Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1934
- Issue
- Nr. 8 - Dezember (12.1934)
- Date
- 1934-12-01
- Page
- Seite 101 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berlin, Dezember 1934 Nummer 8 jui: ^«u#tt>bu^¥infi4!!l3U&. (ßingstraaenEc ©crcin. 'int; Eigener Verlag der GroCJoge. — Büro: W 62, Kleiststrnße 12. — Telephon: Amt B Nachdruck sämtlicher Artikel aut diesen Mitteilungen verboten. INHALT: Dos OrdenscrleUni- — Gedanken um unsere Ccnieiiisrhaft — Idee .und Wir. serer Schidjngrnd — Aus den Logen des VIII. Distrikts — Aus anderen Distrikten - In , atis der rVrnr: Kidlurlie-treljtincen I'iilä-linns, l.andnrhcit jn iikeijt'. — Jfnlise iinnnTiimi - Jin •i‘z Israel — Bü 5 Barliarossa 4619. I c Bfutagf sehe Li lerseluu gik — Der Snhhat lingejiliedstdttcn —' Briefo Das Ordenserlebn IS. Von Expr. Dr.,Arthur] Löyenstam m, Blni-Spandau W ir haben vielfach versucht, Juden unserem Orden, seinen Zielen und Ideen in Wort mul Schrift nahe zu Bringen," undes ist uns gelungen, uns in'mehr als einem hallten Jahrhundert in großen und kleinen Städten unseres Vaterlandes aiiszuhrcitcn und in den Gemeinden Wurzel zu schlagen. Ks war tlie Kunst des Überredetes lind Üherzctigens seitens der einzelnen Brüder, die im Kreise ihrer Bekannten und Freunde unsere Gedanken entwickelten, es war oft tlas vorbildliche Lehen unserer Logenmitglicder in geistiger, sittlicher und sozialer Richtung, die unserer Gemeinschaft neue Kräfte ziifiihrte. es war endlich tlie Empfänglichkeit (lnr Außenstehenden, der Idealismus jüdischer Menschen, die eine Stätte suchten, wo die letzten und wahren Werte des Lehens und der Kultur auf dem Wege des Judentums realisiert werden. Jede Zeit hat eine andere Art, das liehen zu sehen, und andere Gedanken, die ihr Empfinden, ihre Motive und ihren W illen leiten. Ks scheint, als oh in unsem Tagen der einst fruchtbare Hinweis auf unsere grundlegenden Ideen und Ziele nicht mehr wi rkte. \\ oher kommt diese Erscheinung? Es ist das besondere Zeichen unserer Tage, daß tlas Henken eine völlig andere Richtung genommen hat, daß die buchsten Menschheitsziele beiseite gelegt scheinen, daß es im Grunde nicht mehr auf das Henken ankommt. W ir sind in. eine Zeit gestellt, wo Lehen und Erichen dio Grundwerte sind lind sich die Wucht des Schicksals, zumal des jüdischen Schicksals!so tief in die Seele eingesenkt hah daß man nur das schätzt, was dieses Erichen £ erklärt imd verklärt, stützt und erweitert. Seit Jahrzehnten ist das Erlebnismonicnt in den Geisteswissenschaften und in der Kunst herrschend. Nur die große Masse ist zurückgeblieben und sieht alles noch wie früher aus tleni Blickpunkt des Verstandes. Man hat I, daß eine L biiisanjchaiiung sieh nicht iiscligfllLrhcu r'akforcn bilden läßt. Has iiistiiikthaftej biologische Begreifen alles längst erkann nur aus wisst gefühlsmäßige Lebens und lung. So ist au|l (om Erlcltcn ihn erlebt.. W Ausspreehtm ist der Mensc finden, das i will» er die Ganze tsielit, Aber die»e Aloinente sind immer nur annähernd darstellbar. I)ar im ijst es nicht leicht, vom Ordenserlebnis! adäilpial zu s ircelpen. - I njd man kanti seiner nur inne wc?ilen. wenn der Logengeni suchen des B täuscht. Hie erscheinen, der findet iln steht sieh sc setzen, so ist issijis ist grundlegend für jede Uetrachi '• ‘ t djr geistige Zugang zu unserem Orden jedijngt. Nur -der versteht ihn ganz, der ie jedes Gefühl‘ist diei freilich dc^ti klaren liitzolgcu. Hei Dichter allcifl kann es, das mit dem der Reflexion entrückten Empdeij Mensch, der einsam sein kann, auch iestlllschaft 1 iebt, der im einzelnen da* ler (^io Ober! äclie und die Tiefe versteht. \\ i man es oft tucht. Wer glaubt, den Wert ins.’liaft nach einzelnen, sporadischen Be- ■kreises ztr erkennen, der sieht sieh geil sind die, welche nur selten wieder, den Kontakt erstrebt, erkennt die andern und verr duftet noch manches auszitnzitfriedenheit des idealgesinnten Menschen, der sich mit der errungenen Stufe nicht begnügt, sot .dem das Ziel immer vor Augen hat und dem Leit ged inken durchaus gerecht werden will. K as erlfht dieser idealgesinnte Bruder in unserer und größte ist dies.' daß der t und Menschlichkeit vor iln* tller Berufsarbeit wird hier die den andern und an sich selbst, dieses Ziel notwendiger als in Gern [‘inseliaf l? Gedenke der Me hing‘stellt i: t. Jt Arbeit am Menschen, an gefoidert, Vienjals war den , lahrzelntenL da der Mensch nur nach seiner äuße-