Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1934
- Issue
- Nr. 8 - Dezember (12.1934)
- Date
- 1934-12-01
- Page
- Seite 113 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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' Briefe aus der Fernte Kulturbestrebungen Palästinas Von Br. Karl Schwarz. Direktor des Museums Tel-Aviv. Noch hie wurde so viel ühe in der ^letzten Zeit. Das kleine Palästina peschriehen wie Ländchcninit ein paar liun- und induallem von dein rapiden nzipartipen. 100'' jüdischen derttausend Juden ist plötzlich in dön . Vordergrund des allgemeinen Interesses gerückt. Min liest von dem gewaltigen Aufhau. den Neugründungeu. den wirtschaftlichen striellen Unternehmen und vor Wachstum von Tel-Aviv, dieser e Stadt, die innefhalh von 25 Jaluen aus Sanddüneu zu einer der lebendigsten Industrieplätze des vorderen Orients geworden ist. Wenn man das Getriebe liier betrachtet, so kann einem dies manchmal den Atem berauben, denn diese Stadt wirkt infolge ihrer. Gcsehäftigke t viel größer als sie wirklich ist. Man wird manchmal ar das nnheimlirhe Griindurfieher einer Goldgräherstadt gemahnt — Und doch, hier liegen die Dinge ganz anders. D-nn dieser Aufbau vollzieht sich nach ganz anderen Prinzipi *n. hier sind ganz anilrn- Kräfte am Werk. Kräfte, die al erdings nicht so schnell in die Augen falj(*ii wie die äußerliche und manchmal oberflächlich erscheinende prosperity.! Von diesen Bestrebungen liesl man leider sehr wenig. Derl Aufbau Palästinas vollzieht sich nämlich nicht nur im Hauen des Neuen, sondern ist das Wunder der \\ iedergeburt eines Volkes, das sich seiner uralten Kulturmission hewulit. initiier mehr auf sich Selbst besinnt und dessen iune wird, daß es nur leben kann, wenn in ihm wieder der alte Geist ,wajli wird.*) Ein Zeichen hierfür: unsere Sprache i»| wieder lebendig geworden. W ie zu der Urväter Zeit,en klingt hier wieder das Iwrith. Und mit der Sprache hat auch die Bibel neues Daseinsrecht gefunden. Aber-die Sprache ist nur der Kern, um den sich das geistige Eigenleben kristallisieren kann. Bialiks Lieder sind hier AllgeOieineigentiim des Volke-. Bialiks Geist schwebt über dem lj.ande. Die l. niversität auf dem Skopus ist das sinnfällige Zeichen geistiger ^'rueuerung. Das Streben nach W issen dringt aber bereits in viel weitere Schichten, so dali z. B. im letzten W inter besondere Zweigkurse der Universität in Tel-Aviv abgehalten und viel besucht wurden, liier und in llaif^i werden außerdem Volks- *) Vgl. den Artikel: Jüdisch : in Nr. 4/5 dieses Blattes. jrdjun Srhahhath finden statt. Und Bialiks Srliiipregelhoclischulkurse eingerichtet. Au überall stark besuchte Vorträge fung. der berühmt gewordene (Hitep-Stliiililmlh, wiril mäßig von Tausenden aufgesucht y Ein'Volk, das nach schwerer Tägesarbeit in Massen Konzerte besucht, das sich nicht hetr nkt (in Tel-Aviv sieht man nie einen Betrunkenen), das in irr freien Mittagszeit jeden Platz in der städtischen Lesehalle füllt oder im Arbeitskittel ins Museum kommt, da die Zeitungen berichtet haben, daß ein neues Kunstwerk ausgestellt ist. ein Volk, .das seinen Volksdichter wie einen König verehrte, und bei seinem Tod zu innerst getroffen zusaiiiinenhi ach. ist eine kulturfällige, lehensstarke Masse. Und es ko iinit nur darauf au. daß Männer den Weg weisen.' der ziehung und dadurch zur Zusamii gen Ganzen führt. Diese Wege sind vorläufig Schutt und Geröll ist beiseite zu daßhier Menschen aus den vers den verschiedensten Bedingungei zusammengewürfelt werden. aus Polen. Rußland. Amerika. Deutschland lisf.. Menschen. die unter ganz anders geirteten Lehenshedingiingen au. äur W eiterbildung