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Der Orden Bne Briss · 1935-05-01 · Nr. 5/6 - Mai/Juni (5.1935) · p. Seite 60

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1935
Issue
Nr. 5/6 - Mai/Juni (5.1935)
Date
1935-05-01
Page
Seite 60 (sequence 24)
Language
German
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12 351 A.Horovitz Obermainanl.30 tu nert Frömmigkeit (man redete von' Chasside Aschkenas) und starker Jenseitshoffnung (sie zogen den Tod der Taufe vor) hafyen sie religiöse Intoleranz. Druck und \ erlockung bis an;die Schwelle 4pr Neuzeit über sich ergehen' lassen und immer neue Kräfte der Beharrung und des Aufstiegs entfaltet. Ob die Krise unserer T a" g e Hatte vermieden werden können, nachdem uns Juden seit 120. Jahren eine freundlichere Sonne gefächelt, ist ejne müßige Frage. Der Historiker kann jnur klar und gewissenhaft zeichnen und sa^en; seht, das jist eure \ ergangenheit! An euch ist es. eine Zukunft zu schaffen. ■ j Dr. S. Samuel (Spinoza-Loge). Höxter. Julius; jQuellrnbiich zur jüdischen G e - I »chicht Je und Literatur, Kleine Ausgabe. J. kauffmjann. Verlag. Frankfurt a. M. 1935. Bei der Besprechung des im Jahre 1927 zuerst erschienenen dritten Bandes des fünfbändigen Quejlenbuches wurde in diesen Blättein der Wunsch geäußert, daß der Verfasser nach Abschluß feines Gesamt)» erkes eine gekürzte Ausgabe ‘in einem Bande hersteilen möchte.-Diese kleine Ausgabe liegt nun vor nid will — wie im Vorwort betont wird — die große niclit ersetzen. Aber trotz der Beschränkung, die sich der Verfasser bei dem knappen Baume, der ihm zur Verfügung stan I. hat auferlegen müssen, enthält auch die kleine Ausgabe ‘ine Fülle von Wissensstoff, die dem Lernender *in-Schule uäid Haus von großem Nutzen sein dürfte. Lr findet darin Stijcke und Texte aus jüdischen Büchern und Quellen, aus zvfei Jahrtausenden, angefangen vorn Altertum (jüdische Altertümer von Flavius Josephus) bis zu den wichtigsten Dokumenten der neuesten Zeit, wie die Balfour'- Deklaration, das Palästina-Mandat, der Pakt der Jewish Agency, die Rdichsvertretung der deutschen Juden u. a. m. Das Buch i-t zunächst für jüdische \ olks- und Mittelschulen gedacht, wird aber darüber hinaus den Jugendhünden bei ihren Heimabenden lind den Oneg Schabbat- Veranstaltungen sehr gute Dienste leisten. Ein weite Verbreitung dieses Buches ist von Herzen zu wünschen. Der heigefiigte'hebräische Anhang bringt Textproben aus der Mischna. den beiden Talmuden. aus den Kommentatoren und Dichtern des Mittelalters sowie zwei Gedichte von Bialik. In dem bekannten -Techesaknah“. das leider unvollständig |wiedergegeb’en ist. Vers 2. Zeile 3. ist das Wort -ha-bipm" bajamim habaim aufzüfassen: es muß daher übersetzt werden: ..In den’ kommenden Tagen, in der Zukunft". Hier; liegt eine Reminiszenz an Jes..27. 6 vor. wie wie sie bei Bialik öfter finden. ef. plastisch vor Augen gestellt. Mit gründlicister Stoffbeherrschung verbindet er die Gabe, auch die sprödeste Materie anziehend zu formen. An mannigfachen Stellen wird freilich der Fachmann gegen die Richtigkeit einzelner Behauptungen Widerspruch erheben. So: besonders in dem Schlußkapitel -Imitatio Dei" S. 273. wo der Verfasser z. B. die kli ren und eindeutigen Sätze des More III. 17—18. in denen Mai monides seine Anschauung über die göttliche Vorsehung aussprichf, und die dem ..Rabbi Moyses-* die Mißbilligung des Thomas . von Agüino zuzogen, außer Ansatz läßt und sich auf eine .andere vieldeutige Stelle des More beruft. Ähnliches gilt für die Behauptung. Maimonides habe auf das Postulat der Zurückgezogenheit verzichtet, eine Behauptung, die durch das geistreiche Umbiegen des Sinnes der vom Verfasser zitierten Quelle gewonnen wird. u. a. m. Aber gerade dieser Subjektivismus des Verfassers, seine originale, e-igejne Wege suchende, schöpferische Darstellimgskunst macht die Lektüre des Buches zu'einem hohen Genuß. Das iWerk ist (eine verdienstvolle Bereicherung des jüdischen; Schrifttums und sollte algemeinstte Verbreitung finden."zumal sein Preis bei vorzüglicher Ausstattung ein überaus billiger ist. Saul K a a t z (Hindenburg^ O.