Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1935
- Issue
- Nr. 5/6 - Mai/Juni (5.1935)
- Date
- 1935-05-01
- Page
- Seite 52 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Aus den Logen des VIII. Distrikts Prei Festschriften Aus der 50 fuhr i gen Geschichte der IIumanitas-Loge in Gleiicitz. ' Br. Expr. Arthur E i s e n h e r g e r.) In Tagehurlihlätteril fliegen die 50 Jahre Logenleben vorüber: J884 am Geburtstage von MoseS Montefiore die von Bergei geleitete Gründungsfeier — ein richtunggebender Beschluß: nicht der Stand des Bewerbers soll über seine Eignung als Bruder' entscheiden — die Gründung der Friedensloge in Ratihor wird von Gleiwitz vorbereitet — 1886 weiht Großpräsideifct Fenchel di£ neuen Logenräume —» 1866 stirbt der erste Präsident T)r. Mattersdorf — 1909 leitet wieder Br. BergeLdie US Jabrfeier — 1914 bis 1916 wird das Logenheim für Lazarettzwecke bergegeben — 1918: nimmt die Loge an .den Bemühungen um. den Verbleib Obersrhlesiene be^ Deutschland teil —■ Entwicklung des ^ebwe'ternbundes —- die Großpräsidenten Timendorfer und Baeck besuchen. dip Loge — die Gründungsbrüder Kleczew»ki und Augu-t Münzer wirken ein Menschenalter itn I)ien>t der Loge. Geistige Leistung und W ohlfahrtsarbeit — Freude und Trauer -- Krieg und Frieden — wie. ein Menschenleben unserer Zeit, so gleiten die er-ten 50 Jahre dieser würdigen Ordeii"tätte an unserem inneren Auge vorüber-. Festschrift zur Feier det 5t)juhrigen Bestehens der Lessin p- Lirpe in Bri'slnu. In eine* kurzen Einleitung kennzeichnet der w. Pr. Br. Siegmuiid Posner 'die Men-i-licn der 50jährigen Entwick« lung al- Träger einer Tradition. und ah Wegbereiter einer Zukunft. Im W ech-el . der Zeiten bleibt unverändert die geistige (»riimlr^rhtringj für welche der Name Lessing Programm' und \ erpflifhtiing bedeutet. * ' Br. Willy G o li n .'Breslau. gibt in einer Darstellung des W erdegangeder König!. W ilhelin-chulc jn Breslau ein lebendige» Bild andem Beginn der Eman/ipalionszeit. Besonders die Problematik einer versuchten, aber, bald aufgegebenen Verbindung der weltlichen Schule mit einer gründlicheren Belehrung über jüdisches W i»»en ist auch für unsere Zeit von beipielhafter Bedeutung. Der- Vof-at/ ..Alte ©bcr»ehle»i»che Judenfriedhöfe“ von Br. Alfred (»rotte führtin ein Neuland der Forschung, das sich ^uf da» Entziffern der verwitternden Inschriften, wie auf die Kuii'tform der Grabsteine ers.treckt. Br. haar Hcincniann belehrt darüber ..Was heim f ber-etzeii verloren geht". An Beispielen aus der Zeit des HeBenhinu». welche jdem Juden tlie Bibel nur iti der griechischen ( ber-etzung tief' Sept uäginta darhrachte, wird bewiesen. daB mit den i 'Vcrhi«t der l r-prache bei den wichtigsten Begriffen auch der l r»inn entstellt wurde. Auf die Bedeutung de» Hehrphehen für den Geist der Religion fällt aus djeser Perspektive besondere« Licht. Den L ntersehie 1 zwischen dem Humanitätsgedanken des Judentums, der Antike uipl der Aufklärungszeit erörtert Br. Albert Lewko » il/. Der nationalen Begrenzung «1er Humanität in der A itike tritt im Judentum das Gebot universeller Menschenliebe entgegen (denn Ihr seid auch Frem<llinge in Ägypten gewiesen)- Ein zweiter, ebenso .tief gehender