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Der Orden Bne Briss · 1935-05-01 · Nr. 5/6 - Mai/Juni (5.1935) · p. Seite 58

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1935
Issue
Nr. 5/6 - Mai/Juni (5.1935)
Date
1935-05-01
Page
Seite 58 (sequence 22)
Language
German
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! Briefe aus der Ferne Reisenotizen aus Indien / Von den Juden (Schluß) EJ’rie Israel Die mei-teii Juden Indien' .gehören zu den ..B'ne Jisrael": in Bombay al ein sind es etwa 5000 nach der offizielleii-cZählung. Nac i Anstalten ihrer \ OTSteher beläuft sich die Zahl auf. achtliis zehutau'ertd. Nach tiefer Mühe hat^ die Regierung sie a - Juden anerkannt, während inan sie vorher als besondere Ka-te angesehen hat. In der offiziellen Zählung werden sic mit den anderen Juden ztisaniineiigenominen. und dah -r läßt »ich ihre Zahl nicht genau feststclJen. In Bombay haben sie vier .Synagogen- und vier Minjanim I BetstubenAuch in anderen Städten haben sie vereinzelt Synagogen. z.j B. in Tana. IVn. Alihag. Punud. Danda u. ä. Jetzt bauch -ie sich eine Synagoge in -Aclnnc- (Tahad. Früher w^r die Zer-treiiung noch gröber. Die meisten ihrer Namen enden auf j..kar": lalkar. l’enkar. Kaiuerlikar. Sankar u. a. Die Bedeutung i.-t: der und der aus dein und dem Orte, also aus den! Orte Tal. aus der Stadt*'oder dem Dorfe l*en u«w. Das zeigt. daß sie wenigstens in T30 verschiedenen Städten und Dörfern wohnten. Nach dem Kriege, erwachten sije zu neuem Leben. In jedem Jahre versammeln sich die Aertreter der Gemeinden in Bombay zu gemeinsamer Beratung über wichtige Lebensfragen. die zur Entscheidung stehen. Man hat.einige neue In'titutioueu geschaffei] und auch eine Monatsschrift unter dem Titel ..Jisrael" herausgehraclit. Im Jahre 1025 wurde noch eine Monatsschrift gegründet unter dem Titel ..The B"ne Jisrael Review" (die Aufsätze sind englisch und marhattisch). I nd so haben sip ihre Arbeit fortgesetzt, bi« durch die Intcre-i-.en der Bombayer (gemeinde Streit entstand. Die ‘ meisten der B’ne Jisrael dienten in früheren Zeiten im indisch-britischen Heere. Sie waren ausgezeichnete Soldaten, und manche von ihnen wurden Offiziere und Beamte. Sie waren hei der englischen'Regierung-stets angesehen und erfüllten eine hedeutsanie Aufgabe heim Niederschlagen des groben Aufstandes im- Jahre 1857. In Bombay herrschte damals Ruhe, weil in der Stadt eine Abteilung Krieger »von den B'ne Jisrael Jag. Aber in 'jüngster Zeit haben sie sich vom Kriegsdienst zurückgezogen,-weil im indisch-britischen Heere rretic \ erordnungen in Kraft .traten, nach denen jede Heere-einheit aus einer bestimmten Kaste oder einem Stamme zu bilden sei. und auch die Führer mübten aus dieser Kaste oder diesem Stamme sein- Und da die Zahl der B’ne Jisrael nur klein ist. so lassen sich aus ihnen keine besonderen Heereseinheiten bilden, und. den Tüchtigen unter ihnen ist keine Möglichkeit zum Aufstieg durch den Kriegsdienst mehr gegebeii; deshalb dienen von ihnen im Heere nur noch wenige. Ihre materielle Lage isj. in den letzten Jahren .schlecht. ^Früher waren einige reich und hatten viele Häuser in Bonii bay. Jetzt gibt es von den B’ne Jisrael in jeder Stadt nur vier bis fünf Hausliesitzer. Das Vermögen der reichsten unter ihnen übersteigt nicht die Summe von 50 000 bis 100 000 Rupien. Die meisten sind Handwerker. Die besten Tischler in Bombay sind B’ne Jisrael. Viele arbeiten in /’abrjken von Sassoon. Einige sind Angestellte in Geschäften und bei Behörden. Sie erhalten zunächst ein geringes Entgelt, machen gute Fortschritte und steigen von Stufe zu Stufe. Wenige sind Arzte. Rechtsanwälte, Ingenieure, Lehfer usw. Unter ihnen sind keine Almosenempfänger; alle ernähren sich von ihrer Hände Arbeit. Almosen