-S.). i Hi bbi Mosche bert Maimon. , j 1. Des Rabbi Mosche ben Maimon Morr• Newuch|im (Führer der Verirrten) im Grundriß. Amul-ahl. Übertragung und Nachwort von Alexander Altmann. Scho :ken-Verlag. Berlin; 1935, 88 Seiten. 2. Das Lehen des Rabbi Mosche ben M; imon. *Aus seinen Briefen und u-ideren Quellen ausgewählt und eingeleitet von Ismar Elbogen (Jüd. Lesehe t). SchoIckemVerlag. Berlin. 1935. 3. Rabbi Mosche ben Maimon. ein systematischer Querschnitt durch sein Werk. Ausgewällt, überti eingeleitet von Xahum Norbert Glat; er. Scho lag. Berlin,- 1933. Aus Anlaß des 800. Geburtstages Mtimunjs hl festliche Veranstaltungen stattgefunden, genheit Vorträge über diesen Geisteshel den, um ihn dem gegenwärtigen Gesellte: Aber das gesprochene Wort, wenngleich wirkt, verfliegt und wird vom Hörer b ild vergessen. lagen und ocken-Vei> li ben viele elcher Gele- Iden gehalten wur- :hte nahe: lubringen. es für de l Moment bei Abraham flrsrhel: M ä i m o n i d e s. Eine Biographie. Berlin. Erich Reiß. -Vertag. 1935. 288 S. Aus der Flut der literarischen Erzeugnisse, die das Jubiläumsjahr des Maimonides liervorgebracht hat, ragt dieses Buch, das den ersten Band einer Schriftenreihe: ..Judentum in Geschichte und Gegenwart" bildet. . durch die Eigenart und Schönheit seiner Darstellung, wie durch die Tiefe und Gediegenheit seines Inhalt' als ein Kunstwerk hervor, das strenge Wissenschaftlichkeit und edle Volkstümlichkeit in vorbildlicher Art miteinander verschmilzt und Fachleute und Laien in gleicher Weise vom ersten bis zum letzten .Satze anznregen und zu fesseln versteht. Es ist eine überaus wertvolle Gäbe, die der Verfasser in diesem Buche ‘bietet. Nach dem Muster von Gundolfs -Goethe" hat er in dieser 'Biographie die gesamte Gestalt des Maimonides als eine durch Leben und 'Werk sich darstellende Einheit, in der jüdischer Geist sich verkörpert, alsein W erden urtd ein Sein, als geprägte Form und als lebendige Entwicklung Wir, sind daher dem Schocken-Verl tg zu gro lern Dank verpflichtet, daß ’ er durch die Heraus;ahe der genannten Schriften jedem einzelnen die Möglichkrit bietet,'das durch die'Maimonides-Feiern geweckte Interesse zu verliefen, den Mann und sein Werk näher kennenzulernen. Die Autoren geben die Gewähr f ir die Gediegenheit ihrfr Arbeiten, die sich selbst jedem jjebildeten Menschen empfehlen. F. Der Verein zur Fördeiung ritueller Speisehäuser e. V', llambilr \ wurde im Jahre 1900 ion Männern gegründet, dir, im praktischen Leben stehend, die Notwendigkeit erkanrten. weite sten jüdischen Kreisen rituelle Verpfh gungsmögiiehkeit an Verkehrs- und Erholungsorten nachzut reisen. ln Tätigkeit ist es dem Verein gelungen, etwa 200 Adressenverzeichnisse herauszugeben. Die letzte Ausgabe tceist in- und ausländis häuser. Bezugsquellen von rituellen Lebensmitteln, Heil und Erholungsstätten u. a. m. nach. Für Orte, in denen ein rituelles . ipeisehau: 'handen ist, geben zahlreiche Vertrauensleute Ausland zuverlässige Auskunft über a hältnisse. Der Verein verdient die Beachtlmg weitester Kreise, 34jähriger periodische •he Speise-1 nicht vorm In- und le einschlägigen Ver- Dnjhck: Graphische Kunatanswlt Arnold Wcytandt G.m. b,H. Berlin SO 16, Rungestr. 19. D. A. II. 1CCCC. VeraptWorllicherSchriftleiter, Daniel llernstefn. Eigener Verlag der Croßloge U. O» B. Berlin V 62, Kleiststraße 12 Hu.-Wilmersdorf

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