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Der Orden Bne Briss · 1935-03-01 · Nr. 3/4 - März/April (3.1935) · p. Seite 36

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1935
Issue
Nr. 3/4 - März/April (3.1935)
Date
1935-03-01
Page
Seite 36 (sequence 16)
Language
German
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/ t yX' > *v n Juden in Baden" sielt ausläßt. Weit gespannt ist der Bogen;- -von der Weltpolitik fallen Schlagschatten'Tn die Politik des kleinen Ländchens; unter heftigen Erschütterungen wird in der Südwestecke des Reiches ein Neues gehören. Sie spricht von der Entstehung des Edikts vom 13. Januar 1809. von der wirtschaftlichen und beruflichen Anpassung an die neugestalteten \ erhältnisse. von dem Kampf um die soziale Gleichstellung und zuletzt von dem Kampf um die politische Emanzipation. " . Was hier alles gedanklich ausgesprochen ist. gewinnt Blut und Leben im Lebensbild des Oh errate« Näphtali Epstein, von S. Reichenberger auf Grund alter Akten trefflich entworfen. Aus der Reihe der Oberräte ist Epstein, der erste unter ihnen, zur Darstellung gewählt, weil gerade seine Person und sein Lebensschicksal. sein Kämpfen und Ringen typisch ist für die Entwicklung, eines jungen Juden in der beginnenden Emanzipationsepoche. Yi as im Anschluß daran Rosen thal. der kenntnisreichste und berufenste Schreiljer der Geschichte der badischen Juden, über' die jüdische \ olksschule in Baden berichtet. mutet uns wie eine Sage aus alter Zeit an. Seit mehr als fünfzig Jahren gibt es keine jüdische Volksschule io Batlen mehr. Die Simiiltanschule. die kaum irgendwo im Reiche sich so restlos durchgesetzt hat wie in Baden, ist uns immer ein so Heiliges mid Unantastbares gewesen, daß wir abseits stehen mußten, wenn um die Errichtung jüdischer ' \ olksschulen im Reich gekämpft w urde. Wenn auch im Liebte der Geschehnisse manches heute anders erscheint und andere Beurteilung findet, immer wird es eine Großtat Großherzog Friedrich#- I. bleiben, daß er seinem Lande die Simiiltanschule gegelutfi und 'gegen alle Anfeindungen erhalten hatl D. Sommer. placierten Szene „Alles liegt bei Gott“, die einen Protest yemenitischer Juden gegen amerikanische Bodenkauf darstellt. Die" Erzählung „Skorpione“ scheint schlecht am Platze, wie auch die Skizze „Bialik hat Geburtstag“ kaum einen Daseinswert besitzt. Das beste an dem Buch ist die vort zügliche Ausstattung durch den Erich-Reiß-Verlag. - \’ Expi! äs. Karl Rosenthal. Mirjams Wundergarten. Ein Bucl^ für jüdische Kinder von Setta Cohn-Richter. Mit vielen Bildern von Joseph Avrach. In Halbleinen RM 2.60. Verlag Erwin-Löwe, Berlin W 50. Bei dem beklagenswerten Mangel an guten Büchern für das jüdische Kind wird dieses kleine Werk sicherlich aufs herzlichste begrüßt werden. ..Mirjams Wundergarten“ ist der Tummelplatz des Lämmchen Mäh, <|es Elefanten Mulli. der Giraffe mit dem kleinen Knacks und vielen anderen Spielgefährten von Mirjam, mit denen sie gar wunderliche Erlebnisse hat. In einer gepflegten Sprache, die dem kindlichen Verständnis angepaßt..ist. ohne lehrhaft zu wirken, werden die bunten Abenteuer im Wundergarten geschildert. Jüdisehe Motive sind in die Erzählungen eingeflochten, doch bilden sie nur ein äußeres Moment. Die Verfasserin sollte einmal versuchen, aus innerem Erleben jüdische Motive für Kfnder zu gestalten. Bei ihrer dichterischen Begabung und ihrem Einfühlungsvermögen in dif kindliche Vorstellungswelt darf inan von ihr ein ..jüdisches Buch“ für unsere Kinder erwarten'. Immerhin kann das vorliegende Werk angelegentlichst empfohlen werden. Der Maler Joseph Avrach hat die kleinen Erzählungen mit zahlreichen Bildern j illustriert, die sich der ■>kindlichen Phantasie gut an- ’ passen. C. P & Elieser Smolly; Der Retter von Chula. Jüdische Jugendf