Unterschied ist die Begrümlung der jü«Iischen Humanität auf ein Gottesgeliot. während der europäische Humanitäts- 52 ndluugen Cher die der Vorgedanke aus «lern Wert und «1er.Würde der inefschlichen Vernunft abgeleitet ist. | Der Aufsatz von Schwester Else R a h i u : ..W i jüdischen Trauentums im 19. Jahrhundert" beweist den EinfluB des Zeitgeistes auf die, jüdische Wesensform, in die jüdische Erlehniswe|t eingesponnene Frau^ emanzipation -— Glücke! vion Hameln — durch die ästhetisch fundierten Salons der Romantik — Rahel Levin. Henriette Herz" — .weiter in die pflichtgehundehe Welt sozialer Forderungen j— H. und J. Goldschnmlt. Lina Morgenstern—: gellt «1er Weg zur neuen Typenbildung der berufstätigen Frau — Jenny Apolant. Alice Saloinon -— («lie leider «len V äterglauhen aufgegeben;hat) — durch alle Hi hen c un«l Tiefen der Zeiten, um in dps Ideal «ler ihrer eigenen Gemeinschaft zugewandten und verpflichteten jüdischen F rau unserer Gegenwart ausziimrinden. Der Beitrag von Bj-j Israel R a li i n : ..Cher die Geschichtsauffassung der vorexilisehen Propheten” beleuchtet das verschiedene Verhältnis des Historikers' un«l des' Propheten zur geschichtlichen Vergangenheit. Wählend der Historiker Geschichte als eine in sich abgeschlosse je W irklichkeit darstellt, ist für den Propheten die Beziehung auf die Gegenwart von wesentlicher Bedeutung. Geschichte als Offenbarung «les zielbewußten göttlichen Planes sclilieBt für «liese Betrachtungsart Vergangenheit, Gegenwart kunft zur Einheit zusammen. Es dürfte bereits aus diesem notgedrungen flüchtigen Überblick «lie V ielseitigkeit' und der geistige W ert « er Festschrift erkennbar sein, j F.rinnerungsblälter zur JFeier des fünfundzteanzipj ihrigen Bestehens der Spinoza-Loge U.O.B.B. in BerFm Der Name Spinoza! steht als Verpflichtung ur d Wegweisung über den erstell 25 Jahren dieser Loge ■— das ist in kürzester Fassung' der Inhalt der Festschrift. lind Zudab Dem Geiste und «ler Wahrheit dienen und Sehöpfer leidenschaftbefreiter Erkenntnis als ständig: tor und Prüfer vor sichisehen. dies konnte das Leb« Loge vor allzumenschlicher Kleinheit bewahren. B Ludwig Holländer. VMitgründer und erster entwickelt in einem ..Vorgeschichte und Gründungs nannten Abschnitt die bereits den Gründern vorscli den Richtlinien einer Logenführung ..suh specie Sp Prä ci den ‘ii Menn einer . Expr. sident, hewebenfliozae". zeit" Nicht den im Streite der Meinungen stehenden Spinoza des theolog. polit. Tractates. sondern den nach Erkenntnis suchenden Meister der Ethik hat die Lo;;e zum Führer gewählt. Die «lurcli Parteivorurteile ge ihten Streitfragen sollen hier in nur sachlicher Behandlung, sozusagen: more mathematico, geklärt werden. Eine so geübte Arbeit fnußte auch im Sinne der Selbstbeherrschung und Loslösung vom Parteihaß Charakterbildern! wirkt n. Um dies für den ganzen Bruderkreis nutzbar zu mache, i. war einf weitgehende Aktivierung durch Beteiligung möglichst vieler Brüder an den Aussprachen zu erstreben, die hier mehr als der Vortrag dgn Mittelpunkt des geistigen Logenlehens bilden. Die Gefahr in zu große Abstraktion zu geraten, wurde durch Erörterung lebensnaher Gegenwartsfragen vermieden, unter dem Wahlspruch: Nichts Mensch-