloge auf ihrer Tagung vom 10. Juni 1900. den Beschluß gefaßt, die Ausbildung jüdischer Schwestern in die Hand zu nehmen undjdie einzehien_l.ogenstationen mit'Pflegerinnen zu versorgen. Das ton der Großloge eingesetzte Krankenschwesternkomitee, das sich'aus Brüdern verschiedener Gegenden zusammensetzte, hatte die Aufgabe, die jüdische Frauenwelt über den Beruf der Krankenschwester aufzpklären. für ihn zu werben und der Kr.-.nkenschwcstern-Organisation der Großloge neue Schülerinnen 2heufiihrrn. Die Ausbildungsstätten für die neu aufgenommenen Schülerinnen waren: die jüdischen Krankenhäuser in Berlin, Breslau, Hannover, Köln. Posen. In der Zeit von 1914 bis 1921, in der die Großloge ein Mutterhaus besaß, wurden die Lehrschwestern auch in der Charite in Berlin ausgebildet. Es war etwas Selbstverständliches, daß die von der Großloge Bne Briss a ungebildeten Schwestern ihren Beruf bei Kranken je den Bekenntnisses und Standes ausübten i§ 1 der Bestimmungen). Das entsprach den jüdisch-ethischen Grundsätzen, sowie der in ’unsern Logen gelehrten und geübten Wohltätigkeit, die nicht nadji Abstammung und Konfession fragt. •Mit Rücksicht auf die beschränkten Mittel der GTößloge, die auch durch andere Aufgaben sehr angespannt ‘waren, und da auch einige Logen es für angebracht hielten, aus eigener Kraft für ihren Bezirk Pflegerinnen ausbilden zu lassen, konnte die Zahl_der Großlogen-Schwestern nicht allzusehr wachsen. Der Schwestemverband der Großloge zählte vor dem Weltkriege 35 Schwestern, die in 15 Logenstationen tätig waren, und 17 Lehrschwestern. Gemäß der Satzung der Krankevschwestemorganisation hat die Großjoge bei Ausbruch des Weltkrieges 32 Schwestern der Heeresverwaltung zur \ erfügung gestellt.; 29 von ihnen waren in Kriegs- und Feldlazaretten sowie im Lazarettzug dgs Ordens Bne Briss M. 3 tätig. .21 Schwestern erhielten neben andern Kriegsauszeichnungen die Rote-Kreuz-Medaille. An die 6 von erteilt Stellen in den Krieg ziehenden Schwest ern richtete der sei . Bruder Maretzki als Arzt und Patriat einige Abschieds worte, die noch jetzt beim Lesen ergreifend wirken (V onatsbericht 1914 Nr. 8, Seite 133). « Die Tatsache, daß der Großloge im Jahre 19 der zuständigen Behörde di; Ermächtigung I wurde, Bekleidung und Wüsche für »Ile jüdischen] Krankenschwestern in Berlin und außerhalb Berlins zu beschaffen, zeugt von dem -Ansdien, das unsere Kianken- ^chwestem-Organisation bei den maßgebenden genoß (Monatsbericht 1917, Nr. 2, S. 26). Nach dem Kriege und d<*r Inflation erfol :ie im Jahre 1925 die von manchen E rüdern wiederholt angestVebte Loslösung der Kranken«:'hwester-Organisat on von der Größloge. Sie erhielt den iV amen Krankensei wester- Organisation, begründet von de r Großjoge U.O.BLB. Das Verdienst der Großloge und dir Logen, die zuerst den Weg-zur Ausbildung jüdischer Krankenpflegerinnen gezeigt haben, wird dadurch nicht geringer. Denn ivas wir mit der Institution der Kranke lpflegerinnen 'angestrebt haben, ist erreicht worden: 1. alleinstehende jüdische Frauen, sen sind, denen aber die gesclii ftl icke Betätigung nicht zusagt, einem edlen und schöne l Beruf zuzuführen, der auch ihrem Seelenleben Befriedigung bietet und ihnen eine allgemein geachtete Stelling gewährt; 2 unsem kranken Glaubensbrüdern und barmherziger Menschenliebe zu die Möglichkeit gegeben wurde, um sich zu lidbcn, mit der sie in und mit ihr angenehme Erinne-ungen aus den schönen Tagen ihres früheren Familienlebens auffrisch mi könn teil (vgl. Feldmann, Stuttgart: Jüdische Mädchen und die auf Erwerb; nge-vieschwestem eine i Die:-.st erweisen, inde n ihnen eine jüdische Pflegerin schweren Stunden beten rinnen, S. 4) und 3. aller W?lt jüdischen Mädchen und Frauen keine körper iche Arbeit und Anstrengung scheuen, wie es von ju lenfeindlicher Seitö behauptet und voi manchen Jud|en nachgesprochen wurde: Der Emst der jüdischen S diwestern, ihre Arbeits- ’freudigkeit und die hohe Auffassung ihres Berules wurde allenthalben rühmend anerkannt. Unsere Schwestern haben im Kriege und bei Pflegen in nicht üdischen Häusern vor aller Welt durch i ire Arbeit und ihr Verhalten dargetan, daß sie an Lie ie und Güte, an Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt, an Hingabe und Cpferfreudigkeit den Schwestern anderer ’ Jekenntnisse ni ,*it nachstehen. Die Ausbildung jüdischer vrankenschwes em, die vonden Bne-Briss-Logen in Deutschland aus'ing,'hat anregend auf die jüdischen Zentren in andern Ländern gewirkt; auch beim Wiederaufbau des Heiligei Landes hat die jüdische Schwester den il ir gebührenden üdisclie Kranke zu zeigen, dem, die sich besonders ver lient ge- Von den verstorbene^ Brü Schwestemsache der Großloge macht haben, sind zu nennen: Adolph Mayer, Maretzki, Alfred Metzenberg und Adolf Blumenfeld. npflegedaß die Platz. — um die 66