Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1935
- Issue
- Nr. 5/6 - Mai/Juni (5.1935)
- Date
- 1935-05-01
- Page
- Seite 42 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus der Arbeit der Großloge in den ersten A on Br. E. Finke I. Am 20. März i!!!!2 wurde mit der Gründung der Deutschen Reichsloge in Berlin der T_ nahhängige Orden Bne Briss i L.O.B.B. i von Amerika nach Deutschland verpflanzt. Drei Jahre später, am 22. Juni *1880, als bereits 12 Losen mit 1150 Brüdern bestanden, wurde die Großloge für Deutschland als Zentral? des A III. Distrikts durchden Ordenspräsidcnten Julius Bien installiert. , ( I on den damals an der Gründungsfeier tciliieliiiirnilen Brüdern weilt zu unserm Leiilwesen heute keiner mehr unter den Leitenden. Aber der Samen, den sie L au-gestreut haben, hat reichliche Früchte gezeitigt. Das von ihnen überkommene Werk ist von den Nachfolgern nicht nur erhalten, sondern auch'erfolgreich ausitebaut worden. Dje Zahl der Logen und Brüder wuchs von Jahr zu Jahr. Im Jahre 1925 besall der Orden in Dcjitschkunl 90 Bne Briss-I-ogcn mit 15 278 Brüdern, obgleich nach dem Kriege zu unserm grollen Schmerze 11 Ldcen i2 in FIsalJ-Lothringen. 7 in der Provinz Posen, und 2 in Ohorschlesioni verloren gegangen waren. Durch wirtschaftliche Notstände und durch Abwanderung hat sich seither der MifgliedcrltcMand erheblich vermindert. Das Wachstum unsere- Bundes, seine Ausbreitung und Entwicklung sind hauptsächlich auf die Durchführung der mannigfachen großen und kleinen Aufgaben /.iirück/uführeii. an die der deutsche Distrikt in den verfhH-enen Jahrzehnten sieh heranwagte. Die ersten Großlogentermine waren liehen der Fürs sorge <iir die Witwen und Waisen verstorbener Brüder vornehmlich der erzieherischen Tätigkeit, der Idealisiel ' . rung fies Logenlelifens und -der A ertiefung des Logengedan|kcns gewidmlet. Di*- Brüder wurden durch \ or- «räge lind Referate über Wohltun zu sozialem Denken, sozialem Fühlen iijid* W irken aufgerirfoii. An Stelle der regi-Jlpseii Armenpflege wurde in »len Logen im Geiste unserejr jüdischen, Lehn' die vorbeugende W ohlfahrt-pflege geübt. Als der Orden in den späteren Ter- | miiieii, erstarkte, trat er mit seinen erprobten und b«v währten 'Methoden in die breite Öffentlichkeit hinaus und verband sicli mit andern Organisationen, um für die jüdische Gemeinschaft fruchtbringender arbeiten zu kön-- nen. Die jüdischen Organisationen begrüßten die Mitarbeit der Logen mit großer Genugtuung.*) Dje Bemühungen unseres Ordens, Judenvom Hausier- und \ iehliaiidej ahzulenken und sie dem Handwerk. der Landwirtschaft upd den technischen Berufen» zuzufithren (1890- 96i. die F'iirsorge für die W’ander- * Das Ziisamriirnarü-iteit der (irnt-loge mit anderen Organisationca ist j;iuer liesünileron Aldiamilung vorlifliälten. armen (seit 1897). dir Sachen des Juilenelends ilem früheren österr« Maßnähmen zur Linderung dir Not mul zur Hebung sittlichen und kulturelh die Hilfsaktionen für Rumänien, fiir die Pog .osteuropäischer J uden hringnng russischer 50 Jahren gründliche Bel ip Galizien, di handlung der ie gemeinsam iehisehen Distrikte getroffenen 'OlllOjl n Niveaus der galiziseben Ju die Opfer der Verfolgung Rußland 11903 des len, in und folgende Jahre), die Organisierung der Auswanderung 19CJ4). die Versorgung und Ui ter- ] ’ogromwaisen in Deutschland (1906. lOOöi. dfe Förderung der in Deutschland ahsjissigen osteuropäischen Jut en durch Erteilung von Kleinentarimterricht. die Begründung von Toynhee-Hallen. Arbeitsnachweisen. die Beteiligung an allgemein-humunitäreji Aufgaben außerhalb ilerl jüdischen Kreise, u. a. in.. all diese Leistungen brachten den deutschen Distrikt mit den großen Hilfsorganisationen des In- und Auslandes sowie mit den interkonfessionellen Komitee! in enge Verbindung und verschafften dem Orden Anerkennung und W ertsehä :zung, so daß es als eine Ihre galt, dem U.O.B.B. anzugehörtn und an seinen Arbeiten und Bestrebungen teilzunehmtn. Mit dem W acliscn seine Ziele und Iadstuii unseres Bundes wuchsen auch gfn. ,Immer neue Anregungen lirrnit ii. iiiiuiiri wurtlen gegeben und neue Aujfgaben in -Angriff genjohimen. Mit dem Deutsch-Israelitischen Gemeindeb nul wurde der Religionsunt rrricht in «len kleinen Gemeinden gefördert iseit 18^1L $ine Jugendsehriftenk ommission wurde eingesetzl. um [Schriften zu schaffen, die geeignet sind, die jüdische Jugend mit Liebe zum Jii tum und mit Begeisterung für) «len Väterglaubcn zu füllen (1904). F'ür di? schulentlassene Jugend wurde den Logen (seit 1891) die Begründung von JugemLercinen dringend aiis Herz gelegt; die inzwischen ents andenen Vereine wurden aiiif «1er Grundlage der Neutralität in einem Verbände zusajfimengeschlossen (1909): für «lie erwerbstätige weibliche Jugend wurden Mädchenhc mir und Horte gegründet fse^t 1891). Für «lie Wissenschaft «lei Judentums wurde auf Anregung der Großloge, im Verein mit dem De.utieh- Israelitischen Gemeindebund «l^s Gcsamtarehiv der «lirutschen Juilen geschaffen (1906). Zwei Jahre später wurde anläßlich «les 10 jährigen Amts jidiiläums d«*s damali jen Großpräsidenteil eine T i m e n J o r f e r - S t i f t u n g' zur F’ünh'rung wissenschaftlicher Fortbildung bejahter junger Aka«lemiker, «lie bereit vväj-en, die W issenschaft (les Judentums in einer Universitätsstadt zu lehren, ins Le len gerufen. Zur AYrhreituhg jüdischen Wissens auf «lein Lande, in Klein- und Dorfgemei nden wurden Wunderb i h 1 i o t h e k e n errichtet un|d sogenannte Kultur- .führten unternommen. 42