empfangen gilt als grobe Schande. Die älteste Synagoge, die sie haben; ist die 'Synagoge „Schaar Rachamim”, die von dem Kommandanten Samuel SS Duhikar erbaut ist. Die Gebetordniing folgt dem Sefardisclieu Ritus. Die Gebetbücher sind in Livorno bei dem bekannten Drucker Saldo Beiforte gedruckt, der alle Sefardifn t-lbiichern versorgt. Hiebt alle können im -Orient mit Gele lii-ten. die meisten hüycii nur mit Andacht nur bekannte \ erse betör in der Svnagog Cochin. Das Gotteshaus ist im Jahre 5556 (1796) gebaut. Auf einer Marmorpl .hebräische Inschrift Kommandanten Sann el Jecheskel eingegr,dien. Neben der tte an der Tiir de< Hauses ist eine zur Erinnerung an den Erbauer, den hebräischen Inschrift hält«. Die Synagoge . nach dem Begründer den die Briten am I! Sohne zu. ihn 'nicht B ’n e A b r a h a ui sich grobes Vertrauen Geschenke machte. Bemühungen augese w utde. kam er zum über die Synagoge dr betbücher, dergleichen lobte er. in Bombay zu hauen. Er kehrte aus Bombay zu und sprechen ut. wie Seh’ma Jisrod u. a. Der \orwie in den übrigen Synagogen ist aus ist 'auch eine engli iche gleichen Insteht in der Sainuelstrabe, die auch der Synagoge bemannt ist. Er war ein ndfseh-britischer Heerführer und nahm ar ude des 18. Jahrhunderts gegen den Sultaii Herder Ali u id seinen Sohn Tip >oo führten, geriet mit anderen Loldaten in die Gefs ngenschaft. Sultan., der ein front nt-r Moslem war, bestimmte, daß Er Der alle annehmeii oder sterben sollten. Als mticl kam, hat er für sein Leben und B’ne Jisrael. Die Mutter des Sultan Gefangenen den Islam daun die Reihe an S sagte, ör gehöre zu d< die hinter dem Vorlang seine ^Worte böte, redete ihrem zu töten, weil er d ich auch zu den {eliörc. Im Laufe der Zeit erwarb er heim Sultan, der il m auch kostbare Als er nach einigen Jahren dank den euer Juden in Co :hin freigelassen rsten Male nach Co :hin und staunte. Juden, ihre Torarollen und ihre Geer noch nie gesehen hatte. Da geaucli eine Synagoge für seine Brüder nach Bombay zurick, erfüllte sein Gelübde und wollte dann ein Sefer Tora aus Cochin holen, starb aber auf der Reise, und die Synagoge blieb ohne Tora. Zu jener Zeit schic;te,- der Vornehme 'Chacham David Jecheskel Rachw i au< Cochin Gelehrte n« ch Bombay und -nach anderen .Plätzen, wo B’ne Jisrael widmen, um Torat , Mosche zu lehren un I jüdische Wissenschaft zu verbreiten. Von da an beginnt ei ie neue Zeit für die p'ne Jisrael. < Gute Erfolge halte auch die Tätigkeit des Dr. Wilson unter den B’ne Jisra-1. Dr. Wilson war dai Haupt der’eng' lischen Mission in Bo nbay und war liesond;rs gelehrt inlder orientalischen Wissenschaft. Er übersetzte die Bibel ins . M.arliattische, die Spiache, die von den B'ne Jisrael gesprochen wird. Diese Ul ersetzung verbreitete sich unter ihnen und daraüs lernten sie die Tora kennen. Er gründete auch eine Schule,, /wo sie 1 ebräisch gebührend lernten. Einzelne der Schüler waren tt chtig und wurden di; Lehrer der anderen; einer von ihnen war Jecheskel Josef Rengfurkajr, den •die B’ne Jisrael mit < em Namen „Pentatsclii” belegten, d. i. - ..der in den Fünf Büchern bewanderte”. Er und seine Brüder taten viel zur Verbreitung der Kenntn s des Judentums unter detj B'ne Jisrael zusammen mit dei Juden, die aus Cochin kamen und als Vorbetör und Lehrer sich betätigten. Als ihre Stellung zur Religion und Kultur ’sich ge lessert hatte, nahmen sie ihre Kinder aus der Mission hera is und gründeten eine eigene Schule. Die> Bemühungen der Mission, die B'ne Jisraiel zu bekehren,’ mißlangen. Die B'ne Jisrael haben jetzt eine grolle Schule, in der mehr als 600 Kinder lernen. Der Schulbau ist neu uad sehr schön. Es ist eine Aula vorhanden für Abenduntei haltundein Kriege teil,

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