pcschichlen aus dem neuen Palästina. Mit 9 ganzseitigen Bildern ton Heinz Wallenberg. (Aus dem Hebräischen übersetzt und bearbeitet von Fritz' Aronslein und M. P. Block.) Berlin. Erich Reiss Verlag. Das ..Elend unsrer Jugendliteratur“ ist bei uns Juden nach wie vor eroß. IS ährend die allgemeine Jugendliteratur in Deutschland dank den Bemühungen der ..Vereinigten deutschen -Prüfungsaussebüsie für Jugendschöffen“ hl den letzten Jahrzehnten einen gewaltigen Fortschritt erlebt hat. steht es mit dfr jüdischen .Jugendliteratür auch heute noch ' recht unziinstig. Ion wenigen Ausnahmen abgesehen, bringt der Büchermarkt Jahr für Jahr ungeeignetes, minderwertiges Material: am kläglichsten stebt es um die zahlreichen Chanuka- und Purim-.-Festspiele“. die meist ein erschreckendes Niveau haben. Es scheint an .geeigneten Autoren zu fehlen: die wirklich schöpferischen Kräfte halten sich zurück und überlassen den Banausen und Versschmieden das Feld. — Unter solchen Umständen ist man schon zufrieden, wenn jüdisehe Jugendliteratur sich vom allergrößten Kitsch fernhält und nur einigermaßen erträglich erscheint. Die Sammlung jüdischer Jugendgeschichten aus dem neuen Palästina, die unter dem Titel ..Der Retter von Chula“ veröffentlicht Und in deutscher Übertragung vorgelegt wird. f trägt nicht nur die Mängel, die an jeder Übersetzung leicht y" haften, an sich..,,Der \ erfasser will Einblicke in das Leben der Pioniere des jüdischen Palästina-Aufbaues geben und bedient sich hierbei des Mittels der Heroisierung seiner jugendlichen Gestalten. So erscheinen die kleinen Träger der Handlung meist mit dem Glorienschein, des Helden in allzu abgenutzter1 Manier. Manche der kleinen Erzählungen sind dabei recht spannend geschrieben und vermögen Kinder' wohl zu fesseln. Das gilt insbesondere von der ersten Geschichte. die dem I ande den Titel gegeben hat. Die anderen Erzählungen sind s« hr ungleichwertig — einzelncerscheinen ganz mißlungen. Ufas gilt vor allem von der u. E. ganz de- 0' z>' V v' 2Y ..Der Morgen“, Monatszeitschrift. Philo-Verlag. Das Märzheft 1935 enthalt neben andere'n wertvollen Beiträgen über Tage und Feste, über Liebermann, über Bach und Händel in ihren Beziehungen zum Judentum, über Hermann Gersons ..Werkleute“, ein Weg jüdischer Jugend, eine Abhandlung . Der jüdische Mensch? von unserm Großpräsidenten. Dieser Aufsatz ist für uns Bne Briss um so lesenswerter und interessanter als der Begriff „Jüdischer Mensch“ auf der Großlogentagung L928 von Br-, Baeck geprägt wurde. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Februar-Heft 1935. Dem jüdischen- Denken seit |lermann Cohen widmet Albert Lewko^yitz eine sehr anregende Studie. Ferner finden sich in diesem Hefte lehrreiche And gemeinverständliche Aufsätze über die Geschichte der Juden unter dem Großen Kurfürsten und über neuere Forschungen zur Geschichte der Juden in Deutschland. Festschrift zur Feier, des fünfzigjährigen Bestehens der Lessing-Loge in Breslau, enthält Beiträge, die das Ihteres i dürften: J I le der Brüder erwecken! Dr. Dr. Willy Cohn, Breslau: Die Königl. Wilhelmsschule in Breslau und der Eintritt der Breslauer Juden in die abendländische Kultur. .Prof. Dr. Alfred Grotte: Alte oberschlesische Judenfriedhöfe. Prof. Dr. Isaak Heinemann: Was peim Übersetzen verloren geht. Dr. AJhert Lewkowitz: Der jüdische Humanitätsgedanke. Dr. Else Rahin: Wandlungen jüdischen Frauentums im 19. Jahrhundert. Br.. Dr. Israel Rahin: Die, Geschichtsauffassung der vorexilischen Propheten. I „ Druck: Graphische Kunstan »talt Arnold Weylandt G.m.b.H.Berlin SO16, Rungestr. 19. D.A. IV. Kotli. VeramwortlicherSchrilt»eiter: Da Eigener Verlag der Großloge t . O- B. B., Berlin W 62, Kleiststraße 12 ilei Bernvteia, Bln.-Wilmecedorff

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