und Er- ■ enschw eißung eines geistinocli sehr schwer. Niel schaffen. Man bedenke, diiedriisten Ländern unter Wissenschaft in Palästina I D. Sehr. herangew gestellt 100'' Jude zu rungspro lesses. aelisen sind erdeti. Es ge schweiße arm. arn(i Ländern id die lücr v ir etwas völlig l ügt nicht de' gute Wille, i m bösem. es bedarf eines u‘Jgeheuren Ain;ilgamic-; der die jetzige Generation nicht völlig um-| liier, prosperity ist dieses Land nur lekuiiiärer ll 'ziebung. In; nderenl ii kann. Trotz nicht nur in z. BL in Eurof erst stattgefunden, nachdem die übrig?n A oraussetziiiigni schaffen waren. Und von Leistung en! Sie sind nur der Dia ipora dessen.bew Gesamt Judentum bedeut i allein angewiesen ist'. Du über klar sein, daß da Palästina entschieden geleistet wird, ist der messen wird. Unsere Institution,- Landest dienen, werden' den Unterbau für das v solidierende Basis, der Ein Beispiel für v ii wurde vor drei Jahren blickenden Bürger meist, fänglijrhein Lavieren ist wichtigsten Bildungsstätte sitzt (eine gewählte Geinii uns verlangtman sidion jetzt dicmöglich. wer n sich auch diö Juden rßt werden,- was Palästina für dat. wenn der . iseliuw nicht auf siciij Judentum < er Welt muß sich dar-t Geschick u:i erer. Gemeinschaft inj ird. . W.a» hi-r erreicht, 'was hier Maß»lab. an d -tu das Judentum gc-j die dem , «achten und iterc W achk(ulturelle Gradmesser, le andere. Das Museum Tel-Aviv. iLup-li die Privatinitiative des weit-1 Utrillo. VI I Israels., 3 u unserer St gab •rie mif iiuiuk- Siguae äld» Muk Jiesonders auj-b jüdische stein Antokolski. lieg; Archipenko. Fiori. Zadik Heist itsvr». eine gra i he Iß. und 20.- Jalirji eine Kunsthihliothek, all Musouin zuiii Stolz gereic ■r letzten Zeit dcrii schließlich durcl) Schi Bürgermeister Dize weitem nicht mehl niiuniehr linverziig i Monaten wird TeUAviv besitzen, ein Haus mit be fer Stichkabinett und eil de n auch die palästiuen Stellungen veranstalten ist dies alles in kurzer die Stadt-Bibliothek im: Fachmannes wie Br. Ile bau geplant, ist jetzt ein vv< irden, das demnächst nejue wiiisensrhaftlicbe ntstandon. die sowohl d<fr Wirtschaft dienen.' Und das wird unser nicht kurzsichtig nur d *in fliie htigeli Besucher sondern wird in' daß die Jahrtat:' einem zukunftsie voller fließenden Strom? 2ielbewu llen t.ehenswille n Tel-Aviv, Ende Juli a. hat die {eistige Konsoli lieruu mistigen Aufbau de-j Dizengoff s. Scharf, ow. alte Mei heil würden, rt 'angew eu-li» nkuilgen von deifl Mu ausreicht ch begoirnei li-toff bestehen. Sie bilden: ljunt. sie sind die kon-| egrüiiilet. Nach anlas Museum' beule bereits eine der) dt geworden. I'.- be-j .Werken von Pis.-aro. Uhagalf. Liebermaffii. leb.'van Gog l mul vielen anderen, :i Malern, vm 'Plastikern wie Ep-j .elimbruck. Sinteni-j ter wie Rubens. \ an | ihisrlie ^Süinin ung. in der da» eur i lindert ausgr zeichnet vertreten i»t s Schätze, die jedem europäischen Die Sammlungen »int ■n. —t— und zwar fa-t Mäzi ■nun . daß «4,i-j rum geschenkte Haus ijnd mit einem Neuvvird. In wenigeij e-iu repräsentables Museiimsgebäiidij onderem Vortragss'atfl. eitlem Kup i*m Bibliotliebsrauni. ein Haus, ii «Ischen Kiinsl ler regelmäßige Aus rden. Aus d< n kleinsten Anfänge,! -jt entstanden, Und eln-nso wächst er1 der Leit mg eines hciyährteij inricli Löwe, i «t ein nein;r TheatertechnOlogiscIfcs Institut gegründet mit seinen vurseii beginnt, sind Z ersiicbsstatioilen auf dem Laude ler reinen W isscnschaft wie auch! Volke-zum Segen'gereichen, dal» für dein Tag baut -— wenn es nucty in manchem so dünkenmag -■-( sende alte Kultur wieder Ichcndijj: irhen. imme - stärker und machteines1 verantwortungsvollen und i 113