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Der Orden Bne Briss · 1935-03-01 · Nr. 3/4 - März/April (3.1935) · p. Seite 24

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1935
Issue
Nr. 3/4 - März/April (3.1935)
Date
1935-03-01
Page
Seite 24 (sequence 4)
Language
German
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•und Verirrteij. Auch (lieses W erk will lein Lehrbuch sein, .aber es iw endet siqli nicht an das came Volk, es denkt in erster Reihe' api die „Verirrten"! (l;is heißt an diejenigen, dije durch dje Schule der arabischen Pliilo-- «rtphie "esan^en ’ und dadurch an der jüdischen L«dire \oii der .()ffeobariin<i irre geworden sin«. Die beiden Probleme, der reine Glaube an den einigen. ewigen, geistigen Gott und an seine Offenbaruni« durch Moses, -ind - es. welche Mainionides nicht nur jn Denken fesseln, sondern auch seinem religiös*n Gefühl am meisten bedeuten. In ergreifenden \\ or en. die uns den logischen Denker als heroischen Bekenner zeigen. hat er sich über diese beiden Grundgedanken d »s religiösen Lehens ausgesprochen. Hie Juden in Jemen, die aus materieller Mot und geistiger \ erirruiig eich an ihn wandten, mahnte er in einem Sendschreiben, diese beiden Grundlehren des Glaubens fe«tzu|ialteii und der ul Gefahren willen auch in Jugend einzusehärfeti. für sie auch Leid auf sich zu nehmen, uni dieser Lehre Mot und Klein! zu wandern. Selten huren wir den Gelehrten so w arm und eindringlich ma men w ie"'in dic- -em- Zusammenhang:: hier spricht (lis Herzblut des Glaubensstarken, mit. \\ eil der Führer der Verirrten \ im .solcher religiösen Wärme durchströmt ist. hat er; uf die Gläubigen .aller Zeiten .«einen starken Einfluß augeült: seine Probleme sind 'überzeitlich und haben au all» Zeiten stark gewirkt. A IM' h der M ore ist bei seinejm Erscheinen mit sehnsüchtiger, ängstlicher Sj>annun< der \ erfasser konntet das Werk nicht so wie sein«* Bew umleijer. dräiiüten." Auch durch einzelne Ine Ia*li rch begrüßt worden: rasjrli vollenden, er More hat seine Grundigen. vielleicht dl auffasMing in den rabbinischen Kreisin Widerstand hervorgerufen: auch er ist angegriffen. s( »ar bei der Inquisition verklagt und zum Scheiterhau eil verurteilt worden. aber das alleshat nicht geliii dert. daß .er ein klassisches Werk der jüdischen Philosophie geblieben, ein KIa.—iker der philosophischen V eltliteratur geworden ist. Sehr bald wurde er in einzelnen mohammedanischen ■Hochschulen vorgetragen ui d für die Gelehrten des Abendlandes, in die lateini: ehe Sprache übertragen. Die großen Vertreter der chrstlichen Scholastik, die zum Teil mit den gleichen Prol lernen zu kämpfen hatten, haben sich in das Werk verlieft. Die ausgiebigen Zitat«* aus'(Jeni Lehen des Rah >i Mcs s aus Ägypten in den Schriften des berühmte 1 All ertii's Magnus und Thomas von Aquino zeigen. wi< starke Anregungen die berühmten Kirchenlehrer durch sehen W eisen empfangen haben. lurcli st ..Der Führer der Verirrten“ vor das V ein Jahrhundert lang gewütet hat idiert erk des jiidi- Jahrhiinderte 1 namhaften cliristdcn. liehen Philosophen eingehend gründlichsten von Lcihniz. dessen a isfübrliche Kxzerpte aus dem More mit den eigenen Ben erkujtpen des Pliilo- «oplien erhalten und veröffentlicht sind. Lud vollends im Judentum! Trotz des Kampfe! um len More,-der rung des W erkes und des Studium > der Philosophie ist trotz der Verketzedas Buch von den Gebildeten im Jui entum immer wieder und wieder gründlich studiert v .«irden. Es haben viele Denker ihre Einwendung dageg« n vorgebracht und niedergeschrieben,' aber die jüdisch? Philosophie der Folgezeit ist von dem More nicht lot gekommen; sie ist ohne «fie v oraufgegaifgene Arlieit d *s großen Denkers nicht vorstellbar. Und diejenigen jüdischen Denker, welche in der Philosophie Weltruf erlangt haben, sind zuerst dürcli den More in ihre Probleme eingeführt worden; Barucli Spinoza ebenso wie Moses Mendelssohn. Salomon Maimon eh« nso wie Hermann Gölten. WemJ auch durch die kritische Philosophie der letzten l.ib Jahre die ganze Prohlcmstcllung verändert ist, so bleibt der More auch liir unsere Zeit ein Führer, der 'grundlegende Anregung für die Auseinandersetzung mit dem W eltbild und dem Denken der Zeit bieten kann. Hinter deii bedeutsamen Werke des Mainionides stand ein ganzer Hann, dessen Persü dichkeit alle Herzen gewann, eifl echter W eiser, der i her die Kleinlichkeiten und di^ Leidenschaften der W elt erhaben war und ganz und;gar das lebte, was er lehrte. „Das Ziel unserer Lehre ^t die Iäuterung der S «eie auf Gott hin“,, so schrieb er efnem seiner Jünger, im 1 so lebte er auch. Sein großes Vorbild war der Mann, dessen Manien er ■ trug, Moses. (Ihn als einzige Tugend die Demut nacligeriihmt wiml<! „sie ist das letzte Ziel der Seelenreinheit.“ Es ist sthr bezeichnend für .V aimonides, daß er in seiner Ethik sonst die "esunde Mitte empfiehlt, für die Demut ahe|' eine Ausnahme maelit und fordert, daß man ihr bis zilni äußersten nachstrebt. Er blieb heiter gegenüber seinin Gegnern: Angriffe lind seihst Verleumdungen brachten ihn von seiner Demut nicht ab. Er blich aber aueji unberührt von allen Lobeserhebungen. .Niemals dürfte; einem jüdischen Mensrhen bei Lebzeiten so viel Anerkennung gezollt, so viel Verehrung, man kann sagen Anbetung, entgegengehrac lit worden sein wie Moses Mainionides. Sätze wie: „sii glaubten an den Ew igen und an seinen Diener Moses“ oder der Vergleich des More New|iichim mit (1er. Bundeslade, welche die unmittelbar voll Gott verkündeten Worte enthielt, gehen bis an die Grijnze dessen, was nach .r Anschauung überhaupt tragbar ist. „Aber alle diese überschwengliche Lobpreisung, alle die«e enthusiastische Anbetung hat Mainionides nicht seinem Wesen entfremdet, er ist der hilfsbereite, bescheidene, ilemii ige Diener seiner Gemeinschaft jgebliebcn. Wie sein* Lehre hat sein Wesen ihm die Bewunderung« der Mit- und Nachwelt eingetragen, wie sie in den folgenden Versen zum Ausdruck kommt:' L \ on dir. o ^ürst, kommt unsre Herrlichkeit: von dir, i|i dir ist unser aller Heil: ein Bote Gottes hist .du. bist geschaffen in seinem Bild, und wenn wir doch dir gleichen so warVum |deinetwillen, daß Goti sprach: Ich will den Menschen schaffen, mir zum Bilde. Chari-h 24 D1B

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